Die Vagabunden

Kurzgeschichte zur Lebenseinstellung
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Sie sangen so fröhliche Lieder, dennoch waren sie Vagabunden und trugen zerfetzte Kleider. Zudem waren sie völlig unrasiert und rochen nach Schweiß aus allen Poren. Natürlich hatten sie sich längere Zeit nicht gewaschen, was zu ihrem üblen Erscheinungsbild gut passte. Trotzdem war die Stimmung unter den Vagabunden recht gut und so freuten sie sich über ein Mittagessen, welches sie in Eigenregie hergestellt hatten. Es gab Erbsensuppe mit einem Stück Brot dazu, welches den Vagabunden gut schmeckte. Sie saßen kreisförmig zusammen, als sie das Mittagessen verspeisten und niemand von ihnen sagte ein Wort, waren doch alle mit der Mahlzeit so beschäftigt, welches ihnen die Kehle herunter rann und rasch wie ein Wasserfall in den Magen gelangte. So haben also auch die Vagabunden, die Armen, ein Glücksgefühl am Tag, wenn auch ihr äußeres Erscheinungsbild ein solch positives Gefühl nicht vermuten lässt. Mit den vollgefüllten Mägen verursacht durch die selbstgemachte Erbsensuppe, machten die Vagabunden doch einen ruhigeren Eindruck als vor der Mahlzeit, weiß man ja aus der Ernährungswissenschaft, das eine gewisse Menge an Nahrungsaufnahme die Nerven eines Menschen durchaus beruhigen kann – so auch im Fall der Vagabunden. Die aber um ihre angeschlagene Seele zu betäuben, sich später am Tage dem Alkohol hingaben und große Mengen davon tranken, die ihnen gesundheitlich auf Dauer sicher Schaden werden. Wenn dann der Alkoholspiegel seinen Wirkungsspiegel erreicht hat, wird aus den angetrunkenen Vagabunden plötzlich eine fröhliche Runde, was einige Zeit vorhält, jedoch bald schon ins Aggressive übergehen kann, so das nicht auszuschließen ist, das es zu einer Schlägerei unter den Vagabunden kommen kann. So muss in manchen Fällen leider die Polizei alarmiert werden, damit die Ordnungskräfte wieder für Ruhe diesbezüglich sorgen können. Die Vagabunden sind also ein Menschenschlag, der unsere Hilfe dringend benötigt, die aber durch ihr anti-soziales Verhalten, es uns schwer macht, mit Hingabe hier ans Werk gehen zu wollen.

08:57 18.10.2016
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Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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