Geschäftsmann: Seine Spur verliert sich!

Drama zum Thema Verschollen
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Die Sonne lacht ihm unverdrossen und herzlich in sein braungebranntes Gesicht, das jedoch seine tiefen Falten für sein noch junges Alter dort gnadenlos sichtbar macht. Er ist so ein gutaussehender Yuppie, penibel ordentlich gekleidet mit anthrazitfarbenen Sakko und einer sündhaft teuren Stoffhose und dazu passend, eine rote Krawatte, die ihm lässig über die Brust fällt. So machen ihm aber die hochsommerlichen Temperaturen heute in Berlin zu schaffen und so fallen dem Geschäftsmann beinahe die Augen davon zu, als er am Bahnsteig steht und er sich nicht dagegen wehren kann, so müde ist er in dem Augenblick.
Die Fahrt von Berlin nach Köln, die er gebucht hat, dauert mit dem ICE gut vier Stunden und der Schnellzug donnert wie ein Blitz über die Gleise und an manchen Stellen, wo sie für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt sind, kann der ICE in diesem Abschnitt, eine Geschwindigkeit von 250 km/h erreichen und durch die Gegend rasen ähnlich einem Formel-1-Boliden.
Als der ICE den Kölner Hauptbahnhof ansteuert und kurz danach dort anhält, regnet es in Köln merkwürdigerweise in Strömen, schien doch aber in Berlin noch die pralle Sonne vom blauen Himmel, die so stark war, das man selbst in Hemd und Hose, nur leicht bekleidet ordentlich schwitzen musste und die gleißende Sonne unter freien Himmel in Berlin kaum auszuhalten war. So zieht sich der junge Herr aufgrund der veränderten Wetterlage schnell einen grünen Pullover an und kramt seinen schwarzen Trenchcoat aus seinem Gepäck, in den er gekonnt hineinschlüpft, damit es ihm auch im Dauerregen warm bleibt.
Als der Geschäftsmann den ICE in Köln HBF verlässt und er auf Grund der Wetterlage etwas betrübt ist, sucht er dann aber recht bald den Ausgang aus dem Bahnhof, weil er dringend ein Taxi benötigt. Schnell findet er dann auch einen Taxistand und steigt in einen Wagen ein, auf welchen er zielstrebig zugegangen ist. Der freundliche Taxifahrer, ein türkischer Landsmann, verstaut das Gepäck des Mannes sachte dort im Kofferraum, steigt wieder in das Taxi ein und fährt langsam los. Doch schon nach kurzer Zeit, tritt der Taxifahrer aus unerfindlichen Gründen das Gaspedal mit seinem rechten Fuß so tief durch, das der Mercedes mit ungeheurer Geschwindigkeit über die Kölner Autobahn rast, das die Fahrt mit dem Taxi doch sehr bedenklich aussieht.
Vor einem Luxushotel steigt der junge Geschäftsmann dann im Dauerregen aus dem Taxi, zahlt und gibt dem Taxifahrer noch sein Trinkgeld und verschwindet in diesem prunkvollen Hotel fast wie ein Geist und wurde seitdem nicht mehr wiedergesehen...
09:01 26.09.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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