Gott, zeigst du mir auch den richtigen Weg?

Tragödie um Gott und meinen Protagonisten
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Als ich zum sternenklaren Himmel hinauf sah, mitten in der Dunkelheit, funkelten die Sterne, weiß und klar, so dass auch meine Augen vor Ehrfurcht leuchteten, auch wenn ich es mir vielleicht nur eingebildet hatte. Denn dieser unglaubliche Sternenhimmel, der mir die Unbegrenztheit des Weltalls so anschaulich aufzeigte, der im Gegensatz zu meiner Begrenztheit stand und mit meinem Tod enden wird. Bald beinahe täglich dachte ich manchmal über meinen Tod, meinem Ableben nach. Und um so älter ich wurde, wurden die Gedanken an meinen Tod massiver und intensiver denn je und die Luft zum Atmen wurde dünner und dünner, je näher ich meinem Tod in die Augen sehen musste. Doch mein Lebenswille, war noch stark genug, um mich von diesem schrecklichem Gedankengebäude distanzieren zu können. Denn wenn im Sommer die pralle Julisonne wieder auf meinen nackten Körper scheint und mir den Puls meines Blutes bis in meine Schlagadern spürbar machte, welches mir unangenehm war, jedoch auch den positiven Effekt hatte, mich zu einem Dauerlauf zu inspirieren, der mir im Nachhinein, doch sehr gut getan hatte. Ja, im Sommer, konnte es tatsächlich einmal vorkommen, das ich ein bis zweimal die Woche laufen ging, da ich aber die Fünfzig bald erreicht hatte, taten mir meine Knochen allmählich doch immer mehr weh, bis ich vielleicht in ein paar Jahren, womöglich überhaupt nicht mehr joggen konnte, gefiel mir diese vernichtende Prognose, doch in keinster Weise. Ja, um so älter ich wurde, desto mehr Ausfallerscheinungen hatte mir mein Organismus beigebracht, welches jedoch nur ein natürliches Schauspiel war, dem erst mein Tod, die menschliche Tragik nahm. Der allmächtige Gott, hat mich dann „liebevoll“ in Empfang genommen, mit seiner „Barmherzigkeit“ und seiner „göttlichen Liebe“. Wollte ich Gott auch nicht kennenlernen, nach meine Ableben, so hat er doch geduldig im Himmel auf mich gewartet. So war es aber ein Warten, einer höheren Instanz, der ich mich dann doch nicht in den Weg stellen wollte, um zumindest seine ausgestreckte Hand einmal berühren zu dürfen, die mich dann tatsächlich, in das „Reich Gottes“ geführt hatte.

21:21 05.02.2017
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Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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