Politische Talkshows, damals wie heute?

Essay zum Thema: Medien
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Es sind die heutigen Politikerinnen, besonders die, die mit Führungsaufgaben betraut sind und in Berlin im Parlament ihre Reden halten dürfen. Mehr oder weniger Applaus werden sie vom Publikum dort ernten, sind sie aber einer medialen Berichterstattung ausgesetzt, wie sie es in der Bundesrepublik noch nicht gegeben hat.
Wenige Wochen nach dem zweiten Weltkrieg, April 1963, ging der Staatssender Zweites Deutsches Fernsehen auf Sendung.
Zu dieser Zeit ging es damals viel entspannter zu, was die Medien (heute) und damals die Presse betraf. Und so konnten die Spitzenpolitiker, die meistens einzeln von den
Fernsehjournalisten interviewt wurden (Talkrunden waren damals eine Rarität), länger nachdenken konnten, bevor sie antworten brauchten.Weshalb es aber bei den heutigen Talkshows so zu geht , besonders bei ARD und ZDF und von Anne Will bis hin zu Maybrit Illner, hat wohl mit der Intention der Sender zu tun, das sich die Politikerinnen in diesen Talkshows ordentlich fetzen sollen, damit die Einschaltquoten hoffentlich in die Höhe schnellen werden. Auch wenn in solchen Talkshows natürlich keine reale Politik betrieben wird, sondern sie mehr der Unterhaltung dienen, hat dieses politische Talken bei ARD und ZDF bald schon Kultstatus erreicht, weil die Zuschauer dieses politische Talkformat der öffentlich-rechtlichen doch gerne konsumieren. So sind die Einschaltquoten dieser Programme, seit Jahren auf einem hohen Niveau (Marktanteil 10%), so dass sich diese Talkrunden für ARD und ZDF marketingtechnisch gut verkaufen lassen.
Interviews jedoch mit Politikern für ARD und ZDF in den sechziger Jahren wirken heute jedoch angestaubt und wie ein „Oldtimer“. Dennoch ging es damals aber auch sehr viel gemütlicher zu, im Gegensatz zu den heutigen politischen Talkshows, denen man einen gewissen „Showcharakter“ wohl nicht absprechen kann.

02:42 28.05.2017
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Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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