Und wenn der Hahn kräht...

Satire zur Thema Zwänge, denen wir täglich ausgesetzt sind
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Wäre dass Leben nicht „so schön“, würde man sich höchstwahrscheinlich umbringen. Aber über einen Suizid zu schreiben, scheint mir moralisch nicht geeignet zu sein, ist es schon schlimm genug, das Menschen sich so etwas antun müssen. Doch wenn die Sonne im Hochsommer früh morgens bereits fröhlich durch die Fensterscheiben des Schlafzimmers scheint und ein Hahn in der Nähe laut zu krähen beginnt, um zu signalisieren, dass es Zeit ist aufzustehen, ja dann stehen die Menschen auch auf (jedenfalls die meisten von ihnen), denn viele haben einen gut bezahlten Job und wollen diesen natürlich auch nicht verlieren. So muss dann die frühmorgendliche Müdigkeit überwunden werden – wie auch dass Krähen des Hahns – welches zum Verlassen des Bettes führen wird, um sich anschließend zur Dusche zu schleppen, denn es gehört sich eben, frisch gewaschen zur Arbeit zu erscheinen. Ein ausgiebiges Frühstück wird folgen, um erste Kräfte zu wecken und ein guter Kaffee sollte als „Wachmacher“ dienen, um dem nachvollziehbaren Wunsch sich zurück ins gemachte Bett zu legen, ein Riegel vorgeschoben wird. Ob es am Arbeitsplatz besser klappt, kann angezweifelt werden. So muss man sich dort die ersten Stunden erst regelrecht „einarbeiten“, bis die Stimmung am Arbeitsplatz besser geworden ist, auch wenn noch viele Stunden vergehen werden, ehe der Feierabend endlich naht. Doch so toll ist der Feierabend nun auch wieder nicht! Denn gewöhnlich geht man von der Arbeit wieder nach Hause und später dann wenn es dunkel geworden ist, wieder in das Bett zurück, aus dem man früh morgens beschwerlich aufgestanden ist. Also eher ein langweiliges, aber auch anstrengendes Prozedere, das aber jeden Tag aufs Neue beschritten werden muss. Und sollte dann wieder der Hahn morgens krähen, dann weiß jeder, das es höchste Zeit ist aus den Federn zu kriechen, auch wenn am nächsten Tag, dass selbe Schicksal droht und dass ausgerechnet am frühen Morgen schon.

22:27 18.04.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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