karlderkarpfen

"Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit, wobei ich mir beim Universum noch nicht sicher bin." Albert Einstein
karlderkarpfen
RE: „Niemand wird als Rassist geboren“ | 06.11.2019 | 01:17

Ich fühle mich übrigens auch nicht mehr wohl in meiner Stadt, wenn ich nachts durch die Strassen gehe, weil es da soviele besoffene Nazis gibt, die Steine in Parteibüros von LINKEN, Grünen und der SPD werfen oder auf andere Weise versuchen Krawall zu machen. Als gebürtiger Rheinländer lebe ich in einer ostdeutschen Stadt an der Ostsee. Ich bin mit, hoffentlich schreibe ich das jetzt richtig, Menschen mit Migrationshintergrund, aufgewachsen. So eine blöde Begriffskette hätte ich mir nie ausdenken können. Der Mehmet ist der Mehmet. Punkt. Woher der kommt? Aus Porz. PUNKT. Ob der deutsch ist? Na logen. Der spricht Deutsch, der ist Fussballfan genau wie ich und freut sich, wenn der EFFZEH ein Tor schießt. Warum sollte der nicht deutsch sein? Und ja, Mehmet ist ein Muslim. Ehrlich gesagt, glaub ich nicht, daß er so ein überzeugter Muslim ist, genausowenig wie ich ein überzeugter Christ, obwohl ich noch nicht aus der Kirche ausgetreten bin. - Würde ich meinen alten Freund Mehmet in der Stadt, in der ich jetzt wohne mal allein Samstag Abend durch die City laufen lassen, würde es wohl nicht lange dauern, bis er von merkwürdigen Menschen mit Haarwuchsproblemen und Springerstiefeln angemacht würde. Natürlich nicht, weil er einen deutschen Pass seit seiner Geburt hat. Sondern weil er anders aussieht als sie. Ergo: Um in dieser Stadt keinen Ärger zu bekommen, müssen sich wohl bald alle Glatzen schneiden lassen, blödsinnige Tattoos stechen lassen und in Bomberjacken rumlaufen, auf die Onkelz stehen oder sonstwas. OOOODER.... man macht was dagegen.

Als ich an die Ostsee gezogen bin, habe ich den Verfall der Infrastruktur hautnah miterlebt. Blauäugig hatten wir eine Doppelhaushälfte in einem Dorf gemietet. Wir waren uns nicht darüber klar, was passieren würde. Läden schlossen. Bus- und Zugverbindungen wurden ersatzlos gestrichen. Der Arzt, der schon über 70 war, konnte einfach nicht mehr und hat aufgegeben ohne einen Nachfolger zu finden. Gerade Mecklenburg-Vorpommern ist zum allergrößten Teil ländlich geprägt. Und es macht etwas mit den Menschen, wenn kein Bäcker, kein Fleischer oder nichtmal mehr ein Kiosk da ist, um die allernötigsten Dinge des Lebens zu Fuss kaufen zu können. Wer will noch auf dem Dorf leben, wenn nichtmal mehr ein Bus zu den prekären Arbeitsverhältnissen im Callcenter fährt? Wie soll man auf dem Dorf von gerade mal dem Mindestlohn ein Auto kaufen, oder Benzin bezahlen, wenn man für das Benzin teilweise noch 30 oder mehr Kilometer fahren muss? Dann bekommt man regelmässig die Krise, wenn das blöde Internet wieder nicht funktioniert. Teilweise hat man auf dem Land in Meck-Pomm nichtmal Handyempfang. Ich könnte dieser Liste noch weitere Punkte hinzufügen. Was ich damit sagen will: Wenn alles zusammenbricht, wenn man das "Gefühl" hat, es kümmert die Politik wenig, was mit einem Dorf passiert, wenn Infrastruktur ab- anstatt aufgebaut wird, wenn der Neoliberalismus überall regiert, wenn ich für gerade mal den Mindestlohn vom Dorf in die Stadt fahren muss, mir dafür ein Auto kaufen muss, was ich mir eigentlich nicht leisten kann, oder gar keinen Job finde und auf dem Dorf, wo es für niemanden irgendwelche Freizeitmögichkeiten gibt, von Kultur ganz zu schweigen, und dann kommen welche, die sagen: "Daran sind die Ausländer schuld", dann stimmt das zwar nicht, aber wenn genau diese Heinis dann Grillfeste veranstalten mit Freibier, man diese Leute eigentlich sooooo ganz sympatisch findet, weil man zunächst wenig über Politik redet, ja dann ist die Rechnung der Rechten aufgegangen.

Ich kenne einige Menschen, die rechtsextreme Meinungen haben. Einige davon haben mal zu meinem Freundeskreis gehört, weil ich sagte: "Soooo isser ja ganz ok, und wenn wir zusammen mal ein Bier getrunken haben, haben wir die Politik weg gelassen." Bis ich feststellte, daß das falsch ist. Wer faschistische Positionen oder Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus usw als seine Meinung deklariert, darf in meinem Freundeskreis nichts zu suchen haben. So habe ich alle meine Bekannten zunächst aus den sozialen Netzwerken gelöscht, die diese Meinungen vertreten haben, allerdings nicht, ohne Ihnen vorher zu schreiben, daß ich es zwar schade fände, aber aufgrund ihrer politischen Positionen keinen Kontakt mehr mit Ihnen haben möchte. Vielleicht war das falsch, vielleicht hätte ich mit ihnen reden und sie überzeugen müssen, oder es zumindest versuchen, aber diese Menschen leben schon so lange in ihrer Filterblase, da kommt man mit sachlichen und faktischen Argumenten nicht ran. Ich habs aufgegeben.

Mittlerweile denke ich, wir müssen uns damit abfinden, und dabei denke ich an meinen Bruder, der immer gesagt hat, daß die Bundesrepublik Deutschland ein unterschwelliges Problem mit Nazis hat, daß es Menschen in Deutschland gibt, auch oder gerade junge Menschen, die nationalsozialistische Weltansichten haben und gut heißen. Punkt.

Das sind keine Protest- sondern Überzeugungswähler. Übrigens mag ich den Ost-Opfer-Mythos überhaupt nicht. Das ist einfach nur eine billige Ausrede und nur ein Anlass dafür alles "Mist" zu finden.

RE: Ein existenzieller Erfolg | 06.11.2019 | 00:39

„Zur Menschenwürde gehört auch, dass Menschen sich anstrengen. Sonst wäre das ein bedingungsloses Grundeinkommen.“ Ja, Herr Scholz, genau DAS brauchen wir in Deutschland, damit endlich dieses blöde nach unten treten aufhört. - Es ist ja auch clever gemacht: Solange man den Menschen vorgaukelt, es würde Menschen geben, die sich für nix anstrengen und dennoch Kohle bekommen, schiebt man genau diesen Menschen den schwarzen Peter zu und stempelt sie als asozial ab. Dabei sind DIE ASOZIALEN genau am anderen Ende der Leiter zu finden. Cum-EX z.B...... oder, wie ist das bei der Bahn? Da gönnen sich die Vorstandsmitglieder mal eben eine 30prozentige Gehaltssteigerung. Den Mitarbeitern wird es wohl die Tränen in die Augen treiben. Fakt ist: Die ärmsten der Armen noch zu drangsalieren gehört abgeschafft. Das das Verfassungsgericht jetzt ein solches Urteil gefällt hat, kann nur ein erster Schritt zur Abschaffund von HartzIV sein. Wir brauchen in einer digitalen Welt ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1000 Euro pro Bundesbürger, egal wie alt, von Geburt an. Das ist nicht Kommunismus, das ist Volkswirtschaft vom feinsten und wird die Republik nach vorne bringen.

RE: Sagt hübsch danke | 25.02.2018 | 22:37

Es ist doch traurig, wie hier die Politik seit Jahren wegschaut und seine urtypische Verantwortung für ärmsten der Armen wegschiebt. Das sind direkte Folgen der Hartz-"Reformen". Reform bedeutet im Grunde eigentlich nicht, dass etwas schlechter wird, aber in Deutschland wird mit Reformen seit den 1980ern immer alles schlechter. Ich habe noch den Aufrüstungsstreit mit Helmut Schmidt und seine Absetzung durch Mistrauensvotum mitbekommen. Seitdem die CDU in Deutschland die Mehrheits"Volkspartei" ist, sind durch Reformen nur die getroffen worden, die eh schon nichts haben. Der Höhepunnkt allerdings stellen die Hartz-Reformen dar, die von der SPD gebracht, von der CDU verteidigt und von allen Sozialverbänden gehasst werden. Hier hat sich die SPD selbst ins AUS geschossen. So hart hätte nichtmal die CSU die Menschen ins Abseits gestellt. Zurücknehmen tuts natürlich niemand. Warum auch? Lasst die Menschen doch im Abgrund versinken, solange es mir gut geht. Diese "Nach-mir-die-Sintflut-Politik" prägt seit Angela Merkel das Gesamtbild der Politik in Deutschland. Und es keine Aussicht auf Besserung mit der kommenden GroKo. Keine Visionen. Keine ZUKUNFT. Armes Deutschland.

RE: Von Russland lernen | 19.09.2017 | 23:00

Gut und treffend formuliert. Und es ist leider die Wahrheit. Leider......

RE: Warme Köpfe für Glatzen !!!!! | 19.09.2017 | 22:27

Dann müssen wir wohl Schlumpfmützen organisieren :-)

RE: Die Machtperspektive ist nicht vorbereitet | 14.09.2017 | 23:02

Die SPD muss sich wieder auf ihre Wurzeln besinnen. Sie hat diese mit der Agenda 2010 verloren.

RE: Bergsteiger, Talwanderer | 14.09.2017 | 19:07

Ich war nie ein Fan von Heiner Geißler, aber er war ein respektabler Politiker mit Format, von denen es heutzutage leider nicht mehr allzuviele gibt.

RE: Konservatives Familienbild? | 14.09.2017 | 19:01

Tja, ist ja nix Neues bei einer Partei, bei der selbst die meisten Mitglieder nicht wissen, wofür die Partei eigentlich steht.....