Konstanze

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RE: Der Klang einer Primzahl | 25.07.2011 | 19:51

Toller Titel, schöne Beobachtungen und Hinweise darauf, dass Mathematik auch eine Geisteswissenschaft sein könnte und Musik in Ton und Rhythmus viel Mathematisches bewegt. Doch warum kein Pytagoräer als philosophischer und historischer Zeuge dieser Entdeckungen aufgerufen wurde, bleibt mir ein Rätsel. Nicht erst mit Leibnitz greifen mathematischer Sinn und hörbare Sinnlichkeit so "nachweislich" ineinander. Europas Wiegen der Philosophie haben sich doch inniglich mit diesen aufregenden Problemen beschäftigt. Auch Gesellschaftsreligionen waren diesen Mustern auf der Spur. Vielleicht greift der Rückblick nur so kurz, weil hier nur ein Artikel wiedergegeben wurde?

RE: Frauen an die Macht | 21.07.2011 | 12:54

Sehr geehrter Herr Vontovel,
"Dieses soziale Arrangement blieb von den Fünfziger- bis zum Beginn der Achtzigerjahre recht stabil." Nur war es - in dieser einzigartigen westdeutschen Brille - eine eher männliche Vollbeschäftigung (von der sie auch an anderer Stelle -geschlechtsneutral sprechen.)

Emanzipative "Übergangs"elemente wie Quote und Kitaausbau jetzt gegen sinnvolle Umverteilungsforderungen im aktuellen Kampf um höhere Löhne - mithilfe einer langweiligen Bataillschen Betrachung marktwirschaftlich geprägter Tauschbeziegungen in die ganze Volkswirtschaft zu flechten - zu stellen, ist schon ein merkwürdiger "linker" Reflex. In der Konsequenz dient er dazu, widerpruchsfreie partriachale Handlungsstrategien aufrecht zu erhalten.
Statt endlich beherzt zu sagen:
- Eltergeld ja, aber auch sozial gerecht (auch für nicht Erwerbseinkommenbezieher/-innen) und wegen meiner zwischen den Eltern egal welchen Geschlechts in den Zeiten hälftig geteilt;
- Quote Ja, aber eben auch bei Einstellungen von männlichen Erziehern;
- Kitaausbau Ja, ja, ja, aber so, dass es allen Familienformen entgegenkommt und nicht "nur" als "Frauenentlastung" oder Effektivierung der Doppelbelastung erlebt wird, usw., ganz abgesehen vom Bildungsanspruch an Kitas, der mindestens genauso entscheidend ist -
dann kommen wir meiner Meinung nach einer geschlechtergerechten Politik näher, als sie im allgemeinen Kampf um höhere Löhne, der unbedingt geführt werden soll, aufzulösen. (Abgesehen von der Neubegründung einer Rangfolge von Widerspruchskonstellationen und Herrschaftsstrukturen in heutigen Gesellschaften. Das ist wirklich kalter Kaffee.)
Im Artikel klingt eher an, dass einem die weibliche Konkurrenz auf dem "Arbeitsmarkt" schon deshalb stört, weil sie nicht verstanden hätte, dass man nicht jeden Zipfel des Lebens kapitalisieren sollte.

Wie wäre es mit einem Kampf für höhere Löhne UND einer gleichzeitigen Perspektive, Lohnarbeit endlich zu überwinden? In diesen Lichte lässt sich dann Quote und Kita nicht allein in ihre kapitale Vereinnahmung tauchen.