kassandra

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RE: Ist Clicktivism ein Übel? | 02.09.2012 | 19:55

Da wollten zwei frauen mal inne zeitung mit einem abklatsch der - in moskau mutigen - pussy riot aktion, und wundern sich, dass es nicht klappt. Ist es wirklich solidarität, andere länder in sachen meinungsfreiheit per nachahmung zu schulmeistern? Das kann unsere kanzlerin eh besser und tut es reichlich. Warum also sollen sich "die 87" dafür von ihrem sofa, tv oder sonst was weg bewegen?

Und Klaus Raab braucht ne 1/5 zeitungsseite, um sich darüber klar zu werden, dass diese politische passivität wohl doch nichts mit facebook und co zu tun hat. Zwischen verbaler zustimmung und tatsächlicher aktion war schon immer - auch ohne internet - ein himmelweiter unterschied. da kann wohl jede(r) ein lied von singen, die/der jemals eine veranstaltung organisiert hat, egal ob privater oder politischer natur.

was mir in diesem kommentar fehlt, ist die frage, wie denn sonst solidarität mit pussy riot aussehen könnte. würden wir sie vielleicht nicht viel mehr unterstützen, wenn wir das unveräußerliche menschenrecht auf freie meinungsäußerung im eigenen land verteidigen würden?

Da gibts nämlich reichlich zu tun. Ihr braucht nur die diskussionen um nadja drygalla in dieser community zu lesen. wo viel zu oft vergessen wird, dass unsere demokratie nicht durch die meinungsfreiheit von neonazis gefährdet wird. Noch nicht einmal durch ihre straftaten, die scheußlich genug sind und bei deren verfolgung unsere rechtsstaatlichen institutionen sich wahrlich nicht mit ruhm bekleckern. Die wirkliche gefahr kommt aus der mitte, aus all den vielen ministerien, deren beamte aufs GG geschworen haben, die aber gleichwohl volksvermögen an banken und großkonzerne verschleudern, waffenhändler decken oder scheibchenweise einen überwachungsstaat installieren.... ich erinnere nur an den neuen perso, die lebenslange steuernummer, die elektronische gesundheitskarte, autobahnüberwachung per toll collect, den eher staatsgefährdenden als staatsschützenden verfassungsschutz usw.usw.

sich dagegen zu wehren, da könnte auch hier in deutschland eine identitätsverbergende maske nicht nur show, sondern schon mal überlebenswichtig sein - fragt die aktivisten von attac, occupy oder anonymus.

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