Alexander Sängerlaub
18.05.2017 | 14:12 5

In einem Land aus unserer Zeit

Überwachung Was wäre, wenn in einem großen uns bekannten Land ein orangefarbener Präsident an die Macht kommen würde, der mithilfe seiner Geheimdienste die Demokratie abschafft?

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Kater Demos

In einem Land aus unserer Zeit

"Make Umerica great again" – Dagobert Ice, der Präsident der Unmöglichen Staaten von Amerika

Illustration: Marc Heinrich/Kater Demos

Alle in diesem Text geschilderten Handlungen und Personen sind nur bedingt frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind daher nicht zufällig und total beabsichtigt.

Es ist 7:30 Uhr. Dein Wecker klingelt. „Alexa stopp!“, rufst Du diesem 24 Zentimeter hohen, schwarzen Zylinder zu, welcher seit neuestem in Deinem Zimmer steht. Diese Siri in der Plastikdose nennt sich Amazon Echo und hört auf den Namen Alexa. Von ihr kannst Du Dir nicht nur Musik vorspielen, einen Witz erzählen oder einen Wecker stellen, sondern auch Dein ganzes Zuhause, Dein sogenanntes Smart Home, steuern lassen. Alexa hört Dir dabei die ganze Zeit zu, denn sie wartet darauf, dass Du ihren Namen (ihr Buzzword) sagst, damit sie für Dich Dinge erledigen kann. Doch keine Angst, nur die Dinge, die Du mit ihr besprichst, werden auf die Server von Amazon weitergeleitet.

Draußen scheint die Sonne, Vöglein zwitschern. Es ist Frühling. Wie schön. Nach dem Aufstehen lässt Du mit Hilfe von Alexa die Rollläden herunter, nicht dass die Nachbarn Dir noch in die Wohnung schauen. Du willst schließlich Privatsphäre. Doch für das Erkennen von Doppelmoral und die zynische Skurrilität des Alltags ist es für Dich um 7:30 Uhr noch etwas zu früh.

Präsident Ace hatte auch einen guten Morgen. Denn gerade eben hat er ein weiteres seiner Wahlkampfversprechen eingelöst und seine Kontrahentin, Vallery van Clanton, verhaften lassen. „Lock her up!“ riefen seine Anhänger begeistert im Wahlkampf und nach den ersten 100 Tagen im Amt ist klar: Ace hält, was er verspricht – zur großen Überraschung und Verwunderung von Presse und Weltöffentlichkeit gleichermaßen. Die Anklage gegen van Clanton lautet irgendwas mit Korruption und Beilhilfe zum Terrorismus; da wird sich schon was finden lassen, wenn man tief genug gräbt.

Nun trifft Ace mit seinem Nationalen Sicherheitsrat zusammen, einem Gremium höchster Integrität und Rechtsstaatlichkeit, welchem die Sicherheit der Bürger der USU am Herzen liegt – also früher einmal, bevor Lord Voldemort und Lady Sauron zu ständigen Mitgliedern ernannt wurden. Heute steht auf dem Programm, wie man mithilfe der Geheimdienste und Tech-Konzerne Terroristen und Systemkritiker, also Anhänger der gescheiterten Präsidentschaftskandidatin van Clanton, einfacher loswerden kann. Präsident Ace hat Lord Voldemort hierfür schon ein Dekret vorbereiten lassen, welches der Präsident am Nachmittag unterzeichnen soll.

Du machst Dir einen Kaffee, beziehungsweise lässt Dir von Alexa einen Kaffee zubereiten, denn auch die Kaffeemaschine ist vernetzt und Teil deines Smart Homes. Alles was Du noch machen musst, ist die Tasse mit dem frischgebrühten Kaffee in die Hand zu nehmen und dabei zwei Fingerabdrücke von Daumen und Zeigefinger auf dieser zu hinterlassen. Die gleichen Fingerabdrücke liegen auch den 18 Staaten vor, in die Du in Deinem bisherigen Leben mit Deinem elektronischen Reisepass gereist bist. Unter diesen 18 Staaten sind übrigens nur neun wirkliche Demokratien. Das könnte an anderer Stelle noch einmal wichtig werden, das ist Dir nur gerade noch nicht klar.

Du checkst Deine E-Mails. Die vielen komischen Spam-Mails von der Lotterie in Morakka, die Du angeblich gewonnen hast, löschst Du. Die Geheimdienste wissen dennoch von diesen und den anderen Mails, denn genau solche Daten werden mittels Selektoren-Listen überprüft und in einigen Ländern bis zu einem halben Jahr gespeichert. Wie? Das geht ganz einfach: Die Geheimdienste zapfen hierfür Tiefseekabel an, denn Dein Mailprovider sitzt auf der anderen Seite des Ozeans. Diese Selektoren sind wiederum Metadaten wie zum Beispiel einzelne E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Keywords, URLs, oder Geokoordinaten. Treffen zu viele Selektoren zusammen, gerät man ins Visier der Behörden und diese schauen sich Deine Nachrichtenverläufe dann genauer an. Sicher ist sicher. Zum Beispiel: Wenn sich zu viele E-Mails aus Morakka mit zu vielen verdächtigen Keywords in Deinen Mails befinden. Dabei sprichst du ja nicht einmal die Sprache.

Dein bester Freund und Mitbewohner kommt zur Küche hinein und macht sich ebenfalls einen Kaffee. „Hast du schon gehört?“, fragt er Dich, während er sich einen Schluck Milch dazu gießt, „Vallery van Clanton ist heute Morgen verhaftet worden. Da müssen wir doch was dagegen tun! Heute Abend soll es spontane, landesweite Demos geben. Kommst Du mit?“ Als Anhänger der Demokratie, für den die Wahl von Dagobert Ace, einem Soap-Darsteller aus dem Fernsehen, die Versinnbildlichung eines Worst-Case-Szenarios ist, sagst Du natürlich: „Ja!“

„Operation Röstaroma ist in vollem Gange.“, zischt Lord Voldemort vergnüglich und schaut vielsagend zu Präsident Ace. „Tremendous!“, entgegnet der Präsident begeistert. Die Regierung arbeitet schon lange mit den großen Internet- und Technologiefirmen zusammen, um die Überwachungsmaßnahmen massiv auszuweiten. Die Internetfirmen wurden mithilfe großer Summen zur Kooperation überredet und mit der Ankündigung verschiedentlicher Gesetze zu ihren Ungunsten auch noch ein bisschen bedroht. Das gibt natürlich niemand nach außen hin freiwillig zu. Erst die Erkenntnisse, die der Whisteblower Eduard Rainden veröffentlicht hat, bestätigten die Vermutungen von Presse und Experten – viel passiert ist jedoch nicht.

Doch die Internetfirmen machen es der Regierung nicht einfach, schließlich fürchten sie auch um ihren eigenen Ruf, wenn das Ausmaß der Zusammenarbeit mit den Behörden bekannt wird. Daher heckte Lord Voldemort einen raffinierten Plan aus, den der Präsident Ace begeistert „Operation Röstaroma“ getauft hat. Die Idee war so einfach wie krude: Um sich von den störrischen Konzernen nicht mehr auf der Nase herumtanzen zu lassen und unabhängig agieren zu können, hat der Auslandsgeheimdienst zusammen mit der Regierung eine Scheinfirma gegründet, mit der sie ein Alltagsprodukt entwickelten das mit eingebautem Mikrofon und Chip selbst zum Überwacher schlechthin wird – eine Art trojanisches Pferd für jeden Haushalt. Eines, das jeder Umerikaner im Hause hat: Die Smart Sauron 2020, eine simple Kaffeemaschine. Zugegeben: Sie ist schön designt, der Renner auf dem Markt und dazu noch Bluetooth- und W-LAN-fähig – außerdem in gleich sechs verschiedenen Farben erhältlich. Zudem wird sie in zahlreichen landesweiten Werbespots raffiniert von der Tochter des Präsidenten mit dem Slogan beworben: „Make coffee great again!“.

Du verlässt das Haus, kaufst Dir eine Zeitung am Kiosk und steigst in die U-Bahn. Nicht nur vor dem Kiosk hängt eine öffentliche Kamera, der gesamte U-Bahnhof inklusive Bahnsteig wird überwacht. Inzwischen können Menschen auf diesen Videoaufnahmen dank Gesichtserkennungssoftware problemlos identifiziert werden, vor allem, wenn man so verdächtig wie Du, gleich zwei Mal in die gleiche Kamera guckt. Da wird die biometrische, durch Algorithmen gesteuerte Verhaltensanalyse nämlich neugierig. „Das lag an der Taube, die auf dem Bahnsteig auf der Kamera saß“, wirst Du später sagen. Genau davon gab es aber leider keine Kamera-Aufnahme. Schade.

Währenddessen meldet Deine mit dem Internet vernetzte Kaffeemaschine übrigens Deinen Kaffeekonsum an Deine Krankenkasse. Du wirst in der nächsten Woche die dritte Tariferhöhung binnen sechs Monaten bekommen. Da hättest du mal besser die 200-seitige Datenschutzvereinbarung vorher lesen sollen, selber schuld.

Apropos, die Kaffeemaschine hat zudem einen Produktionsfehler und kann nicht unterscheiden wer wie viel Kaffee bei Euch in der Wohnung trinkt. Sie sendet den Kaffeekonsum Deiner drei Mitbewohner auch gleich als Deinen eigenen an Deine Krankenversicherung mit. Die Tariferhöhung geschieht hier komplett automatisch – schlecht programmierte Algorithmen haben bei Deiner Krankenkasse schon längst einen Großteil der Mitarbeiter aus Fleisch und Blut überflüssig gemacht. Die einzig gute Nachricht an diesem Tag wird sein, dass Du von dieser Krankenkassen-Tariferhöhung nichts mehr mitbekommst.

Eingebetteter MedieninhaltUnsere Reise führt uns heute in die Unmöglichen Staaten von Umerica (kurz USU), einem völlig fiktiven Staat, in dem sich gerade die Demokratie selbst abschafft. In diesem regiert, noch nicht allzu lange, ein latent wahnsinniger, autokratischer Präsident namens Dagobert Ace – vom Volk gewählt: Ein Mann ohne moralischen Kompass, ohne großes Verständnis für die demokratischen Grundwerte und Errungenschaften seines fast 250 Jahre alten Landes und mit erstaunlich kleinen Händen. Ihm zur Seite steht nicht nur ein Beraterstab, dessen Wurzeln bis tief hinein in die faschistischen Bewegungen des Landes reichen, sondern auch die wohl mächtigsten Inlands- und Auslandsgeheimdienste der Welt.

Präsident Ace sitzt in seinem Büro und schlürft eine große Tasse Kaffee. Sein Sicherheitsberater, Lord Voldemort, sitzt auf dem Sofa links vom Schreibtisch des Präsidenten, seine Beraterin ohne Geschäftsbereich und Wahlkampfmanagerin Lady Sauron auf dem Sofa rechts. Sie sind gut gelaunt und nutzen die kurze Kaffeepause für einen angeregten Plausch.

„Kaum zu glauben wie einfach doch letztlich alles gelaufen ist“, zischt Lord Voldemort vergnüglich. „Amazing!“, freut sich der Präsident. „Dass uns die vorhergehenden Regierungen den Weg dafür freigemacht haben, müssten wir ihnen eigentlich noch einmal danken. Vor allem dem ehemaligen texanischen Präsident Strauch ist mit dem Patriot Act ein genialer Coup gelungen. Davon profitieren wir noch Jahrzehnte.“, ergänzt Lady Sauron.

„Und das alles ganz einfach im Namen des Kampfes für den Terrorismus“, fügt Lord Voldemort hinzu. „Huch, ich meine natürlich im Kampf gegen den Terrorismus.“ Alle drei lachen laut auf.„Das Framing ist aber auch einfach zu perfekt. Denn wir machen das ja alles für den Erhalt der Demokratie“, kichert Lady Sauron.

„Great!“, fährt es Präsident Ace heraus. Er scheint, der Diskussion kaum folgen zu können und versucht auf seinem Smartphone parallel herauszufinden, was der Patriot Act eigentlich ist.

„Was das aber auch für ein wunderbarer Begriff ist – Demokratie!“, beginnt Lord Voldemort zu sinnieren und schaut an die Decke des Oval Office. „Er ist so dehnbar, so interpretierbar, wie Knete, aus der sich jeder das formen kann, was er möchte. Kann ich noch ein Stück Zucker haben, Verehrteste?“

Lady Sauron reicht ihm ein Stück Zucker aus der kleinen, elefantenförmigen Zuckerdose auf seiner Seite des Tisches, deren Keramik in den Farben der Flagge der USU bemalt ist. Sie bringt einen Toast aus: „Ein Hoch auf die Unmöglichen Staaten von Umerika!“

Du sitzt in der U-Bahn, plötzlich vibriert Dein Handy. Deine Schwester, die gerade ein Auslandssemester im Mittleren Osten verbringt, fragt Dich, ob Du ihr etwas Geld überweisen kannst. Sie hat Angst, dass Sie überfallen wird und daher nie mehr als 500 Dollar auf ihrem Konto. Manchmal, wenn sie knapp bei Kasse ist, schickst Du wieder etwas von Deinem Konto auf das Ihre. Über diese regelmäßigen Transaktionen auf Deinem Bankkonto sind die Behörden natürlich bestens informiert. Zumal das Land, in dem Deine Schwester gerade studiert, offiziell zur Achse des Bösen gehört. Dass Deine Schwester dort parallel ehrenamtlich in der Entwicklungshilfe tätig ist und mindestens genauso eine Anhängerin von Freiheit und Rechtsstaat wie Du, ist kein Grund für die Behörden bei Euch nicht genauer hinzuschauen.

Nachdem Du mit Deinem Smartphone Deiner Schwester Geld überwiesen hast, kommst Du endlich dazu, an Deinem Buch, George Orwells Science-Fiction-Roman 1984, weiterzulesen. Was für eine gruselige, traurige Welt, die der Autor da beschreibt. Gott sei Dank ist die Welt heute eine andere. Obwohl Du irgendwie schon beim Lesen gruselige Parallelen entdeckst – wie die alberne Diskussion um die Zahl der Besucher bei Dagobert Aces Amtseinführung. Laut dem Präsidenten waren es so viele wie noch nie, dabei gab es unbestreitbare Luftaufnahmen, die belegen, dass dem nicht so war. Oder wie das lächerliche Beharren Aces darin gipfelte, dass die Beraterin des Präsidenten meinte, den Mitarbeitern des Weißen Hauses hätten halt „alternative Fakten“ zur Verfügung gestanden. Übersetzt sind das „widerlegbar falsche Behauptungen“. Orwell nannte das Neusprech (engl. Newspeak), die fiktive Sprache zur Indoktrination der Bevölkerung. Für den Euphemismus alternative Fakten gibt es auch das passende Wort in Orwells Roman: Quaksprech (engl. Duckspeak), wenn man ohne Unterlass, wie eine Ente schnatternd, lügt und Unsinn erzählt.

Am Nachmittag versammeln sich im Westflügel des Weißen Hauses die Überreste der freien Presse. Präsident Ace will sich zur Verhaftung von van Clanton äußern; außerdem zu der Tatsache, dass zahlreiche Sympathisanten, Richter, Lehrer und Parteianhänger ebenfalls heute Morgen festgenommen wurden, da sie angeblich mit der Kontrahentin unter einer Decke stecken würden. Sogar einen Putsch hätten sie geplant. Die Anklage lautet demnach für alle: Beihilfe zum Terrorismus.

„Stimmt es, dass Sie heute über 9.000 Umerikaner verhaften lassen haben, die angeblich Mitverschwörer von van Clanton sind“, fragt die erste Journalistin in der Pressekonferenz aufgebracht. „Ach, Fake-News“, bügelt der Präsident die Frage ab und verzieht das Gesicht wie ein beleidigter Fünfjähriger.

„Wir haben hier bestätigte Aussagen von staatlichen Stellen, dass Sie Richter, Lehrer und sogar Vertreter der Demokratischen Partei verhaften lassen haben“, bohrt die Journalistin weiter nach und wedelt mit einem großen Stapel ausgedruckter Papiere. „Möchten Sie mich nicht lieber etwas zu meinem tippy-top Entwurf zur Erhöhung des Verteidigungsetats fragen?“

Die Journalistin lässt nicht locker: „Und stimmt es, dass Sie überall Geheimgefängnisse bauen lassen haben, in denen es keine rechtsstaatlichen Verfahren für die Verhafteten gibt – wie in Guantanamo?“

Der Präsident schaut hilfesuchend nach links und rechts und tritt schließlich vom Pult herab, um das Wort an Lord Voldemort weiterzugeben. Ihm selbst sind diese Fragen viel zu lästig. „I will grab them by the coffee!“, gackert er den Journalisten entgegen und verschwindet hinter der Bühne.

„Meine Damen und Herren, verehrte Journalisten“, beginnt Lord Voldemort mit seiner hohen, schlangenartig-zischenden Stimme den anwesenden Medienvertretern zuzusäuseln. „Der Krieg gegen den Terrorismus hat für den Präsidenten oberste Priorität. Jeder, der uns – also der Demokratie – in die Quere kommt, wird die volle Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen.“

„Haben Sie die Demokratie nicht längst schon abgeschafft“, fährt es aus einem anderen Journalisten wütend heraus. Lord Voldemort lächelt gütig und wählt seine Worte mit Bedacht: „Teile meiner Antworten würden Sie nur verunsichern.“

Am Abend, nach der Demonstration, kommst Du müde und erschöpft nach diesem langen, turbulenten Tag nach Hause. Als Du den Lichtschalter im Treppenhaus betätigst, wunderst Du Dich noch kurz, warum die Beleuchtung nicht funktioniert. Kurz darauf hast Du einen schwarzen Sack über dem Kopf und wirst mit Wucht zu Boden gedrückt. Jemand bindet Dir mit Kabelbinder die Hände hinter den Rücken und trägt Dich aus dem Treppenhaus hinaus. Dir kommt es vor, als ob Du in einen Transporter geworfen wirst. Deine Knie und Deine Arme scheinen zu bluten. Wo fahren sie nur mit Dir hin und vor allem: Warum?

Im Kopf läuft dein ganzer Tag noch einmal Revue: Dein Morgen mit Alexa, dein Gespräch über van Clanton und die Demo, die seltsamen E-Mails, deine Fingerabdrücke, die Kamera auf dem U-Bahnhof mit der gurrenden Taube, die Überweisung an deine Schwester – nur an diesem einen einzigen Tag hast auf Schritt und Tritt überall Daten hinterlassen, wo du dich bewegt hast. War irgendwas an diesen Aktionen falsch? Vielleicht ist es alles auch nur eine schreckliche Verwechslung? Du wirst es nie erfahren, denn seit Präsident Ace im Amt ist, ist Umerica kein Rechtsstaat mehr. Dir stehen kein Verfahren und kein Anwalt zu. Denn ab jetzt bist Du nur noch eines: Terrorist.

Der Text stammt aus der aktuellen Ausgabe Kater Demos zum Schwerpunkt "Überwachung". Die vierte Ausgabe des utopischen Politikmagazins kann unter startnext.com/kateriswatchingyou vorbestellt werden

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (5)

Alter Linker 19.05.2017 | 00:05

Gut geschrieben, obwohl der Plot ziemlich an den blonden Haaren herbeigezogen wurde, hehe.

"Was wäre, wenn in einem großen uns bekannten Land ein orangefarbener Präsident an die Macht kommen würde, der mithilfe seiner Geheimdienste die Demokratie abschafft?"

Viel, viel, viel wahrscheinlicher ist, dass die Geheimdienste den demokratisch gewählten Präsidenten "abschaffen". Es ist da in diesem Land nämlich nicht so, dass der Präsident einen Geheimdienst hätte, stattdessen haben die Geheimdienste einen Präsidenten.

luddisback 20.05.2017 | 09:51

ich habe das gern gelesen. mich stört lediglich, dass mr. orange oder wie der hieß wie der anfang vom ende dargestellt wird. wo er doch in wahrheit alle werkzeuge fertig entwickelt einfach übernehmen konnte. ergebnis einer entwicklung, die über mehrere präsidentschaften hinweg wuchern konnte wie demokratiekrebs. vielleicht, ich spekuliere, sind lord voldemort und lady sauron gar nicht präsident aces berater (die sind in wahrheit schlechte doubles); vielleicht sitzen voldemort und sauron im verborgenen, kontrollieren die siris und alexas, casten politiker und vor allem präsidenten in einem raum mit einer couch, entscheiden, wo die nächsten bomben fallen und sind natürlich anteilseigner aller medien und telefongesellschaften.