Einsam geht die Welt zugrunde

Einsamkeitsbarometer Jeder Dritte fühlt sich einsam, und seit der Corona-Pandemie sind auch Jüngere stark betroffen. Hilft die „Einsamkeitsstrategie“ des Familienministeriums? Kaum
Exklusiv für Abonnent:innen
Hunde kann man zählen, Einsamkeit nicht
Hunde kann man zählen, Einsamkeit nicht

Foto: Spencer Platt/Getty Images

Es gibt Demokratiebarometer, Glücksbarometer, Stimmungsbarometer, Inflationsbarometer, Beziehungsbarometer. Und nun halt auch Einsamkeitsbarometer. Klingt, wie jede scheinbar aufgeklärte „Dummheit des gesunden Menschenverstandes“ (Adorno), unangreifbar objektiv. Als wäre Einsamkeit messbar, dann korrigierbar, nach unten oder oben, man muss nur ein bisschen drehen, damit die Zahlen stimmen.

Aber welche Zahlen? Tragen sie nicht zur Verdinglichung und Entfremdung bei? Ist nicht die Fixierung aufs Messen und Zählen eine der Ursachen für Vereinsamung? Weil nicht der ganze Mensch, das Tier, der Baum, das Miteinander zählt, sondern Verwertbarkeit? Alles wird zur Ressource, wer keine Leistung bringt, zählt nicht, und wer nicht zählt, wird einsam.