Im Dorf dominiert nicht das Hellblau der AfD, sondern das Dunkelbraun ihrer Brüder

Brandenburg In der Prignitz scheinen Europa und die EU weit weg, die Kommunalwahlen umso näher. Auf manchem Dorf jedoch prägt nicht nur die AfD das Straßenbild – sondern der Dritte Weg. Ein Stimmungsbericht kurz vor dem rechten Beben
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Stadt und Land spaltet sich gern – hier entlang eines Wegweisers in Borkwalde, Brandenburg
Stadt und Land spaltet sich gern – hier entlang eines Wegweisers in Borkwalde, Brandenburg

Foto: Steinach/Imago

Wer aus Berlin rausfährt, zum Beispiel mit dem Fahrrad, darf die EU-Wahl fast vergessen. In den Dörfern der landschaftlich schönen Prignitz sind Plakate selten. Hängen doch welche, haben sie zweifelhafte Absender – bedrückende Ansichten bei berückender Aussicht. In Dörfern wie Lanz, Dergenthin oder Laaslich nahe der Elbe haben die Wölfe ihr Schafskleid ausgezogen, nicht die hellbraune AfD dominiert, sondern ihre dunkelbraunen Brüder. Hier, wo ein angebräuntes Schild eine „Moderne Pension“ verheißt; wo hinterm Glas der „Amtlichen Bekanntmachungen“ weißes Nichts gähnt und Kopfsteinpflaster unterm Po puckert, hier heißt es Bühne frei für den „Dritten Weg“: „Wir wolle