Alle unter einem Dach? Neue Lebensformen im Lande...

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Plötzlich neue Lebensformen?

Nein, das miteinander Leben mehrerer Generationen unter einem Dach wird seit zig Jahren in den verschiedensten Ländern und Kulturen praktiziert. Teils aus Glaubenssätzen, teils aus wirtschaftlicher Not teilen sich Familienmitglieder einen gemeinsamen Wohnbereich. Dabei werden neben sämtlichen Alltagsproblemen auch die sozialen Bedürfnisse abgedeckt. Familienzusammenhalt und Verständnis füreinander sind eine wesentliche Grundvoraussetzung für diese Art des Zusammenlebens. Hilfsbereitschaft und Fürsorge für die Kleinsten , die Ältesten sowie die kranken- und pflegebedürftigen Personen innerhalb einer solchen Großfamilie sind gewährleistet. In ländlichen Gebieten mag es sicherlich auch in unserem Lande diese Familienkonstellationen geben. In Gr0ßstädten erscheint mir dies eher undenkbar.

Immer häufiger ist in letzter Zeit vom sogenannten „Mehrgenerationenhaus“ die Rede. Nach dem Vorbild einer Eltern-Kind- Kindeskinder-Familie werden fremde Menschen verschiedener Altersstufen organisiert gesucht und geworben, die bereit sind und das Bedürfnis haben, sich wie eine Familie zusammen zu tun. Hier wird das menschliche Verlangen nach einem intakten Zusammenleben , das Miteinander und füreinander Dasein in eigens dafür hergerichteten Häusern gestillt. Der Vereinsamung nicht nur von älteren Mitbürgern kann so gezielt entgegengewirkt werden. Die Vorteile eines Mehrgenerationenhauses liegen auf der Hand: Sie sind zentrale Anlaufstellen für Menschen, die sich gegenseitig entlasten und unterstützen können, dabei soziale Kontakte pflegen und sich bei der Bewältigung der täglichen Herausforderungen zur Seite stehen.

Vor einiger Zeit hörte ich das erste Mal von einem solchen Projekt . Eine Bekannte berichtete mir von ihrem Freund, der ihrer Beschreibung nach ein Lebenskünstler sei und ein Haus wie das Mehrgenerationenhaus plante, allerdings in Portugal . Er suchte Menschen verschiedenen Alters, die sich in dieses Projekt mit einkaufen und einen Wohnanteil sichern wollten mit dem Ziel und Zweck, alle zusammen unter einem Dach wie eine Großfamilie zu leben. Sämtliche anfallenden Arbeiten wie z.B. Hausarbeit, Kochen, Kinderbetreuung, Altenpflege usw. würden untereinander abgesprochen und geregelt. Das Projekt lief seinerzeit gut an und auch uns gefiel die Idee gut.

Die Weitergabe eines gebündelten Erfahrungswissens und die Kompetenzen mehrerer Generationen sind zweifellos unbezahlbare Schätze. Rücksicht, Respekt, Toleranz und Verantwortung: ein soziales Potenzial, welches aus dem Zusammenspiel der Generationen erwachsen kann. Ein Projekt, dem man nur wünschen kann, dass die Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen aller Beteiligten, vor allem der Bewohner, erfüllt werden.

23:29 10.10.2010
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Geschrieben von

Katharina N.

Wenn du ein fremdes Land betrittst, frage, was dort verboten ist... -Konfuzius-
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