Eine Erwiderung...Was Freitag-Bloggern passieren kann

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Kürzlich war der Beitrag von Rolf Netzmann mit der provokanten Frage:

"Was Freitag Blogger mit Terroristen zu tun haben (könnten)?"

zu lesen. Im Wesentlichen ging es darum, dass eine junge Studentin unter Terrorverdacht im Jemen in Haft genommen wurde, weil ihre Telefonnummer im Absender auf dem Bombenpaket vor einigen Tagen, offensichtlich von den mutmaßlichen Terroristen, notiert war.

Weitere Fragen wurden aufgeworfen, u.a die Gefahr einer missbrauchten Identität, entnommen z.B. aus dem World Wide Web, und dass unbescholtene Bürger ins Visier der Sicherheitsbehörden gelangen können. Stimmt leider alles, heutzutage wird aus den verschiedensten Gründen öffentlich mit Daten, selbst in eigener Person, freizügig umgegangen. Geschieht tausendfach und genau deshalb hat sich auch eine gewisse Sorglosigkeit eingeschlichen.

Böse Überraschung

...die erlebte ich vor über zwanzig Jahren, als es noch kein Handy, selbst das WWW noch nicht gab. Ich geriet zwar nicht ins Visier der Sicherheitsbehörden und stand auch nicht unter Terrorverdacht, doch man bediente sich meiner Daten, weil sich eine andere Person schlicht und einfach schützen wollte.

Was war passiert?

Eine ältere Dame stürzte im öffentlichen BVG-Bus zu Boden, erlitt leichte Verletzungen, als der Busfahrer plötzlich und unerwartet scharf bremsen musste. Sie konnte sich nicht halten und stürzte. Für jeden Busfahrer bestimmt eine unangenehme Situation, die er sicherlich zu Protokoll geben muss und eine Begründung für sein Handeln parat haben sollte. Ein Schuldiger musste gefunden werden. Denn, laut Unfallbericht, schnitt ein rücksichtsloser Autofahrer den Bus und gab dem Busfahrer einen Grund für sein starkes Abbremsen.

Nun, der Busfahrer war clever und als er seine Strecke erneut abfuhr, fiel ihm wohl mein kleiner orangefarbener gestylter Käfer, den ich damals sehr liebte, auf. Er notierte sich mein Auto-Kennzeichen, und so flatterte mir eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung mit Fahrerflucht ins Haus. Eine gewaltige Anschuldigung, aus der man nicht so schnell rauskommt. Hätte ich damals nicht das Glück gehabt, einen guten Anwalt zu haben und meine Anwesenheit auf der Dienststelle anhand meines Steckprotokolls nachzuweisen, wäre ich wahrscheinlich nicht ungeschoren und straffrei davon gekommen.

Fazit

Es ist ein Leichtes, als unbescholtener Bürger ins Visier der Justiz oder gar der Sicherheitsbehörden zu gelangen. In meinem Fall war es mein Auto-Kennzeichen, welches für jeden sichtbar auf der Strasse zu lesen ist...

21:09 02.11.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Katharina N.

Wenn du ein fremdes Land betrittst, frage, was dort verboten ist... -Konfuzius-
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