Killer und Drogen - Interessantes von der ILB

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Minderheiten, Unterdrückung, Armut, Leid, Greueltaten, Verbrechen, organisiertes Verbrechen, Mord - die Welt ist schlecht und wir werden täglich zig Mal gemischt mit zahlreichen anderen Katastrophen aus Umwelt, Politik und Wirtschaft mit diesen Realitäten konfrontiert.

Im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin wurde ich beim Durchblättern des Programms auf einen Vortragsabend - abseits des Hauptveranstaltungsortes des Berliner Festspielhauses- aufmerksam. Mafiöse Verbrechen in Lateinamerika, hier explizit in Mexico, völlig unspektakulär, auf Rahmendarbietungen wie Musik oder Einspielungen von Filmsequenzen verzichtend, eindrucksvoll vorgetragen von der Ethnologin und Autorin Dr. Jeanette Erazo Heufelder.

Sie reiste nach langer Vorbereitungszeit und Knüpfen von Kontakten durch Mexico und hielt in literarischen Reportagen gesammelte Recherchen über die von der dortigen Mafia beherrschte Zone im Nordwesten des Landes fest. Dabei berichtet sie u.a. von ihren Gesprächen mit Menschen, die über die kriminellen Zustände der Region Auskunft gaben und angstvoll von ihren persönlichen Schicksalsschlägen durch das organisierte Verbrechen erzählten. Der Begriff "Frauenmorde" schockierte dabei ebenso wie die Schilderungen von Elend, Schmerz, Tod und Bedrohung. So habe fast jede Familie dort mindestens einen Verlust zu beklagen, auf Verbrechensbekämpfung hoffen die Menschen bisher vergeblich.

Der Abend wurde von einem Moderator des Ibero-Amerikanischen Instituts im Vortragssaal des Kunstgewerebemuseums einleitend und aufklärend begleitet. Die eindringlichen Textpassagen wurden von der Autorin gelesen; mit ruhiger Stimme zwar, doch schnell und einprägsam.

Ein insgesamt sehr informativer Abend, der mich äußerst nachdenklich, berührt und bedrückt zurück ließ - auch in der Erkenntnis, wie klein so manche Alltagsprobleme hierzulande sind.

14:29 17.09.2011
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Geschrieben von

Katharina N.

Wenn du ein fremdes Land betrittst, frage, was dort verboten ist... -Konfuzius-
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