Leben heißt auch irgendwann Sterben

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Die vergangene Woche trug einen Namen, jedenfalls hier in Berlin.

Berliner Hospizwoche 2011, unter der Schirmherrschaft von Franz Müntefering. Umfassend und informativ fanden zahlreiche Veranstaltungen sowie Fachvorträge zu einem Thema statt, welches nur schwer verdaulich ist. Sterbende Menschen auf den Tod vorzubereiten, sie und ihre Angehörigen bis zum Ende zu begleiten erfordert enorm viel Kraft und starke Nerven. Nicht jeder ist dafür geeignet diese schwere Aufgabe zu erfüllen; und doch gibt es bundesweit ca. 80.000 Menschen, die sich im Rahmen einer Bürgerbewegung ehrenamtlich aktiv dieser Aufgabe stellen.

Vor einigen Jahren hatte ich ein Gespräch mit einem Professor in einer sepearaten Station, am Rande des riesigen Klinikgeländes gelegen inmitten gepflegter Grünanlagen und altem Baumbestand. Ich stieg die Treppen zum dritten Stock hinauf und mein Weg führte mich durch eine Krankenstation zum anvisierten Sprechzimmer. Die Eindrücke auf diesem langen Flur irritierten mich, die Türen zu einigen Patientenzimmern standen offen und gaben bedrückende Einblicke preis. Erst auf dem Rückweg und nach Auskunft einer Schwester wurde mir bewusst, durch welche Station ich schritt.

"Das sind schwerstkranke Patienten, denen kann nicht mehr geholfen werden".

Kurz und knapp war die Antwort, die mich beschämt stehen ließ. Ich fühlte mich unwohl und war froh, diesen Ort wieder verlassen zu können.

Ich habe große Achtung vor den vielen Menschen, die Sterbende nicht allein lassen, die die Kraft und Stärke haben, den Abschied vom Leben ihrer Mitmenschen zu begleiten.

18:37 24.10.2011
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Geschrieben von

Katharina N.

Wenn du ein fremdes Land betrittst, frage, was dort verboten ist... -Konfuzius-
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