Mein schöner Sonntag...Lesung mit Hardy Krüger

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Heute gönnte ich mir ein besonderes Vergnügen. Mein Weg führte mich ins Steglitzer Schlossparktheater, dessen Geschichte bis in das Jahr 1804 zurück reicht. Dieses im klassizisistischen Stil errichtete Haus brachte schon Künstler wie Hildegard Knef, Klaus Kinski und Martin Held auf die Bühne.

Doch heute gab sich kein anderer als Hardy Krüger die Ehre. Eine Lesung aus seinem neuen Buch „Tango Africano“ stand auf dem Programm.

Kurz vor 16.00 Uhr, die letzten Gäste nahmen ihre Plätze ein. Das Theater war restlos ausverkauft, denn Hardy Krüger las nur heute im Rahmen einer Sonderveranstaltung in Berlin. Die Vorstellung begann, Hardy Krüger betrat mit seiner charismatischen Ausstrahlung die Bühne. Wir als Publikum begrüßten den berühmten Schauspieler und erfolgreichen Autor respektvoll mit langanhaltendem Beifall. Dann endlich erklang seine Stimme und er erzählte uns Amüsantes aus seinen vorherigen Lesungen. Weich und angenehm klingt seine Stimme und das unverwechselbare Timbre seiner Stimme, welches mir seit meiner Jugendzeit in Erinnerung ist, drang in meine Ohren.

In seiner Geschichte „Tango Africano“ geht es um eine späte Liebe, tief und leidenschaftlich. Die Schauplätze der Erzählung wechseln zwischen Berlin und den weiten Ländern Afrikas.

Hardy Krüger schaffte es, seine Zuhörer gekonnt in den Bann zu ziehen. Teils lustig, teils amüsant und gefühlvoll, aber zwischendurch auch ein wenig ernst ließ er uns an der Begegnung zwischen einer reiferen Frau und einem älteren Mann teil haben. Er erzählte von einem Vagabunden, wie er ihn nennt, der mit seinem Flugzeug ein abenteuerliches Leben führte und nun zum ersten Mal wirklich liebt.

Mit schicksalhafter Neugier wurden wir in die Pause geschickt.

Nach der Pause wurde es spannend. Hardy Krüger schilderte gefährliche Ereignisse, die der fliegende Vagabund auf dem Flug zu seiner Liebsten Richtung Afrika zu überwinden hat und beinah die Liebenden auseinander gerissen hätten.

Viel zu schnell verging der Nachmittag. Der 1928 geborene Schauspieler und Autor ließ uns die Zeit vergessen, verzauberte uns und nahm uns mit in die Welt des „Tango Africano“. Eine großartige Leistung, zwei Stunden zu lesen, dabei Bilder und Gefühle entstehen zu lassen.

Er verabschiedete sich nach langem Beifall bewegt von seinem Publikum und lud ein, noch im Anschluss zu ihm zu kommen und Bücher signieren zu lassen. Auch ich wartete nach der Vorstellung noch, um den großartigen Künstler um eine Unterschrift auf meiner Eintrittskarte zu bitten und reihte mich dabei in die Menge der Verehrer ein. Er ließ sich Zeit, plauderte mit allen Fans ein wenig, trank dabei verdientermaßen ein Bier und signierte Bücher, Bilder, Fotos und Eintrittskarten. Als er mir meine Karte zurück gab, sagte ich ihm vielen Dank für die wunderbare Lesung. Er sah mich sekundenlang mit seinen blauen Augen lächelnd an und erwiderte meinen Dank.

22:25 24.10.2010
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Geschrieben von

Katharina N.

Wenn du ein fremdes Land betrittst, frage, was dort verboten ist... -Konfuzius-
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