RE: Erschwerte Geburt | 16.04.2019 | 23:42

Lieber Lethe, ich fand die weiblichen Beiträge hier gar nicht negativ, wir sollten im Dialog bleiben

RE: Erschwerte Geburt | 15.04.2019 | 23:40

Liebe Diskutierende, ich finde interessant, dass nur Männer und Väter hier sprechen...? Nichtsdestotrotz lese ich bei jedem Standpunkt Gutes und Richtiges, vielen Dank.

RE: Achtsamkeit ist doof? Ist mir grad egal | 15.04.2019 | 23:26

Den Film kenne ich, eine schöne Komödie mit Tiefgrund, es gibt einen ähnlichen Film mit Ursina Lardi (?) und David Striesow ... unbedingt schauen ! Improvisation...? Nein! Eher Anleitung zur Initialzündung : erkennen was wirklich wichtig ist ...? 😀

RE: Achtsamkeit ist doof? Ist mir grad egal | 15.04.2019 | 23:23

Lieber Lethe, das haben Sie sehr klug gesagt, „Spiritualität“ ist tatsächlich ein Platzhalter für alles, was ich nicht in Worte fassen kann, mir aber fehlt, ohne dass ich pragmatisch sagen könnte, was das ist. Anspruchslos zu sein, auch das ist irgendwie spirituell, zum Beispiel, mit sich im Reinen, ...

RE: Das ist keine rein private Frage | 12.04.2019 | 16:48

Lieber luddisbeck, vielen Dank, nett von Ihnen! Noch ein Satz: über die Auswüchse spreche ich ja auch in meinem Text, (welcher politischer Couleur die sind, das würde ich offen lassen). Andersrum: entscheiden sich nicht auch 30 Prozent für das Kind? Und: ich bin ja ganz bei Ihnen: eine Debatte muss es geben, nur eine Dämonisierung wird nichts bringen. Der Radiobeitrag ist übrigens auch veschriftlicht ;-) liebe Grüße, frohe Ostern! Katharina Schmitz

RE: Erschwerte Geburt | 12.04.2019 | 12:51

ich glaube, ohne ein bisschen mehr Selbstbewusstsein geht es nicht. Auch nicht für Menschen mit schwerer Behinderung. Die übrigens vor allem für sich selbst sprechen sollten, sie versetzen sich da in die Lage von Minderheiten, welche aber naturgemäß aus Individuen bestehen. Womöglich findet sie jede Menge Menschen mit Behinderung, die sich dadurch nicht diskriminiert fühlen, die das durchaus auseinander halten wollen, die auch keinesfalls wollen, dass das Eine mit dem anderen vermischt wird.

RE: Das ist keine rein private Frage | 12.04.2019 | 12:30

Lieber Luddisback, ich weiß eben nicht, ob es ein Dammbruch ist, wie sie sagen. Eine breite Debatte ist aber trotzdem notwendig, möglichst nicht so verlogen, wie das oft geschieht. Stichwort auch Sterbehilfe. Hier bitte erst von Politikern moralische Hinweise, wenn die Palliativmedizin ohne Wenn und Aber keine Luxusnische ist. Aber zurück zum Anfang des Lebens: Es gibt die Pränataldiagnostik ja nicht erst seit gestern, sondern seit den 70ern. Und wenn sie schlimmste Erbkrankheiten so frühzeitig erkennen, ist das wirklich so fatal? Eine normale Schwangerenvorsorge umfasst ein solides Basisprogramm. Bei Risikogruppen oder genetischer Vorbelastung kann man genauer hinsehen. Und da man es kann, muss man es auch tun können und darf Wissen nicht vorenthalten, meine Meinung. Ich glaube, wenn man wirklich mal Mäuschen spielen dürfte, würde man sehr empathischen und aufgeklärten Gesprächen lauschen. Gute Gespräche führen ja gerade dazu, dass man die Entscheidung nicht als Bürde empfindet, nennen Sie es Seelsorge oder Psychotherapie. Natürlich ist die Entscheidung nicht wirklich frei, wie kann sie das sein? Natürlich muss auch über die Chancen und Grenzen von Reproduktionsmedizin gesprochen werden, weil sie die Pränataldiagnostik auch betrifft. Aber warum muss ich mich bewusst für ein behindertes Kind entscheiden? Weil Gott mir das auferlegt? Ich bin sehr froh, dass ich mich von dieser Art Denken nach Jahren der katholischen Sozialisation verabschiedet habe. Was ist daran links, andere zu bevormunden? Ist es böse zu wissen, selbst wenn der Staat viel Unterstützung böte, ich würde es nicht schaffen? Was ich schlimm fände, wenn Andere, die den vermeintlich ethischeren, moralischeren Durchblick haben von einer Perspektive herabschauen, Wissen bunkern und die zusätzlich davon ausgehen, dass Eltern je mehr Information sie haben, sich umso mehr destruktiv gegen jeglichste Abweichungen von der Norm entscheiden. Moralapostelei ist nicht links. Das ist wie die Sache mit dem Wasser und dem Wein. Wenn man der Medizinethikerin im Gespräch folgt, kann Beratung umgekehrt dazu führen, dass man sich angstfreier einlassen kann. Sie plädiert für eine ergebnisoffene Beratung in Fällen, wo eine schwere Beeinträchtigung oder Auffälligkeiten diagnostiziert wurden. Die Kirchen haben ja diese Art offeneer Schwangerenberatung ja abgelehnt. Das ist nicht gut.

RE: Das ist keine rein private Frage | 12.04.2019 | 10:05

Hier ist ein sehr interessantes Interview mit der Medizinethikerin Claudia Wiesemann dazu: https://www.deutschlandfunkkultur.de/praenataldiagnostik-das-dilemma-der-vorgeburtlichen.990.de.html?dram:article_id=433425

RE: Das ist keine rein private Frage | 12.04.2019 | 09:48

Lieber luddisback, ich finde, das Eine hat mit dem Anderen nur bedingt zu tun. Dass zu wenig getan wird für Eltern, die ein schwer behindertes Kind betreuen und viel zu wenig für Inklusion in der Gesellschaft hat für mein Empfinden nichts damit zu tun, es ist eine vorgeschobene Diskussion. Es ist ganz bestimmt eine der schwersten Entscheidungen, die Eltern zu treffen haben, aber Eltern, in dem Fall muss ich Müttern noch ein bisschen mehr Entscheidungsgewalt einräumen, weil sie das werdende Kind in ihrem Körper tragen, müssen entscheiden können, ob sie die mentalen Ressourcen dafür haben, im Zweifel ihr Leben komplett nach einem Kind und seinen medizinischen Bedürfnissen auszurichten, oft sind die Aussicht jahrelange Operationen etc, im Zweifel in eine andere Stadt zu ziehen, weil die medizinische Versorgung dort besser ist, im Zweifel den Job aufzugeben et cetera. Partnerschaften gehen dabei zugrunde und und und. Das ist keine hässliche Kosten-/Nutzen-Entscheidung , es soll auch kein Horrorszenario aufgebaut werden, weil: natürlich ist das Leben mit einem beeinträchtigten Kind lebenswert und bereichernd und die meisten lieben ihre Kinder abgöttisch, egal wie sie sind. Gott sei Dank. Da kann die Medizin machen, was sie willen, Kindesliebe ist Natur. Ich habe einen Freund, dessen größte Sorge ist, dass er vor seinem Kind stirbt, stellen Sie sich das vor. Aber all das geht an die psychische Substanz und ich beneide wirklich niemanden, der solche Sorgen hat, bzw. eine Entscheidung für die Zukunft treffen muss, die nie vollkommen moralisch entlastet, weil man ja über diese Zukunft natürlich auch nicht alles weiß. Aber, was ich wirklich niemanden zumuten will, ist die moralische Pflicht, etwas zu tun, damit sich die Gesellschaft besser fühlt, ohne etwas dafür zu tun.

RE: Das ist keine rein private Frage | 12.04.2019 | 08:29

ich weiß jetzt nicht genau, was Euthanasie mit dem Thema zu tun hat. Diese Analogie wird gerne hergestellt, ein wenig perfide, wenn Sie mich fragen. Und von den Kirchen kenne ich aus der Nazi-Zeit jetzt nicht so viele ruhmreiche Geschichten.