Die Rache der Kleinanleger

Börse Durch die Absprachen im Fall GameStop haben Anleger in den letzten Wochen die Aufmerksamkeit auf sich gezogen und für Aufruhr gesorgt.
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Dabei soll eine stärkere Regulierung des Aktienhandels erreicht werden. Die Wirtschaft muss für alle funktionieren, nicht nur für Menschen an der Wall Street. Es besteht schon lange ein Ungleichgewicht zwischen Kleinanlegern und etablierten Investoren. Das soll sich nun ändern.

In den Vereinigten Staaten von Amerika haben Kleinanleger den Kurs der Handelskette GameStop massiv in die Höhe getrieben. Erreicht wurde dies durch gezielte Absprachen in diversen Onlineplattformen. Mehrere Hobbyaktionäre haben sich zusammengeschlossen um etablierten Investoren einen Strich durch die Rechnung zu machen. Bereits im Jahre 2011 gab es in New York monatelang Proteste gegen den hemmungslosen Finanzkapitalismus.

Aber was erreichen die Anleger mit ihrem Verhalten im Fall GameStop? Bisher konnte nicht vollständig geklärt werden, ob es legal ist einfach einen bestimmten Wert festzulegen und diesen dann zu erwerben. Doch so schnell wird diese Frage nicht beantwortet werden können. Dass Kleinanleger zusammenarbeiten und sich untereinander austauschen ist etwas vollkommen Neues was es in dieser Form bisher noch nicht gab.

Wie die rechtliche Seite in diesem Fall aussieht muss abschließend durch ein Gericht noch geklärt werden. Absprachen zwischen großen institutionellen Anlegern sind zum Beispiel nicht gestattet. Nach europäischem Recht muss allen anderen Aktionären ein Angebot unterbreitet werden. Aber im Fall GameStop handelt es ich nicht um heimliche Absprachen, denn die Kommunikation der Anleger war öffentlich.

Der Onlinebroker Robinhood wird stark kritisiert. Die Plattform hat Käufer der hoch gehandelten Aktie GameStop einfach gesperrt. Durch diese Aktion geriet der Broker unter Verdacht, Großinvestoren gegenüber Kleinanlegern zu bevorzugen. Zusätzlich schränkte Robinhood den Handel von Wertpapieren ein, die überwiegend von Spekulanten gehandelt werden. Laut Aussage des Geschäftsführers von Robinhood seien dies Maßnahmen zum Schutz der Kunden und des Unternehmens selbst.

Die School of Finance steht dieser Entscheidung allerdings kritisch gegenüber. Denn im Fall GameStop wurden die Kunden systematisch ausgeschlossen. Diese Entscheidung sollte jedoch von der behördlichen Aufsicht und nicht von einem privaten Unternehmen getroffen werden. Denn etwas Außergewöhnliches am Markt kann immer mal wieder vorkommen. Jedoch sollte den Teilnehmern dann etwas Zeit zum Verarbeiten eingeräumt werden.

Das Verhalten von Robinhood wird sogar als inakzeptabel angesehen. Die Forderungen nach einer stärkeren Regulierung am Markt werden dadurch lauter. Auch aus Deutschland kommt Kritik und die Forderung, private Anleger nicht vom Handel auszuschließen.

Mit ihrer Aktion haben Kleinanleger die Praxis von Leerverkäufen zunichte gemacht. Investoren setzen dabei auf fallende Kurse von schwächeren Unternehmen. Aktien von anderen Anlegern werden geliehen und diese dann zu einem späteren Zeitpunkt zurückgegeben. Es wird darauf spekuliert, dass der Kurs der Aktien fällt und dann billiger zurück gekauft werden kann. Für Investoren ist dann die Differenz zwischen gestiegenem Verkaufspreis und diesem Kurs der Gewinn.

08:29 08.02.2021
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Geschrieben von

Katharina Sophie Hübener

Befinde mich im vorletzten Semester BWL, interessiere mich und schreibe leidenschaftlich zu gesellschaft-wirtschaftlichen Themen.
Katharina Sophie Hübener

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