Konkurrenz für Taximonopol im Fokus

Wirtschaftswettbewerb Warum die deutsche Politik mittels neuen fairen Gesetzen Platz für Wettbewerb in der Taxibranche schaffen sollte, welcher letztendlich dem auch dem Verbraucher nutzt.
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In letzter Zeit kam es vermehrt zu Protesten deutscher Taxifahrer gegen das Unternehmen Uber. Dafür gibt es gewiss auch berechtigte Gründe, wie z. B. Ubers durchaus unsoziales Geschäftsmodell, jedoch hatten die Taxifahrer bis jetzt immer eine gewisse Monopolstellung auf dem deutschen Markt und gerade dies gilt es doch eigentlich seitens der Politik mit fairen Regelungen zu unterbinden.

Unter den Regularien in Deutschland gibt es eines sicher nicht: Den Anspruch auf eine Monopolstellung und das daraus resultierende Ausbleiben eines gesunden Wettbewerbs. Doch es scheint es ist genau das, was sich deutsche Taxifahrer wünschen. Allerdings müssen auch sie sich damit abfinden, dass die Wettbewerbsgleichheit in allen Bereichen gelten sollte. Es ist längst überfällig, die Regeln zur Personenbeförderung so zu ändern, dass auch andere Mobilitätsdienste eine faire Chance auf dem Markt haben.

Das heißt nicht, dass es überhaupt keine Bestimmungen mehr geben sollte und sicher gibt es bei Uber auch viel Kritik auszuüben. Dass die scheinselbstständigen Fahrer ohne Überprüfung oder Ausbildung für ein viel zu geringes Gehalt ihre Gäste von A nach B bringen ist sicher nicht in Ordnung, an dieser Stelle besteht durchaus Verbesserungsbedarf. Wie jeder Arbeitnehmer, sollten die Fahrer bei Uber das Recht haben auf bezahlten Urlaub, Gehalt während einer Krankheitsphase und generell einer Beteiligung des Konzerns an den Sozialversicherungen des Arbeitnehmers. Ein Taxibetrieb unterliegt im Gegensatz dazu einer Vielzahl gesetzlicher Regularien, angefangen von Versicherungen und gesondert definierten Rechten des Taxifahrgastes, bis zu genauen Bestimmungen zu Arbeitszeiten und den Kranken- und Sozialversicherungen.

Aber nichtsdestotrotz ist ein Gesetz, das den Fahrern von Uber und anderen Mobilitätsdiensten vorschreibt, nach jeder einzelnen Fahrt ohne Fahrgast zurück zur Zentrale zu fahren, nun wirklich vollkommener Unsinn.

Auch schwer nachzuvollziehen ist zudem die Regel, nach der es unterschiedlichen Fahrgastparteien mit gleichem Ziel oder zumindest ähnlicher Strecke untersagt ist, sich ein Auto zu teilen. Schließlich sollte doch gerade das ein Ziel der aktuellen Politik sein. Genau hier liegt das Potenzial, welches nun einmal unter anderem auch durch die Digitalisierung entstanden ist, den Menschen Möglichkeiten aufzuzeigen, sich umweltfreundlicher in der Stadt zu bewegen.

Die Politik nimmt sich hiermit die Chance etwas zur Luftreinhaltung in den Städten beizutragen, was nicht ohne schärfere Grenzwerte oder über Fahrverbot geht. Nein, hingegen fahren leere Autos durch die Stadt, obwohl die Möglichkeit gegeben wäre, sie über das Smartphone direkt zum nächsten Kunden zu führen.

Es steht ja überhaupt nicht zur Debatte, dass alle Gesetze und Bestimmungen zum Thema Personenbeförderung abgeschafft werden sollen. Aber es ist die längst hinfällige Aufgabe der Politik Unternehmen wie Uber und Co. mit klugen Regeln im Zaum zu halten und gleichzeitig den Weg ebnen, den Taxis ihre Monopolstellung zu entziehen und so Raum für einen gesunden Wettbewerb zu schaffen.

19:13 10.09.2019
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Geschrieben von

Katharina Sophie Hübener

Befinde mich im vorletzten Semester BWL, interessiere mich und schreibe leidenschaftlich zu gesellschaft-wirtschaftlichen Themen.
Katharina Sophie Hübener

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