Nur Teilbereiche profitieren

Onlinehandel Trotz Schließung von Läden profitieren nur gewisse Branchen im Onlinehandel.
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Obwohl viele glauben, dass der Onlinehandel zur Zeit boomen muss, ist es in der Realität ganz anders. Die meisten Branchen im Onlinehandel mussten seit der Coronapandemie Verluste einstecken, obwohl die Fachmärkte und kleinen einzelnen Läden über mehrere Monate geschlossen waren, beziehungsweise immer noch sind. Zu erklären ist dies, durch die Unsicherheit der Menschen, die in weniger Kaufkraft resultiert.

Die Innenstädte waren über längere Zeit leer, Fachläden waren geschlossen oder konnten nur mit Terminen besucht werden und dadurch waren viele Produkte nur noch Online erhältlich. Trotzdem erbrachte der Onlinehandel in vielen dieser Branchen keine Gewinne. Die einzigen Bereiche, die seit der Krise einen Gewinn erbracht haben, sind die Branchen: Lebensmittel, Hygieneartikel, Baumaterialien und Medikamente. Zudem verzeichnen einige Dienstleistungsbereiche wie beispielsweise dem Online Marketing zweistellige Zuwachsraten. Viele konventionelle Läden sind gezwungen den Onlinebereich auszubauen, was wiederum Experten für Onlineshops und Marketing auf den Plan ruft (mehr zum Thema in diesem Video). Sinn macht der Wachstum in diesen Bereichen schon, da viele zur Zeit gefangen in ihrem zu Hause sind, kleinere Bauprojekte anfangen, Hygiene momentan eine größere Rolle denn je spielt und Gesundheit eine sehr große Rolle spielt.

Die Modebranche muss extreme Rückgänge verzeichnen und erzielte einen Verlust von über 30% im Umsatz im Vergleich zu der Zeit vor der Krise. Eine weitere Branche, die eher unerwartet am kürzeren Hebel steht, ist Elektronik. Obwohl sich zur Zeit mehr Menschen im Home Office befinden als jemals zuvor, werden im Vergleich zur Zeit vor Corona ungefähr 20% weniger Elektroartikel verkauft. Der Bedarf nach Bürozubehör ist ebenfalls gesunken.

Der Rückgang ist anhand der verringerten Kaufkraft zurückzuverfolgen und der Unsicherheit der Menschen. Sobald Menschen unsicher sind, wie ihre berufliche und gesundheitliche Zukunft weiter verlaufen wird, entstehen Probleme in der Wirtschaft, da die Menschen ihr Geld nur noch für essentielle Sachen (Lebensmittel, Medizin) ausgeben. Der absolute Verlierer der Pandemie ist die Reise- und Tourismusbranche. Die Branche muss einen Verlust von über 80% einstecken und hat erst wieder Chancen zu boomen, sobald die Pandemie unter Kontrolle ist.

Digitalisierung in Deutschland war schon immer ein Problem und jetzt ist auffallender denn je. Die meisten Onlinehändler haben einen minderwertigen Shop, beziehungsweise sind nicht attraktiv und seriös genug, damit Menschen diesen nutzen.Außerdem besteht ein Misstrauen der Bevölkerung gegenüber dem Kauf im Internet, da sie oft Sorgen haben, dass ihre persönlichen Daten gestohlen werden, die Produkte nicht oder beschädigt ankommen oder sie im Internet betrogen werden.

Viele Onlinehändler, wie auch die Fachläden, sind von der Existenz bedroht und sind auf die staatlichen Coronahilfen angewiesen. Der einzige Grund zur Hoffnung ist, dass sich die Lage auf Grund von Impfungen und besseren beruflichen Umständen stabilisiert und dadurch so langsam eine höhere Kaufbereitschaft der Menschen entsteht.

23:39 17.03.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Katharina Sophie Hübener

Befinde mich im vorletzten Semester BWL, interessiere mich und schreibe leidenschaftlich zu gesellschaft-wirtschaftlichen Themen.
Katharina Sophie Hübener

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