Studie - Steigt Produktivität im Homeoffice

Corona Freelancer haben es in der Coronapandemie deutlich einfacher. Ihre Arbeit können diese ohne Einschränkungen weiter ausführen.
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Doch wie sieht es bei Arbeitnehmern bzw. Selbstständigen, die ihre Aufträge über Plattformen wie Fiverr beziehen, aus, die normalerweise nicht von zuhause aus arbeiten? Ist die Produktivität in den eigenen vier Wänden höher oder lässt es sich im Büro effektiver arbeiten?

Eine Mitarbeiterin eines IT-Unternehmens berichtet, sie sei es aufgrund ihres Berufs gewohnt, oft zu reisen. Als Entwicklerin von Softwareprogrammen muss sie individuell vor Ort auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen können. Im Normalfall pendelt sie von Karlsruhe bis nach Köln, was zurzeit wegen der Pandemie ausbleibt. Vor geraumer Zeit betreute sie ein Projekt in Hannover und Zürich, und zwar zeitgleich. Sie sagt, dass sie durch das Homeoffice viel freier arbeiten könne. Anstatt sich nur auf einen Auftrag zu konzentrieren, könne sie nun an mehreren Aufträgen gleichzeitig arbeiten. Ist ihr Fall in Deutschland ein Einzelfall oder arbeiten die Deutschen im Homeoffice tatsächlich produktiver?

Durch die Corona-Krise ist es für viele Arbeitnehmer unmöglich geworden, an Ort und Stelle im Büro zu arbeiten. In einer Studie der Krankenkasse DAK aus dem Jahr 2020 wurden rund 7000 Arbeitnehmer, die sich zu diesem Zeitpunkt im Homeoffice befanden, darüber befragt, wie produktiv sie im Homeoffice sein. Bei der Befragung gaben 56,9 % an, sie sein im Homeoffice deutlich produktiver als im Büro. Es gaben sogar 76,9 % der Teilnehmer an , dass sie das Homeoffice zumindest teilweise nach der Pandemie neben dem normalen Böroalltag beibehalten wollen würden.

Einen Kontrast hierzu bildet eine weitere Umfrage der Stiftung Familienunternehmen aus dem Oktober. Hier sahen 27% der Teilnehmer eine geringere Produktivität. Während 30,4% der Befragten keinen Unterschied im Vergleich zum Büroalltag sahen, gaben lediglich 5,7% an, dass sie durch Homeoffice ihre Produktivität steigern konnten. Bei dieser Umfrage ist allerdings anzumerken, dass hierbei nicht die Arbeitnehmer, sondern die Unternehmen selbst befragt wurden.

Der Chef eines großen Düsseldorfer Digitalunternehmen zweifelt die Produktivität seiner Mitarbeiter im Homeoffice ebenfalls stark an. Er erläutert, dass durch Homeoffice die Kreativität der Angestellten fehle, was daran liege, dass Kollegen sich nicht vorort miteinander austauschen könnten. Außerdem behauptet er, dass Video- und Telefonkonferrenzen diesen Austausch von Ideen nicht so stark fördern würden wie der Kontakt vorort.

Der Düsseldorfer Unternehmer bietet seinen Angestellten aber die Möglichkeit, teilzeit im Büro zu arbeiten. Er sagt, dass durch die Einhaltung des Infektionsschutzes seine Mitarbeiter wieder die Möglichkeit hätten, präsent miteinander zu arbeiten.
Die Tendenz, dass immer mehr Unternehemen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken, gefiele ihm gar nicht. Er behauptet, dass die betroffenen Personen durch diese Maßnahme das Gefühl entwickeln würden, nicht wirklich zum Unternehmen dazuzugehören.

Das Homeoffice noch weitere negative Folgen haben kann berichtet eine Mediengestalterin. Durch die Pandemie musste diese ihre Tätigkeit nach Hause verlagern, um Arbeit und Kinder besser unter einen Hut zu bekommen. Sie sagt, dass trotz vermeindlich mehr Zeit, sie ihre täglichen Aufgaben fast nicht mehr bewältigen könne. Außerdem klagt sie darüber, dass sie durch ihre Kinder in ihrer Arbeit zuhause stark eingeschränkt sei, da sie sich um deren Homeschooling kümmmern müsse und diese sie immer wieder bei Arbeit unterbrechen würden.

22:21 23.03.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Katharina Sophie Hübener

Befinde mich im vorletzten Semester BWL, interessiere mich und schreibe leidenschaftlich zu gesellschaft-wirtschaftlichen Themen.
Katharina Sophie Hübener

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