Am Hofe des Bierdeckelkönigs

IM KINO Jan Schüttes "Abschied" zeigt Brechts lebenslange Verstrickung in Liebe, Arbeit und Politik
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August 1956. Über einem idyllischen See-Panorama lichtet sich der Frühnebel. Barbara Brecht hockt unter den hohen Kiefern und macht ein Feuerchen, um "dem Papa seine Kappen" zu verbrennen. Auf dem Steg streckt Elisabeth Hauptmann ihre alten Glieder zur Frühgymnastik. Helene Weigel richtet das Frühstück und Brecht, noch im Morgenmantel, hockt in seinem Arbeitszimmer im Gärtnerhaus und misst seine Temperatur, um den aktuellen Tageswert in die Fieberkurve einzutragen. Der Philosoph Wolfgang Harich, der die ganze Nacht geschrieben hat, kriecht zu seiner Frau Isot Kilian unter die Decke. Die junge Käthe Reichel pflückt Blumen für den Dichter. Und Ruth Berlau torkelt, nachdem die Wodkaflasche keinen Trost mehr bietet, in schweren Stiefeln über da