Kathrin Zinkant
17.06.2010 | 13:05 9

Abgesang auf bunte Punkte

Ernährungspolitik Die EU hat der Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln einen Korb gegeben. Verbraucherschützer toben. Dabei hätten die Farbsignale alles nur schlimmer gemacht

Selten verwandeln sich Politiker in so realitätsfremde Romantiker, als wenn es um die Ernährung geht. Gesundes Essen, hochwertige Produkte, sauber verarbeitete Zutaten und dazu ein Verbraucher, der als voll durchinformiertes Mitglied unserer transparenten Konsumgesellschaft die richtige Wahl überhaupt nicht verfehlen kann. So in etwa klingt das, wenn unsere Volksvertreter sich um den Markt der modernen Lebensmittel und dessen Optimierung bemühen, und so in etwa klang das auch, als die EU gestern eine "Klarere und schlüssigere Lebensmittelkennzeichnung für Verbraucher" auf den Weg brachte.

Gemeint ist damit nicht die von Verbrauchern geforderte Ampelkennzeichnung, die kalorienbeladene, fettreiche, stark zuckerhaltige oder extrem salzige Nahrungsmittel mit einem roten oder gelben Tüpfel enlarven soll. "Klarer und schlüssiger" heißt, dass die bunten Punkte wegfallen. Was bleibt, sind auf der Vorderseite der Verpackung angebrachte "verwirrende Zahlen- und Prozentangaben", wie Verbraucherschützer jetzt wütend kritisieren.

Entscheidung wie Reaktion waren absehbar nachdem sich die Fronten über Jahre verhärten durften: Während die Verbraucher auf die kindgerechte Ampellösung pochten, investierte die Lebensmittelindustrie eine Milliarde Euro in den Kampf dagegen, und immer wieder ging es um die gleichen Oberflächlichkeiten. Beispiel Apfelsaft versus Diät-Cola: Die Lebensmittellobby hält eine Kennzeichnung von Apfelsaft mit einem roten Zuckerpunkt für irreführend, weil eine Diät-Cola mit vielen grünen Punkten ja gar nicht gesünder sei. Man kann über soviel Selbstentblößung eigentlich nur lachen, aber der Verbraucherschutz versteht so etwas selbstredend als Kampfansage - leider nicht, ohne sich dabei genau so lächerlich zu machen.

Geht es denn um die Gesundheit?

So argumentierten die Essenschützer von Foodwatch am konkreten Beispiel, die Ampel sei gar nicht dazu da, ein Lebensmittel als gesund oder ungesund zu kennzeichnen, sondern über ein Lebensmittel zu informieren. Aber genau das ist falsch. Allein die Auswahl der gekennzeichneten Stoffe spiegelt, dass der Kunde auf einen Blick den Gesundheitswert eines Lebensmittels erkennen soll: Kalorien, Fett, gesättigte Fettsäuren, Salz oder Kristallzucker sind durch die Ernährungsforschung sämtlich als gesundheitlich relevant problematisiert worden, sei es wegen des angeblich volksvernichtenden Übergewichts, der teuren Diabetes-Epidemie oder der bedrohten Herzgesundheit der Bürger.

Kann eine Lebensmittelkennzeichnung diese Probleme lösen? Natürlich nicht. Auch die Ampel wäre lediglich ein weiteres Deckmäntelchen für die Lebensmittelindustrie gewesen, wenn auch ein unbequemes, weil man sich für die Manipulation des Farbenspiels noch ein paar durchtriebenere Täuschungen hätte einfallen lassen müssen als die bisherigen. Die gebrandmarkten Produkte entsprechend hätte umformulieren müssen. Daher auch der vehemente Kampf gegen die bunten Punkte.

Das Resultat wäre langfristig aber nicht mehr Transparenz gewesen, sondern noch mehr Täuschung, weil sich für jeden einzelnen Stoff, der hinter einem roten Punkt steht, ohne größere Probleme eine lebensmitteltechnologische Alternative finden lässt, die dann nicht mehr in welche Kennzeichnung auch immer mit einfließt, aber unter Umständen noch unerforschte Wirkungen auf die durchaus komplizierte Physiologie des menschlichen Stoffwechsels entfaltet. Wir kennen das ja alles schon: Das Fett weicht Verdickungsmitteln und Geschmacksverstärkern. Kristallzucker weicht Süßstoffen oder anderen Zuckern, und niemand ist davon auch nur das geringste bisschen gesünder geworden, abgesehen von den Herstellern dieser entfremdeten Rezepturen.

Im Urwald der Sonderverordnungen

Was keinesfalls heißt, dass die EU der Gemeinschaft nun einen größeren Gefallen erwiesen hätte, weil sie zu einer anderen Kennzeichnung verpflichtet. Richtig an der Aussage der federführenden CDU-Politikerin Renate Sommer ist allein, dass "die Vielfalt der existierenden Gesetze mittlerweile nur noch schwer überschaubar" sei. Ein Irrtum ist, dass dies für Händler und Hersteller ein Problem darstellt, wie Frau Sommer meint. Betroffen sind allein die Verbraucher, die im Urwald der Sonderverordnungen nicht mehr im geringsten erkennend können, welche Perversitäten ihnen auf völlig legalem Wege zugemutet werden. Völlig absurd ist deshalb die Behauptung, der vorliegende Verordnungsentwurf samt der eine EU-weit einheitlichen Lebensmittelkennzeichnung beseitige "alle diese Missstände". Die Wahrheit ist, dass er wirkungslos verpuffen wird. Und das natürlich auch soll.

Die nun beschlossene Kennzeichnung ohne Signalfärbung ist und bleibt ein übler Kompromiss, der den Herstellern immerhin die Möglichkeit nimmt, durch selbst festgelegte Portionen als Bezugsgröße einen irreführenden Eindruck vom Energiegehalt eines Lebensmittels zu erwecken, aber darüber hinaus keinerlei Verbesserung bringen wird, außer, dass die Futtergiganten nun sagen können, sie seien genug in die Pflicht genommen worden. Der Kern des Problems aber bleibt unangetastet:, ein komplett aufgeweichtes Lebensmittelrecht, das von Ernährungsfunktionären aufgrund seiner hygienischen Errungenschaften gepriesen wird, und dafür eine komplette Chemikalisierung und Kommerzialisierung unserer Nahrung ermöglicht, an der wir mit unserem gesunden Menschenverstand auch künftig noch ausgiebig scheitern dürfen.

Denn was tatsächlich und dringend nötig wäre, eine grundlegende Reform eben dieses Lebensmittelrechts nämlich – das ist bislang nicht einmal zum Gegenstand der Diskussion erkoren worden.

Kommentare (9)

claudia 17.06.2010 | 16:20

>>Denn was tatsächlich und dringend nötig wäre, eine grundlegende Reform eben dieses Lebensmittelrechts nämlich – das ist bislang nicht einmal zum Gegenstand der Diskussion erkoren worden.
Kann ja nicht.

Da zeigt sich eben wieder mal das Grundproblem der Renditemaximierungswirtschaft:
Eigentlich können ja Nahrungsmittel von guter Qualität produziert werden. Und wenn sie produziert sind gibt es keinen Grund, sie nicht zu konsumieren.
Dann müsste nicht gar soviel um Kennzeichnungen gestritten werden und was denn nun ein vielleicht bisschen weniger gesundheitsschädlich sein könnte...

Aber das geht nicht, denn die Aktionäre der "Nahrungsmittel"-Industrie schreien nach Geld und diese nimmerstatten Mäulchen müssen gestopft werden...

Das Problem ist der Kapitalismus. Wir können ihn uns nicht mehr länger leisten.

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>>Beispiel Apfelsaft versus Diät-Cola
Ich empfehle ein Glas frisches, kühles Wasser. Löscht ganz hervorragend den Durst und ist auch ein guter Begleiter zum Essen, (wenn das Geld für einen anständigen Wein nicht reicht...)
Und Äpfel esse ich lieber als sie in denaturierter Form (verdünntes Konzentrat) zu trinken. Die Äpfel brauchen keine Ampel.

Columbus 17.06.2010 | 17:22

Volltreffer, Frau Zinkant,

Die Industrie ist sehr gut in der Lage die gewünschte Unübersichtlichkeit bei den Produktbeschreibungen und die vielen Ausnahmen, geschickt zu nutzen. Sie beschäftigt dafür ein Heer an Anwälten, PR- und Marketing-Leuten. Sie bezahlt eine stattliche Anzahl von Lobbyisten, die Aufsichtsbehörden wie Politiker aller Ebenen mit allen möglichen Methoden "dauerbeschallen" und "versorgen".

Die Verbraucher werden mit dem Köder umschmeichelt, sie seien doch kompetent und informierten sich selbstverständlich, sie seien "mündig" (eben nicht Kind- und Jugendlicher), läsen die Zahlen und kryptischen Formeln.

Das geschieht, um sie nur umso besser in die Irre und in die übervolle Warenwüste zu schicken. So wählen sie auch weiterhin Politiker und Politiken, die das erlauben und decken. - Tatsächlich zählen menschliche Verbraucher genau so wenig beständig Kalorien und berechnen fast nie das ausgewogene Verhältnis der Grundnahrungsstoffe. Das wäre ja unmenschlich.
Vor lauter Vitaminmangelangst greifen sie die teuren, so "medizinisch" verpackt daher kommenden Vitamin- Ersatzpackungen, gleich in der Nähe der Marktkassen, ab und schlucken brav Tabletten.

Eine Bringschuld für Klarheit und Wahrheit hätten die Produzenten und Anbieter, und jedenfalls ein Staat, dem es um die Wohlfahrt wirklich ginge. Eingelöst werden könnte das, wenn es denn tatsächlich dazu politisch und durch ein ensprechend neu entwickeltes Lebensmittelrecht, dauerhaft käme. - Das wäre eine Revolution.

So bleibt es beim Prinzip Zufall, bis sich wieder einmal in einem Bereich schwere Mängel auftun und Skandale die Politiker und die Öffentlichkeit zum Handeln treiben.

"What you see is what you get", sollte doch der Maßstab sein, nicht Lug und Trug. Davon sind wir weit entfernt. -
So ist "Frischmilch" (ESL) mittlerweile bis zu drei Wochen alt und selbstverständlich durch physikochemische und physikalische Prozesse standardisiert. Was sich "Frischei" nenen darf spottet jeder Beschreibung und kein normaler Mensch blickt noch bei Säften, Saftgetränken, Presssäften, Konzentraten, Wasser mit Aromen und sonstigen Zutaten durch. Getrunken wird das genau so, wie sich hartnäckig und breit das Gerücht hält, Trinkwasser aus der städtischen Leitung sei gesundheitsgefährdender als Mineralwasser oder Brunnenwasser. - Tatsächlich gibt es ja Orte, an denen das der Fall ist. Aber, das sind eben Spezialfälle.

So steht eben immer noch auf dem Etikett "Erdbeerjoghurt", obwohl sich doch nur Spuren darin finden. Korrekt und wahr müsste es ja heißen "Joghurt mit Erdbeergeschmack". - Verbraucher würden auch dieses Produkt essen, weil es ihnen schmeckt. Sie wüssten dann aber, was es wirklich ist.

Es wird so bleiben, weil eine Milliarde Euro Werbungskosten-Aufwand, gegen vielleicht einmal 2-5 Millionen Euro der Verbraucherschutzorganisationen in diesem Zusammenhang, sich irgendwie doch auszahlen müssen, politisch und informationstechnisch, vor allem natürlich wirtschaftlich.

Recht haben Sie auch damit, dass der Zusammenhang mit Gesundheitsrisiken eher ein indirekter ist. Länder die schon mit den "Ampeln" auf den Packungen leben, haben nicht etwa die gesünderen Bürger vorzuweisen.

Direkte Gesundheitseffekte sind, weil eben auf das Menschenwesen alles, von der Strahlung bis zum böswilligen Nachbarn und zur Lebenskrise einwirkt, schwer belegbar. Die ganzen wissenschafltichen Vorarbeiten laufen ja an Modellen, von der Zellkultur bis zum sprichwörtlichen "Versuchskaninchen, oder stützen sich auf sehr große epidemiologische Untersuchungen.

Allerdings, z.B. bei der Zunahme des Typ II Diabetes, im Volksmund "Altersdiabetes", der heute viel früher einsetzt, besteht selbstverständlich ein Teufelskreis aus überkalorischer Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und dadurch weiteren gravierenden Organveränderungen, von der ernährnungsbedingten Fettleber, über den Einbruch der überlasteten Fußhalteapparate und der Überlastung des Halteskeletts, bis hin zu den eigentlichen "Totmacher- und Behinderungserkrankungen" (Herzinfarkt, Schlaganfall).

Das hat Auswirkungen und nicht nur bei Einzelfällen, sondern bei Millionen von Patienten, die deshalb viele teuere Medikamente täglich schlucken müssen (Vom Lipidsenker bis zur Dreifachkombination der Antihyperensiva, Harnsäuresenker, Antidiabetika, bis hin zu Insulin für Typ II Diabetiker), um nur anzudeuten was alles gemacht wird und gemacht werden muss, um dem Fehlernährungswahn entgegen zu arbeiten.

Industriell ergeben sich hier, im Felde der Versorungs- und Allgemeinmedizin, natürlich ganz neue Möglichkeiten, wiederum Überflüssiges und rein kosmetische und symptombezogen Theapien anzubieten. Ein alter-neuer, vor allem großer Markt. - Arbeitet da nicht eine Industrie der anderen in die Hand?

Grüße
Christoph Leusch

GeroSteiner 17.06.2010 | 20:44

Eine wie auch immer gefärbte Nahrungsmittelampel könnte mich nicht davon abhalten Schokolade oder gebrannte Mandeln oder Fritten zu essen.

Wenn ich mich an all die Ernährungsemfehlungen halte, dann lebe ich nicht länger, sondern es kommt mir nur so vor. Man stirbt halt wesentlich gesünder und mit einem deutlich schlechteren Gewissen, besonders wenn man an einem leckeren Konfekt erstickt.

Das ist wie die auf allen Zigarettenpackungen aufgedruckte Todesahnung. Irgendwann stumpft jeder ab. Selbst wenn es klar ist, dass es sich dabei um aktive Sterbehilfe für einen selbst handelt. Und überhaupt: Lieber Gras rauchen, als Heuschnupfen!

Frank Linnhoff 17.06.2010 | 21:34

Sie haben Recht, Frau Zinkant, diese Farbkennzeichnung wäre mißverstanden worden; denn sie sagt nichts über die Qualität eines Produktes aus.

Beispiel: Milch von Kühen, die frei auf der Wiese grasen enthält bei gleichem Fettgehalt wesentlich mehr Omega 3 Fettsäuren als Milch von Kühen, die mit Kraftfutter aus Mais und Soja plus Silonahrung ernährt werden (das sind die meisten Kühe). Milch, Quark, Joghurt, Butter und Käse der Weidekühe und der Kraftfutterkühe haben nur den Namen gemein. Die Produkte hätten dieselbe Farbkennzeichnung.

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen artgerechter Tierhaltung und -ernährung, lebendigen Böden, wertvoller Pflanzennahrung, und menschengerechter Ernährung.

Die weltweit herrschende Ideologie der Nahrungsmittelherstellung fördert die menschliche Ernährung durch Produkte von kranken Pflanzen und kranken Tieren. Neoliberale Wirtschafts- und Sozialpolitik und die Produktion von krank machenden Nahrungsmitteln stehen im direkten Zusammenhang. Wir sind nicht gezwungen da mitzumachen.

j-ap 17.06.2010 | 22:03

Eigentlich können ja Nahrungsmittel von guter Qualität produziert werden. Und wenn sie produziert sind gibt es keinen Grund, sie nicht zu konsumieren.

Lebensmittel von guter Qualität werden produziert und auch konsumiert — das Problem ist nicht, daß sie nicht hergestellt und tatsächlich konsumiert würden, sondern daß sich so wunderbar naturalistisch angegrünten Glückseligkeitskonsum ein Mensch mit durchnittlichem Einkommen schlichtweg nicht leisten kann.

Deshalb kommen Sie mit Ihren Kapitalabschaffereien auch nicht sonderlich weit. Für die einen ist's das Kapital, für die anderen ist der Marx, für den Rest ist's die Zinsknechtschaft, die Entchristlichung der Welt oder was auch immer. Alle diese Utopisten übersehen geflissentlich, daß es letzten Endes doch immer nur am Menschen selbst liegt: Der ist nun einmal ein höchst unvollkommenes Wesen, daher wird er sich immer nur unvollkommene Welten generieren, egal ob als Kapitalist, als Marxist, als Veganer oder als halluzinierender »Edler Wilder«, der im Busch haust und zwar mit der Natur, den Erdstrahlen und dem Delphin vollkommen im Reinen ist, dafür aber an der ersten Durchfallerkrankung elend zugrundegeht, weil es für Antidiarrhoika nunmal ein bißchen mehr braucht als fromme Wünsche und einen Stoßseufzer.

Dasselbe Problem ergibt sich in anderer Hinsicht auch bei der Lebensmittelkennzeichnung. Die wurde ursprünglich deswegen eingeführt, weil man der Ansicht war, daß ein vernünftiger, selbstdenkender, einigermaßen aufgeklärter und halbwegs alphabetisierter Zeitgenosse im Europa des späten 20. Jahrhunderts selbstverständlich nur mehr Lebensmittel kauft, über die er sich vorderhand in extenso informierte.

Grundsätzlich ist das ein höchst ehrbares Ansinnen, das ich im übrigen auch sehr unterstütze, da ich jemand bin, der zur Minderheit derer gehört, die Verträge, Gebrauchsanweisungen und Packungsbeilagen tatsächlich lesen und insbesondere aus Kleingedruckte achten.

Aber nun einmal Butter bei die Fisch: Wer macht das eigentlich sonst noch? Kennen Sie jemanden, der eine halbe Stunde vorm Regal steht und sich vergewissert, daß er tatsächlich nur den Schokoriegel in den Wagen legt, der kein E205 enthält? Ist Ihnen auch nur ein Verbraucher bekannt, der Ihnen auswendig hersagen kann, daß bei der Kurzkennzeichnung F für Farbstoff, Fe für Festigungsmittel, FS für Farbstabilisator und FeM für Farbersatzmittel steht? Der darauf eine Kaufentscheidung fußt?

Eben. Weil das kein Mensch macht und die, die's tatsächlich machen, schon vorher so gut informiert waren, daß sie's auch völlig ohne Kurzkennzeichnung wuppen würden, hat man sich die »Ampel« einfallen lassen, die die stundenweise Regalrecherche durch eine einfache farbliche Signalisierung ersetzen sollte.

Glauben Sie, daß das wirklich funktioniert?

Wenn nicht, was dann? Muß uns in fünf Jahren José Carreras zusammen mit dem Berliner Kammeropernchor die Inhaltsstoffe im Diskant vorsingen, wenn wir ins Rega langen, damit wir endlich einmal »bewußt« einkaufen?

Listig finde ich ja die Tatsache, daß dieses mal die ansonsten tatsächlick wacker kämpfenden Verbraucherschützer über die eigenen Strategiefüße gefallen sind, weil sie immer noch nach dem Motto der Kalten Krieger von früher handeln: Der Feind des Feindes ist der Freund. Wenn die Industrie dagegen ist, sind wir logischerweise dafür. Daß diese Haltung ganz eigene Fußangeln bereithält, weiß man wie immer erst nachher.

Es ist wohl wie sonst auch im Leben:
Es gibt für jedes Problem eine Lösung, die einfach, klar — und falsch ist.

Grüße,
J. A.-P.