Kathrina Edinger
20.02.2015 | 15:06 107

Was an Armut in Deutschland wirklich arm ist

Armutsbericht Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat den neuen Armutsbericht für Deutschland vorgelegt. Beunruhigender als die Zahlen ist aber der Umgang mit armen Menschen

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Kathrina Edinger

Was an Armut in Deutschland wirklich arm ist

Betteln ist in der Münchener Fußgängerzone verboten. Armut bleibt oft unsichtbar

Foto: Kathrina Edinger

Der aktuelle Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverband wurde unlängst vorgestellt und liefert in Zahlen Belege für die Mängel an sozialer Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft: Die Armut nimmt zu auf aktuell 15,5 % aller Bundesbürger und vor allem Alleinerziehende, Rentner und junge Menschen sind von Existenzproblemen betroffen. Soweit die Fakten.

Ich lebe in München. Einer Stadt, die zwar für ihre exorbitanten Mieten bekannt ist, in der man aber grundsätzlich von ganz wunderbaren ökonomischen und sozialen Verhältnissen sprechen kann. München ist eine Stadt, in der die Armutsquote bei lediglich neun Prozent liegt. Vorausgesetzt man berechnet die Quote am mittleren Einkommen aller Deutschen. Berücksichtigt man jedoch das regionale, in München relativ hohe Lohnniveau, liegt die Armutsquote in der Landeshauptstadt im "reichen Süden" bei 18 Prozent. (Quelle: SZ)
Über die Schere zwischen Arm und Reich, zwischen Norden und Süden, über Zahlen und Quoten lässt es sich unter Politikern gut diskutieren. Maßnahmen müssen erörtert werden oder, wie Wolfgang Strengmann-Kuhn von den Grünen etwas kryptisch forderte:

die soziale Sicherung müsse armutsfest gemacht werden.

An den Verhältnissen ändert das allerdings so schnell nichts. Damit meine ich nicht den Hartz-IV-Regelsatz, sondern unser gesellschaftliches Verhältnis zwischen Armen und Reichen in Deutschland. Denn neben existenziellen Problemen, wie zu hohe Miet- und Lebenshaltungskosten, haben doch Arme (und das nun unabhängig ihrer "relativen" Armut) mit dem gesellschaftlichen Umgang zu kämpfen.

In München sieht man wenig Armut. Man muss sie manchmal regelrecht suchen. Ich gucke nicht hinter die verschlossenen Türen von Sozialwohnungen. Ich weiß nicht, wie es ist, als alleinerziehender Elternteil in Neuperlach zwei Kinder großzuziehen. Und die wirklich armen Menschen, die beispielsweise wohnungslos sind, tauchen im öffentlichen Stadtbild kaum auf. U-Bahnhöfe und Zwischengeschosse, Eingänge von Kaufhäusern, Fußgängerzonen - Fehlanzeige.

http://www.kathrinaedinger.de/images/nostreetselfie/IMG_3038.jpg

Seit ein paar Jahren mache ich mich mit Freunden und einem Bollerwagen regelmäßig auf unsere kleine "Obdi-Runde". Kaffee, Plätzchen oder belegte Semmeln, selbstgestrickte Socken und gebrauchte Winterjacken für die Menschen auf der Straße, die wir finden können. Meistens "schaffen" wir es nicht öfter als ein oder zwei Mal im Jahr. Davon ein Mal vor Weihnachten. Das riecht ein bisschen nach Gutmenschtum, ist wahrscheinlich nicht besonders wirkungsvoll und beruhigt vielleicht mehr mein Gewissen, als dass es anderen Menschen nachhaltig hilft. Aber ich habe aus diesen kleinen Touren etwas gelernt (und lerne jedesmal dazu).

1. Nicht wegschauen fällt auf:

Viele der obdachlosen Menschen sind überrascht, manchmal auch verwirrt, dass jemand mit Thermoskannen und einer Kleinigkeit zu Essen bei ihnen auftaucht. Sie sind auch irritiert, wenn man sie fragt, wie sie gerne ihren Kaffee hätten. Wenn man sie siezt. Wenn man sich für einen Moment auf ihrer Augenhöhe auf die Straße setzt und einen Kaffee mittrinkt.
Mehr Blicke und Irritation ernten wir aber meist von den Passanten. Die Neugier kann ich verstehen. Dagegen habe ich auch nichts. Im Gegenteil: Wenn ein Bollerwagen und ein Kaffee im Pappbecher dazu führen, dass andere hin- statt wegsehen, habe ich ein gutes Gefühl bei der Sache. Wogegen ich etwas habe: die Fragen. Zum Beispiel, von welcher Organisation man sei. Die meisten Menschen können sich offensichtlich ein bisschen Hilfe für einen Unbekannten nur unter dem Etikett Nächstenliebe im Rahmen einer kirchlichen Wohlfahrtsorganisation vorstellen. Oder gegen Fotos: es sind schon so einige Smartphone-Bilder entstanden, ungefragt und versucht unauffällig. Das ist nicht nur rücksichtslos, sondern völlig sinnfrei. Vielleicht frage ich tatsächlich beim nächsten Mal, was der Fotograf gedenkt mit diesem Foto anzufangen.

http://www.kathrinaedinger.de/images/nostreetselfie/IMG_3043.jpg2. Arme Menschen werden oft kriminalisiert und entmenschlicht:

Immer wieder bekommt man auf der Straße Kommentare zu hören, die mich fassungslos zurücklassen. Beliebt sind "freundliche Hinweise", wie dass die junge Frau vor mir auf dem Gehweg doch zu diesen rumänischen Bettlerbanden gehöre und dass man die nicht unterstützen dürfe. Die Tatsache, dass Menschen nicht freiwillig ausgebeutet werden indem sie fernab ihrer Familien und ihrer Heimat auf der Straße vor Handy-Filialen und Souvenir-Shops betteln müssen, scheint manchem Hinweisgeber dabei nicht aufzufallen. Dass ein Kaffee oder ein paar warme Socken diesen vermeintlich kriminellen Hintergrund weder befürwortet noch unterstützt, spielt keine Rolle. Bettelnde Menschen auf der Straße, ob mit Alkoholproblem oder Migrationshintergrund, haben offensichtlich ein Recht auf unser Mitgefühl und unsere Aufmerksamkeit verspielt. Vor lauter vorschnellen Urteilen darüber, warum und wie sich diese Menschen in diese Situation gebracht haben, wird schnell vergessen, was die Situation aus den Menschen gemacht hat.

3. Armut macht krank:

Das Sortiment unseres Bollerwagens muss permanent optimiert werden. Im ersten Jahr sind wir noch (in besagter Vorweihnachtszeit) mit Kaffee, Plätzchen und kiloweise Äpfeln losgezogen. Mittlerweile gibt es vor allem Tee, belegte Brote, zuckerfreie Kekse und vielleicht Mandarinen. Denn die meisten Menschen auf der Straße sind krank: Diabetes gehört dabei zu den häufigsten Krankheiten. Herzprobleme, die den Konsum von Kaffee verbieten, stehen an zweiter Stelle. Und von den Äpfeln haben wir uns verabschiedet, als wir feststellen mussten, dass viele Menschen auf der Straße einfach nicht mehr die entsprechende Zahngesundheit haben, um beherzt mit allen 28 Zähnen zuzubeißen.

http://www.kathrinaedinger.de/images/nostreetselfie/IMG_3057.jpg4. Die Armut liegt vor allem in der Unsichtbarkeit:

Zu sagen, viele Menschen auf der Straße würden keines Blickes gewürdigt, reicht nicht aus. Die meisten Passanten geben sich alle Mühe wegzuschauen. In einer Stadt wie München sind die meisten Menschen auf der Straße unauffällig und passiv. Sie sitzen vereinzelt unter dem Alten Rathaus, an der Mauer der Heilig Geist Kirche oder auf der Sonnenstraße. Früher waren viele, vor allem ältere Leute auf der Sendlinger Straße, gleich auf der Höhe der Schaufenster des Kaufhaus Konen. Wie zum Beispiel eine ältere diabeteskranke Frau im Rollstuhl, die hier recht Wind- und Regengeschützt betteln konnte. Seit Monaten habe ich jedoch an dieser Stelle niemanden mehr gesehen. In München ist es verboten in der Fußgängerzone zu betteln. Seitdem die Sendlinger Straße zur Fußgängerzone umgebaut wurde und vis-a-vis die Einkaufspassage Hofstatt inkl. großer Abercrombie & Fitch Filiale eröffnete (dazu ein kleiner Verweis auf #FitchTheHomeless) sind die armen, wohnungslosen Menschen auch hier aus der Öffentlichkeit verschwunden.
Es klingt absurd, aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich ein bekanntes Gesicht auf der Straße wiederentdecke. Denn die meisten verschwinden über kurz oder lang. Vielleicht sind sie in einen anderen Stadtteil abgewandert. Vielleicht in eine andere Stadt. Vielleicht haben sie es doch wieder auf die Beine geschafft. Oder eben nicht.

http://www.kathrinaedinger.de/images/nostreetselfie/IMG_3063.jpgDie Fotos in diesem Artikel stammen aus einer Fotoreporage über Menschen auf der Straße, die ich vor 10 Jahren gemacht habe. Heute kann ich niemanden auf diesen Fotos auf der Straße wiederentdecken. Ich weiß nicht mehr, wie die Menschen heißen, noch was aus ihnen geworden ist. Bei allen Quoten und Berechnungen: das ist arm.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (107)

Heinz 21.02.2015 | 04:24

Diffamieren, Ausgrenzen, ...
Die Muster sind immer gleich, nur die letzte Methode wechselt mitunter.
Am Anfang steht ein ungelöstes soziales Problem.
Mit der Information in RealTime durch das Internet bekommen wir ein dauerhates soziales Problem - oder eine andere Gesellschaft.
In den 1950ern wollte Ludwig Erhardt die Previlegien der Klassen/Stände/Kasten-Gesellschaft durch Konsum überwinden.
Ab 1990 wollte Helmut Kohl die sozialen Kosten der Übernahme der DDR auf die Portokasse/SozialKassen abwälzen.
Seit 2005 verwaltet Angela Merkel ihre ZK ( Zentralkanzlei Berlin ) nach dem TINA-Prinzip - die wachsende Armut in D ist damit alternativlos.
Das soziale Problem in D hat also durchaus Namen, ist benennbar; merken werden die Menschen das aber erst, wenn sie persönlich betroffen sind - meist sind sie dann in einen Brunnen gefallen.

Rotkehlchen 21.02.2015 | 10:06

Ja. An Deutschland ist schon einiges arm. Gibt es doch gerade auch Medien, die außerhalb des Schuldenstreites mit Griechenland die zunehmede deutsche Armut ableugneten. Ich gehe jede Wette ein, dass diese Medien, einen Sündenbock für die deutsche Armut suchten.

Aber auch Griechenland hat nicht verhindert, dass "wir" jedenfalls statistisch gesehen immer reicher wurden. Wenn es jetzt 6 % Vermögenswachstum gibt statt nur 5 %, würde auch nicht mehr für Arme, Kranke u.s.w. in Deutschladn getan. Da gibt es kein einziges Anzeichen für. Und die Zahlungen aus Griechenland? In den Taschen der korrupten Exportwirtschaft sind das Peanuts, die nicht einmal zu mehr Steueraufkommen führen.

denkenundhandelnbitte 21.02.2015 | 11:01

Ein guter Bericht.

Das Verhalten der Bettler hat sich verändert : In Berlin werde ich direkt angesprochen, die Armen sind mutiger geworden , in München wird's nicht anders sein.

Das liegt sicher an der Notwendigkeit der immer größer werdenden Ignoranz der Besitzenden und an ihrem

wachsenden Geiz .

Im Kleinen sichbar auf der Straße, im Großen an der steigenden Vermögens-Verteilung in Richtung der ohnehin Reichen .

Ihr letzter Abschnitt irritiert mich : Wenn ich Ihnen vor 10 Jahren begegnet wäre und Sie hätten nicht nach meinem Namen gefragt, so wüßten Sie ihn nicht . Und ohne meine Tel.Nr. könnten Sie mich nicht fragen , was aus mir geworden ist. Das ist aber nicht arm, sondern Ihr Info-Defizit aus welchen Gründen auch immer.

ARM sind 12 MIO Menschen im reichen Deutschland ! ARM ist die Europäische Politik, die diese Verbrechen ermöglicht : In Rom verbot Bürgermeister Gianni Alemanno ( 2008-13 ) katholischen Hilfsorganisationen , Obdachlose mit Nahrung und Decken zu versorgen - mit der Begündung, die fördere die Kriminalität. DIE ZEIT am 11.12.14 " Geld stinkt doch " v. Birgit Schönau .

Kathrina Edinger 21.02.2015 | 11:20

Vielen Dank für das Feedback. Ein offensiveres Bettelverhalten konnte ich in München bisher nicht beobachten (was aber nicht heißt, dass sich da nicht dennoch etwas verändert). Ich sehe meistens Menschen, die so unauffällig wie möglich bleiben, unsichtbar sind, weil sie nicht angesehen werden. Zum letzten Abschnitt: Die Fotos sind an einem Tag vor 10 Jahren entstanden. Zu meinem Bedauern habe ich in den folgenden Tagen, Wochen, Monaten, Jahren nicht versucht Kontakt zu halten. Die Namen der Personen wusste ich, weil ich mich mit ihnen unterhielt. Aber ich habe sie vergessen, weil ich die Menschen auf den Bildern auch aus den Augen verloren habe. Heute tut mir das einfach leid.

peter-deutsch 21.02.2015 | 11:45

Danke für diesen Bericht !!

Widerspricht die Obachlosigkeit nicht der Menschenrechtscharta Artikel 22 Zitat : Jeder als Mitglied der Gemeinschaft hat ein RECHT auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf in den Genuss der wirtschaftlichen , sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen , die für seine WÜRDE und die Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind ! *Zitat Ende*

Auch wenn die Obdachlosen ( aus welchen Gründen auch immer ) ihr Schicksal selbst verursacht haben ist es eines "reichen Staates" unwürdig sie mit Ihren Problemen allein zu lassen . Was hält Politik oder eher Kommunen davon ab kostenlose Unterkünfte inklusive Verpflegung zur Verfügung zu stellen um diesen Menschen zu helfen ? Liegt es "nur" am Geld ? Im Internet finde ich unterschiedliche Zahlen zu Obdachlosigekeit ( bundesweit ) mal 400000 mal 800000 weil die genauen Zahlen wohl niemand kennt .. aber kann es denn sooo schwer sein Wohnraum für diese Menschen zu schaffen ( keine Barackensiedlungen ! ) Für mich ein Sozialstaatsgebot dies KOSTENLOS anzubieten ...

peter-deutsch 21.02.2015 | 12:48

Nachtrag : Ich bin mir sicher das viele Vorfahren der heute "Armen und Obdachlosen" sinnvolle oder sogar tragende Mitglieder dieser Gesellschaft waren ... diese ganze "Familien" Evolution endet dann im 20 Jahrhundert weil ein Staat es nicht hinbekommt genug Arbeit für ALLE bereitzustellen + dabei einige duch das Raster fallen ? :-( Wäre es anders gewesen hätten diese Menschen es nicht einmal ins 20 Jahrhundert geschafft

Kathrina Edinger 21.02.2015 | 15:17

Tatsächlich kann man ich mich auch nicht davon frei machen zu schlucken, wenn jemand sehr heruntergekommen ist und einfach nicht mehr unseren Hygienevorstellungen entspricht. Oft habe ich auch nur aufgrund des Äußeren angenommen, dass die Person verwirrt/alkoholisiert ist - und war dann über Offenheit und Klarheit überrascht. Fakt ist, dass Arme, vor allem Obdachlose, optisch aus "der Norm" fallen - das muss man ja nicht ignorieren. Allerdings sollte man vielleicht mit der entsprechenden Weitsicht, dass dies Oberflächlichkeiten sind, seine eigenen Befindlichkeiten hinten anstellen. Das hat für mich weder was mit Christlichkeit noch mit Minga (nicht Minka ;) ) zu tun, sondern mit in der Gesellschaft leider sehr weit verbreiteten Berührungsängsten zu tun. Die es übrigens meiner Meinung nach gegenüber alten und behinderten Menschen genauso gibt.

Michael Winkler, Dresden 21.02.2015 | 15:21

Schöner Artikel, Frau Edinger ... wobei das Wort "schön" hier fast schon zynisch klingen mag ;)

Ich gebe zu, dass ich mich auch immer schwer tue, wenn ich Bettler sehe, obwohl ich mich schon mit vielleicht fünf Obdachlosen unterhalten habe.
Ich gebe auch gern zu, dass ich irgendwie auch eine "Gegenleistung" möchte ... das kam mit der Zeit, vermute ich. Vielleicht auch, weil ich ja selbst
sicher - laut Statistik - zu den Armen gehöre und mich dann schnell frage "Warum gerade ich?".

Apropos "Gegenleistung" ... Als ein Bettler mal in einer Sträflingskleidung vorm Supermarkt saß, habe ich ihm etwas gegeben - das fand ich originell. Bei Straßenmusikern habe ich auch keine größeren Probleme.

Alles in allem komme ich immer mal wieder an den Punkt, wo ich feststelle, dass ich das Grundproblem nicht lösen kann ... ja, vielleicht es verkopft, kann gut sein.
Nichts tun, hilft ja auch nicht ... das Problem bleibt bestehen.

Ja, mitunter fühle ich mich da auch arm - innerlich.
Vielleicht braucht eben auch jeder seinen individuellen Zugang zum Problem bzw. zu einer passenden Lösung?! ...

Danke jedenfalls für die Anregung zum Nachdenken ;)

PS: in Dresden "lösen" manche die Probleme durch Gitter. Der hier im Artikel betroffene Holli ist im Übrigen Anfang dieses Jahres in der Wartehalle Neustädter Bahnhof gestorben.

Rosbaud 21.02.2015 | 15:43

Chapeau, Frau Edinger,

eine solche Einstellung ist in Zeiten "sozialer Vereisung" und "roher Bürgerlichkeit" (Heitmeyer-Langzeitstudie) selten zu finden. Die jahrzehntelange Berieselung mit neoliberaler Propaganda hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Aussortierten, Überflüssigen und Kranken sind an ihrer Lage selber schuld, haben sie doch alle "Freiheit" dieser Welt zur "Selbstoptimierung". Damit würde es dann auch mit dem Sonnendeck klappen, frei nach der US-Schmonzette "Vom Tellerwäscher zum Millionär". Soll aber kein Massenphänomen sein ...

Rosbaud 21.02.2015 | 18:09

O sancta Simplicitas!

Die Ausgebeuteten des kapitalistischen Systems sollen also auch noch das Problem mit den Ausgespuckten lösen, wenn sie sich schon erdreisten, diesen gegenüber menschliche Regungen zu zeigen.

Und warum richten Sie, Unschaerfe, Ihr Ansinnen nicht an die eigentlichen Nutznießer unseres Systems, etwa an Unternehmer und Dax-Vorstände? Ja, klar, diese Herrschaften erdreisten sich auch nicht, menschliche Regungen gegenüber Obdachlosen zu zeigen, da kann man sie dann auch nicht mit solch einer Forderung belasten, sie könnten in ihrem Schweizer Chalet womöglich trübsinnig werden, und das will ja keiner.

renovatio06 21.02.2015 | 19:01

Bewegender Artikel, Fr. Edinger - und tolle Aktion von Ihnen und Ihren Freunden, direkt selbst mit dem Bollerwagen loszuziehen und aktiv zu sein, wow!

Bedrückend ist allerdings für mich die von Ihnen eindrucksvoll geschilderte Beobachtung, dass im Mainstream immer noch das "selbst schuld"-Denken verankert zu sein scheint und sozial Abgehängte - und im heutigen neoliberalen Klima ist davor wirklich niemand sicher... - neben der Notlage auch noch mit dem Stigma klarkommen müssen. Meinen Eindruck, dass die sich stets weiter öffnende Arm-Reich-Schere schon vor Eintritt einer aktuellen Notlage für den Einzelnen zur Erosion sozialer Strukturen führt, haben Sie hier eindrucksvoll bestätigt. Für ein Land, das ein aus heutiger Sicht einstmals geradezu paradiesisch anmutendes Sozialsystem hatte, halte ich das schon für einen erheblichen Rückschritt. Jedenfalls danke für Ihren Beitrag!

KTBrandstetter 21.02.2015 | 21:46

Wie man arm wird? Z.B. indem der Vater monatelang im Sterben liegt und die Mutter darüber eine Alterspsychose mit anschließendem nahtlosen Übergang in die Demenz entwickelt. Indem man drei Jahre lang versucht, aus 300 Kilometern Entfernung Dinge zu regeln, die man nicht regeln kann, weil selbst die Gerontopsychiatrie eine romantische Vorstellung davon hat, wie man mit einer Dementen vernünftig umgehen soll, die als voll geschäftsfähig gilt, weil alle beteiligten Stellen zu feige waren, einer Betreuung zuzustimmen. Dann wird man selbst krank, kann sich um seine Selbstständigkeit nicht mehr kümmern, das Geld geht aus, das Haus wird zwangsversteigert, die Familie zerbricht. Ein paar Monate kriegt man noch Jobs, dann funktioniert auch das nicht mehr. Räumungsklagen, übernachten im Wald und zum Glück doch noch ein paar Freunde, die nicht wegsehen. Denn man versteckt das Elend, so lange man kann: Überschuldung durch Mietrückstände, abgestellter Strom, der Gerichtsvollzieher als nahezu wöchentlicher Gast. So einfach geht das, zunächst schleichend, plötzlich aber immer schneller.

Hätte ich nicht das unsagbare Glück einer Erbschaft gehabt, die mir einen Neuaufbau ermöglichte, säße ich heute auch dort, wo Sie, Frau Edinger, mit dem Bollerwagen hinfahren. Daher danke ich meinem Schicksal und Ihnen für den Artikel.

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Ehemaliger Nutzer 22.02.2015 | 19:22

Ganz schön gemeiner Einwand. Die Antwort darauf kann mich zwar nicht zufriedenstellen, aber dann müssten auch wir dem Anspruch gerecht werden.

Wieso gemein, Paul? Ich lese immer Sozialstaat, Sozialstaat..blablabla...kostenlos hier, bedingungsloses Grundeinkommen dort, zur Verfügung stellen anderenorts, Recht auf....auf was denn eigentlich?? Wir können ja gerne über gerecht vs. ungerecht diskutieren, nur ändert das nichts an der Verwahrlosung der Eigenverantwortlichkeit mancher Mitmenschen. Niemand muss in Deutschland auf der Straße leben und die Hand aufhalten, wirklich niemand. Wenn man auf Hartz4 und Wohngeld aus Unkenntnis, Scham oder einfach Bräsigkeit verzichtet, so ist das die ganz persönliche Entscheidung eines Jeden, der dieses ablehnt oder nicht in Anspruch nimmt. Es gibt kein Recht auf "lau", wie es einige der Mitkommentatoren in ihrer Betroffenheitslyrik fordern. Gibt es nicht in Indien, in Venezuela, im Tschad oder in Deutschland. Das gab es niemals in der Menschheitsgeschichte, weder 1770, noch 18 und ein paar Zerdrückte, oder in den 1960er. Wer ständig allgemein etwas zu fordern hat, muss erst einmal in die Allgemeinheit einbringen. Und überall dort auf der Welt, wo sich der Umkehrschluss hartnäckig mit Waffengewalt an der Macht hält, dort, ja dort gibt es tatsächliche, absolute Armut.

MfG Unschaerfe

roswitha 22.02.2015 | 20:53

Anregender Beitrag. - Wenn ich Ihre Schilderungen mit den meinen in Wuppertal vergleiche, sieht die Realität hier gewaltig anders aus (ich bin nie mit einem Bollwerwagen rungezogen, komme aber nicht umhin, immer wieder etwas zu geben und ein Gespräch zu beginnen).

Nehmen Sie hier die öffentlichen Verkehrsmittel, gibt es in Bussen öfters Plätze, die dermaßen riechen, dass man sich, so es möglich ist, einen anderen Platz sucht. Dann gibt es sehr unterschiedliche Obdachlose und Bettler. Bei manchen , den ich in ein Gespräch verwickelte, hatte ich danach deutlich das Gefühl, veräppelt worden zu sein, vor allem wenn Hunde unter einer Decke in Draht eingewickelt sind, damit sie sich nicht bewegen können. Ferner kenne ich eine Dame, die laut ihrer Erzählung, einmal wöchentlich von einer Betreuerin besucht wird; sie hat ständig dieselben, sehr übel riechenden Kleidungsstücke an. Es ist für mich besonders schwer, solche Gerüche auszuhalten, wenn man z.B. nach einer Gabe umarmt wird. Übrigens sagte mir diese Frau, das Allerschwerste sei - die Einsamkeit, nicht die Armut. Wegen ihrer Ausdünstung habe ich es nicht ums Herz gebracht, sie zu Weihnachten einzuladen.

Meine Wut richtet sich natürlich gegen eine Politik, die so etwas zulässt.

roswitha 22.02.2015 | 21:01

Sehe ich nicht ganz so. Volker Pispers hat eine Zahl genannt, dass in Bälde 40% der Deutschen in Altersarmut leben würden. Nimmt man den bestehenden Armuts-und Reichtumsbericht ernst, ist da was Wahres dran. Absolute Armut wie in Indien noch nicht ganz, ABER: Immer mehr Tafeln werden frequentiert (hat Gabriel nicht gesagt, wir seien ein reiches Land?), man sieht immer mehr Menschen, deren Zähne nicht in Ordnung sind; Armut in Deutschland heißt auch Nicht-Teilhabe am kulturellen Leben. Hartz4 mag das Allernötigste geben, aber nicht das, was einen zum Menschen macht. Ich persönlich kenne auch verarmte Akademiker; da wird denen trotz Hartz4 schon mal der Strom abgeschnitten. Egal ob Akademiker oder nicht, Armut wird zunehmen und zwar wegen der Politik. Bedenkt man, auf welches Niveau die Renten sinken in den nächsten Jahren, überrascht das nicht. Und nichts wird dagegen getan.

Die Frage, die ich allerdings auch habe, ist, wie viele der Benachteiligten überhaupt in einen Arbeitsprozess integrierbar sind. Meine subjektiven Eindrücke hier auf Wuppertals Straßen, können nicht repräsentativ sein.

Außerdem gibt es genug Menschen, die trotz Arbeit nahe an der Armutsgrenze leben. Eine Schande für Deutschland.

Gruß, Ro

peter-deutsch 22.02.2015 | 22:33

Bei Eindimensionalem Denken könnte die "Idee" von @Unschärfe vielleicht garnicht so falsch sein ( es gibt kein Recht auf Lau ! ) dies setzt aber voraus das sich JEDER in D auf die eine oder andere Art selbst ernähren/wohnen kann . Geht das in einer Welt in der realistisch viele Arbeitsplätze fehlen überhaupt ? Wenn ich zugestehe das es wirklich für JEDEN von heute auf Morgen möglich ist irgendwo einen Lohn zu erwirtschaften der die Voraussetzung für eine Selbstversorgung generiert ( es sei denn man ist krank ! ) dann wäre es tatsächlich ziemlich gewagt zu sagen JEDER hat ein Recht auf "Lau" ... da dies aber eben NICHT möglich ist ( es fehlen Millionen Arbeitsplätze ! ) und meinen Arbeitsplatz auch nirgends EINKLAGEN kann sollte die EU-CHARTA die die Bundesregierung auch anerkannt hat schon Gültigkeit haben = Artikel 34 Satz 3 ...(3) Um die soziale Ausgrenzung und die Armut zu bekämpfen, anerkennt und achtet die Union das Recht auf eine soziale Unterstützung und eine Unterstützung für die Wohnung, die allen, die nicht über ausreichende Mittel verfügen, ein menschenwürdiges Dasein sicherstellen sollen, nach Maßgabe des Unionsrechts und der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten.

( Sozusagen für die denen der Staat keine Arbeit zur Verfügung stellen kann ein Leben auf "LAU" als Grundrecht !! )

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Ehemaliger Nutzer 22.02.2015 | 22:44

Manfred Julius Müller schlägt auf seinen zahlreichen Internetauftritten und Buchveröffentlichungen eine Lohnkostenreform nach dänischem Vorbild vor - das skandinavische Modell!
Entlastung des Faktors Arbeit durch eine Senkung der Sozialabgaben als Lohnnebenkosten, Umfinanzierung des Sozialstaates über die Mehrwertsteuer - durch den auftretenden protektionistischen Effekt, da deutsche Arbeit und Produkte verbilligt werden und ausländische Importe relativ verteuert, werden das globalistische Lohn- und Sozialdumpingsystem mit seiner durch den Zollabbau erzwungenen Standortkonkurrenz beendet. Die Erpressungsmöglichkeit der Unternehmer ist vorüber, deutsche Betriebe und Produkte sind auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig. Dennoch aber steigen die Preise für deutsche Produkte zumindest nicht stark, da das Geld ja wieder an produzierende Unternehmer und Beschäftige über die Senkung der Sozialabgaben als Lohnnebenkosten zurückgegeben wird!
Dies wurde schon erfolgreich von der Merkel Regierung der grossen Koalition 2005 bis 2009 mit der 2005 beschlossenen Mehrwertsteuererhöhung auf 19%, welche 2007 in Kraft trat, bei gleichzeitiger Senkung der Lohnnebenkosten durchgeführt! (in Skandinavien meist 25% Mehrwertsteuer).

http://mehrwertsteuererhoehung-pro-contra.de/

Jobwunder durch Konsumsteuer - erste erfolgreiche Ansätze unter Merkel

http://www.direktzu.de/kanzlerin/messages/jobwunder-durch-konsumsteuer-21923

Manfred Julius Müller und die Umsatzsteuer Demagogen

http://www.dzig.de/Manfred_Julius_Mueller_und_die_Umsatzsteuer-Demagogen

Wer ist Manfred Julius Müller?

http://www.das-kapital.eu/manfred-mueller.html

Gegen die zentralistische Brüsseler EU, die gerade zu einer Art Rätediktatur zu werden droht!

http://www.europaeische-union-eu.de/

"Das Kapital" nach Manfred Julius Müller statt nach Karl Marx

http://www.das-kapital.eu/

Manfred Julius Müller zur Globalisierung und der neoliberalen Feihandels-Ideologie, gegen den Monetarismus der Chikagoer Schule der Volkswirtschaft nach Milton Friedman und gegen die sogenannte exportfixierte Angebotspolitik für die Grossindustrie nach Hans-Werner Sinn, welche Mittelstand und Handwerk (wo die meisten Leute arbeiten) ausblutet und die Infrastruktur und den Binnenmarkt vernachlässigt!

http://www.grundeinkommen-buergergeld.de/publikationen.html

http://www.neo-Liberalismus.de/

http://www.anti-globalisierung.de/

http://www.globalisierung.com.de/

http://www.kapitalismus-online.de/globaler-dumpingwettbewerb.html

http://www.politik-poker.de/manfred-julius-mueller.php

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Ehemaliger Nutzer 22.02.2015 | 22:45

Das zweite Scheitern des Liberalismus

Ulrich Berger und Christoph Stein 23.12.2004

Der Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts: Hysterie, Regression und Wiederholungszwang

Der Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts. Wie seine feindlichen Brüder lässt er keine historische Erfahrung und keine theoretische Reflexion gelten, die seinen Glaubenssätzen widersprechen könnte. Diese dogmatische Enge ist ein Makel seiner Herkunft. Er ist ein kämpferischer Anti-Anti-Liberalismus, konzipiert in den Zeiten der schwersten Niederlage der liberalen Ideale. Dies prägt seine Begriffsbildung und seine Kampfesweise. Er musste seinen Feinden auf gleicher Augenhöhe entgegentreten. So übernahm er, insbesondere vom Marxismus, die Grundkonzeption einer "geschlossenen wissenschaftlichen Weltanschauung". Er zwingt alle Weltprobleme in ein einfaches Korsett, hat auf alle Fragen einfache Antworten (im wesentlichen immer dieselbe). Er verfügt über ein simples Menschenbild und er propagiert eine utopische Geschichtsphilosophie. Seine dogmatische Enge und sein utopischer Glaube hindern ihn allerdings daran, für die relevanten wirtschaftlichen Probleme pragmatische Lösungen zu finden. Dies macht ihn ebenso realitätsuntauglich, wie es der Marxismus war. Mit seinem Scheitern ist daher zu rechnen.

http://www.heise.de/tp/artikel/19/19062/1.html

Exportorientierung statt Binnenmarkt - Entwicklung

Ulrich Berger und Christoph Stein 11.04.2005

Das zweite Scheitern des Liberalismus - Teil 2

Der Neoliberalismus kann die gegenwärtige Krise weder verstehen, dazu fehlt ihm das theoretisch-begriffliche Rüstzeug, noch kann er sie wirksam bekämpfen oder auch nur eindämmen. Er begreift noch nicht einmal seine eigenen Niederlagen. Im ersten Teil unserer Betrachtungen haben wir die dogmatische Enge des Neoliberalismus auf dem Gebiet der deutschen Konjunkturpolitik verfolgt (Der Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts). Fataler noch als die binnenwirtschaftlichen sind jedoch die weltwirtschaftlichen Folgen neoliberaler Wirtschaftspolitik.

http://www.heise.de/tp/artikel/19/19828/1.html

VWL, Geopolitik, Freihandel

http://www.steinbergrecherche.com

Bürgerbewegung Solidarität für ein Europa der Republiken

http://www.bueso.de

Nachrichtenagentur EIR

Gegen die zentralistische Brüsseler EU, die gerade zu einer Art Rätediktatur zu werden droht!

http://www.europaeische-union-eu.de/

Gegen die deflatorische Austeritätspolitik bzw. Sparpolitik a la Brüning

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-04/rogoff-reinhart-sparpolitik-kritik

Harvard-Ökonomen geben Fehler bei folgenreicher Staatsschulden-Studie zu
Auf mehr als 90 Prozent Staatsschuldenquote folgen Stagnation und Krise, hatten Reinhart und Rogoff 2010 in einem Paper konstatiert und wurden damit zu den wissenschaftlichen Bannerträgern der öffentlichen Austerität

http://www.heise.de/tp/blogs/8/154129

Austerität bringt Menschen um: Neue Studie vergleicht 30er Jahre und heute
30. April 2013 * 18:06 Uhr

http://www.bueso.de/node/6432

Negative Beschäftigungseffekte zur 1 Euro Jobs

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36016/1.html

Zeit-Fragen > 2013 > Nr. 12 vom 18.3.2013 > Griechenland braucht weiteren Schuldenschnitt

Griechenland braucht weiteren Schuldenschnitt

«Mit den gewählten Sparmassnahmen mehr Schaden als Nutzen erzielt»

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1396

In Griechenland setzt sich der Hunger fest...

In Griechenland setzt sich der Hunger fest - Zeit-Fragen

http://www.zeit-fragen.ch/ Zeit-Fragen 2012 Nr.13 vom 26.3.2012

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=777

http://www.ethikbank.de/fileadmin/ethikbank/dokumente/E-Briefe/Zeitfragen-Laenderportraet-Griechenland.pdf

http://www.eu-skeptiker.de/

«Eine erweiterte Freihandelszone Efta als das wirkliche Europa anbieten»

von Beat Kappeler Die Welt bewegt sich, manche Köpfe weniger, das zeigt der Rückblick auf einige Themen der «Standpunkte» hier.Sozusagen von unten nach oben beginnen wir bei den Hundehalterkursen. Ge...

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=88

"Das Problem ist die Dagobert-Duck-Mentalität in Deutschland"

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sieht die Schuldenbremse als "blödsinnig", bei den niedrigen Zinsen sollte der Staat nicht sparen, sondern Schulden machen und in Bildung oder Infrastruktur investieren

18.11.2013 - http://www.heise.de/tp/artikel/40/40347/1.html

Das Elend zwischen Donald und Dagobert Duck

Die vielbeschworene soziale Schere driftet in Deutschland und anderen westlichen Staaten massiv auseinander. Wenn nicht bald das Geld von oben nach unten umverteilt wird, kollabiert das gesamte System

03.04.2013 - http://www.heise.de/tp/artikel/38/38808/1.html

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Ehemaliger Nutzer 22.02.2015 | 22:48

@RENOVATIO0621.02.2015 | 19:01

>>>Bedrückend ist allerdings für mich die von Ihnen eindrucksvoll geschilderte Beobachtung, dass im Mainstream immer noch das "selbst schuld"-Denken verankert zu sein scheint und sozial Abgehängte - und im heutigen neoliberalen Klima ist davor wirklich niemand sicher... - neben der Notlage auch noch mit dem Stigma klarkommen müssen. Meinen Eindruck, dass die sich stets weiter öffnende Arm-Reich-Schere schon vor Eintritt einer aktuellen Notlage für den Einzelnen zur Erosion sozialer Strukturen führt, haben Sie hier eindrucksvoll bestätigt. Für ein Land, das ein aus heutiger Sicht einstmals geradezu paradiesisch anmutendes Sozialsystem hatte, halte ich das schon für einen erheblichen Rückschritt. Jedenfalls danke für Ihren Beitrag!<<<

Sie bringen es auf den Punkt! Ich kann mich mit meiner Meinung nur anschließen!

"Das Problem ist die Dagobert-Duck-Mentalität in Deutschland"

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sieht die Schuldenbremse als "blödsinnig", bei den niedrigen Zinsen sollte der Staat nicht sparen, sondern Schulden machen und in Bildung oder Infrastruktur investieren

18.11.2013 - http://www.heise.de/tp/artikel/40/40347/1.html

Das Elend zwischen Donald und Dagobert Duck

Die vielbeschworene soziale Schere driftet in Deutschland und anderen westlichen Staaten massiv auseinander. Wenn nicht bald das Geld von oben nach unten umverteilt wird, kollabiert das gesamte System

03.04.2013 - http://www.heise.de/tp/artikel/38/38808/1.html

30 Stunden sind genug

Ein Bündnis von Wissenschaftlern, Politikern und Gewerkschaftern setzt Akzente gegen Niedriglohn, Stress und Arbeitshetze

12.02.2013 - http://www.heise.de/tp/blogs/8/153724

Euro-Zone vor dem Ende?

In einem Aufruf an die SPD fordern Jürgen Habermas, Peter Bofinger und Julian Nidda-Rümelin gegen die Übermacht des Finanzsektors die

30.08.2012 - http://www.heise.de/tp/artikel/37/37538/2.html

Deutscher Ökonomenkrieg

Der offene Streit unter Wirtschaftswissenschaftlern markiert eine zunehmende Uneinigkeit innerhalb der deutschen Eliten über die Europapolitik

08.07.2012 - http://www.heise.de/tp/blogs/8/152351

In der Krise zeigen sich die wahren Neoliberalen

Während amerikanische und britische Politiker in der Wirtschaftskrise versuchten, keynesianische Wirtschaftstheorien anzuwenden, hielten deutsche Politiker fast ausnahmslos am neoliberalen Wirtschaftsmodell fest

20.06.2012 - http://www.heise.de/tp/artikel/37/37079/1.html
Nachdenken über Deutschland

Nobelpreisträger wie Joseph Stiglitz oder Paul Krugman, James K. Galbraith oder in Deutschland Heiner Flassbeck, Peter Bofinger oder Gustav

18.04.2012 - http://www.heise.de/tp/artikel/36/36784/2.html
Ist Deutschlands Sparsamkeit schuld an den Problemen?

Es mehren sich die Stimmen, die Deutschlands Sparsamkeit und Lohndumping als Krisenmotor sehen

04.03.2010 - http://www.heise.de/tp/artikel/32/32198/1.html

Gegen die deflatorische Austeritätspolitik!

Hartz IV ist gescheitert! Eine wissenschaftliche Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Arbeitsmarktreformen das Gegenteilige bewirken! BITTE TEILEN und dabei helfen die wichtige Studie zu verbreiten! http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/studie-hartz-iv-ist-gescheitert-9001546.php

Die deflatorische Austeritätspolitik: Deflation

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41414/1.html

TTIP

Freihandelsabkommen oder Demokratiezerstörer?
16.07.2014 – http://www.heise.de/tp/artikel/42/42271/1.html

Rosbaud 22.02.2015 | 23:35

Ja, überall Sozialschmarotzer, und SIE müssen das Geld für diese Faulenzer erarbeiten. Schlimm. Sie scheinen die Entwicklung des modernen europäischen Sozialstaates verschlafen zu haben und stecken noch im 19. Jht. fest.

Es scheint Ihnen auch nicht bewusst zu sein, dass mit dem Schleifen des Sozialsystems, mit der Einführung des Zwangsarbeits- und Demütigungssystems Hartz IV, mit der Schaffung eines riesigen Niedriglohnsektors das Lohngefüge in Deutschland insgesamt nach unten gedrückt wurde. Aber der deutsche Untertan und opferbereite Volksgenosse ist stolz darauf, wenn Deutschland mehrmals in Folge den Titel "Exportweltmeister" erringt, weil dadurch angeblich unser "Wohlstand" erhalten wird. Wie dieser "Wohlstand" ausschaut, zeigt der Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Bei den Arbeitnehmern kommt dieser "Wohlstand" nur noch höchstens bei den in exportorientierten Unternehmen Beschäftigten an. In den binnenmarktorientierten Branchen gibt es dagegen eine Absenkung des Lohnniveaus und Wohlstandsverluste: im Einzelhandel, im Gastgewerbe, bei Dienstleistern aller Art, im Bereich von Medien, Kultur und Weiterbildung.

Aber Lemminge wie Sie sind für unsere herrschaftlichen Kreise unabdingbar, damit die Demokratie "richtig" funktionieren kann.

pleifel 22.02.2015 | 23:45

Wo soll ich jetzt anfangen? Wenn ich auf alle Aspekte eingehe, wird es ein langer Aufsatz. Den wird in der Länge keiner lesen wollen. In den Kommentaren der Mitforisten sind bereits einige Antworten gegeben worden.

Zuerst einmal kann jeder zu jederzeit in Situationen geraten, die nicht mehr allein zu bewältigen sind und ohne die Hilfe oder die Leistung anderer bewältigt werden können. Es kann ein Schlaganfall sein, wie ich es des Öfteren in meinem Umfeld erfahren habe. Es kann ein plötzliches Leid sein, was einen aus der Bahn wirft und man danach nichts mehr auf die Reihe kriegt.

Bilden wir uns also nicht ein, wir wären mit einer eisernen Psyche ausgestattet, die jeglicher Belastung standhält. Dieses Gebäude kann einstürzen! Und Heiko, ich kann Ihnen versichern, wenn das der Fall ist (erlebt hat), dann sieht man anschließend die Welt mit anderen Augen. Die Fragilität unseres Subjektseins ist dann bloßgelegt und zeigt, wie begrenzt unsere Fähigkeiten sind, sich selbst da rauszuarbeiten. Das sollte als Hinweis genügen.

Es kann also eine "Spirale des Abstiegs" werden, die man sich einfach nicht vorstellen konnte (bzw.: betrifft ja nur andere) und landet plötzlich auf der Straße. Jobverlust, Scheidung, keine Knete mehr, Haus oder Wohnung weg, Freunde weg, Ergebnis: Straße, bzw. Obdachlosenunterkunft.

"Wenn man auf Hartz4 und Wohngeld aus Unkenntnis, Scham oder einfach Bräsigkeit verzichtet, so ist das die ganz persönliche Entscheidung eines Jeden, der dieses ablehnt oder nicht in Anspruch nimmt."

Ich will ja nicht pingelig sein, aber wenn ich Unkenntnis von etwas habe, dann kann ich es wohl nicht ablehnen oder in Anspruch nehmen. Von unserer Warte aus scheint das eher unwahrscheinlich, ist aber häufig die Realität.

Ehe ich mir darüber Gedanken mache, ob sich einige „für lau“ durchs Leben schlagen, würde ich doch gerne mal die Proportionen, die Verhältnisse zurechtrücken. Wenn es eine Sauerei zu kritisieren gibt, dann sind es doch wohl diejenigen, die gesetzlich geschützt einen „für lau“ machen und zwar alle diejenigen, die von leistungslosen Einkommen leben.

Wie viele Statistiken müssen wir denn noch gelesen haben, wie viele Beobachtungen von ungerechten Strukturen müssen wir denn noch sehen und wie viele falsche Entscheidungen nehmen wir noch hin, anstatt an den Armen, Bettlern und Obdachlosen Anstoß zu nehmen?

Warum soll ich heutige Zustände mit der Vergangenheit vergleichen, wenn wir produktive Verhältnisse geschaffen haben, die zum ersten Mal in der uns bekannten Menscheitsgeschichte, bei intelligentem Einsatz der Mittel, niemanden in dem Zustand belassen muss, wie wir ihn in dem Beitrag gelesen haben. Sollen wir den angeblich Schwächeren zum Vorwurf machen, was wir mit unserem perfiden System verursacht haben?

Und was den Ressourcenverbrauch betrifft, da habe ich das Problem noch nie bei den Armen gesehen. Sie leben vom Minimum. Von einem Minimum und unter Verhältnissen, die auch wohl von denjenigen nicht gelebt werden möchten, die ihnen "Erschleichung", "Faulheit" oder sonstige Negativa zuschreiben.

Wer sind denn nun die wahrhaft Armen und Kranken in unserer Gesellschaft?

pleifel 23.02.2015 | 00:05

"..neben der Notlage auch noch mit dem Stigma klarkommen müssen."

Da sind wir heute sogar noch ein Stück weiter. Denn die Gescheiterten schreiben sich die Situation selbst zu, denn wenn sie härter gearbeitet, besser gelernt, halt intelligenter gewesen wären, würden sie nicht in dieser "Scheiße" sitzen!

Was überzeugt denn mehr als Argument, wenn sich das Resultat aus den Zahlen entnehmen lässt, warum ich z.B. entlassen wurde. Ist es nicht fair, wenn der besser qualifizierte die Stelle bekommt? Die Ursachen werden akzeptiert und resignativ hingenommen.

Die Probleme werden dann eher woanders gesucht und auch gefunden. Deshalb würde zurzeit jede Befragung in Deutschland zu Griechenland mit großer Mehrheit nur eine "Härteergebnis" ergeben und nicht die Zusammenhänge der Armutsentwicklung beleuchten, die sich in Griechenland brutaler und offener zeigt, die sich aber auch in unsere Gesellschaft analog hineinfrisst.

Soweit zur Klarheit der Gedanken. Nur, wie sollen sich die Zustände zum Besseren wenden, wenn den Betroffenen selbst noch nicht einmal eine einfache Analyse dieser Zusammenhänge gelingt?

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2015 | 00:31

Hallo Roswitha...

...man sieht immer mehr Menschen, deren Zähne nicht in Ordnung sind.

Wie jetzt? Was soll das aussagen? Karies und Paradontose sind Sache der Gesellschaft? Und "verarmte" Akademiker finden die Zahnbürste nicht mehr, weil der Strom für die 1000 Lux Strahler des Villeroy&Boch Badschrankes fehlt? Auch hier gilt: Hartz4 ist auch krankenversichert. Man bekommt dafür keine Hollywood-Beißerchen, aber mit Sicherheit eine adäquate Zahngesundheit. Diese fatalistische Denke bringt uns keine Veränderung, geschweige denn eine Lösung, sie verhärtet nur die Gegebenheiten, und spielt denen in die Karten, die am besten bluffen können, weil sie den größten Stack am Verteilungstisch haben.

MfG Unschaerfe

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2015 | 01:11

Bilden wir uns also nicht ein, wir wären mit einer eisernen Psyche ausgestattet, die jeglicher Belastung standhält. Dieses Gebäude kann einstürzen! Und Heiko, ich kann Ihnen versichern, wenn das der Fall ist (erlebt hat), dann sieht man anschließend die Welt mit anderen Augen. Die Fragilität unseres Subjektseins ist dann bloßgelegt und zeigt, wie begrenzt unsere Fähigkeiten sind, sich selbst da rauszuarbeiten. Das sollte als Hinweis genügen.

Lieber Paul, mal vorweg: Ich bin nicht das System. Sie sind es nicht. Der Obdachlose ist es nicht. Die alleinerziehende Mutti von drei Kindern ist es nicht. Der Schlaganfallpatient ist es nicht. Der arme Rentner ist es auch nicht. Was wir sind ist einzig die Zurückgeworfenheit auf uns selbst. Und das können sie keinem Menschen abnehmen, egal wie das System tickt. Manch Externalisierung zur Erklärung der eigenen Umstände nimmt schon groteske Züge an, und ab diesem Punkt möchte ich im outsourcen von Eigenverantwortlichkeiten auch nicht mehr mitgehen in den Argumenten zur Armutsklassifizierung. Nein.

Das hat auch nichts mit fehlendem Mitgefühl, empathischer Schwäche oder Ellenbogenmentalität zu tun. Sondern schlicht und ergreifend mit Selbstverantwortung. Nix Papa Staat, nüscht mit pöses System, schlimme Kindheit, ruinöse Scheidung. Nein.

MfG Unschaerfe

pleifel 23.02.2015 | 09:57

Wir sind sowohl Gestalter und auch "Erleider" des Systems. Ich verstehe zwar ihren Gedankengang, werde aber nicht hinter die von Marx bereits beschriebenen Erkenntnisse zurückfallen wollen.

Es gibt zwar auch die von Ihnen beschriebenen Vehaltensweisen, aber die sind nicht der Kern unserer heutigen Probleme. "Outgesourced" wird man als Arbeitnehmer, die Eigenverantwortlickeit greift aber zu kurz, denn auf genau die wird man zurückgeworfen und soll als Risikoverlagerungs- und Selbstmanagementmodell die falschen Strukturen salvieren.

Das individualistische, selbstverantwortliche Prinzip entspricht zwar auch meinen Idealvorstellungen, reicht aber hinten und vorne zur Lösung nicht aus. Hat übrigens immer nur für die Starken und Wohlhabenden zugetroffen.

Nee lieber Heiko, wenn ich mich auf ihre Argumentation einlasse, dann höchstens so, dass als Vorwurf diese "Selbstverantwortung" nicht zum Revolutionsansatz wird. Aber auch da könnte ich die Gründe nennen, warum es nicht geschieht.

Grüße Paul

NullAchtFuffzehn 23.02.2015 | 10:57

Gähn! Die meisten Bürger wollen DAS so haben sprich Sie wählen die Politik die das umsetzt das es so ist wie ist. Wir sollten uns damit abfinden das die mehrheit (mindestens 51%) eine solche politik machen kann. Von 100 leuten ist es 75% egal wie es dem rest geht bzw. die meinen denen gehts sogar noch zu gut. Da ich keine gewalt anwenden will habe ich mich damit abgefunden das das in einer demokratie nun mal so ist.

Comparse 23.02.2015 | 11:46

Geschehen vor 5 Jahren - da war meine Tochter gerade mal 10: In der Erlanger Innenstadt sahen wir Bettler. Wir gaben ihnen etwas und ein freundliches Bitte dazu. Danach sagte ich: In der DDR hättest du so etwas nie erleben müssen.

Die Antwort meiner Tochter: Aber es muss doch auch Bettler geben.

Ich konnte mit dieser Antwort die ersten Sekunden erst mal nichts anfangen.

Doch dann sagte ich ihr: Nein, es muss sie nicht geben - nicht in einem so reichen Land. Dieses Land muss sich auch um die Schwachen kümmern.

Meine Tochter war danach lange still...

Rosbaud 23.02.2015 | 12:29

Arbeitersoldaten

Ja, der stolze deutsche Arbeitersoldat: Selbstverantwortlich, "vernünftig", selbstgenügsam, leidensbereit, die Stürme des Lebens stoisch meisternd und vor allem die Reichtumsanhäufung nicht störend, so wünscht sich unsere Kapitalistenklasse das Arbeitersoldatenvolk, um sich auch in Zukunft mit Exportexzessen als Elefant im Porzellanladen aufführen zu können und "Deutsch-Europa" weiterhin unter ihrer Fuchtel zu halten.

Die Urhorde hätte mit einem dermaßen unsolidarischen Verhalten nicht überlebt!

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2015 | 13:54

Nee lieber Heiko, wenn ich mich auf ihre Argumentation einlasse, dann höchstens so, dass als Vorwurf diese "Selbstverantwortung" nicht zum Revolutionsansatz wird. Aber auch da könnte ich die Gründe nennen, warum es nicht geschieht.

Es gibt zwar auch die von Ihnen beschriebenen Vehaltensweisen, aber die sind nicht der Kern unserer heutigen Probleme.

Nun, lieber Paul, der gute Marx und seine Erkenntnisse...wir wissen doch alle, von wem Marx sich hat protegieren lassen, um sich ganz seinen philosophischen Arbeiten widmen zu können. Das schmälert in keinster Weise sein großes Werk, nur, gegenüber seinen Nächsten, Frau und Kinder, hat er sich weniger sozial verhalten. Da war er ein Drückeberger. Ein Ausfall. Eine Katastrophe. Wenn er auf sich zurückgeworfen war, ganz ohne hehre Gedanken, da war aber Ende mit Allende beim guten Marx.

Befähigung zum eigenverantwortlichen Denken und Handeln stellt sich nicht durch social agreement ein - hat noch nie auf der Welt funktioniert, ist immer gescheitert, endete immer im Hunger und Elend. Die Reichen werden nicht dadurch immer reicher, weil sie in der Mehrheit wären, oder Kraft ihrer Macht sieben Millarden Menschen in Schach halten könnten, nein, die Schere klafft immer weiter auseinander, weil die einen nach Gründen suchen, so wie Marx, und die anderen nach Möglichkeiten. Die skandinavischen Modelle funktionieren doch nicht so prächtig, weil Gunnar aus Tromsö dem Arvid aus Trondheim so am Herzen liegt. Nein, in diesen Landstrichen ist der Mensch noch permanent auf sich zurückgeworfen, muss nicht widernatürlich handeln, kann nichts zum System delegieren, wächst in Selbstbestimmtheit auf, und muss bewusst entscheiden. Wann gab es denn die letzten revolutionären Ausbrüche in Norwegen? In Schweden? In Island? Selbstverantwortung und Revolutionsansatz...?? Was ist das in Deutschland? Um 9.00Uhr morgens, in Dr. Martins und Rindslederjacke, frisch aus dem EMP-Shop, händehaltend und locker-fluffig sitzend um einen Euro in der Passage zu bitten, wie ich es am heutigen Vormittag wieder erlebt habe??

Es gibt kein Recht auf Essen und Trinken. Es gibt kein Recht auf Gesundheit. Es gibt kein Recht auf Bildung. Es gibt kein Recht auf Empathie. Es gibt kein Recht auf Sorge. Und schon gar nicht gibt es ein Recht auf Gründe. Und wenn wir einmal aufhören würden, uns auf das "Recht" zu berufen, und stattdessen unsere Möglichkeiten anrufen, hätte das eine Prozent da *Oben* schon längst ausgepokert.

MfG Unschaerfe

pleifel 23.02.2015 | 14:20

Genau die Länder die Sie erwähnen haben die höchsten Sozialabgaben, sind die sozialistischsten, wenn man es so sagen möchte. Sie sind institutionell besser aufgestellt und dadurch auch von der Bevölkerung akzeptierter als bei uns.

Und was Island betrifft, da haben Sie die Finanzkrise ausgeblendet, die die Isländer auf ihre ganz eigene Art gegen internationalen Druck bewältigt haben. In dem Zusammenhang haben sie sich wieder mehr auf ihre eigenen Fähigkeiten besonnen, das ist richtig. Sind aber auch ein kleines Völkchen auf einer Insel mit besonderen Bedingungen.

Wir haben aber auch eine Pflicht auf die Bemühungen um "Durchblick"! Und wenn wir uns Institutionen geben, dann sind sie unser verlängerter Arm, die genau die Rechte formal vertreten (schützen) sollen, die wir ihnen gegeben haben.

Wenn man in das GG schaut, findet man viele Rechte, die mit dem Staatsbürger verankert sind. Diese Rechte sind zwar aktive, aber nur wahrnehmbar, wenn der Rahmen stimmt.

Und daraus allein leite ich die Rechte, vor allem die elementaren ab, die nicht mehr verhandelbar sind. Ansonsten habe ich anlässlich der Kommentare hier einen Beitrag eingestellt.

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2015 | 14:48

Wenn man in das GG schaut, findet man viele Rechte, die mit dem Staatsbürger verankert sind. Diese Rechte sind zwar aktive, aber nur wahrnehmbar, wenn der Rahmen stimmt.

Und daraus allein leite ich die Rechte, vor allem die elementaren ab, die nicht mehr verhandelbar sind.

Hättest Du doch bloß nicht Kant gelesen..lieber Paul. Spässchen...

Die Farce beim kategorischen Imperativ ist ja, dass man die Naturgesetze dafür einklappen muss. Oder wie Adolf Grünbaum zu sagen pflegte: "Das ist nicht töricht, sondern haarsträubend töricht." Wenn etwas nicht mehr *verhandelbar* ist, muss ich sofort an Wittgenstein denken.

Stellen Sie sich vor, sagte er, Sie begegnen einem Mann, der halblaut zählt: ...9...5...1...4...1...3...fertig! Fertig womit?, fragen Sie ihn. Oh, sagt er erleichtert, ich habe alle Zahlen rückwärts von der Ewigkeit gezählt und bin endlich fertig.

roswitha 23.02.2015 | 15:22

Nicht so ganz, lieber Unschaerfe; die Einzelfälle, die ich kenne, fallen ganz und gar nicht in dieses Schema. Das sind allesamt fleißige Leute, die auch intellektuell etwas zu bieten haben. Ich habe das nur erwähnt, weil so schnell dahingesagt wird, mit dem Abitur habe man ein sicheres Leben vor sich. Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache.

Zweitens: Nur insofern stimme ich Ihnen zu, als dass es Menschen gibt, die "in die Spur" gebracht werden müsen, deren Maß an Eigenverantwortlichkeit schlichtweg nicht entwickelt ist. Lebenserfahrung.

ABER: Die Mär von dem fleißigen Eigenverantwortlichen, der seines Glückes Schmied ist, die ist ja Teil des amerikanischen Traums. Schauen Sie sich mal an, was daraus geworden ist. Es gibt prima Animationen zur Einkommens-und Vermögensverteilung in den USA. Seltsam doch, wie sehr der Reichtum an einigen wenigen kleben bleibt. Trotz des Fleißes manch weniger Begüteter.

Außerdem bitte ich Sie, mir zu beweisen, dass jeder in Deutschland, der wohlhabend ist, es durch Fleiß geworden ist. (!!!) Papas oder Mamas geerbtes Vermögen spieltt dabei eine ungeahnte Rolle. Und wer heute im Pflegebereich, im Krankenhaus oder Altenheim fleißig ist, kann sich in der Regel ohne Erbschaft kein Haus bauen. Das finde ich doch empörend; gewiss wird es Einzelbeispiele geben, die das Gegenteil beweisen, aber im Großen und Ganzen...

Fatalistisches Denken befördere ich gar nicht; aber eine ungerechte Gesellschaft bleibt ungerecht. Und die 40% vorauszusehenden Menschen, die in Altersarmut leben werden, sind politisch gemacht und nicht faul.

Gruß, Ro

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2015 | 15:39

Aber Lemminge wie Sie sind für unsere herrschaftlichen Kreise unabdingbar, damit die Demokratie "richtig" funktionieren kann.

Sie scheinen die Entwicklung des modernen europäischen Sozialstaates verschlafen zu haben und stecken noch im 19. Jht. fest.

Ach Rosbaud, was mir bewusst ist, oder auch nicht, kann Ihnen doch nicht bewusst sein. Oder wächst Ihnen Gras aus den Handinnenflächen? Spielen Sie hier weiter das benachteiligte Krawallbürstchen. Kommen Sie auch einmal zu Wort, es sei gegönnt. Nur, vielleicht nur, lassen Sie hier und dort einmal nicht den Thälmann für Arte-Nachtschwärmer raushängen, und besinnen sich auf Ihre Existenz, dann verspielen sich auch Ihre Anfeindungen an der Lust am Leben. Und jetzt texten Sie bitte Leute zu, die dem unbefreiten Denken nicht abgeneigt sind. Thx.

MfG Unschaerfe

Costa Esmeralda 23.02.2015 | 16:03

Liebe Kathrina,

ganz herzlichen Dank für Deinen Beitrag, Deine Beobachtungen über Armut in Deutschland und Dein Aufrütteln.

Kurzfristig ist es wichtig für die Zivilgesellschaft, hinzugucken und praktisch etwas gegen die Armut zu tun.

Mittel- und langfrisig ist endlich der Einstieg in eine solidarische Gesamtgesellschaft gefragt, angefangen mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen und der Förderung von Solidar-Wirtschaft, die alle Menschen mitnehmen in ihren Menschenrechten auf würdige Lebensbedingungen. Das muss gegen die verda...te BT-Parteien-Diktatur erstritten werden.

LG, CE

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2015 | 16:31

Und wer heute im Pflegebereich, im Krankenhaus oder Altenheim fleißig ist, kann sich in der Regel ohne Erbschaft kein Haus bauen.

Yepp. Jetzt fragen Sie einmal die Spanier, Italiener, die Griechen etc.pp...wie die sich ihre Häuser gebaut haben. Sind ja auch nicht alles Ingenieure, Akademiker, hochbezahlte Manager...oder?? Wie haben die das gepackt? Ach so, stimmt, die haben an sich und ihre Familien gedacht. Soviel zur Eigenverantwortlichkeit.

Ich habe das nur erwähnt, weil so schnell dahingesagt wird, mit dem Abitur habe man ein sicheres Leben vor sich.

Wer sagt das denn?? Und wichtiger, wer verlässt sich denn auf solche Aussagen? Der befreit Denkende, oder der Untertan?

Und die 40% vorauszusehenden Menschen, die in Altersarmut leben werden, sind politisch gemacht und nicht faul.

Diese 40% haben doch all die Jahrzehnte den Unsinn geglaubt, gewählt, die Verantwortung für sich abgetreten. Kein Mitleid, sry.

Das sind allesamt fleißige Leute, die auch intellektuell etwas zu bieten haben.

Fuck. Da ist man intellektuell, und es gibt kein Geld dafür! Scheiße wars, und kein Bonbon. Haben wir Schlauheit jetzt schon im GG verankert, als Recht zur Versorgung? Was soll das?, liebe Roswitha. Wenn es nach solchen Kriterien in unserer Welt gehen würde, dann schauen Sie doch einmal 2000 Jahre zurück in der Geschichte, ob das jemals etwas geändert hätte. War die Welt schon einmal gerechter, durch plausible Gründe? Nein,nein.

MfG Unschaerfe

Rosbaud 23.02.2015 | 18:06

Da muss ich erst mal bei meiner Bäckertante im Chiemgau nachfragen ...

Ich habe nichts gegen Eigenverantwortung, aber bei Ihnen artet das ins Selbstgerechte, Überhebliche, Zynische aus. Letztendlich kulminiert Ihr Ansatz in der US-Schmonzette "Vom Tellerwäscher zum Millionär", ein Schuss aus Atlas shrugged, der Egoistenbibel Ayn Rands, ist sicher auch ein Bestandteil Ihres libertären Gebräus. Die Menschen sollen schutzlos dem "freien Spiel" der Marktkräfte ausgesetzt werden, um sie effektiver ausbeuten zu können, darum geht es.

renovatio06 23.02.2015 | 19:13

Danke für die Quellenangaben, Holger. Da ist einiger Lesestoff. Also an guten Ideen mangelt es ja offenbar wahrhaftig nicht. Nur habe ich inzwischen - auch durch eigene Erfahrung gezeichnet - absolute Zweifel, dass die derzeitige Generation von Politikern irgendwelche heisse Eisen entschlossen und nachhaltig anpackt. Es kommt mir eher vor wie "Augen zu und das Beste hoffen". Währenddessen sind Menschen verhungert, erfroren, selbst aus der Grunsicherung oder Hartz IV in die Obdachlosigkeit abgeglitten. Manchmal kann ich mich der bitteren Überlegung nicht mehr ganz erwehren, dass dies mindestens gebilligt wird.... Die Regierung Schröder hat 2005 mit ihrer unsäglichen Agenda 2010 mal eben 50+ Jahre Sozialstaat zurückgebaut - mit den nun immer weiter um sich greifenden Folgen. Wo stand neulich, wer die Zukunft Deutschlands sehen will, muss nur nach Griechenland schauen? Ich weiß nicht mehr. Ich kann mir die Nachverfolgung dieser Quellen emotional und aufgrund eigener Betroffenheit einfach nicht mehr leisten... Danke dennoch für die Quellenangaben!

roswitha 23.02.2015 | 19:23

Lieber Unschaerfe, jetzt bin ich sehr verwundert. Familienzusammenhang? Habe gehört, dass in Griechenland seit Jahrzehnten vier Familien das Szepter in der politischen Hand haben. Das ist ein kleiner Gruppenegoismus zum Zwecke des Überlebens bzw. Ausbeutens, je nachdem welcher Kaste man angehört.. Aber als Staatsform, als Vision eines sozialen Miteinanders?

Dass die Menschen an der Altersarmut selbst schuld sein sollen, ist m.E. dreist. Wussten wir denn, dass die Sozialdemokraten gar keine mehr sind und mit der Agenda 2010 spätestens alles Soziale ausgehebelt haben? Und wieso werden nur wir bestraft, andere aber nicht?

Mag ja sein, dass in der Welt häufig der Kampf ums Überleben als Einziges zählt. Wir waren in Deutschland schon einmal einen Schritt weiter. Die Abarten eines vereinseitigten Kapitalismus werden uns so langsam schmerzlich bewusst. Da kann man sich doch aufmachen, gemeinsam etwas zu ändern.

Befreit Denkende waren in der Geschichte immer wieder bettelarm. Muss das deswegen so bleiben?

Aber ich sage Ihnen nichts Neues. Möchte aber auf die vielen vielen Organisationen und Initiativen hinweisen, die versuchen, das Rad in eine andere Richtung zu drehen. Und die Ideen, die hier in der FC diskutiert werden.

Gruß, Ro

pleifel 23.02.2015 | 19:43

", dann schauen Sie doch einmal 2000 Jahre zurück in der Geschichte, ob das jemals etwas geändert hätte. War die Welt schon einmal gerechter, durch plausible Gründe?"

Aber hallo lieber Heiko, wollen Sie die Vergangenheit zum bestimmenden Faktor der Zukunft machen. Jede Zeit erzeugt ihre ureigensten Probleme und benötigt zur Lösung dann keine alten Rezepte, wiewohl man die Vergangenheit kennen sollte. Zumindest sollte erkannter Mist nicht wiederholt werden.

Also bitte etwas schärfer formulieren. :-)

Und die Häuser, die hier in der Eifel von den Bewohnern selbst gebaut wurden, sind ganz gut zu erkennen, aber sicher nicht aufgrund von Qualitätsmerkmalen. Außerdem war es meist mehr den Umständen geschuldet (ärmliche Verhältnisse) und mit Nachbarschaftshilfe entstanden, was nach unserem Verständnis heute als Schwarzarbeit bezeichnet werden könnte.

Jeder soll dem anderen die Leistung anbieten, die er gerne gibt und gut kann. Alles andere ist Krampf. Obwohl ich gerne anderen helfe, wenn ich kann (und Bock dazu habe).

Rosbaud 23.02.2015 | 20:03

Ach Rosbaud, was mir bewusst ist, oder auch nicht, kann Ihnen doch nicht bewusst sein. Oder wächst Ihnen Gras aus den Handinnenflächen?

Sie sind doch nicht die Sphinx aus Buxtehude, sondern nur ein verirrter Libertärer, der glaubt, mit der Eigenverantwortung den Punkt des Archimedes gefunden zu haben, um "Sozialstaatsphantasien" aushebeln zu können. Ist doch nur eine intellektuelle Fingerübung, um darauf zu kommen.

Spielen Sie hier weiter das benachteiligte Krawallbürstchen.

Ich muss Sie enttäuschen, wir wohnen am Stadtrand von München in den eigenen vier Wänden, die Tochter arbeitet gerade in Kanada, in der Garage steht Wertarbeit aus Ingolstadt und den aktuellen (und vor allem realisierbaren) Wert unserer Immobilie nenne ich Ihnen besser nicht. Aber es steht nirgends geschrieben, dass man zum Soziopathen degenerieren muss, wenn's einem gutgeht.

Nur, vielleicht nur, lassen Sie hier und dort einmal nicht den Thälmann für Arte-Nachtschwärmer raushängen, und besinnen sich auf Ihre Existenz, dann verspielen sich auch Ihre Anfeindungen an der Lust am Leben. Und jetzt texten Sie bitte Leute zu, die dem unbefreiten Denken nicht abgeneigt sind.

Ein Freigeist will er sein und ist doch nur ein beschränkter Egoist!

W

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2015 | 22:21

@Unschaerfe:

Der richtig grosse Schlendrian und die massive Korruption gingen erst mit der Euro Einführung in Griechenland los.

In seinem "System der nationalen Ökonomie" entlarvt Friedrich List den händlerischen Ungeist der liberalkapitalistischen Wirtschaftstheorien von Adam Smith und David Ricardo. Nach deren Meinung (bereits vorgeprägt durch David Hume 1691) wird der Wert der Güter nicht durch ihren Gebrauchs -, sondern durch ihren Tauschwert bestimmt. Mithin ist also nicht die werteschaffende Arbeit, sondern der wertevermittelnde Handel das Wesentliche. Entscheidend ist auch nicht, ob Güter sittlich oder unsittlich, nützlich oder schädlich, gesund oder ungesund sind, sondern daß es für sie einen Marktbedarf gibt. Die Übersteigerung des händlerischen Denkens gipfelt in der Forderung nach arbeitsteiligem Umbau aller Volkswirtschaften der Erde zu Absatzplantagen der Weltwirtschaft und Zinskolonien der Hochfinanz. Dieser Umbau soll sie zur nationalen Selbstversorgung unfähig und vom internationalen Zwischenhandel abhängig machen. Alle Wirtschaftsstrukturen sind so umzugestalten, daß sie immer neuen Handel erzwingen. Die Wege zwischen Rohstoffen, Fertigprodukten und ihrem Absatz müssen so verlängert werden, daß sie dem Zwischenhandel riesige Profite verschaffen.

Weitere Widerlegungen der neoliberalen Freihandels-Ideologie findet man u.a. beim National-Ökonomen Gustav Ruhland ( http://www.vergessene-buecher.de ) sowie dem ehemaligen CDU und Grünen Mitglied Franz Groll, heute Mitglied der Linkspartei und Querdenker, welcher das Buch "Wie das Kapital die Wirtschaft ruiniert - Wege zu einer ökologisch sozialen Gesellschaft" verfasste, siehe auch die freien Online Texte auf seiner Website im Netz!

Ich möchte darauf hinweisen, dass die Freihandelstheorie nach Adam Smith samt ihren Verfälschungen seit Ricardo im Grunde schon lange widerlegt ist, siehe dazu auch Franz Groll in seinem Buch "Wie das Kapital die Wirtschaft ruiniert"!

http://franzgroll.de/CMS/

Manfred Julius Müller schlägt auf seinen zahlreichen Internetauftritten und Buchveröffentlichungen eine Lohnkostenreform nach dänischem Vorbild vor - das skandinavische Modell!
Entlastung des Faktors Arbeit durch eine Senkung der Sozialabgaben als Lohnnebenkosten, Umfinanzierung des Sozialstaates über die Mehrwertsteuer - durch den auftretenden protektionistischen Effekt, da deutsche Arbeit und Produkte verbilligt werden und ausländische Importe relativ verteuert, werden das globalistische Lohn- und Sozialdumpingsystem mit seiner durch den Zollabbau erzwungenen Standortkonkurrenz beendet. Die Erpressungsmöglichkeit der Unternehmer ist vorüber, deutsche Betriebe und Produkte sind auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig. Dennoch aber steigen die Preise für deutsche Produkte zumindest nicht stark, da das Geld ja wieder an produzierende Unternehmer und Beschäftige über die Senkung der Sozialabgaben als Lohnnebenkosten zurückgegeben wird!
Dies wurde schon erfolgreich von der Merkel Regierung der grossen Koalition 2005 bis 2009 mit der 2005 beschlossenen Mehrwertsteuererhöhung auf 19%, welche 2007 in Kraft trat, bei gleichzeitiger Senkung der Lohnnebenkosten durchgeführt! (in Skandinavien meist 25% Mehrwertsteuer).

http://mehrwertsteuererhoehung-pro-contra.de/

Jobwunder durch Konsumsteuer - erste erfolgreiche Ansätze unter Merkel

http://www.direktzu.de/kanzlerin/messages/jobwunder-durch-konsumsteuer-21923

Manfred Julius Müller und die Umsatzsteuer Demagogen

http://www.dzig.de/Manfred_Julius_Mueller_und_die_Umsatzsteuer-Demagogen

Wer ist Manfred Julius Müller?

http://www.das-kapital.eu/manfred-mueller.html

Gegen die zentralistische Brüsseler EU, die gerade zu einer Art Rätediktatur zu werden droht!

http://www.europaeische-union-eu.de/

"Das Kapital" nach Manfred Julius Müller statt nach Karl Marx

http://www.das-kapital.eu/

Manfred Julius Müller zur Globalisierung und der neoliberalen Feihandels-Ideologie, gegen den Monetarismus der Chikagoer Schule der Volkswirtschaft nach Milton Friedman und gegen die sogenannte exportfixierte Angebotspolitik für die Grossindustrie nach Hans-Werner Sinn, welche Mittelstand und Handwerk (wo die meisten Leute arbeiten) ausblutet und die Infrastruktur und den Binnenmarkt vernachlässigt!

http://www.grundeinkommen-buergergeld.de/publikationen.html

http://www.neo-Liberalismus.de/

http://www.anti-globalisierung.de/

http://www.globalisierung.com.de/

http://www.kapitalismus-online.de/globaler-dumpingwettbewerb.html

http://www.politik-poker.de/manfred-julius-mueller.php

Das zweite Scheitern des LiberalismusUlrich Berger und Christoph Stein 23.12.2004Der Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts: Hysterie, Regression und WiederholungszwangDer Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts. Wie seine feindlichen Brüder lässt er keine historische Erfahrung und keine theoretische Reflexion gelten, die seinen Glaubenssätzen widersprechen könnte. Diese dogmatische Enge ist ein Makel seiner Herkunft. Er ist ein kämpferischer Anti-Anti-Liberalismus, konzipiert in den Zeiten der schwersten Niederlage der liberalen Ideale. Dies prägt seine Begriffsbildung und seine Kampfesweise. Er musste seinen Feinden auf gleicher Augenhöhe entgegentreten. So übernahm er, insbesondere vom Marxismus, die Grundkonzeption einer "geschlossenen wissenschaftlichen Weltanschauung". Er zwingt alle Weltprobleme in ein einfaches Korsett, hat auf alle Fragen einfache Antworten (im wesentlichen immer dieselbe). Er verfügt über ein simples Menschenbild und er propagiert eine utopische Geschichtsphilosophie. Seine dogmatische Enge und sein utopischer Glaube hindern ihn allerdings daran, für die relevanten wirtschaftlichen Probleme pragmatische Lösungen zu finden. Dies macht ihn ebenso realitätsuntauglich, wie es der Marxismus war. Mit seinem Scheitern ist daher zu rechnen.

http://www.heise.de/tp/artikel/19/19062/1.html

Exportorientierung statt Binnenmarkt - Entwicklung

Ulrich Berger und Christoph Stein 11.04.2005Das zweite Scheitern des Liberalismus - Teil 2

Der Neoliberalismus kann die gegenwärtige Krise weder verstehen, dazu fehlt ihm das theoretisch-begriffliche Rüstzeug, noch kann er sie wirksam bekämpfen oder auch nur eindämmen. Er begreift noch nicht einmal seine eigenen Niederlagen. Im ersten Teil unserer Betrachtungen haben wir die dogmatische Enge des Neoliberalismus auf dem Gebiet der deutschen Konjunkturpolitik verfolgt (Der Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts). Fataler noch als die binnenwirtschaftlichen sind jedoch die weltwirtschaftlichen Folgen neoliberaler Wirtschaftspolitik.

http://www.heise.de/tp/artikel/19/19828/1.html

Europäischer Binnenmarkt: Grundfehler der Integration


http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1380&no_cache=1&sword_list%5B%5D=Freihandel

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2015 | 22:23

In seinem "System der nationalen Ökonomie" entlarvt Friedrich List den händlerischen Ungeist der liberalkapitalistischen Wirtschaftstheorien von Adam Smith und David Ricardo. Nach deren Meinung (bereits vorgeprägt durch David Hume 1691) wird der Wert der Güter nicht durch ihren Gebrauchs -, sondern durch ihren Tauschwert bestimmt. Mithin ist also nicht die werteschaffende Arbeit, sondern der wertevermittelnde Handel das Wesentliche. Entscheidend ist auch nicht, ob Güter sittlich oder unsittlich, nützlich oder schädlich, gesund oder ungesund sind, sondern daß es für sie einen Marktbedarf gibt. Die Übersteigerung des händlerischen Denkens gipfelt in der Forderung nach arbeitsteiligem Umbau aller Volkswirtschaften der Erde zu Absatzplantagen der Weltwirtschaft und Zinskolonien der Hochfinanz. Dieser Umbau soll sie zur nationalen Selbstversorgung unfähig und vom internationalen Zwischenhandel abhängig machen. Alle Wirtschaftsstrukturen sind so umzugestalten, daß sie immer neuen Handel erzwingen. Die Wege zwischen Rohstoffen, Fertigprodukten und ihrem Absatz müssen so verlängert werden, daß sie dem Zwischenhandel riesige Profite verschaffen.

Weitere Widerlegungen der neoliberalen Freihandels-Ideologie findet man u.a. beim National-Ökonomen Gustav Ruhland ( http://www.vergessene-buecher.de ) sowie dem ehemaligen CDU und Grünen Mitglied Franz Groll, heute Mitglied der Linkspartei und Querdenker, welcher das Buch "Wie das Kapital die Wirtschaft ruiniert - Wege zu einer ökologisch sozialen Gesellschaft" verfasste, siehe auch die freien Online Texte auf seiner Website im Netz!

Ich möchte darauf hinweisen, dass die Freihandelstheorie nach Adam Smith samt ihren Verfälschungen seit Ricardo im Grunde schon lange widerlegt ist, siehe dazu auch Franz Groll in seinem Buch "Wie das Kapital die Wirtschaft ruiniert"!

http://franzgroll.de/CMS/

Manfred Julius Müller schlägt auf seinen zahlreichen Internetauftritten und Buchveröffentlichungen eine Lohnkostenreform nach dänischem Vorbild vor - das skandinavische Modell!
Entlastung des Faktors Arbeit durch eine Senkung der Sozialabgaben als Lohnnebenkosten, Umfinanzierung des Sozialstaates über die Mehrwertsteuer - durch den auftretenden protektionistischen Effekt, da deutsche Arbeit und Produkte verbilligt werden und ausländische Importe relativ verteuert, werden das globalistische Lohn- und Sozialdumpingsystem mit seiner durch den Zollabbau erzwungenen Standortkonkurrenz beendet. Die Erpressungsmöglichkeit der Unternehmer ist vorüber, deutsche Betriebe und Produkte sind auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig. Dennoch aber steigen die Preise für deutsche Produkte zumindest nicht stark, da das Geld ja wieder an produzierende Unternehmer und Beschäftige über die Senkung der Sozialabgaben als Lohnnebenkosten zurückgegeben wird!
Dies wurde schon erfolgreich von der Merkel Regierung der grossen Koalition 2005 bis 2009 mit der 2005 beschlossenen Mehrwertsteuererhöhung auf 19%, welche 2007 in Kraft trat, bei gleichzeitiger Senkung der Lohnnebenkosten durchgeführt! (in Skandinavien meist 25% Mehrwertsteuer).

http://mehrwertsteuererhoehung-pro-contra.de/

Jobwunder durch Konsumsteuer - erste erfolgreiche Ansätze unter Merkel

http://www.direktzu.de/kanzlerin/messages/jobwunder-durch-konsumsteuer-21923

Manfred Julius Müller und die Umsatzsteuer Demagogen

http://www.dzig.de/Manfred_Julius_Mueller_und_die_Umsatzsteuer-Demagogen

Wer ist Manfred Julius Müller?

http://www.das-kapital.eu/manfred-mueller.html

Gegen die zentralistische Brüsseler EU, die gerade zu einer Art Rätediktatur zu werden droht!

http://www.europaeische-union-eu.de/

"Das Kapital" nach Manfred Julius Müller statt nach Karl Marx

http://www.das-kapital.eu/

Manfred Julius Müller zur Globalisierung und der neoliberalen Feihandels-Ideologie, gegen den Monetarismus der Chikagoer Schule der Volkswirtschaft nach Milton Friedman und gegen die sogenannte exportfixierte Angebotspolitik für die Grossindustrie nach Hans-Werner Sinn, welche Mittelstand und Handwerk (wo die meisten Leute arbeiten) ausblutet und die Infrastruktur und den Binnenmarkt vernachlässigt!

http://www.grundeinkommen-buergergeld.de/publikationen.html

http://www.neo-Liberalismus.de/

http://www.anti-globalisierung.de/

http://www.globalisierung.com.de/

http://www.kapitalismus-online.de/globaler-dumpingwettbewerb.html

http://www.politik-poker.de/manfred-julius-mueller.phpDas zweite Scheitern des LiberalismusUlrich Berger und Christoph Stein 23.12.2004Der Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts: Hysterie, Regression und WiederholungszwangDer Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts. Wie seine feindlichen Brüder lässt er keine historische Erfahrung und keine theoretische Reflexion gelten, die seinen Glaubenssätzen widersprechen könnte. Diese dogmatische Enge ist ein Makel seiner Herkunft. Er ist ein kämpferischer Anti-Anti-Liberalismus, konzipiert in den Zeiten der schwersten Niederlage der liberalen Ideale. Dies prägt seine Begriffsbildung und seine Kampfesweise. Er musste seinen Feinden auf gleicher Augenhöhe entgegentreten. So übernahm er, insbesondere vom Marxismus, die Grundkonzeption einer "geschlossenen wissenschaftlichen Weltanschauung". Er zwingt alle Weltprobleme in ein einfaches Korsett, hat auf alle Fragen einfache Antworten (im wesentlichen immer dieselbe). Er verfügt über ein simples Menschenbild und er propagiert eine utopische Geschichtsphilosophie. Seine dogmatische Enge und sein utopischer Glaube hindern ihn allerdings daran, für die relevanten wirtschaftlichen Probleme pragmatische Lösungen zu finden. Dies macht ihn ebenso realitätsuntauglich, wie es der Marxismus war. Mit seinem Scheitern ist daher zu rechnen.http://www.heise.de/tp/artikel/19/19062/1.htmlExportorientierung statt Binnenmarkt - EntwicklungUlrich Berger und Christoph Stein 11.04.2005Das zweite Scheitern des Liberalismus - Teil 2Der Neoliberalismus kann die gegenwärtige Krise weder verstehen, dazu fehlt ihm das theoretisch-begriffliche Rüstzeug, noch kann er sie wirksam bekämpfen oder auch nur eindämmen. Er begreift noch nicht einmal seine eigenen Niederlagen. Im ersten Teil unserer Betrachtungen haben wir die dogmatische Enge des Neoliberalismus auf dem Gebiet der deutschen Konjunkturpolitik verfolgt (Der Neoliberalismus ist die letzte Großideologie des 20. Jahrhunderts). Fataler noch als die binnenwirtschaftlichen sind jedoch die weltwirtschaftlichen Folgen neoliberaler Wirtschaftspolitik.http://www.heise.de/tp/artikel/19/19828/1.htmlEuropäischer Binnenmarkt: Grundfehler der Integration

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1380&no_cache=1&sword_list%5B%5D=Freihandel

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Ehemaliger Nutzer 23.02.2015 | 22:26

Manfred Julius Müller widerlegt auf seinen zahlreichen Websites im Netz die vermeintlichen Erfolge der zudem völlig verfassungswidrigen Agenda2010 und von Hartz4 sehr schön!

Hartz IV ist gescheitert! Eine wissenschaftliche Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Arbeitsmarktreformen das Gegenteilige bewirken! BITTE TEILEN und dabei helfen die wichtige Studie zu verbreiten!

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/studie-hartz-iv-ist-gescheitert-9001546.php

Oberham 24.02.2015 | 10:58

... gute Socken sind in der Tat ein sehr sinnvolles Geschenk - machen sie bitte weiter - vielleicht gibt es ja noch mehr Menschen in München, die ihrem Beispiel folgen - ganz von sich aus -

wenn man es auf Augenhöhe gibt, das Zeugs - dann wird es auch gerne angenommen - und Zeit - Aufmerksamkeit - Mitgefühl - das sind wertvolle Geschenke -

vielleicht schaffen sie es ja mit Bekannten mal ein offenes Wohnzimmer für Obdachlose in München zu gründen.

Würden sich in den Stadtteilen derlei Initiativen ganz unbürokratisch (ohne e.V. und Berechtigung für Spendenquittung sowie "Ehrenanmt") ergeben, es wäre für München ein großer Gewinn - für alle Menschen!

Ich lebe auf dem Land - meine Hütte ist offen, doch auf dem Land scheint es kaum Obdachlose zu geben, mich besuchen nur Sektenmitglieder - aber nachdem ich sie dann ca. 60 Minuten einer Verbaldusche ausgesetzt habe, die sie eigentlich mir verpassen wollten, setzen die sich wieder ab - und erst wenn eine neue Besetzung zum Bekehren ausschwärmt, gibts neue Besucher. (Wobei es ist jetzt schon sehr lange her, wahrscheinlich stehe ich bei denen auf der Liste der hoffnungslosen Fälle.... )

auch die Asylsuchenden verirren sich nicht zu mir - obschon ich es oft angeboten hätte (auch zum Lernen unserer Sprache...)

.... man muss wohl schon selber einen bestimmten Status haben, um als "Einladender" akzeptiert zu werden.

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Ehemaliger Nutzer 24.02.2015 | 12:08

Mir geht es um ureigenste Selbstverantwortung, werter Paul. Sie beantworten es ja in Ihrem Blog zum Thema selbst:

Ist „Verantwortung“ ein Faktor, der mir aufgebürdet, durch irgend etwas (jemand) auferlegt werden kann? Ist es nicht eine absolut individuelle Entscheidung, ob ich mich für mein Umfeld entscheide und nicht gleich die ganze Welt retten will? Abgesehen davon, dass ich das nicht könnte und auch völlig andere Sichtweisen zur Rettung existieren dürften.

MfG Heiko

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Ehemaliger Nutzer 24.02.2015 | 12:18

Dass die Menschen an der Altersarmut selbst schuld sein sollen, ist m.E. dreist. Wussten wir denn, dass die Sozialdemokraten gar keine mehr sind und mit der Agenda 2010 spätestens alles Soziale ausgehebelt haben?

Liebe Roswitha...

Wenn ich diesen Satz von Ihnen lese, und mir die Tonart dazu vorstelle, habe ich das Bild eines Eichhörnchens vor Augen, welches verdutzt in den Wald schaut, weil es vergessen hat, wo es denn gleich nochmal die Haselnüsse gestern versteckt hatte..hä?

;-))...Gruß Heiko.

pleifel 24.02.2015 | 12:30

Es wird oft getrennt, was auch zusammen bestehen kann. Selbstverantwortung habe ich immer, die ist aber abhängig von den mir vorgefundenen Strukturen, wodurch ich sie wahrnehmen kann. Beide Elemente stehen in Beziehung zueinander. Dazu benötige ich entsprechende Mittel, falls sie mir nicht genommen wurden oder man mich auf ein Minimum eingedampft hat.

Nun wurden wir halt in Strukturen reingeboren, an die wir uns erstmal angepasst haben, bevor wir begannen, uns von Fall zu Fall zu widersetzen. Meine Vorstellung von Gerechtigkeit teilt sich auf in den allgemeinen und individuellen Faktor. Alles was ich nicht individuell machen muss (kann) und der Vereinfachung des Lebens (Gesellschaft) dient, wird in sinnvolle Institutionen ausgelagert. Das Subsidiaritätsprinzip wäre dazu ein guter Grundsatz.

Wenn ich es so erkläre, dass die "gerechte Institution" meinen individuellen Willen verkörpert (Übereinstimmung), dann löst sich auch der scheinbare Widerspruch zu Verantwortlichkeiten auf. Es bleibt dann immer jenseits der Existenzsicherung noch genügend Spielraum, um Verantwortung zu übernehmen, bzw. sich verantwortlich zu fühlen.

Vielleicht habe ich es jetzt etwas besser formuliert.

roswitha 24.02.2015 | 15:07

Lieber Heiko,

wenn ich Sie (und Oberham) erheitert habe, freut mich das ja. Es ist noch viel schlimmer: Nicht nur, dass ich die Nüsse nicht mehr finde, ich habe auch keine mehr übrig, um sie den Eliten auf den Kopf zu werfen. Wat nu? :-)))

Egal, ob wir dumm waren oder geschlafen haben, wir haben uns von den Sozis verraten lassen. Das ist ein gesellschaftliches Problem, auch wenn es im Einzelfall eine drollige Note hat. Und das ist gar nicht mehr so lustig. Es werden in Zukunft viele betroffen sein. Vielleicht birgt das auch das Potenzial zur Veränderung. Jetzt muss ich an die Arbeit.

Ach so, die Tonart meines Satzes: Ich kann noch über mich selber lachen. :-))

Gruß, Ro

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Ehemaliger Nutzer 24.02.2015 | 16:05

...wenn ich Sie (und Oberham) erheitert habe, freut mich das ja.

Mich auch, Roswitha. Denn bei aller Liebe zum Gesangsverein, sollten wir nicht alles auf die Goldwaage legen. Es wiegt sich sowieso nur im Nanobereich, und das im Mesokosmos...

Egal, ob wir dumm waren oder geschlafen haben, wir haben uns von den Sozis verraten lassen.

Zum Verrat gehört Kenntnis über die tatsächlichen Gegebenheiten. Wollen Sie das Schröder und Co. wirklich zugestehen? Was soll denn dieser Personalrückstand in Wolfsburg nun verraten haben?? Seinen Geburtsnamen? Hartz?

Jetzt muss ich an die Arbeit.

Schreiben Sie das bitte nicht so "laut". Arbeit nix gut sein in der dFC...und Tipp am Rande, sagen Sie bloß nicht, Ihre Tätigkeit würde Ihnen Sinn und Spaß bereiten. Im Nu handeln Sie sich so untertänigste Grüße ein...;-))

MfG Heiko

Rosbaud 24.02.2015 | 19:12

Können Sie auch noch etwas anderes, als: Arbeit doof, Deutschland doof, Kommentare doof, Blume doof, Natur doof, ganzes Sinnfeld strunzdumm..?? Leck mich am Arsch - Welt..?

Wie kommen Sie auf diese angeblichen Doofheiten meinerseits? Bisher ging es nur um Ihre Doofheit, Transferempfängern und Sozialstaatsbefürwortern einen Mangel an Selbstverantwortung zu unterstellen!

Wo ist Ihr heller Moment im Leben?

Ich werde von Erleuchtungen regelrecht heimgesucht!

Ich

Oberham 24.02.2015 | 21:02

... also, ich fühle mich nicht von den Sozis verraten - da ich ganz verallgemeinernd von jedem Politiker nur das Schlimmste erwarte, kann mich von diesen Berufslügenprinzen keiner verraten.

Die Lüge ist das Arbeitsmittel eines Mandatsträgers, desto höher er gekommen, desto derber darf sie sein.

Gabriel hatte in Davos einen Augenblick, da gab er sich, wie er ist - ganz ohne Maske - und bitte, hier gibt es sicher viele die glauben z.B. einer Wagenknecht oder einer Kipping was sie so verlautbaren lassen - na - ich wünsch denen, die LINKE möge bald in die Verlegenheit kommen, on top ihre Macht bezahlt zu bekommen - die sind so gierig, die machen das glatt - wetten!

Aber die Interessen der zahlungskräftigen Kundschaft zu bedienen, das nennt man eben Realpolitik.

Normalbürger - gläubige, könnte man verratene Bürger nennen - jene die Politiker für staatlich grundversorgte Schmierenkomödianten halten, könnte man Zwangsregierte nennen - haben für diese demokratiefeudalen Artgenossen eben jene Grundversorgung zu bezahlen - doch die meisten dieser teils krankhaft würdetrunkenen Volksverkäufer haben einen erheblichen Mehrbedarf - nun und da ist es sicher nützlich möglichst viel Macht abgegriffen zu haben - die lässt sich ja trefflich verkaufen.

Marlen Hobrack 24.02.2015 | 23:42

Zunächst ein großes Lob für das soziale Engagement. Ich bin da wohl bequemer, wenn ich Obdachlosen nur Straßenzeitungen abkaufe.

einen Kritikpunkt habe ich aber: Ich finde, dass der Text, auch die Kommentare, zwei Dinge vermengen, die nicht identisch sind: Nämlich einerseits die statistische Definition von Armut, die einen bestimmten Teil der Gesellschaft betrifft, und andererseits Obdachlosigkeit. Natürlich ist ein Obdachloser arm, aber nicht jeder arme Mensch ist obdachlos. In dem Text geht es natürlich vorrangig um die Komponente der sozialen Ausgrenzung (die sich an Obdachlosen sehr gut zeigen lässt), er wäre aber noch wirkungsvoller, wenn er nicht den Spezialfall des Obdachlosen behandelte. Das mag seltsam oder hart klingen, aber Obdachlose leiden nicht nur am Mangel materieller Güter - und Obdachlosigkeit ist auch nie nur die Folge von materieller Armut.

Einen wichtigen Punkt nennen Sie, Frau Edinger, übergehen ihn aber auch leider gleich wieder: Nämlich, dass in einer besonders reichen Stadt die "Armutsquote" höher ist, als im statistischen Mittel. Und das gilt auch für das "reiche" Deutschland: Statistisch gesehen nimmt die Armut nicht trotz oder wegen wachsendem Reichtum zu, sondern weil der Reichtum (= durchschnittliches Einkommen) zunimmt. Wenn Löhne steigen und insgesamt mehr Menschen arbeiten, zugleich aber Hartz IV-Sätze und Bafög wie auch Renten erst mit Verzögerungen angehoben werden, dann wird man es vorübergehend immer mit einem "Anstieg" der relativen, nicht aber der absoluten Armut zu tun haben (denn der Arme hat ja nicht weniger, weil die Durchschnittverdener mehr haben).

Von diesem statistischen Effekt abgesehen haben Sie aber Recht: Das Stigma Armut ist mindestens genauso schlimm wie der materielle Mangel.

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Ehemaliger Nutzer 24.02.2015 | 23:51

Der Ansatz ist lobenswert, erinnert allerdings an eine "museale" Betrachtung von Verhältnissen, die von der eigenen Lebenswelt durch eine "Glasscheibe" getrennt sind.

Versuchen Sie doch einmal zu erkunden, was wirklich in manchen Ballungsräumen mit Flaschenpfand passiert. Wer sammelt - und wer kassiert? Die reale Welt hinter der offensichtlich schon unsichtbaren ist wesentlich härter, als manche auch nur ahnen ...

Oberham 25.02.2015 | 08:49

... sie dürfen sie bei mir abholen. Griesbach sind zu Fuß hin und zurück zwei Tage (ich mach nicht mehr als 30 km) - sorry, doch sie könnten ja Sara bitten ihnen welche zu senden - ich denke die Quittung legt sie dann entweder dem SED - ups- Die Linke - Kassenwart vor - oder noch besser der Bundestagsgeldquelle für "Sonderaufwendungen" - nein, nicht Sara selbst, für sowas bekommt sie ja noch die Bezahltdienerpauschale.......

Ihr werdes es nicht verstehen können, ich kann euch auch nicht verstehen.....

Was ich sicher sagen kann, mein schädlicher Einfluß auf die Umwelt kann mit jenem einer Politmarionette nicht annähernd mithalten - und nennen Sie mir ein Beispiel, für soziales Engagement (persönlich und uneigennützig!) ihrer Halbgöttin S.W. - im Übrigen bin ich dafür, dass die Linke die absolute Mehrheit im Bundstag, sowie aller Länderparlamente erhielte, so würden meine Behauptungen auch für Ihresgleichen offenbar - und - um beim Bild des Nagers zu bleiben - (wobei Vergesslichkeit ja denVerrat im Nebel versenkte - insofern zwar lustig aber unpassend) sie wären wohl etwas verduzt.

Es sei denn, sie hängen in irgend einer Form, im Versorgungsnetzwerk dieser Schnorrerhorde.

Jede Partei ist schlicht eine Horde, die sich zur Aufgabe gemacht hat, eine besondere Form der staatlichen Versorgung abgreifen zu können - nur das Fußvolk, das glaubt wohl manchmal tatsächlich, was vom Podium in ihre getrimmten Ohren schallt.

Oberham 25.02.2015 | 13:01

Wie wahr, die reale Welt- sie überfordert mich - völlig!

Ich bin eben ein minderbemitteltes - sagen wir es ruhig - völlig überfordertes Primatenwesen.

Allerdings meistere ich mein Leben ohne mich an andere Menschen zu vermieten, bzw. meine Zeit nennenswert einem System zur Verfügung zu stellen, welches ich verabscheue.

Ja, würden morgen die hochkomplexen Versorgungsketten der hochintelligenten Menschen zusammenbrechen - es würde mich kaum tangieren - hier meine kleinen Triaden abzusondern, das bliebe mir sogar erspart - eine Schwäche fürwahr.

Aber sie werden das einem minderbemittelten Wesen nachsehen, sie sind ja tolerant, oder?

Exilant 25.02.2015 | 14:01

Zur Frage von Wohnungs- oder Obdachlosen, von welcher Organisation die Hilfe käme (bei Kaffeeausschank oder Schlafsackübergabe): Ganz einfach, sie wissen, daß es Organisationen gibt, die heuchlerisch sind und in irgendeiner Form eine Gegenleistung wollen.

Daß hier einige Rechtsextreme ihren braunen Dampf ablassen, ist klar, ist doch die Farbe dieses Obdachenlosenmilieus wie eine Banane, wenn sie länger rumliegt.

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Ehemaliger Nutzer 25.02.2015 | 15:16

Sie sind einem Missverstaendnis erlegen: der Hinweis auf die rumaenischen Bettlerbanden bedeutet, dass die Bettler selber nichts bekommen. Die werden von Schlepperorganisationen hier zusammengepfercht untergebracht, auf ihre Plaetze verteilt und nach getaner Arbeit abkassiert.

Mit Ihrer Spende fuettern sie Millionaere, koennen Sie es gleich der Deutschen Bank oder einem Konzern schenken.

Auch ein gutes Werk wird erst dann gut, wenn man es gut macht.

Oberham 25.02.2015 | 18:05

Sie sollten bitte in meinem Blog lesen - a - ich bin Gärtner und Sammler - in der Tat.

b- ich empfinde mich als Teil des Ganzen, - ich finde es nicht erstrebenswert, mich über andere erheben zu wollen.

Ich empfinde Menschen die andere auf Podeste stellen, schlicht armseelig.

Im Übrigen hege ich keinen Grant - sie interpretieren da schlicht Befindlichkeiten in meine Ausführungen hinein.

Dabei schildere ich nur die Realität.

Das Sie ihre Idole in einem anderen Licht sehen, das liegt in der Natur der Sache, schließlich bedürfen Sie der Führung von "besonderen" Menschen, so interpretiere ich zumindest ihre Reaktion, die der eines diensteifrigen Geistes gleicht, der seine Herrschaft verteidigt.

Noch viel Glück im Dienst!

Rosbaud 25.02.2015 | 23:17

Im Gegensatz zu Ihnen geht es mir nicht um Selbstbeweihräucherung, sondern um eine ernsthafte Alternative zum derzeitigen finanzmarktgetriebenen Schweinekapitalismus. Ihr Kreisen um sich selbst kann keine Lösung sein für Millionen Menschen in prekärer Lage. Da haben Sahra und Oskar andere Lösungsansätze, die ich für bedenkenswert halte. Deswegen sind sie noch keine Idole oder "Führungskräfte" für mich.

gweberbv 26.02.2015 | 02:52

Bilden wir uns also nicht ein, wir wären mit einer eisernen Psyche ausgestattet, die jeglicher Belastung standhält. Dieses Gebäude kann einstürzen! Und Heiko, ich kann Ihnen versichern, wenn das der Fall ist (erlebt hat), dann sieht man anschließend die Welt mit anderen Augen. Die Fragilität unseres Subjektseins ist dann bloßgelegt und zeigt, wie begrenzt unsere Fähigkeiten sind, sich selbst da rauszuarbeiten. Das sollte als Hinweis genügen.

Konsequent wäre dann die Zwangseinweisung von Obdachlosen. In eine Einrichtung irgendwo zwischen Psychiatrie, Betreutem Wohnen und Jobcenter.

Oberham 26.02.2015 | 11:38

... bemerken sie eigentlich die Absurdität, welche in ihren Worten liegt?

Sie hoffen auf Lösungen - die andere für Sie liefern und machen sich lustig über einen Menschen, der versucht ein freies Leben zu führen.

Sie empfinden es als Selbstbeweihräucherung, wenn ich erkläre, ein unscheinbarer, freier, Teil der Erde sein zu wollen, der anderen kein Elend aufbürden möchte und ganz bewußt versucht dies für Sich zu vermeiden.

Wie könnte ich so anmaßend sein, "Lösungsansätze"zu formulieren?

Wo ich doch jedem Menschen seine Freiheit wünschte!

Nur - eben jene Freiheit die ohne Grausamkeit auskommt.

Sie tun mir leid, wir sind am Anfang - sie werden natürlich verraten - nur es ist weder Oscar noch Sarah, die sind offensichtlich Verbrecher, die sie verraten-nein, sie verraten sich selbst, vor allem, sie glauben wohl nicht an sich selbst.

Sie lesen nicht in meinem Blog, doch sie geben Bewertungen ab.

Das ist nur armseelig.

Befassen Sie sich, mit ihrem Sein, das macht sie glücklich, sofern sie nicht den falschen Geistern hinterher rennen!

roswitha 26.02.2015 | 17:53

Schröder und Co wussten genau, was sie taten, es sei denn man lässt das Aufsteigersyndrom als Krankheit oder mildernde Umstände gelten. Die SPD weiß das zu einem großen Teil ebenfalls, aber ist so im System gefangen, dass sie lahmt und pennt. Kann sein, dass man den Überblick verliert: ich verzeihe das aber nicht, dass man ethische Kompetenzen einfach so verliert. Tief im Innern weiß das jeder, auch wenn er es hinter seinem süffisanten Lächeln (Schröder) oder muttihafter Coolheit verbirgt.

Zur Arbeit: bedenke ich nur, wie viele Menschen am Werk waren und sind, dass ich mit Ihnen kommunizieren kann, weiß ich nicht, warum man Arbeit als grundsätzlich Schlechtes definieren sollte. Aber das wäre das Thema für einen neuen Blog.

Sinn und Spaß soll Arbeit bereiten? Interessante Wortfolge. Sinnhaftigkeit ist gewiss enorm wichtig, dann vergeht die Frage nach Spaß von selber. Einmal muss ich wohl vor meinen Schülerschaft gejammert haben wegen viel Arbeit; die Antwort kam prompt: Aber das macht Ihnen doch Spaß! Ich war mehr als verdattert, aber eigentlich erfreut.

Untertänigste Grüße :-), Ro

roswitha 26.02.2015 | 18:04

Ich will auf keinen Fall, dass du recht hast. Aber:

Gegen deinen Text kann ich nichts einwenden. Aber es gab doch schon mal bessere: Deutschland unter Willy Brandt z.B. Da konnte der einfache Arbeiter noch von seiner Arbeit leben und die Geldmachmaschinerie war erst im Werden. Ob man die heutige Steigerung dabei mitbedacht hat?

Fast trau ich es mich nicht zu sagen: Ich habe die Hoffnung, dass eine Wagenknecht oder Kipping die Dinge doch anders regeln würden. Wobei die Hoffnung sich mehr als geschmälert hat und ich eigentlich auf eine Revolution ohne Gewalt warte.

Du hast dein Verwobensein mit dem System und das Verbessern-Wollen schon hinter dir. Ich brauche noch Zeit, um zu sehen, dass das zu nichts führt. "Demokratiefeudale Artgenossen" - da ist schon Wahres dran. Ich kann dich nicht widerlegen.

Beste Grüße, Ro

pleifel 26.02.2015 | 18:51

"Demokratiefeudale Artgenossen".

Man gebe mir ein Thema (im Zusammenhang mit Personen) und ich finde "mindestens" einen Punkt, wo ich Kritik ansetzen kann. Es hat auch was mit dem eigenen Charakter, dem eigenen Weltbild zu tun, ob ich das "Glas halbvoll" oder "halb leer" sehe(n) (will).

"Halb leer" ist bei mir immer angesagt, wenn ich Gerechtigkeitsprinzipien verletzt sehe. Es kann nützlich sein mal zu überdenken: was treibt mich an und anhand welcher Kriterien beurteile ich? Dabei ist wichtig zu bedenken, dass bereits meine Beobachtung (Selektierung, Filterung) von meinen Einstellungen getrübt ist.

Also immer selbstkritisch und dann erst die anderen. Den Schuh müsssen Sie sich auch nicht anziehen, da Sie da nicht reinpassen. :-)

roswitha 26.02.2015 | 19:53

Lieber Paul, gerade aus dem Grund, weil ich bei mir selber ansetze, bin ich kritisch geworden. Habe in den letzten Monaten Erfahrungen mit der SPD gemacht, die mich nachdenklich stimmten. Schnelle Erhöhung der Diäten- auf Nachfragen wurde mir sofort der Begriff "Neiddebatte" an den Kopf geworfen. Erst dann fing ich an, zu sehen, welche Vergünstigungen Abgeordnete haben. Ich war entsetzt. Und diejenigen sind es, die mit leichter Hand die Renten der kommenden Jahre herabsetzen und der Jugend gut bezahlte Arbeitsplätze vorenthalten. Aber das Jammern hilft ja nichts. Das eigentliche Problem ist, dass wir alle sehr wohl wissen, was falsch läuft und verschiedene Handlungsansätze möglich wären. Wo sind die Handelnden? (Diesen Schuh müssen Sie sich wiederum nicht anziehen. Costa hat genug Vorschläge für Sie gemacht. :-)

Gruß, Ro

pleifel 26.02.2015 | 20:50

"Neiddebatte" hat sich für mich als Diskreditierungsbegriff etabliert, wenn unbequeme Kritiker "stillgelegt" werden sollen. Also der Bereich der Rhetorik, der nicht der Verbesserung der Kommunikation dient, sondern der Manipulation. Hier wird die Sachebene auf das Persönliche verschoben.

Wäre übrigens mindestens einen Beitrag wert, was die Aufklärung darüber betrifft. Dem kann sich auch mal jemand annehmen.

gweberbv 27.02.2015 | 11:41

Warum sie das in Verbindung bringen, bleibt ihr Geheimnis.

Der Gedankengang ist nicht schwer: Wenn der Selbstmord auf Raten auf der Straße kein freigewählter Lifestyle ist, sondern aus psychischer Erschöpfung/Erkrankung resultiert, dann brauchen die Betroffenen nicht nur ab und an mal einen warmen Kaffee. So wie jemand, der sich die Pulsadern aufschneidet, nicht nur ein Verbandspäckchen braucht.

pleifel 27.02.2015 | 12:48

Mein 1ter Gedanke zum Artikel war davon nicht weit entfernt, mein 2ter aber nicht mehr. Vielleicht denkt der eine oder andere auch, "konnte sie es nicht ohne die Medien machen?"

Zu letzterem ja, sie hätte es lassen können, dann wäre aber eine schöne Aktion zur Nachahmung nicht bekannt geworden. Es gibt weitere Gründe, die sich aus dem Beitrag selbst ergeben.

Auf eine private Initiative, wie sie z.B. auch Frank Zander jährlich in Berlin für Obdachlose macht, einen so sarkastischen Kommentar zu schreiben, halte ich für verfehlt.

Niemand löst damit zwar die systemisch bedingten Zustände, das weiß jeder, aber welche Wirkung es vor Ort hat, welche größeren Wirkungen es haben könnte, wenn viel mehr Initiativen dieser Art von uns Bürgern gemacht würden, wissen wir einfach nicht.

Also, ggf. unterstützen oder selber was machen. Wenn nicht, dann wenigsten die Finger von der Tastatur lassen.