NSA und Emanzipation - ein Widerspruch?

Überwachung/ NSA - Mitarbeiter nehmen Kontakt zu Zielpersonen auf und setzen bewußt manipulative Kommunikationstechniken ein um sex. Vorlieben zu erfahren - Snowden Dokument "Dirnsa"
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Wie jetzt erneut bekannt wurde, tauschen Mitarbeiter der NSA Nacktbilder von Zielpersonen untereinander aus. Edward Snowden glaubt, dass diese Art von Dokumente auch außerhalb der NSA weitergereicht werden und spielte damit auf die Millionen Dokumente an, die er selbst im letzten Jahr entwendete.

Bereits im November 2013 wurde durch die Snowden Dokumente "Dirnsa" bestätigt, dass nicht nur eine Überwachung der allgemeine Kommunikation und Emails statt findet, sondern das Mitarbeiter bewußt manipulative Kommunikationstechniken bei Zielpersonen einsetzen, um so bestimmte sexuelle Vorlieben und Gewohnheiten, (auch Porno-Vorlieben), ihrer Zielpersonen auszukundschaften.

Durch Chat-Protokolle wird diese Kommunikation festgehalten. Es geht nach Aussage der NSA darum Schwächen von Menschen darzulegen um diese durch Rufschädigung seelisch zu treffen bzw. zu brechen. Zu DDR Zeiten sprach man in solch einem Fall von Operativer Psychologie, bzw. Zersetzung.

Die NSA hat die Praxis bereits bestätigt.

Soziale Netzwerke wie Friendscout24, Parship und wohl auch andere Singlebörsen dürften dann am ehesten zu ihren Angriffszielen gehören, denn wo sonst würde man eine "sexuell eindeutige überredende Sprache" benutzen, wie sie auch von der Community „Pick Up Artist“ (PUA) bekannt sein dürfte. Aber wie weit würden nachrichtendienstliche Mitarbeiter gehen um ihre „Pflichten“ zu erfüllen?

Bereits in früheren Jahren setze der Geheimdienst seine männlichen Mitarbeiter auf weibliche Zielpersonen an. So gibt es den eigens für diese geheimdienstliche Tätigkeit kreierten Begriff des "Romeoagenten". Der bereits seit Jahrzehnten dazu dient in James Bond Manier weibliche Zielpersonen in brisant politischen Positionen auszuhorchen. Nachweislich führte dies bis zur Eheschließung und es wäre auch nicht das erste Mal, dass eine Branche Privates und Berufliches mit einander vermischt.

Dieses Vorgehen der Geheimdienste würde die Überwachung auf einen neuen Level heben, denn bisher ist man davon ausgegangen, dass es sich nur um eine "neutrale" Überwachung im Internet handelte und Mitarbeiter der NSA und anderer Nachrichtendienste sich in beobachtender und rein analysierenden Position befinden.

Dank XKeyscore ist diese Art der Überwachung überhaupt erst möglich geworden. Das Programm ermöglicht es Daten in Echtzeit zu erhalten, aber auch einen Zugriff auf alle bisher gespeicherten Daten zu erhalten. Hierfür benötigt man allein die Email-Adressen, Telefonummern oder den Namen der Zielperson.

Das es einen Zusammenhang zwischen Pick Up Artist und Nachrichtendienste gibt, ist nicht von der Hand zu weisen, denn beide nutzen die gleichen Kommunikationstechniken um Menschen zu manipulieren und zu brechen.

Die Pick Up Artists (PUA), die ihre Art der Kommunikation in ganzen Bücherreihen und auf einschlägigen Internetseiten, seit ca. 2005, verbreiten, bedienen sich auch bestimmter gleicher Kürzel wie unsere Nachrichtendienste, so sprechen beide von NSA (No Strings Attatched/National Securety Agentcy) oder PUA (Pick Up Artist/Parlamentarischer Untersuchungsausschuss).

Hier stellt sich jedoch die Frage, wurde die Community der PUA's nur ins Leben gerufen, um die Zielpersonen vom Aktivitätsfeld der Nachrichtendienste abzulenken?

Jedoch die Kardinalfrage ist hier wohl, warum werden Frauen überhaupt das Ziel von Geheimdiensten? Welche Ziele werden damit verfolgt, wenn mit geheimdienstlichen Programmen, über soziale Netzwerke Frauen kontaktiert werden um deren sexuelle Vorlieben zu erfahren? Und dies mit ausgefeilten manipultiven Kommunikationstechniken.

Vielleicht geht es darum die Emanzipation der Frauen zum erliegen zu bringen? Da, wie es Julian Assange und Andy Müller-Maguhn in dem Buch „Cypherpunks“ beschreiben, die Hauptaufgabe von Geheimdiensten wohl darin liegt gesellschaftliche Prozesse zu verlangsamen.1 Dies könnte dank Geheimdiensten und deren technischen, personellen und auch finanziellen Mitteln zeitgleich weltweit passieren. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass die Emanzipation in den letzen Jahren eher Rück- als Fortschritte erreichte?

So ist durch die Verschmelzung von T- online und der Deutschen Telekom seit 2006 Scout24 eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom und diese ist laut dem G10 Gesetzt (seit 1968) verpflichtet Daten an dt. Geheimdienste weiterzuleiten. Wo diese dann allerdings auch nicht bleiben, sondern durch das Echelon System (bestätigt seit 2001) an US-Geheimdienste weitergeleitet werden bzw. die Daten im Ringtauschverfahren innerhalb der Geheimdienste ausgetauscht werden.

Sollte dieses Vorgehen der Nachrichtendienste nachweislich sein, so ist es nicht verwunderlich, dass eine Kontrolle durch die Geheimdienste selbst verhindert wird, da dieses Vorgehen Grundrechte, wie Menschenwürde und Privatsphäre komplett außer acht lassen.

1.) Assange, Julian: Cypherpunks, S.29, 2013

21:08 26.07.2014
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Geschrieben von

Katja Hartwig

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