SPIEGEL und sein Problem mit Feminismus

Feminismus Das momentane Frauenbild des SPIEGELS: Nur wer als Feministin Prostitution und Femen befürwortet, ist eine gute Feministin.
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Lieber SPIEGEL, Du hast es wieder getan.
Gerne hofierst Du "Deine Feministinnen", so auch in Deiner heutigen Ausgabe. Gleich gegenüber des Fotos von Laurie Penny, auf der 2. Seiten des Artikels, in roter fetter Schrift prangt dort, ja was ist es eigentlich, eine Mini-Zusammenfassung der Autorin, der Kernaussagen der Feministin? Es steht dort aus zwei Halbsätzen zusammengefasst: Penny ist für sexuelle Selbstbestimmung, gegen ein Verbot von Sexarbeit oder Pornografie.

Was willst Du der geneigten LeserIn damit suggerieren?

Das eine selbstbestimmte, eigenständig denkende Frau freiwillig und selbstbestimmt den Weg in die Prostitution wählt? Und damit für einen der größten Wirtschaftszweige, "Sexarbeit" und Pornografie, tätig wird? Und dass fortschrittliche FeministInnen aus emanzipatorischer Sicht ein solches Verhalten befürworten sollten?

Wenn man diesen Aphorismus, von der Autorin nungenauer betrachtet, besagt er zum einen, dass Penny für die sexuelle Selbstbestimmung ist. An und für sich ist dies, ganz und gar nicht schlecht. Jedoch durch diesen Aphorismus wird der geneigten LeserIn impliziert, dass sexuelle Selbstbestimmung auch bedeutet, einer sogenannten "Sexarbeit", "freiwillig" und "selbstbestimmt", nachgehen zu können. Doch genau da liegt leider der Hund begraben. Prostitution (aka Sex) ist zum einen keine Arbeit, und kann es nie sein. Und zum anderen beruht „Sexarbeit" nicht auf Freiwilligkeit und Selbstbestimmung in wohl leider vermutlich 95% der Fälle.

Eine schlecht bezahlte, frauenverachtende Tätigkeit an sich ist schon der Feind jeglicher Emanzipation. Frauen jedoch als Ware zu betrachten, war nie, kann nie und wird nie der richtige Weg sein um die Emanzipation voranzubringen. "Sexarbeit" zu befürworten mit dem Argument, dass es doch Frauen gibt die dies "freiwillig" tun, und dies vermutlich ihrem Bildungsstand und familiären Background zuschreiben, würde bedeuten jeglicher Emanzipation zu widersprechen.

Dieser unsägliche Fehlgriff unserer Rechtsprechung gehört endlich schnellsten korrigiert, denn nicht umsonst ist Deutschland, in den letzten 10 Jahren zum Bordell Europas mit Flatrate-Option verkommen.

Hier geht es zum Artikel:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-144545943.html

Unter PDF drucken befindet sich der original Artikel der Printausgabe.


ihttps://magazin.spiegel.de/SP/2016/18/144545943/?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage

18:55 05.06.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Katja Hartwig

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