Mehr Quereinsteiger unterrichten Schüler

Schulpolitik Der Schule mangelt es seit Jahren an qualifizierten Lehrkräften. Auch sollte die IT Austattung an Schulen mordernisiert werden.
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Und das bei zunehmender Kritik an die Bildungsqualität. Quereinsteiger werden zunehmend eingesetzt, um den Bedarf abdecken zu können. Es bietet sich eine echte Chance an, wenn dem Risiko bewusst begegnet wird. Das eigentliche Problem sind doch die überfüllten Klassen. Wer hinten sitzt, bekommt überhaupt nichts mehr mit. Die PISA-Studie hat aufgezeigt, das gerade diejenigen benachteiligt sind, die eh schon Probleme haben, dem Unterricht zu folgen und sich leicht ablenken lassen. Quereinsteiger bieten eine echte Chance an, um das Verhältnis wieder ausgleichen und den Bedarf abdecken zu können.

Die Inklusion ist mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. Es handelt sich um jene Reformbemühung, die eingesetzt wird, um wieder eine angemessene Bildungsqualität garantieren zu können. Deutschland liegt im Vergleich weit hinter jenen Staaten zurück, die wirtschaftlich viel weniger entwickelt sind. Die Art und Weise, wie der Unterricht organisiert wird, soll den Bedürfnissen des Schülers angepasst werden. Die individuelle Lernförderung fordert jenen Bedarf ein, den die Quereinsteiger leisten können.

Eigentlich kommt es nur auf die Erfahrung an. Den Quereinsteigern fehlen zwar die Praktika, die im Rahmen des Studiums absolviert werden müssen. Trotzdem ist und bleibt der Unterricht doch eine Führungsaufgabe, zu der die Qualifikation in jedem Fall besteht. Es handelt sich meist um ältere Lehrkräfte, die schon im Bildungsbereich tätig gewesen sind und nun eine Chance sehen, um sich beruflich weiter entwickeln zu können. Die Qualität besitzt eh nur, wer schon mehrere Jahre vor der Klasse gestanden hat. Diejenigen, die gerade mit der Ausbildung fertig sind, werden vergleichsweise mehr Probleme haben. Helfen könnte an dieser Stelle von unerwarteter Seite kommen, Werbeagenturen bieten unterschiedliche Möglichkeiten deutsche Schulen wieder aufregender im Web zu präsentieren.

Das Signal setzt letztendlich auch immer der Schüler. Besorgte Eltern dürfen ganz beruhigt sein. Wer gänzlich unqualifiziert ist, wird schon bald wieder abgesetzt. Eine Klasse, die dem Unterricht nicht folgt und sich lieber anderweitig beschäftigt, kann ganz schön an den Nerven zerren. Schnell ist die Lehrkraft am Ende der persönlichen Kräfte angelangt und fühlt sich vollkommen ausgebrannt. Es wird an dieser Stelle gleich der Zugang offen gelassen, die Herausforderung aufzugeben und sich nach einer anderen beruflichen Chance umzusehen, die vergleichsweise besser zum persönlichen Profil passt. Lange wird die Situation nicht so bleiben. Ein rapider Abfall der Noten weist daraufhin. Es bietet sich an, lieber gleich die Beschwerde einzureichen, als wenn kein Aufholen des Rückstands mehr möglich ist.

Besorgte Eltern sollten vor allem dann aufmerksam sein, wenn der Nachwuchs noch die Grundschule besucht. Quereinsteiger können gerade hier zum Problem werden. Kommt es doch vergleichsweise eher darauf an, dass der Bildungsauftrag richtig geleistet wird. Die heranwachsende Persönlichkeit ist dringend angewiesen, dass angemessen auf das abweichende Bedürfnis eingegangen werden kann. Schließlich ist der Grundstein für den weiteren Werdegang zu verstehen. Wird sich gleich von Anfang an distanziert, können die Folgen verheerend sein. Ein älterer Jahrgang beunruhigt weniger.

22:26 28.10.2020
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Geschrieben von

Katja Schreuder

Als Philosophiestudentin bin ich nicht nur am Weltgeschehen und internationaler Politik interessiert, sondern auch an den philosophischen Konsequenzen
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