Für die Dame ein Roman

Deutscher Buchpreis Egal, welcher Autor auf der Shortlist fehlt: Mit den üblichen Kriterien ist die Auswahl nicht zu erklären
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Im Gegensatz zur Shortlist des Deutschen Buchpreises ist die Kritik an diesem Preis nur selten überraschend. Alle Jahre wieder lauten die Einwände: Der fehlt, die fehlt, der gehört da nicht hin, die gehört da nicht hin. Das Konzept als solches steht dagegen kaum mehr zur Diskussion.

Vor vier Jahren, im Herbst 2008, brach sich noch ein fundamentaler Unmut Bahn. Daniel Kehlmann kritisierte in der FAS die Preisverleihung, bei der Autoren „nebeneinander vor die Kamera“ gesetzt würden „wie Schlagersänger in einer Castingshow“. Mehrere Schriftsteller, darunter die Buchpreis-Gewinnerin Julia Franck, pflichteten ihm bei. Eine Kritikerin erinnerte jedoch an „die Damen um die 60, deren Herzen & Portemonnaies mit dem Deutschen Buchpreis e