Katrin Rönicke
14.03.2011 | 16:00 11

Let's talk about McSex

Pornografie Der Konsum von "Fast Sex" im Internet schlägt auf die Psyche, gerade so wie Fast Food sich auf den Körper auswirkt. Was wir brauchen, ist eine neue sexuelle Befreiung

Internet-Sex ist ungesund! – Diese These klingt in der sogenannten modernen Welt absurd und abwegig. Ein Mensch, der Pornos im Internet schaut, gilt als normal. Dabei ist es unerheblich, welches Ausmaß der Konsum annimmt. Oder welche Praktiken in den Filmen dargestellt werden. Pornografie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Pornografie-Kritik gilt als gestrig. Diese Sichtweise basiert auf zwei grundsätzlichen Annahmen:

1. Der Mensch ist ein Triebwesen, er "braucht" das einfach. Und es ist eine große Befreiung, das endlich in allen Facetten ausleben zu können.

2. Das sogenannte "Appetitmachen" in der Cyberwelt steht in keiner Beziehung zum "Zuhauseessen". Pornokonsum und gelebte sexuelle Beziehung haben keine Verbindung miteinander, sie sind sauber getrennt.

Oder?

Für die britische Feministin Natasha Walter ist diese Bagatellisierung und Normalisierung des Konsums von Internetpornografie eine Gefahr – ein Angriff auf die Würde der Frauen und ein Angriff auf tatsächliche Intimität in sexuellen Beziehungen. Laut ihrer Einschätzung "ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der übermäßige Konsum von Pornographie tatsächlich viele erotische Beziehungen bedroht". Überdramatisierung? Hysterie? Zwei Vokabeln, die schnell zur Hand sind, wenn jemand die Harmlosigkeit von Internet-Sex infrage stellt. Und dann auch noch eine Feministin!

Die therapeutische Praxis

Erotische Beziehungen sind das Spezialgebiet von Hannie van Rijsingen. Die Sexualtherapeutin behandelt seit dem Erscheinen ihres Buches Seks, alles of niets (erschienen auf Niederländisch) viele Paare, in denen Männer ein zweites Sexualleben im Internet begonnen haben. Die Männer kommen freiwillig in ihre Praxis, oder werden von ihren Frauen "geschickt" – van Rijsingen gilt als Expertin auf diesem sehr delikaten Gebiet. Dabei wollte sie ursprünglich etwas ganz anderes wissen: Ihr Verlag hatte sie gebeten, ein Buch über Männer zu schreiben, die keine Lust mehr auf ihre Partnerin haben.

Sie fand schnell heraus, dass ein Großteil dieser Männer nur auf diese spezielle Partnerin keine Lust mehr hatten – im Geheimen aber ein Sexleben führten: mit dem Computer. Van Rijsingen fiel es wie Schuppen von den Augen: "Das hatte ich früher nicht gesehen!", sagt sie heute. "Das kommt häufig vor." Dabei ist van Rijsingen weit entfernt davon, die Männer an den Pranger zu stellen. Ihr geht es um Veränderung und um Hilfe. Unter ihrer Leitung trifft sich eine Gruppe Männer, um in einem geschützten Raum ihre Erfahrungen auszutauschen. Alle sind internetsexsüchtig.

Van Rijsingen hat aus ihren Gesprächen zwei wesentliche Erkenntnisse mitgenommen:

1. Jeder der Männer, die übermäßig häufig Pornografie im Internet konsumieren (also in der Regel täglich mehrere Stunden), tat dies als Flucht. Sie alle flohen vor Schwierigkeiten und Stress am Arbeitsplatz oder in der Beziehung.

2. Jeder dieser Männer trug die Bilder, die sich in seinem Kopf festsetzten, in die Sexualbeziehung mit der Partnerin hinein. Rief sie ab, wenn er "leisten" sollte – brauchte sie, um leisten zu können. "Der Kontakt mit der Partnerin geht verloren", stellt die Therapeutin fest, "denn man hat nun Kontakt mit den Bildern. Zwei Personen sind damit beschäftigt, einen Orgasmus zu erreichen, aber der Kontakt zwischen ihnen fehlt." Der Sex wird zum Stress-Ventil. Um ein erfülltes körperliches erleben mit der Partnerin geht es kaum noch. Die Männer versuchen ein emotionales Loch zu füllen.

Liebevolle Sexualität statt McSex

Myrthe Hilkens ist eine junge und bekannte Musikjournalistin. Sie schrieb mit McSex – Die Pornofizierung unserer Gesellschaft eine Streitschrift gegen die Kontaklosigkeit, die Macht der Bilder und den bulimischen Konsum von Pornografie im Internet. Sie hat Männer interviewt, die ihr erzählten: "Seit ich 14 bin, kann ich mir nicht mehr ohne Porno einen runterholen." Oder: "Wenn ich zu Pornos masturbiere, hat das nichts mit Leidenschaft zu tun oder mit sexuellem Verlangen." Ähnlich wie die Männer in van Rijsingens Praxis bemerken sie, dass etwas nicht stimmt. Es fühlt sich verkehrt an. Sie spüren eine Leere.

Hilkens betrachtet aber nicht nur die Männer. Einer von drei Besuchern von Sex-Websites ist heute eine Frau. In sexuell angehauchten Sex-Chatrooms sind zweimal mehr Frauen als Männer; 17 Prozent der Frauen sind pornografiesüchtig; und 13 Prozent der 9,4 Millionen Frauen, die Sex-Websites besuchen, tun dies während ihrer Arbeitszeit (Hilkens zitiert hier die Pornography Statistics). In Internetforen tauschen sich jetzt bereits Männer unter dem Betreff "Hilfe, meine Frau schaut Pornos" aus.

Die Autorin geht noch einen Schritt weiter: sie wünscht sich mehr "gute Pornos". "Unvollkommenheiten, wahre Gefühle und echte Menschen" sind davon ein genauso wichtiger Bestandteil wie "Hängebrüste, Fettröllchen, Kondome, sogar Liebe". Solche Filme erleben eine Renaissance. Doch davon sind 99 Prozent der kostenlosen und schnell erklickten Angebote im Internet weit entfernt. Im Gegenteil: In der Welt, in der es "nichts nicht gibt", sind Schamhaare schon zur Rarität geworden.

Wir brauchen eine neue Sexuelle Befreiung!

Walter, van Rijsingen und Hilkens sind vielleicht die Sex-positivsten Menschen, die man lesen kann. Weder sind sie prüde noch hysterisch. Sie beschreiben eine gesellschaftliche Realität, die aus Sexualität eine Ware, ein Stress-Ventil gemacht hat, welche von Bildern dominiert ist – nicht von Kontakt, Liebe und Intimität. Was als Befreiung und Ermächtigung verkauft wird, ist nichts anderes als neue Fesseln. Fesseln, die mit der gegenseitigen Entfremdung der Menschen in ihren Paarbeziehungen einhergehen. So lautet denn der letzte Satz in Hilkens Buch: "Es ist, kurz gesagt, Zeit für eine neue sexuelle Revolution." Fangen wir an!

Literatur:

Myrthe HilkensMcSex. Die Pornofizierung der Gesellschaft Orlanda, Berlin, 2010

Hannie van RijsingenUnsichtbare Affären. Per Mausklick zum Sexkick Orlanda, Berlin, 2010

Natasha WalterLiving Dolls. Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen Krüger, Frankfurt am Main, 2011

Katrin Rönicke ist im Vorstand von Mädchenmannschaft e.V. und Mitglied im Frauenrat der Heinrich-Böll-Stiftung. Sie schreibt gerne, aber nicht nur, über Geschlechterdemokratie. Ihre Kolumne über Gender- und Bildungsthemen erscheint nach längerer Pause von heute an wieder zweiwöchentlich, immer montags im Wechsel mit Verena Reygers Musikkolumne.

Kommentare (11)

mh 14.03.2011 | 19:05

liest sich wie ne aneinanderreihung von binsenweisheiten.

süchtige flüchten in ihre sucht.

männer die vor ihren frauen in den internetsex flüchten .. ja stopp mal. da wirds schon schwammig. die beziehung ist scheisse. früher ging man fremd, jetzt besucht man pornowebsites.

da sind es filme, plötzlich chatrooms. dass typen, die sich einen runterholen und dabei pornos schauen keine leidenschaft empfinden .. ach nö, wundert das wirklich jemanden? geht es nicht gerade dabei einfach nur um die befriedigung an sich? druck ablassen.

und natürlich ist es so, dass die ansprüche steigen. tun sie immer, bei allem was wir tun. der mensch will mehr, der mensch will es besser .. und da stehen beziehungen auch immer in konkurrenz zu den möglichkeiten unserer realität.

man könnte es auch simpler machen:

"der übermäßige Konsum von Pornographie"

der übermäßige konsum von irgendwas ist nie förderlich.

einer der gründe warum beziehungen heutzutage so schwierig geworden sind ist nicht, dass wir so viel geile möglichkeiten haben. das problem ist, dass wir vermehrt unsere idealvorstellungen in beziehungen erleben wollen .. weil wir es gewöhnt, dass unser leben aus einer illusion an perfektem besteht. wir schustern uns unser essen so zurecht, dass es perfekt ausssieht. selbst bioobst darf nicht bio aussehen sondern muss glänzen.

die hochzeit ist eine traumhochzeit.. unser arbeitsleben eine immer aufsteigende karriere.

wir haben keinen platz für dinge die uns hindern, für unerfüllte träume, für die fettröllchen des lebens.. es sei denn sie machen uns geil und wehe du bist nicht so gepudert wie es meinem frauenbild entspricht!

unser problem ist die kultivierung unseres lebens, die dem menschsein den raum nimmt.

unser problem ist das perfekte konsumerlebnis, bei dem es nicht mehr um sinnhaftigkeit sondern um wahrnehmung geht.

der mensch kapselt sich ab, weil er es alleine besser hat. weil er nicht mehr auf andere angewiesen ist.

man trifft sich nicht mehr mit freunden, man geht feiern. sportliche tätigkeiten sind zum event verkommen, in dem möglichst perfekt auf möglichst hohen niveau möglichst viele menschen alles toll finden sollen. gerne auch in masse. zum kurzen treff und gemeinsanen erlebnis, um dann doch wieder eigene wege zu gehen.

selbst feministinnen brauchen ihren eigenen wodka um sich von anderen gruppierungen abzugrenzen.

mcsex? verschirrmacherung des geschlechtsaktes, na danke.

mfg
mh

B.V. 15.03.2011 | 14:31

Sehr gut zusammen gefasst.
Es geht eben nicht nur um Sex, sondern um all die Dinge die da oben aufgezählt (und wohl um noch mehr).
Die Forderung nach einer neuen sexuellen Revolution klingt hilflos und tragisch zu gleich.
Es ist wiedermal von der Würde der Frau die rede (Männer haben anscheinend keine) und es gibt die altbekannten feministischen Vorgaben, wie eine sexuelle Revolution auszusehen hat.
Aber die letzte sexuelle Revolution ging schon ihre eignen Wege und hatte viele ideologische Mütter Väter.
Die radikalste Linie die von Wilhelm Reichs Sexpol bis zu Otto Mühl reichte würden wohl heutige selbsternannte Sexrevolutionäre nicht mehr wollen. :-)))

www.youtube.com/watch?v=o6OEPvpQ2Wg

Die Lösung der von mh oben aufgezeigten Problematik als eine gesellschaftliche Gesamtlösung, ja, wie sollte die realistisch aussehen? Sich schöne Vorstellungen Gedanken machen meine ich nicht, das kann jeder.
Es wird sie wohl nicht geben, diese Lösung.
Gibt es eine individuelle Lösung?
Sicher, zum Teil.
Man muß nicht alles mitmachen, was einen krank macht, wenn man weiß das es einen krank macht.
Sofern es in meiner Macht steht kann ich doch auf einiges und auf vieles verzichten, was mich dann innerlich bereichert.
Mehr geht sowieso nicht.

Frank Linnhoff 15.03.2011 | 17:24

Mit Erschrecken beobachte ich seit einigen Jahren, dass in meinem Umfeld und meiner Altersgruppe (+ 60) immer mehr meiner Bekannten offensichtlich pornosüchtig sind. Pornographie wirkt offensichtlich wie eine Droge, mit welcher man sich zudröhnt und mit welcher das sinnliche Erleben abgetötet wird.

Es gibt mit Tantra schon eine Gegenwelt zur Pornographie. Erotik kann allein im direkten sinnlichen Erfahren, auf keinen Fall per Bildschirm, gelebt werden. Das Schöne - gerade auch für ältere Männer - ist, dass es hier überhaupt nicht auf eine Erektion des Penis und einen Samenerguß ankommt. Insofern steht der Weg zu einem erfüllten erotischen, sexuellen Erleben durchaus schon jetzt jedermann und -frau offen.

THX1138 16.03.2011 | 13:46

Was mich an diesem Artikel stört: Zu einer Problemzone braucht es immer zwei. Zwar wird dem Manne immerhin attestiert, dass er "leisten" muss (während sie passiv [er]warten kann?) aber nicht, was daraus- eben dem Leistungsdruck- unter welchen Umständen passieren kann. Einmal mehr zeigt sich, dass über die männliche Sexualität so gut wie gar nichts im öffentlichen Bewusstsein angekommen ist: Er kann immer und überall- und sobald er das nicht mehr kann, wird er zum Problemphall. Die Reduktion der männlichen Libido auf Probleme aller Arten stösst mir allmählich sauer auf. Ansonsten schliesse ich mich mh's Meinung an.

Vieleicht wäre es besser, wenn Männer über die männliche Sexualität schreiben würden. Sonst geht der Schuss im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose- oder in ein Kleenex, je nach dem.

Weil's einem langsam zu bunt wird.

Calvin 16.03.2011 | 15:11

Ja,
dein Mann, das unbekannte Wesen.
Der Artikel hört da auf, wo es für Mann eigentlich intessant wird: Warum sind fast ein Drittel der Frauen Porno-Konsumenten?
Es ist ja schön, wenn die zietierten Autorinnen sich den Moralinsauren Zeigefinger sonst wohin stecken, Frau Rönicke tut dies nicht und sieht das Problem primär beim Mann.
Fakt ist: Internetpornografie ist bequem, preiswert, zeitsparend und risikoarm (von den psychologischen Folgeschäden einmal abgesehen).
Daher ist der Vergleich mit McDonalds nicht schlecht!
Pornografie ist aber vor allem für Subjekte gefährlich, die keinen Sex hatten / nie welchen hatten. Diese entwickeln völlig falsche Erwartungen.
Positiv könnte man aber formulieren, und da schließe ich mich mh an, das Pornografie eine schlechte Beziehung erträglicher machen kann. Einer (und das ist nicht immer der Mann) will immer öfter. Und wenn Pornografie dabei hilft, nicht fremdzugehen, dann sollte Pornographie nicht völlig verdammt werden.
Und das, was als Würde der Frau angesehen wird, ist doch sehr stark kulturell abhängig. Da sollten viele westliche Frauen ihren Emanzipations-Imperialismus mal etwas genauer durchdenken. Der liegt nämlich oft auf einer Wellenlänge mit der Kirche im Mittelalter: Und da sollte die brave Frau bekanntlich nicht über die Missionarsstellung hinauskommen. Wer an das Thema Sexualität rational herangeht, hat eh schon verloren.

Mario99 18.03.2011 | 18:31

Netter Artikel, leider wird auf die wichtigen Dinge dabei nicht eingegangen denn die eigentliche Frage müsste lauten: "warum ziehen sich Männer die einen Partner haben überhaupt Pornos rein".

Zum einen ist es natürlich die Suche nach der Perfektion, die Schaupielerinnen haben perfekte Körper und Männer sind visuell besonders empfänglich.

Das zweite ist, dass die Darstellerinnen praktisch alles ohne Zickenkrieg mitmachen, vollkommen unrealisisch aber irgendwie toll, so ganz anders als die Partnerin die weder gerne Sperma schluckt noch auf Sex ohne Vorspiel steht.

Das wichtigste aber ist, meines Erachtens zumindest, dass Pornographie frei macht - frei von der Erpressung welche Frauen gerne nutzen. Vor der Pornographie konnten Frauen entscheiden wann der Mann Sex bekommt, im Falle dass er sich falsch benimmt konnte sie ihm dies verwehren. Wichsen ohne Stimulation ist da ein armsehliger Ersatz. Aber nun gibt es Pornos welche einen Mann stimulieren können und somit dieses Machtmittel deutlich abstumpfen. DAS ist der eigentliche Grund warum Frauen es hassen wenn der Partner Pornos guckt - und wenn sie dieses Machtmittel bewusst einsetzen dann hassen sie Pornos ganz besonders, denn Pornos machen Frauen überflüssig. Klar gibt es Unterschiede zwischen der Realität und einem Film aber genauso wie für WOW Spieler die Realität und die Fiktion verwischen ist das auch bei den Pornokonsumenten.

klugeskind 18.03.2011 | 19:17

Es gibt viele Gründe Pornos zu schauen - und ich kann es nachvollziehen, dass auch Frauen zunehmend visuell stimuliert werden mögen - in Zeiten von Fleshlights und Auflagevibratoren.
Ich möchte auch gar nicht in Abrede stellen, dass PO-KonsumentEN meist als Buhmänner herhalten müssen. (Aber Frauen werden ganz allgemein ja auch immer noch gerne belächelt).

Vielmehr finde ich in dem Zusammenhang wichtig, auf die Besonderheit der Kombination visuelle Stimulation + Internetfreizügigkeit hinzuweisen: Diese kann eine Art Rückkoppelung im Gehirn erzeugen - Pornokonsum - Adrenalinausschüttung - Masturbation - Dopaminausschüttung - Entspannung. Wie bei jeder Sucht braucht´s mehr "Stoff", bis der gewünschte Effekt eintritt, oder die Wirkung hält weniger lange an - bis die Dopaminrezeptoren im Gehirn überreizt sind und in der schlimmsten Form eben der Effekt ausbleibt.

Das wird gerne übersehen, dass wir mit körpereigenen Drogen spielen - wie Extremsportler (wo aber seltener ein Rückkoppelungseffekt eintritt, da der ganze Körper beteiligt ist und der Stoffwechsel also in einem funktionalen Gleichgewicht bleibt). So habe ich zumindest einen Artikel verstanden, der auf Emma.de verlinkt war (glaube ich).

Und: Wir sollten unser Unterscheidungsvermögen reaktivieren - es gibt Pornos (Technik), Sex (Technik + Emotion) und Erotik (Miteinander). Letzteres bleibt heut unglaublich schnell auf der Strecke und erscheint mir schier unerreichbar - denn die finde ich auch nicht in einem Tantraseminar.

Wie gut, dass wir Frauen lernen gut für uns selber zu sorgen - und hopefully zunehmend Männer neugierig wieder Lust bekommen - auf unsere schönen Körper, unsere Haut, unsere Blicke, unsere Liebe.

Katrin Rönicke 22.03.2011 | 12:03

Liebe KommentatorInnen,

ich bedanke mich für den interessanten Input. Leider hatte ich seit Veröffentlichung des Artikels keine Zeit, ausführlicher zu antworten.
Gerne lese ich demnächst einen Artikel von THX zum Thema aus männlicher Perspektive :)

bei der Mädchenmannschaft, wo der Artikel zweitveröffentlicht wurde, gab es bereits eine rege Debatte, in die ich mich gestern und heute auch eingemischt habe.
maedchenmannschaft.net/lets-talk-about-mcsex/#comment-38107

ich möchte mich mh ausdrücklich anschließen: Das Problem ist in vielerlei Hinsicht die Konsum-, Erfolgs-, Geil-ist-Geil-Gesellschaft. Die "Lösung" liegt tatsächlich im eigenen bewussten Handeln. Erster Schritt: Wahrnehmen, dass es keine "Bindesweisheit" ist, wenn man als Problem als Problem wahrnimmt, sondern ein Schritt. Zweiter Schritt: Umdenken. In jeder Situation. Die eigene Abkapselung wahrnehmen. Den Kontakt befeuern. Liebe machen :)

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Ehemaliger Nutzer 30.03.2011 | 13:49

Mal ein Input, der, glaube ich, noch nicht kam: Pornographie kann, denke ich, eine Beziehung durchaus auch erleichtern. Etwa indem der Partner/die Partnerin nicht "muss" wenn der/die andere will. Will sagen, dem Sexleben kann durch den Konsum von Pornographie als Ersatzhandlung (und das bleibt es auch immer - ich glaube der im Artikel genannte Begriff der "Leere" trifft recht gut) auch ein Stück weit Druck, das "Müssen-weil-der-andere-will" genommen werden. Das kann natürlich umschlagen in Sucht - oder auch nur so weit gehen, dass das gemeinsame Sexleben darunter leidet, weil die Pornographie einfach einen zu wichtigen Teil einnimmt; die "Ersatzhandlung" ist ja theoretisch (fast) immer zur Hand, Sex mit dem Partner hingegen nicht.

Jetzt kann man natürlich noch einwerfen, dass Selbstbefriedigung ohne Pornographie auch erleichternd fürs gemeinsame Sexleben sein kann. Sicher auch richtig. Die Frage (die ich nicht beantworten kann) ist, welche Rolle die Stimulation spielt, die Pornographie bieten kann.