RE: Auf schmalem Grat | 07.09.2018 | 23:00

Ich werde mir auf keinen Fall einen Organspendeausweis besorgen. Ebensowenig werde ich gegen eine gesetzlich mögliche Organspende Einspruch einlegen.

Die Debatte um die Grundrechte kann ich im Detail nicht nachvollziehen, ebenso wie die mit Grundrechten aufgeladene Debatte um den repressiven $218.

RE: Aus der Geschichte lernen | 10.08.2018 | 22:37

Die Gewerkschaften sind genausowenig homogene Gebilde, wie die Parteien. Wenn man also SPD- und Grünen-Mitglieder erreichen und aktivieren will, warum dann nicht auch Gewerkschafter? Inhaltlich sehe ich schon einige Übereinstimmungen mit Gewerkschaftlicher Arbeit.

RE: Aus der Geschichte lernen | 10.08.2018 | 10:27

ich halte die Entwicklung des Projekt für offen und deswegen für spannend. Es thematisiert Defizite im politischen Diskurs, die von keinem, auch von der Linken nicht, besetzt werden und deren Inhalte angesichts von Hartz IV und Steuersenkungen für die oberen dringend notwendig. Es sind Themen, die eigentlich auch ureigenste Gewerkschaftliche Inhalte darstellen. Insofern ist es schon eigenartig, das Gewerkschaften im Diskurs um diese Bewegung so gut wie nie auftauchen.

Ob das ganze eine Bewegung ist bzw. wird, entscheidet einzig allein die künftige politische Praxis und nicht irgendwelche abstrakten und akademischen Gründungsprinzipien. Wobei, eine Internet-Empörung alleine wird dazu nicht ausreichen.

RE: Eine soziale Bewegung, die den Namen verdient | 08.08.2018 | 22:53

Ich finde die Wagenknecht Kritiken sowohl aus der Zeit, wie auch die von Wawzyniak sind faszinierend erhellend. Da wird klar, warum diese Linke in diesem Land so bedeutungslos geworden ist, wie sie derzeit ist. Um Menschen geht es keinen der AutorInnen. Frau Wawzyniak sorgt sich um ihre Wahlarithmetik, mit Argumenten, die wohl ihren Ängsten entspringen, aber eben in dem Aufruf ausgeschlossen sind. Die wohlstandsverwöhnte Frau Kiyak von der Zeit, echauffiert sich über die exemplarische Benennung sozialer Problemwahrnehmungen.

Und sowas gilt in welchen linken Kreisen irgendwie als Position?

RE: Eine soziale Bewegung, die den Namen verdient | 07.08.2018 | 22:41

Beim Lesen kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Autorin die politische Dimension des Aufrufes nicht verstanden hat, und sich dafür brav schulmeisterlich in einer (leider nur halbgaren) Textexegese versucht. Da kann sie dann wenigstens nichts falsch machen und ihr Artikelchen erwartungsgemäß abliefern.

Ein inhaltlicher Punkt täte mich dann aber doch noch interessieren. Sind für die Autorin die Schlepperbanden denn nun kriminell oder nicht? In ihrem Artikelchen tat sie sich arg über diese Beschreibung aufregen, nur leider ließ die Autorin diesen Punkt inhaltlich im Trüben.

RE: Wenn Listen ihr Comeback feiern | 21.07.2018 | 10:43

Den Maßstab für die Auseinandersetzung zu Antisemitismus und Israelkritik setzt für mich immer noch die, dfg-finanzierte, entsprechende Studie von Prof. Wilhelm Kempf.

https://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=1887

Hierin zeigt W. Kempf, dass neben der politischen Rechten antisemitische Vorurteile vor allem in den Reihen der deutschen Israelfreunde zu finden sind.

Angesichts der doch sehr einseitigen Darstellung der obigen Studie hege ich die Befürchtung, dass die Erkenntnisse von W. Kempf nicht bis zu den Autoren der Berliner Studie vorgedrungen sind. Jedoch für eine echte Methodenkritik sind die mir vorliegenden populären Informationen nicht ausreichend.

Laut der vorliegende Darstellung erscheint es mir zudem so, dass die obige Studie den Antisemitismus als eine vom Rassismus verschiedene und damit unabhängige Einstellung diskutiert. Die Frage inweiweit sich auch rassistische Einstellungen geändert und verbreitet haben, inwieweit sich die Debattenkultur verunsachlicht hat, stellt die Studie offensichtlich nicht, so dass der Zusammenhang zwischen Rassismus und Antisemitismus völlig unbeleuchtet bleibt.

Vielmehr scheint es so, dass mit dem Verweis auf den angeblich objektiverbaren Crawler der Studie ein technokratisches Wissenschafstverständnis zu Grunde liegt. Die Tatsache, dass die Studie auf einem von Menschen geschriebenes Computerprogramm mit von Menschen entwickelten Selektionsmechanismen inklusive der dadurch eingebrachten impliziten politischen und wissenschaftlichen Vorannahmen beruht, steht so außerhalb der Diskussion.

RE: Die Partei möge sich bekennen | 03.07.2018 | 21:07

Es gibt viel sozialen Sprengstoff, denn eine linke Politik zugunsten der sozial Benachteiligten entschärfen muss.

Der Kampf um einen staatlichen Zuschuß (BGE) für einen Apotheker oder Millionär gehört ganz sicher nicht dazu. Die Perversität von Hartz IV kann durch gezieltere Ansätze bekämpft werden.

Zudem halte ich die im BGE vollzogene Trennung von Ökonomie und Sozialstaat zu gunsten eines abstrakten Wertes wie das BGE für ein zutiefst konservatives Projekt.

RE: „Anti-Rassismus und eine versteckte Agenda“ | 30.06.2018 | 12:13

Frau Kipping hat sich Ende Mai im Deutschlandfunk sehr deutlich ausgedrückt, indem Sie versucht hat die Vorzüge von offenen Grenzen bei der Besetzung von Billigjobs zu preisen:

https://www.deutschlandfunk.de/katja-kipping-fuer-die-idee-einer-gerechtigkeitswende.868.de.html?dram:article_id=386653

"Wenn alle Arbeitsmigranten, die es bereits hier gibt, dieses Land verlassen würden, dann hätten wir ein richtiges Problem. Wir haben gerade Spargel-Saison. Ich wüsste gar nicht, wie der Spargel bei uns auf den Tisch kommen soll, wenn es da nicht Menschen aus anderen Ländern gäbe. Oder wenn wir in den Pflegebereich gehen: Wenn da alle Menschen ohne deutschen Pass jetzt das Land verlassen würden, dann hätten wir hier ein richtiges Problem."

RE: Die Chancen der Linken | 25.05.2018 | 22:13

Grundsätzlich finde ich eine solche Sammlungsbewegung wichtig. Wichtig, weil es genug Leute in der SPD, in der Linken, den Gewerkschaften und außerhalb gibt, die Interesse an einem grundsätzlichen Politikwandel haben und ein weiterso nicht mehr wollen.

Wichtig ist eine solche Sammlungsbewegungen auch, weil sie auch einen Kontrapunkt zu den diversen Single-Issue Kampagnen der letzten 20 Jahre, wie der Glyphosat-, der Grundeinkommens- oder der ProFlüchtlingskampagne setzen kann und so einen gesamtgesellschaftlichen Handlungshorizont für Reformen oder auch mehr aufmachen können.

Diese Perspektive wird davon abhängen, wie umfangreich der Konsens der Sammlungsbewegung ausfallen wird. Ein Minimalkonsens wird nicht ausreichen um Dinge in Bewegung zu setzen.

Wo ich aber aktuell etwas ratlos bin: Wie will die angedachte eine Sammlungsbewegung arbeiten? Was sind die Inhalte, wie entstehen diese und was sind die Formen, in denen sich die Sammlungsbewegung einmischen will?

Das sind für mich die eigentlich spannenden Fragen. Von ihrer Beantwortung wird mein potentielles Engagement in dieser Sammlungsbewegung abhängen.

RE: „Unbeugsames Deutschland“ | 21.05.2018 | 10:54

Frau Wagenknecht weist daraufhin, dass die in der BRD ankommenden Migranten keine Villen im Grunewald kaufen, wohl aber um den (bereits vorher) viel zu knappen sozialen Wohnraum für sozial Schwache konkurrieren. Gleiches gilt für den Arbeitsmarkt, wo die Mirgranten eben nicht auf Management-Posten landen, sondern eher in prekären Arbeitsverhältnissen.

Das zu ignorieren, hat mit internationalistischer Politik wenig zu tun. Das zu thematisieren mit dem Spieler der nationaler Karte ebensowenig.