keiner

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RE: "Kannst ja auch Nein sagen" | 18.10.2012 | 10:10

Ich bezog mich aufdiesen Kommentar von Maike Hank weiter oben:

"Ja, wir haben vorhin in der Redaktion auch darüber gesprochen, dass es total üblich ist, Messehostessen anzumachen, ihnen zum Teil auch Geld zu bieten, auf dass sie einen schönen Abend oder gar eine schöne Nacht mit einem verbringen. (Dies erzählte mir eine Kollegin, die als Hostess gearbeitet hat.)"


Und, ja, es geht recht gut, danke der Nachfrage!

RE: Unwillkommener Besuch | 19.05.2012 | 12:25

@ Jan Jasper Kosok schrieb am 19.07.2011 um 13:44:

Ganz guter Kommentar zu einem ausgezeichneten Beitrag (nicht Nietzsche mit der Nummers, sondern Katrin Schusters, um Missverständnisse zu vermeiden)

Dieser medial begleitete Kreuzberg-Besuch Sarrazins sollte nur eins erreichen: dass er zum Opfer stilisiert wird und seine Agenda, Muslime aus Deutschland zu vertreiben, ein Stück weit befördert wird.

Eine Provokation in der Hoffnung, dann 'zeigen' zu können, wie inkompatibel 'der Islam' mit vom Grundgesetz geschützten Werten wie der Meinungsfreiheit sei.

Sie durchschauen dieses miese Spiel offenbar, und das ist gut so.

Warum erkennen Sie aber das selbe Muster nicht, wenn Sie hier im Forum als Ordnungshüter missbraucht werden?

www.freitag.de/community/blogs/jan-jasper-kosok/irgendwie-schweigen

In Chaplins 'Diktator' gibt es eine Szene, in der er sich, fassungslos über die Vandalisierung seines Ladens, an den Schupo an der Ecke wendet, und diese Szene wird so entlarvend, weil der schlicht mit den Achseln zuckt.

Ausschluss als Mittel der Selbstvergewisserung einer Gemeinschaft: das ist eine sehr bedenkliche Strategie.

Und diesem Forum hier tut es nicht gut.

Nehmen Sie einen Beitrag wie diesen hier

www.freitag.de/community/blogs/gerard-monsees/die-normative-kraft-des-faktischen-islam-deutschland

- wenn Sie ihn genau lesen, finden Sie, philosophisch verbrämt, z.B. die Beschwerde von Neonazis wieder, dass sie schlicht nicht genug ficken können, weil 'die Muslime' ihnen die Frauen wegschnappen, diese angeblich wie Dreck behandeln und ihnen, den Nazis, auch noch verbieten, an diesen heimlich als paradiesisch empfundenen Zuständen (die mit der Realität nichts zu tun haben) teilzuhaben. (dass die Attraktivität von völkischen Dumpfbacken so eingeschränkt ist, dass hierin die Ursachen für die beklagten Umstände zu suchen wären, dringt in diese hermetische Sichtweise - die auch gerne und oft auf 'deren' angeblich längere Schwänze reduziert ist - nicht ein)

Oder die Aufregung neulich: da erklärt ein greiser Literat, der jüdische Staat Israel treffe Vorkehrungen, ein ganzes Volk - das iranische - 'auszulöschen' und er könne dazu nicht mehr schweigen, als Deutscher sei ihm die Vorstellung, unter dieser Voraussetzung zum 'Überlebenden' zu werden, schrecklich - er konnte aber 60 Jahre lang verschweigen, dass er als Jugendlicher Mitglied der SS war, einer Organisation, die beim systematischen Mord an den Juden Europas - und das ist nicht herbeiphantasiert, sondern historisch gesichert - eine Schlüsselrolle gespielt hat, und den Umstand, dass es in Israel tatsächlich Menschen gibt, die man als Überlebende bezeichnen kann, ist ihm keine Silbe wert.

Wie mir auch nicht bekannt ist, dass er den Weltfrieden für besonders bedroht hielte, weil, wie kürzlich geschehen, Indien eine atomwaffenfähige Langstreckenrakete testet. (Erstschlagswaffe, die Peking erreichen kann).

Sind halt keine Juden, die Inder, also werden sie schon keinen Weltkrieg anzetteln...

(Aus nationalsozialistischer Sicht liest sich das so: Hitler hatte die Welt gewarnt, sich seinen Plänen nicht in den Weg zu stellen und vorausschauend - er war sich des Einfluss des Weltjudentums gerade in den USA bewusst (heute heisst das 'jüdische Lobby') - die Juden im Reich in Geiselhaft genommen. Dass er - und mit ihm die Deutschen - sich bei Kriegseintritt der USA wehren mussten, ist heute noch jedem Nazi klar (und so wurde auch der kleine Blechtrommler zum Opfer)).

Und DerFreitag? Augstein schreibt beim Spiegel dumme Kommentare a la 'musste mal gesagt werden'

www.spiegel.de/politik/deutschland/jakob-augstein-ueber-guenter-grass-israel-gedicht-a-826163.html

Sarrazin lässt grüssen, und 'Kollege von Grote' (JA über GvG) stellt hier ungehindert 'Deutschland erwache' Artikel ein

www.freitag.de/community/blogs/georg-von-grote/guenter-grass---nachgedanken

Stellen Sie Ihre Ordnungsliebe mal für einen Moment hintan und reflektieren, ausgehend von Ihrem eigenen Kommentar oben, welche Wirkungen Ihr Handeln, z.B. die Sperrung Rahabs, tatsächlich hat: wenn Sie ihn ernst gemeint haben, ist das in Ihrem eigenen Interesse!

RE: Wie schwer Kritik fällt | 18.05.2012 | 11:34

Nachtrag, @ anne mohnen: Vielleicht interessiert Sie im Zusammenhang 'unfaire Beurteilung Springers' dieser Artikel hier in der Welt

www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13022574/Philosemit-aus-Patriotismus.html

und zur dort angesprochenen Ulrike Meinhof findet sich im Netz dieses hier

www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=7033

RE: Wie schwer Kritik fällt | 18.05.2012 | 11:17

@ anne mohnen schrieb am 17.05.2012 um 23:10,

anne mohnen schrieb am 17.05.2012 um 23:13:

keine wirklichen Gegenargumente.

Und ich finde, die sollten Sie, mindestens was den Vorwurf der Unfairness angeht, vortragen - so, wie Sie ihn erheben, ist es mir nicht möglich, meine Überlegungen an ihm zu überprüfen.

Es leuchtet mir auch nicht ein, dass der Blick auf eine 'veränderte Berichterstattung nach dem Krieg von 1967' von dem Aspekt des Themas, wie schwierig es sei, die Bildzeitung treffend zu kritisieren, wegführe.

Gerade zu einem Zeitpunkt, da dieses Blatt sich zu seiner 60jährigen Existenz als geradezu staatstragende Institution aufzublasen versucht, liegt eine historische Betrachtung - die Sie offenbar liefern könnten, wenn es Ihnen gelänge, Ihre Unlust zu überwinden - doch nahe, Ihr wichtiger Hinweis auf die Zusammensetzung der Jury des Herbert Quandt Medienpreis heutzutage im Vergleich zu früheren Zeiten weiter unten geht doch in eine ähnliche Richtung!

RE: Wie schwer Kritik fällt | 18.05.2012 | 11:03

@ anne mohnen schrieb am 17.05.2012 um 23:18:

Sie könnten hier erläutern, was an der Besetzung der Jury so interessant ist, ich vermute auch, dass das, auch in Hinsicht auf die Verleihung des Nannen-Preis, erhellend wäre!

RE: Wie schwer Kritik fällt | 18.05.2012 | 10:59

@ Canabbaia schrieb am 17.05.2012 um 23:15: Wenn Sie's so angehen wollen, sollten Sie noch weiter zurückgehen.

Irgendwann stossen Sie dann auf die Geschichte eines notorischen Womanizers und Verwandlungskünstlers, der auf dem Gebiet der heutigen Türkei ein junges Mädchen verführen wollte.

Zeus, um ihn handelte es sich nämlich, hatte sich in einen Stier verwandelt, und als es ihm gelungen war, die junge Schöne dazu zu bewegen, sich auf seinem Rücken zu setzen, lief er ins Meer und schwamm mit ihr davon.

Sie verliessen so Kleinasien und erreichten Kreta.

Seitdem ist der Kontinent, zu dem diese wunderbare Insel gehört, nach jener Schönen benannt: Europa

Inzwischen regt sich jeder kleine Hanswurst hierzulande darüber auf, dass sein Steuergeld - üblicherweise sind das seine Milliarden, bei Ihnen werden es jetzt sogar Billionen - vergeudet werde.

Als Exportweltmeister' fanden 'wir'uns alle hingegen unheimlich toll...

RE: BILD Dir einen Preis | 18.05.2012 | 02:48

>>Es galt, zu verdecken, dass das Springer-Blatt seit Jahren einen Politiker hochschreibt, der eine höchst zweifelhafte Politik betreibt und mitnimmt, was man mitnehmen kann - das ist doch reinstes Stammtischgequatsche.

Die von Ihnen verlinkte Studie '"Bild" und Wulff - ziemlich beste Partner' lässt in ihrer Betrachtung der letzten 6 Jahre aus, wie es Wulff voraussichtlich ergangen wäre, wenn er sich angesichts seiner bevorstehenden Scheidung nicht in irgendeiner Form der Unterstützung des Boulevards zu versichern versucht hätte - Boxer sprechen in einem ähnlichen Zusammenhang vom sogenannten 'Clinch'

www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-02/stern-bunte-muentefering/komplettansicht

www.bunte.de/society/in-eigener-sache-bunte-leitet-juristische-schritte-gegen-stern-ein_aid_15292.html

und indem sie (die Studie) den Bruch der Bildzeitung mit Wulff in den Dezember verlegt, während es tatsächlich schon viel eher zu einer erheblichen Dissonanz zwischen Wulff und der BILD kam - als diese nämlich begann, den Wutbürger gegen den Bundespräsidenten zu organisieren:

www.bild.de/politik/2010/politik/wuetende-buerger-schreiben-an-den-bundespraesidenten-14203828.bild.html

scheint sie mir wesentliche politische Aspekte zu unterschlagen, zumal die Motive der Handelnden ja durchaus beleuchtet werden sollen.

Ihr Statement, es sei wohl alles 'viel schlichter', erinnert vor diesem Hintergrund dann doch eher an 'wie sich Lieschen Müller die Welt denkt'...

RE: Wie schwer Kritik fällt | 18.05.2012 | 00:20

Wieder muss ich korrigieren bzw. ergänzen: Statt:

"Die eine findet den jüdischen 'David' toll, weil sie sich nach dem verlorenen Krieg als Opfer sieht und identifizieren kann und in Israel letztendlich 'deutsche Tugenden' verwirklicht sieht, ...

muss es heissen: Die eine findet den jüdischen 'David' toll, weil sie sich nach dem verlorenen Krieg als Opfer sieht und identifizieren kann und in Israel letztendlich 'deutsche Tugenden' verwirklicht sieht -und verleumdet so in Wirklichkeit den jüdischen Staat, indem sie ihn nur innerhalb der Parameter ihres vom Nationalsozialismus geprägten Denkens, z.B. als antibolschewistischen Aussenposten, akzeptieren kann, die andere kann, ohne es zu bemerken, die jahrhundertealten Vorurteile gegenüber Juden übernehmen. indem sie die Vorwürfe an die Väter auf deren angebliche neue Freunde verschiebt - so muss auch diese Generation nicht als Waisenkinder aus der Geschichte fallen, sondern, wie immer, kann 'der Jude' alles schuld sein, den Weltfrieden bedroht er allemal."

RE: Wie schwer Kritik fällt | 18.05.2012 | 00:09

@ anne mohnen schrieb am 17.05.2012 um 20:58

Na, Frau Mohnen, so leid Sie mir wegen Ihrer Bauchschmerzen auch tun mögen, KarinLs 'absolut' balanciert in Wirklichkeit , das müssten Sie doch ehrlicherweise einräumen, nur Ihr apodiktisches 'Das ist Blödsinn' aus.

Für Belege sehe ich mich in dieser Sache auch zuständig und erlaube mir, zunächst den schon erwähnten Alphons Silbermann zu zitieren:

>>[...]"Aktuelle Stunde" im Bundestag zum Thema Antisemitismus. Wie zu erwarten war, tat jede Partei kund, wie sehr sie dieses soziale Übel verachte, um dem schnellstens hinzuzufügen: "Seht doch wie gut, nett, verständnisvoll wir uns gegenüber Israel verhalten" - in keiner Weise begreifend, wie wenig, beziehungsweise gar nichts dies mit den Juden in der Bundesrepublik zu tun hat, so wohl es in ihren und in den Ohren des Staates Israel auch klingen mag.

Quelle:

www.spiegel.de/spiegel/print/d-13518966.html

(der ganze Artikel ist sehr lesenswert!)

Bei der Frage nach Antisemitismus in Deutschland und seiner Zementierung ist, und das scheint mir wichtig festzuhalten, kann ein Bekenntnis zum Staat Israel, zumal als Firmencredo, eben genau nicht - wie Sie es aber nahelegen - als eine Art Persilschein gewertet werden.

Lassen Sie mich, bevor ich meine eigentliche These noch einmal zu verdeutlichen versuche, noch auf diesen Beitrag Rafael Seligmanns hier

www.talmud.de/cms/Groesster_Schaden_fuer_da.167.0.html

hinweisen, er schreibt dort (der ganze Artikel ist sehr lesenswert!) u.a.:

>>[...] das zunehmende Missverstehen zwischen Juden und Philosemiten. Der Weg zur Hölle ist auch hier mit edlen Absichten gepflastert. Die falschen Freunde umarmen uns Hebräer dermaßen heftig, dass sie uns die Luft zum Atmen rauben. Denn sie reduzieren das Judentum zu einer Holocaust-Nostalgiegemeinschaft. Das Judentum ist aber mehr!

Die Wurzel des Judentums ist das göttliche Gesetz. Sein Kern sind die Zehn Gebote. Die ethische Kraft des Judentums war und ist bis heute so stark, dass aus ihm zwei Weltreligionen hervorgingen, das Christentum und der Islam. Jesus war gläubiger Jude; das Christentum bekennt sich heute eindeutig zu seinen jüdischen Ursprüngen. Im Laufe seiner mehr als dreitausendjährigen Geschichte hat das Judentum viel an Tradition und intellektueller Kraft aufgenommen.

Ohne Seligmann für meine Überlegung vereinnahmen zu wollen, scheint mir, dass die Umarmung Israels durch die Springerpresse einen ähnlichen Effekt hat, wie die, die er beschreibt: wenn sie Israel zu einer Art Musterbeispiel für deutsche Militäreffizienz hochschreiben (und irgendwann in der Folge Rechtsextremisten vom Schlag eines G. Wilders nach Israel pilgern, weil sie ihre eigenen Vorstellungen vom Umgang mit 'Untermenschen' dort unterfüttern wollen), entsteht ein Zerrbild von Israel, das mit der Realität nichts zu tun hat.

Es wirkt aber. Wenn Nationalisten wie Axel Caesar (!) Springer ihre Vorstellungen von Staat auf Israel projezieren und es so möglich machen, dass seinerzeit noch in Hülle und Fülle vorhandene Mitläufer des Naziregimes sich als die neuen und wahren Freunde der Juden nicht nur gerieren können, sondern sich selbst in ihrem eigenen Zerrbild des jüdischen Staats spiegeln und zu erkennen glauben können, ist es kein Wunder, dass eine Generation, der solche Väter zutiefst verdächtig sind, auch diese Position angreifen muss - zumal es so eine psychische Rendite gibt, die unbezahlbar ist: faktisch stehen sie auf der gleichen Seite.

Die eine findet den jüdischen 'David' toll, weil sie sich nach dem verlorenen Krieg als Opfer sieht und identifizieren kann und in Israel letztendlich 'deutsche Tugenden' verwirklicht sieht, die andere kann, ohne es zu bemerken, die jahrhundertealten Vorurteile gegenüber Juden übernehmen. indem sie die Vorwürfe an die Väter auf deren angebliche neue Freunde verschiebt - so muss auch diese Generation nicht als Waisenkinder aus der Geschichte fallen, sondern, wie immer, kann 'der Jude' alles schuld sein, den Weltfrieden bedroht er allemal.

Wolfgang Benz hat ausführlich und differenziert darauf hingewiesen, wie sich die Stereotypen und Mechanismen des Antisemitismus inzwischen in sogenannter Islamkritik wiederfinden lassen, und hier, das lässt sich doch nun wirklich nicht bestreiten, versucht die Bildzeitung mit allen Mitteln Spitze der Bewegung zu sein.

Das war gemeint - Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland -, vielleicht ist es jetzt etwas klarer.

Und @ KarinL: Wenn ich gewusst hätte, dass ich, als ich Ihr 'absolut' etwas auf die Schippe nahm, eine Kerbe ansetze, in die sich dann weiter schlagen lässt, hätte ich das gelassen: in Wirklichkeit freut mich Ihr Zuspruch, denn so fasse ich Ihren Kommentar natürlich jenseits der Ironie auf!

RE: Wie schwer Kritik fällt | 17.05.2012 | 22:40

Es dürfte sich bei dem von Ihnen erwähnten Preis um den Herbert Quandt Medien-Preis handeln, die Liste seiner Preisträger liest sich wie das Who is Who des deutschen Journalismus*.

Er wird zu Ehren eines Mannes verliehen, der ab 1940 im Vorstand der AFA (später Varta) war, die sein Vater in den 1920er Jahren übernommen hatte.

Diese Accumulatorenfabrik beschäftigte Arbeiter, die aus einem der Firma angegliederten KZ rekrutiert wurden und unter den unmenschlichen Bedingungen in der Produktion - vor allem ruinierten Schwefelsäuredämpfe, die bei der Entoxidierung von Messing entstanden die Gesundheit der Menschen - bald zugrunde gingen.

Herbert Quandt, so ist seit der Dokumentation 'Das Schweigen der Quandts' von Eric Fiedler bekannt, berechnete aus diesem Grund 'Fluktuationsraten' und sorgte sich so um das Wohl der familieneigenen Firma.

Noch lange nach dem Krieg wurden ehemalige Arbeiter, die aller Quälerei zum Trotz überlebt hatten, mit dem Wunsch nach irgendeiner Anerkennung ihres Leidens brüsk abgebürstet.

Drinnen wird, so kann man es zuspitzen, das geraubte Geld nach Gutsherrenart an genehme Journalisten verteilt, die dafür mindestens einen Kotau vor dem, der da schliesslich geehrt wird, hinzulegen haben.

Nie ist mir zu Ohren gekommen, dass einer von denen auch nur einen Cent an eines der Opfer Quandts weitergegeben hätte (es würde mich sehr freuen, von so einer Geste zu erfahren!).

Sicher finden Sie es auch 'gesinnungstüchtig', dass ich dies hier aufwärme, den Einwand, dass solche Figuren keine Ehrung, die im Grunde nachträgliche Komplizenschaft bedeutet, durch Medienleute verdienen, unsachlich, und wahrscheinlich halten Sie es für an den Haaren herbeigezogen, dass meiner Meinung nach angesichts seines Stifters ein solcher Preis ein vernichtendes Urteil über die bedeutet, die ihn erhalten sollen und ihn annehmen.

Was Sie in der Bild -"Berichterstattung" zu Griechenland ganz offensichtlich übersehen, ist die Infamie, mit der scheinbar sachliche Argumente missbraucht werden, um eine intelligente Analyse zu verhindern und statt dessen 'ein Volk' zum Sündenbock für eine systemimmanente Krise der weltweiten Finanzmärkte zu stempeln (es gehört sich übrigens auch nicht, Einstein als Mörder für ein Gedankenexperiment zu missbrauchen).

Und wie ist das mit Ihren Fakten? Haben 'wir' tatsächlich 'Griechen-Kredite' vergeben, oder nicht doch eher für solche Kredite gebürgt? (Fragen Sie mal Herrn Breuer, früher von der Deutschen Bank, wie klug es ist, in unserem Finanzsystem die Kreditwürdigkeit von Personen oder Firmen öffentlich zu bezweifeln, an deren wirtschaftlichem Erfolg man interessiert ist.)

Doch, Blome und Co haben den Herbert Quandt Medienpreis ganz sicher verdient, die wirklich spannende Frage im Zusammenhang dieses Blogs hier ist, warum so viele andere ihn überhaupt angenommen haben und nicht wenigstens jetzt dem Beispiel ihrer Kollegen von der SZ folgen.

* Die Quandt-Stiftung gibt es zwar im Internet, als ich jedoch das letzte Mal auf deren Seite war, gab es dort einen Hinweis, dass es untersagt sei, dorthin zu verlinken. Daran halte ich mich natürlich, und ob die angesprochene Liste der Creme des deutschen Journalismus dort noch zu finden ist, weiss ich nicht, suchen Sie es sich bei Interesse bitte selbst raus!