Wètiko Seuche

Die letzten ihrer Art Hilferufe aus dem Amazonas

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Eine Welt verschwindet

Schon einmal, vor ungefähr 4 700 Jahren wurde ein letzter Wächter des Waldes ermordet:

(Auszug aus der XIV. Tontafel des Gilgamesh Epos nach Raoul Schrott)

"...Ich hielt ihn hoch wie eine trophäe

und es wurde dunkel um mich um alle

und regen begann zu fallen dunkel und schwer

der regen fiel auf den berg herab und den wald

und die schluchten füllten sich mit blut:

Humbaba war gefallen, Humbaba war tot. ... "

Und heute?

Gnadenlos schickt Bolsonaro seine Häscher in den Wald um die verbliebenen Indigenen ihrer Heimat zu berauben. Die Wächter des Waldes werden ermordet und die Stämme sind schutzlos der Gewalt und Willkür ausgesetzt. Es sind die letzten ihrer Art und mit ihnen verschwindet eine Zauberwelt von Flora und Fauna für alle Zeit. Mit der grünen Apotheke des Waldes geht Jahrtausende altes Wissen für immer verloren. Viele Lebewesen, Pflanzen wie Tiere werden sterben ohne das wir sie jemals kennenlernen.

Die Europäische Union stoppt dieses Verbrechen nicht, sie profitiert vom Kahlschlag und macht sich gar zum Komplizen des Regimes Bolsonaro. Dessen Schergen brutalst Indigene vertreiben und den Wald abholzen. Wer Widerstand leistet wird ermordet.

https://netzfrauen.org/2020/04/04/guajajara/

Stoppt die Vernichtung des Regenwaldes jetzt:

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-amazonas-proteste-101.html

Im Freihandelsabkommens zwischen Südamerika und der EU ist keine verbindliche Vereinbarung getroffen, welche geeignet wäre die Vernichtung des Regenwaldes zu unterbinden. Das Gegenteil ist der Fall. Das Abkommen befördert die Gier und Raubbau. Somit sind sämtliche politische und gesellschaftliche Initiativen aufgefordert diesen ökologischen Frevel von Abkommen zu torpedieren.

Besser wäre ein Fairtrade Agreement in der sich Handel und Industrie unter Einhaltung ökologischer Standards auf menschenwürdige Conditionen festlegen. Somit sind alle Gruppen vom Hambacher Forst bis in den Regenwald aufgerufen, die Kräfte zu bündeln um das Verbrechen an der Schöpfung zu stoppen.

Die wertewestlichen Grünen, vertreten durch Annalena Baerbock dürfen sich gerne auch dort für Menschenrechte einsetzen, wo es nicht ausschliesslich um geopolitische Interessen (Nordstream) geht, sondern um ökologische Notwendigkeit. Weil Werte ohne Ökologie so gar keinen Sinn machen. Vom Rest der Welt vergessen, kämpfen nur wenige Menschen vergangener Kulturen im Amazoas einen schier aussichtslosen Kampf um ihre Heimat und riskieren dabei ihr Leben, damit die grüne Lunge der Welt als Sauerstoffspeicher erhalten bleibt. Sie haben keine Fahne, fordern weder Aufmerksamkeit noch wertewestlichen Beistand, nein, sie wollen ihre Heimat erhalten wie sie es von ihren Vorfahren auferlegt bekamen.

Zitat: Die Wetico-Seuche von Jack D. Forbes

"Die Enthumanisierung, die nicht nur die zeichnet, denen die Menschlichkeit gestohlen wurde sondern auch (wenngleich in anderer Weise) die, die sie gestohlen haben, verfälscht die Berufung, die der vervollkommerenen Menschwerdung gilt ...

Enthumanisierung wenngleich ein konkreter geschichtlicher Tatbestand, ist keine unausweichliche Bestimmung, sondern das Ergebnis einer ungerechten Ordnung, die in den Unterdrückern jene Gewalt erzeugt, durch die sie enthumanisiert werden."

(Paulo Freire, Pädagogik der Unterdrückten, S. 31 f.)

Auch unsere Schwestern und Brüder der Lakota der Standing Rock Reservation in Nordamerika wehren sich gegen eine Pipeline aus Kanada, welche respektlos wie illegal über Gräber und heiliges Land verlegt wurde. Das fiktive Anbohren einer Ölpipeline einer Aktivistin wurde von der US Regierung als terroristischer Akt eingestuft und die Aktivistin wurde wegen Sachbeschädigung zu 20 Jahren Haft verurteilt.

https://lakotalaw.org/resources/taysha-migizi?ms=ea&utm_source=ea&utm_medium=email&utm_campaign=pscm&utm_content=textlink1&sourceid=1048504&contactdata=O7Im0VOz522AdHRv8sJPaIs%2fYIYpYlb%2fx4UDdXb9B0GhUHj3tCPbMKLuWdoHzoDsALpWNSzLNNzzSm3fWf2lvm1XiDTGeuBmx7f9EmFye8OJLzWddKb6G7qJiGO9ZV13L0xFzuwXs7l1LGgch2zGVDmkxyFH8dud2dJwHlOXv8Zht9IGSIRVvamy1mwV9wtmILntXoDd%2bPwGfRGhJD6ZlWJ%2fMP7v%2b%2boxSNawI28a4IspJsNJEMXsXtcxCfIS4pw35QJslEuOQhB8VPrid%2bPoCXwKfVaB7EWj0AGT5nFj3VI%3d&emci=4ddbcd11-b9fb-eb11-b563-501ac57b8fa7&emdi=971a3662-cefb-eb11-b563-501ac57b8fa7&ceid=8894955

Die Gesellschaft für bedrohte Völker berichtet zudem von Flugzeugen, welche Pestizide über gigantische Soja-, Mais- und Zuckerrohrplantagen sprühen, die vom Wind getrieben in kilometerweiten Wolken über den Dörfern der Guarani Kaiowa abregnen. Diese Pestizide sind in Deutschland verboten, werden jedoch vom Bayer AG Konzern nach Südamerika exportiert. Dafür importiert Deutschland Soja und Rindfleisch. Das Soja wandert in die Futtertröge europäischer Schweinemästereien und kommt dann als Billigfleischexport auf den chinesischen Markt. So sieht diese Lieferkette aus!

https://www.bing.com/videos/search?q=lieferkettengesetz&view=detail&mid=AA937B8D56077AA3BF9CAA937B8D56077AA3BF9C&FORM=VIRE&PC=ACTS&cc=DE&setlang=de-DE&PC=ACTS&cvid=a400866727c147329448d7aecaecc32e&qs=AS&nclid=37293F9BECD96FE8C9A34B7BCCE97CB6&ts=1629912855583

Die Leidtragenden dieses profitablen Deals sind Indigene und Kleinbauern! Ihre Gesundheit wird bedroht, ihre Tiere, ihr Wasser und Pflanzen werden vergiftet. Das muss aufhören! Die Bayer AG muss die Produktion so gefährlicher Gifte auch für die Märkte im Ausland einstellen. So sieht die Praxis der am grünen Tisch vereinbarten Freihandelsabkommen in der Realität also aus. Wenn die Europäische Union hinsichtlich eines Green Deals nicht an Glaubwürdigkeit verlieren will - muss sie jetzt Farbe bekennen!

https://www.rnd.de/politik/freihandelsabkommen-eusudamerika-klimaschutz-kritik-wachst-KY2ZKVA4G5C6NEDVMOIV5PQAUA.html

Green Deal? ... do not deal with Pachamama ...

Nur Stämme werden überleben

"Wir befinden uns gerade in einem Prozeß der Wiederbildung von Stämmen, ob wir es wollen oder nicht. Genau wie unsere Vorfahren in ihren Stämmen sind wir Objekte in einer Welt, die wir nicht verstehen, keine Subjekte mehr, die eine Welt zum Ausbeuten besitzen. Durch unsere Technologie haben wir die althergebrachte religiöse und politische Auffassung des Menschen als des Schmiedes seines Schicksals auf den Kopf gestellt. Und anstelle einer willkürlichen Natur fürchten wir jetzt die Willkür der Technik und eine teilnahmslose unmenschliche Wissenschaft."

(S.66) Vine Deloria, South Dakota, Standing Rock Sioux

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Chuwawa

Neugierig- skeptisch- kritischer Freigeist mit auch unbequemer Lebenserfahrung aus sozialer, gesundheitlicher wie ökonomischer Realität.
Chuwawa

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