KGvL

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RE: Bruder bin Laden | 05.05.2011 | 18:47

Für diesen Artikel, Herr Augstein, mein Respekt.

RE: Benevolent or evil empire?- Die Tötung Osama bin Ladens | 03.05.2011 | 20:59

Lieber Herr Leusch,

Ihre Überlegungen sind richtig, die aktuelle Situation ist damit sicher auch sehr zutreffend analysiert. Dennoch erlaube ich mir einen kleinen Wermutstropfen: Was ist eigentlich Gewaltanwendung?

Ich versuche, es ganz einfach zu schreiben: Sie ist die Herbeiführung einer Extremsituation.

Jenseits aller unmittelbaren Folgen (Sachschaden, Verletzung, Tötung) bewirkt sie die Entkleidung von sämtlichen ethischen, politischen und/oder moralischen Attributen, die menschliches Handeln beeinflussen können. Und damit erhält Gewaltanwendung über ihre unmittelbare Wirkung hinaus auch eine Funktion – durch die Entkleidung wird alles möglich, einschließlich der Spiegelung dieser Möglichkeiten. Denn wo Attribute noch Konnotation erlauben (i.e. der Legalität/Legitimität), ist sie in der Gewalt selbst aufgehoben.

Gewaltlosigkeit ist vielleicht der Weg, um in Zukunft nicht nur Opfer zu vermeiden, sondern Gehirnakrobatik, die im Sinne von Aufbau auf wesentlich wichtigere Dinge gerichtet werden könnte.

Mit gutem Gruß, vL.

RE: Der Supergendarm macht einfach weiter | 01.05.2011 | 23:41

Sehr geehrter Herr Herden,

ob Präsident Sarkozy sich je von den Leitlinien der Françafrique verabschieden wollte, ist mir zweifelhaft. Der zuständige Ressortchef Jean-Marie Bockel verkündete zwar in einem in Frankreich als historisch eingestuften Interview mit Le Monde vom 15. Januar 2008, er wolle „die Sterbeurkunde für die Françafrique unterzeichnen“. Im August wurde er allerdings in das Ressort für Veteranen versetzt und schied zwei Jahre später aus der Regierungspolitik aus.

Ähnliche Verfahrensweise bei den Strafklagen, die drei Aktivistengruppen gegen die Präsidenten von Gabon, Omar Bongo und Kongo, Denis Sassou Nguesso im März 2007 vor einem Gericht in Paris eingereicht hatten. Grundlage war eine Studie des CCFD (Comité Catholique contre la Faim et pour le Développement), in der minutiös aufgelistet wurde, welcher der Herren afrikanischer Länder welche Beträge ihrem Staat unterschlagen und in Frankreich investiert hatten. Innenminister Sarkozy hieß die Klage ausdrücklich gut, am 13. November (6 Monate nach Amtsantritt als Präsident) wurden die Klagen abgewiesen: Es sei nicht dargetan, dass die Betroffenen ihr Geld unrechtmäßig erworben hätten.

Es gibt auch außerhalb der Cellule Africaine eine weitere Schnittstelle, die sog. Francophonie. Durch die „Organisation Internationale de la Francophonie“ (OIF), 1970 gegründet, wurden Instanzen gebildet, die mittlerweile direkt oder indirekt in sämtliche kulturellen, sozialen und politischen Entwicklungen der Mitgliederstaaten, überwiegend in früheren Zeiten dem französischen Machtbereich unterworfen, eingreifen. Sie ist das kulturelle Einfallstor, ohne das die Françafrique nicht denkbar wäre. Bezeichnenderweise ist ihr seit vergangenem Jahr eine eigene strategische Arbeitsgruppe im Außenministerium eingeräumt.

Venance Konan, Journalist und ivorischer Schriftsteller, hat sich auf Le Monde vom 15.04.2011 Gedanken gemacht, wie die Politik Sarkozys mit Blick auf die Gefangennahme von Laurent Gbagbo zu benennen sei. Seine Worte: „Personnellement, je ne peux que dire merci à celui qui a aidé les miens à retrouver la vie. S'agit-il de la France? Eh bien, merci la France!“ Ohne zu erkennen, dass es ebensolche auf der anderen Seite der Barrikade gibt. Und das ist der Kern von Françafrique plus Francophonie: Es soll nicht gesehen werden, im besten Schreibfranzösisch ausgedrückt. Ich finde, das ist mehr als nur Paternalismus.

Mit freundlichen Grüßen, KGvL

RE: Fliegen oder freier Fall? | 28.04.2011 | 23:21

@ tlacuache

Noch bin ich mir nicht ganz sicher, auf was Ihr Nick hinweist: Auf das Opossum oder auf das Mezcal :))

Spaß beiseite. Reisen in Regionen, an die unsere Physiologie nicht gewohnt ist, führte vor nicht wenigen Jahren in den englischen Kolonien zu einem ausgesprochenen Gin-Abusus (nebst dem unvermeidbaren Tonic). Was uns auch schon zu der Frage führt: Lariam, Resochinin oder ein gesundes Immunsystem? Wissen macht Ahhhhhhhh ..... Es geht um Malaria.

In diesem Spannungsfeld wird nun die Artemisia annua, der chinesischer Beifuß diskutiert – wegen der Resistenzen bei Resochinin, den Nebenwirkungen (und dem eigentlich nicht als Spezifikum gedachten) bei Lariam. Tun wir doch einmal so, als wären wir völlig ignorant und gehen wir in das Tropeninstitut, sagen wir: in München. Was meinen Sie, ist dort die Standardauskunft an den Standardtouristen?

Womit wir noch viel weiter sind, bei der Frage nach dem Immunsystem. Ich glaube, erst seit HIV ist dieser sehr grundsätzliche Abwehrmechanismus in den konzentrierten Brennpunkt der Aufmerksamkeit gelangt. Nun begibt es sich aber, dass hier auf diesen Foren von Herrn Binding, einem dezidierten „Homöopathen“, die Existenz von Viren grundsätzlich in Frage gestellt wird. Wozu also, aus seiner Sicht, die Diskussion um körpereigene Abwehrmechanismen oder ihre Verstärkung durch den chinesischen Beifuß, wenn es eigentlich gar nichts gibt, wogegen sich der Körper zur Wehr zu setzen hätte? Die Argumentation, konsequent zu Ende gedacht, bedeutete, dass homöopathische Mittel in Wahrheit Psychofarmaka seien, weil jede Krankheit eine seelische Ursache habe.

Nun ist Malaria keine virale, sondern eine parasitär hervorgerufene Krankheit. Und obwohl diese eine der am weitest verbreiteten Krankheiten auf der Welt ist (wie im Übrigen auch Chikungunya oder Dengue), ist hier die immunologische nur ein Nebenprodukt zur virologischen (HIV)Forschung! Wenn Sie mir nun eine Antwort darauf geben können, warum dass so ist, werden wir vielleicht einen Schritt weiter sein.

RE: Fliegen oder freier Fall? | 28.04.2011 | 22:38

@ bertamberg (am 28.04.2011, 14:28 Uhr)

Dass Sie nun versuchen, Ihre Aussagen durch eine Kontexualisierung zu relativieren, mag ja angehen. Über den Hintereingang allerdings noch einmal nachzulegen, dazu gehört schon Mut und eine gehörige Portion Unverfrorenheit.

Es gibt eine ganze Reihe von Krankheitsbildern, die in den vergangenen Jahren an Häufigkeit zugenommen haben und deren wahrscheinliche Ursachen benennbar sind. Zunahme des malignen Melanoms durch die Verstärkung der UV-Einstrahlung kombiniert mit einer Tendenz, sich weniger bedeckt zu bekleiden. Mammakarzinom durch Einnahme der „Pille“ auch bei dezidierten Kontraindikationen sowie Spätgeburten als Risikofaktoren. Da Sie Infektionskrankheiten ansprechen: Es ist Ihnen wohl noch nicht durch den Kopf gegangen, dass das mit der rasanten Zunahme der Weltbevölkerung, damit einhergehend dem näher Zusammenrücken plus (!) verstärkter Mobilität von Menschenmassen zu tun haben könnte? Ich rate an der Stelle dringend eine Auffrischung in Epidemiologie.

Was mich wirklich maßlos ärgert, ist, dass Sie eine völlig berechtigte Kritik am derzeitigen Gesundheitssystem in Deutschland (von der Unsäglichkeit eines Röslers ganz zu schweigen) verbrämen mit Weltbildern nicht einmal politischer, sondern mystischer Natur. So wie Sie schreiben, dient Ihnen Bloch bestenfalls als Alibi, nicht als kritischer Denkansatz. Deswegen kommt man auch zwanglos bei Ihren Ausführungen zur Geisterheilerszene, wie ich es Ihnen nachgewiesen habe. Sie sollten (ich meine das nicht als Anleitung, sondern als bloßen Vorschlag) sich vielleicht über die linguistischen Wirkungen Ihrer Ausführungen im Klaren werden, bevor Sie andere Autoren, die tatsächlich etwas zu sagen haben, durch Zitierung in Haftung nehmen. Das mag zwar von Belesenheit zeugen, aber nicht unbedingt von Verständnis oder daraus folgender Reflexion und Ausdrucksfähigkeit.

Es gibt einen Unterschied zwischen Naturheilkunde und dem, was sich selbst heute Homöopathie schimpft – das eine will Menschen heilen, das andere will Menschen überzeugen. Weswegen nicht völlig zu unrecht zwischen wissenschaftlichen Publikationen und Traktaten unterschieden wird. Sie können frei entscheiden, wofür.

Das Verkehrsunfallopfer nicht, das ist, wenn es wieder zu Bewusstsein kommt, froh, noch am Leben zu sein. Und zwar völlig gleichgültig, ob es in einer Utopie aufwacht oder im hier und jetzt.

RE: Fliegen oder freier Fall? | 27.04.2011 | 11:40

@ bertamberg

Natürlich mußte jemand irgendwann auf die Frage kommen, cui bono.

Dass Sie es beantworten mit einem "vitalen Interesse" an der Prolongierung eines Krankheitszustandes ist allerdings derart unterirdisch, dass ich mich frage, was die von Ihnen bisher angezogenen Autoren wohl zu einer Haltung sagen würden. Das reiht sich doch genau in den Zynismus ein, den Sie bereits bei Ihren Zahlenspielen weiter oben propagiert haben.

Was Sie in dem kleinen Nebensatz versteckt haben, ist, dass jeder, der in einem Heilberuf tätig ist, nicht nur nicht heile(n könne), sondern das auch gar nicht wolle.

Bisher hatte ich die Hoffnung, dass Sie lediglich versuchen, die Argumente des Blogs zu spiegeln, was legitim wäre, um einen Disput auszulösen. Nun merke ich, dass die Ihre eine völlig andere Richtung ist - die völlige Entfremdung eines im Krankheitsfalle Rat Suchenden gegenüber jedem (!), der möglicherweise in der Lage wäre, Hilfe anzubieten, weil solche Hilfe nicht gewollt sei.

Die Argumentationsweise ist mir bestens aus der Geisterheilerszene bekannt, bei der kein Honorar verlangt wird, aber eine Spende erwartet. Das war schon das "Geschäftsgeheimnis" der Londoner Szene in den 1960ern. Auf welche Spur wollen Sie uns also locken, bertamberg?

RE: Fliegen oder freier Fall? | 25.04.2011 | 17:40

womit Sie hier

www.gesellschaft-medizinische-ausbildung.org/index.php?option=com_docman=doc_download=778=581;=de

angekommen sind und bei der Bemerkung merdeisters weiter oben: "Wenn ich lese, was Homöopathen der frühen Stunde über die "Schulmedizin" zu sagen hatten, so frage ich mich, ob sie heute auch Homöopathen wären. Ich vermute aber, dass sie sich eher mit der psychosomatischen Medizin beschäftigen würden."

Hätten Sie es auch dort gepostet, wäre der Zusammenhang erkennbar gewesen. Schade für die verpaßte Gelegenheit es somit zu vertiefen: "Was nutzt dem Menschen", statt bloße, noch dazu rein semantische, "Wissenschaftskritik" zu üben.

RE: Fliegen oder freier Fall? | 25.04.2011 | 15:49

@ bertamberg (schrieb am 25.04.2011 um 12:39)

Sie schreiben: „Bei etwa 16 Millionen Krankenhausaufenthalten pro Jahr sei somit von mindestens 200.000 schwerwiegenden Arzneimittelwirkungen auszugehen.“ Und setzen das in Relation zu: „Also: Es sind nicht die Behandlungsfehler, die umbringen, sondern die Behandlung an sich. Dies ist Faktum.“ Das Faktum ist – in Bezug auf schwerwiegende Arzneimittelwirkungen haben wir es mit einem Prozentsatz von 0,0125% zu tun, die Todesfälle, die Sie mit 16.000 angeben, machen mithin 0,001% der Krankenhausaufenthalte aus. Jeder einzelne von ihnen ist einer zu viel. Aber dass „Behandlungen umbringen“ ist in diesem Kontext nicht nur billige Polemik, sondern geradezu menschenverachtender Zynismus gegenüber jenen 99,99%, denen offensichtlich der Aufenthalt im Krankenhaus geholfen hat.

Zu Langbein und Ehgartner mache ich mir zur Vermeidung von Wiederholungen die Kritik von Ulrike Winkelmann, zusammengefasst bei www.perlentaucher.de/buch/11353.html zu eigen.

Zu Louise Hay ist erkennbar, dass sie ihre angebliche Selbstheilung (Zervixkarzinom) bereits in Bezug auf die Erkrankung selbst nicht dokumentiert ist. Dass ihre Bücher samt und sonders auf einer quasi-religiös-metaphysischen Auffassung von Heilung beruhen, dürfte den großen Erfolg ihres eigenen Verlages ausmachen wie auch der Autoren, die für sie schreiben (u.a. Deepak Chopra).

Ein paar aktuellere Zahlen zu Nebenwirkungen bei Medikamenten s. als Einstieg de.wikipedia.org/wiki/Nebenwirkung#Gesellschaftliche_Bedeutung

RE: Fliegen oder freier Fall? | 25.04.2011 | 14:36

@ luggi (schrieb am 25.04.2011 um 02:37)

Ich wundere mich sehr, das schreibe ich ohne jede Häme. Natürlich fällt die operative Entfernung von Gewebe unter Heilung. Vielleicht schauen Sie sich einmal die Entzündung des Wurmfortsatzes an und im akuten Fall dessen Behandlung. Gleiches gilt für die gerade bei Motorradunfällen auftretenden Verletzungen im Bauchraum oder an der Milz. Oder bei Gangränen. Im Falle der Resektion bzw. vollständigen Entfernung ist es immer eine sog. Defektheilung, alleine etwa wegen einer bleibenden OP-Narbe. Aber es ist Heilung.

Was mich zu einem ganz wesentlichen Gebiet bringt, zu dem der Onkologie. Das ist eine der buchstäblichen Schnittstellen zwischen Schulmedizin und nicht völlig irrelevanten Strömungen in der sog. Homöopathie. Was sich am Schicksal eines damals sechsjährigen, an einem Wilms-Tumor erkrankten Mädchens gezeigt hat, war genau das, was Sie ansprechen luggi: Heilwerden und trotzdem ganz bleiben. Auslöser war das Heil(ung)sversprechen eines Individuums gewesen, das er ganz offenkundig nicht einhalten konnte, weil der Tumor während seiner „Behandlung“ auf einem Umfang von rund 4500 ml anwuchs und sich zu einer akuten Lebensbedrohung entwickelte.

Jenseits der Extreme hat dieses Schicksal drei Aspekte der Onkologie in das Bewusstsein einer sehr breiten Öffentlichkeit gebracht: Über Krebs (auch bei Kindern) kann man sprechen, es ist kein Tabu (mehr); die übermäßige Erwartungshaltung gegenüber Medizin bei Krebserkrankungen wurde weitgehend reduziert auf ein normales Maß des Machbaren; Medizin ist nicht mehr nur ein fachspezifisches, sondern u.a. auch ein publizistisches Erörterungsgebiet.

In „Olivia und die Onkologie. Über das Thema Krebsmedizin in den Medien“ (Karin Koch, Adelheid Quehl (Hg.), Jahrbuch 1998/99 des Tumorzentrums Potsdam e.V.) beschreiben die Autoren Andrea Appel, Dietmar Jazbinsek sehr eingehend das Spannungsfeld. Auf S. 6 (Nummerierung ist die des verlinkten pdf-Formats) wird befunden: „Ein weiterer Grund für das Interesse der Krebskranken an der Medienberichterstattung könnten die Defizite in der Arzt-Patient-Kommunikation sein, auf die vor allem die Selbsthilfegruppen seit langem hinweisen.“ Mit Blick auf das Internet, in dem wir uns hier ganz spezifisch bewegen, meint der Aufsatz bereits vor über 10 Jahren, dass das „Prinzip des freien Zugangs zum Internet - das sowohl für die Anbieter wie für die Nutzer der Dateien gilt“ natürlich auch Plattformen ermöglicht, die Außenseitermeinungen vertreten. Da Zensurmaßnahmen ganz selbstverständlich nicht in Betracht kommen (alleine deswegen ist schon der Aufsatz lesenswert), gelangen Appel und Jazbinsek zu einer genauso selbstverständlichen Aufforderung: „Der mühsame Versuch, durch bessere Argumente zu überzeugen, sowie die Einsicht, daß dieses Bemühen um einen „informierten Konsens“ nicht bei jedem Krebspatienten Erfolg haben kann.“

Zehn Jahre später wissen wir, u.a. durch einschlägige Veröffentlichungen in Blogs bei freitag.de, dass der Versuch weiter mühsam bleibt. Und sich nicht durch die Vermittlung von „Weltbildern“ ersetzen lässt.

RE: Fliegen oder freier Fall? | 25.04.2011 | 03:17

@ luggi

Das ist ja nicht mehr zum aushalten. Sie schreiben (00:17 Uhr): "aber ihr sollt einfach mal nachdenken und Respekt oder sonstwas vor anderen heilmethoden entwickeln"

Welche "Heil"methoden bitteschön? Heile Heile Gänschen oder das, was gesund macht?

Wir haben es hier nicht mit der Frage zu tun, ob es etwas gibt, was unfehlbar zur Gesundung im Krankheitsfalle beiträgt. Diese Unfehlbarkeit gibt es nicht, in keinem Bereich des Heilwesens. Die Frage ist vielmehr: Was bietet die höhere Wahrscheinlichkeit einer Heilung.

Die Frage kann nicht dadurch beantwortet werden, dass man "anderen" Formen von Methoden Respekt entgegen bringt, sondern nur dadurch, dass diese anderen Formen nachweisbar Erfolge liefern.

Was ich bisher in den öffentlich zugänglichen Unterlagen von Homöopathen dazu gelesen habe, ist überwiegend nichts anderes als die Beschreibung von sog. Spontanheilungen. Im Gegenzug weiß ich, dass bis zu einem bestimmten Stadium das Prostatakazrinom durch Entfernung der Prostata die vollständige Heilung bedeutet.

Der Grundkonflikt, der auch in diesem Blog zum Vorschein kommt, ist ein systemischer: Das Mißtrauen gegenüber einer etablierten Struktur, die mit alternativen Ansätzen bekämpft wird. Nur: Die Bringschuld, genauer die Beweislast liegt nun einmal bei dem, der den "besseren" Weg beschreibt. In diesem Blog, in all denen von Binding, in allen homöopathischen Plattformen wird dieser Beweis nicht erbracht.

Was Sie versuchen, luggi, ist diese Beweislast umzukehren. Und genau da kommt das ideologische Moment, weil unwissenschaftlich, ins Spiel. Man kann nicht mit einem Heilsversprechen behandeln, sondern nur mit dem klaren Bekenntnis, wie weit ärztliche Kunst reicht. Auch wenn ich bei der Schulmedizin da sehr großen Nachholbedarf sehe, bei den Homöopathen ist er weitaus größer. Der Blog mit seinen Fundstellen belegt es mehr als eindrucksvoll.

Ein Letztes: Das Argument der Kosten zieht nicht, denn praktisch alles, was Homöopathie ist, ist nicht von Kassen gedeckt. Angelockt werden also jene, die sich eine Sonderbehandlung überhaupt leisten können. Und Sie, die Sie im reichen Rosenheim leben, sollten es wissen: Das ist die Gesundheitsschuhfraktion, alternativ angehaucht, reich ohne Ende und mit leichtem Dachschaden.