Khadija Katja Wöhler-Khalfallah
12.09.2013 | 18:35 11

Saudi-Arabien & Iran an den Verhandlungstisch

Syrien: Die Radikalen brauchen nicht an den Verhandlungstisch geführt zu werden, allein ihre Förderer.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Khadija Katja Wöhler-Khalfallah

Baschar al-Asad dazu zu bringen, die Chemiewaffen seines Landes unter Kontrolle zu stellen, ist ein guter Anfang. Wer das Land jedoch längerfristig befrieden will, und dies sollte im Interesse aller internationalen Akteure sein, braucht sich nicht den Kopf zu zerbrechen, wie er die radikalen Dschihadisten an den Verhandlungstisch bekommt, sondern alles in seiner Macht mögliche tun, um Iran und Saudi-Arabien in die Konfliktlösung einzubeziehen. Verlieren die radikalen Elemente ihre Geldströme aus Saudi-Arabien und hört der Iran auf, Asad zu unterstützen, könnten Asad und die demokratische Opposition (nicht die aus dem Ausland eingeschleusten radikalen Elemente) gezwungen werden, zu einer pragmatischen Lösung zu gelangen.

Bevor jedoch ein weiteres Detail in dem ganzen Wirrwarr untergeht, wäre es selbstverständlich ebenfalls hilfreich, wenn Russland seine Waffenlieferungen an das Asad-Regime stoppen würde, sowie die USA ihre an die Rebellen.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (11)

Fro 13.09.2013 | 01:15

Warum sollte man Saudi Arabien und Iran und/oder USA und Russland über das Schicksal Syriens entscheiden lassen, wo Syrien doch den Syrern gehört???

All die vorgenannten Akteure sollten dafür wirken, dass die Syrer selber entscheiden können, wie die Lebensbedingungen in ihrem Land gestaltet werden müssten – auch, wenn es eine Teilung des Landes zur Folge haben sollte...

Khadija Katja Wöhler-Khalfallah 13.09.2013 | 08:09

Genau das sollte ja verhindert werden durch Verhandlungen, da sie es ja bereits sind, die aktiv Einfluss nehmen, in dem Saudi-Arabien die radikalen Menschenabschlachtenden Rebellen unterstützt, weil Asad ein verbündeter des Iran ist, den sie unbedingt geschwächt sehen wollen, und der Iran wiederum Asad stützt, um die Dschihadistischen Rebellen, die den Wahhabismus bzw. Salafismus (Feind des Schiitentums) bringen, am Vormarsch zu hindern. Würden sich all diese externen Akteure zurückhalten hätte Syrien wieder eine Chance, selbst auf sein Schicksal Einfluss zu nehmen.

Hans Springstein 13.09.2013 | 09:51

Der Iran hat bereits mehrmals seine Bereitschaft bekundet, an solchen Verhandlungen teilzunehmen, wie u.a. RIA Novosti schon mehrmals meldete.

Die beiden ehemaligen NATO-Generalsekretäre Jaap de Hoop Scheffer und Javier Solana in Der Standard, 5. Juni 2013: "Eine diplomatische Lösung ist die wahrscheinlich einzige Möglichkeit, der leidenden Bevölkerung zu helfen, einer Radikalisierung des Konflikts vorzubeugen und die Region zu stabilisieren. ...
Um das zu schaffen, muss der Westen neue diplomatische Wege finden, den Konflikt zu beenden - und auch politische Ambitionen hintanstellen. Das bedeutet leider auch, unpopuläre Kompromisse einzugehen: Zum Beispiel darf die Klärung der Frage nach Assads künftigem Schicksal nicht als Vorbedingung für den Beginn von Verhandlungen definiert werden. Und auch der Iran muss an einer diplomatischen Lösung beteiligt werden. ..."

Nein, ich sage nicht, wer bisher sich einem solchen Vorschlag verweigerte, ich zitiere nur Kofi Annan aus dem Juni 2012: "Der Iran sollte nach Überzeugung von UN-Vermittler Kofi Annan ungeachtet politischer Widerstände im Westen in die Suche nach Frieden für Syrien eingebunden werden. "Ich habe klar gemacht, dass der Iran Teil der Lösung sein sollte", sagte der Sonderbeauftragte von UN und Arabischer Liga für Syrien am Freitag in Genf." Geschehen ist bisher nichts in diese Richtung. Die Hoffnung bleibt, dass sich auch das ändert. Doch dazu müsste der Westen sein bisher nicht aufgegebenes Ziel, den Regimewechsel in Damaskus zu erreichen, aufgeben. Stattdessen das: "Die Außenminister der USA und Russlands verhandeln in Genf über eine Kontrolle der syrischen Chemiewaffen, während die CIA offenbar schon syrische Rebellen ausrüstet."