RE: Abenteuer Mensch | 19.07.2021 | 17:42

Ein schöner, treffender Überblick.

RE: Wie man sich selbst ein Denkmal setzt | 11.02.2021 | 22:10

Danke für den differenzierten Kommentar. Ich hoffe, ich war auch in meinem Artikel nicht nur einseitig in der Berichterstattung (oder habe zumindest, z.B. durch das verlinkte Parteiprogramm, die Möglichkeit gegeben, sich ein eigenes Bild zu machen).

Was Todenhöfers Forderungen betrifft: Die sind mir auch sympathisch. Ich finde darin auch Themen, die ihren Platz in der politischen Diskussion verdienen. Aber man schaue sich mal die Berichterstattung über TT an: Da geht es größtenteils um seine Person. Es wird ja kaum auf die Themen geschaut. Und das liegt doch wohl an dem Aufbau der gesamten Partei, deren Zentralfigur bereits im Parteinamen genannt wird (womit er der Partei ja nicht nur zu Beginn ein Gesicht gibt) und bei der bislang keine andere Person an die Öffentlichkeit getreten ist. Das kommt mir alles vor wie Beiwerk für JT.

Und darum habe ich meine Bedenken, sich als junger Mensch (denn es sind ja viele junge Menschen) bei TT zu engagieren. Ich glaube, wenn man sich im Feld der politischen Initiativen und Parteien etwas umschaut, findet man Alternativen, die sich für sehr ähnliche Themen einsetzen, ohne dabei personenfokussiert ausgerichtet zu sein.

Aber ich lasse mich gerne von der weiteren Entwicklung der Partei widerlegen. Das würde ich sogar begrüßen.

RE: Die Einsamkeit der Solidarität | 08.02.2021 | 18:05

Schön geschrieben. Wenn du mal Lust auf Abwechslung hast, kann ich empfehlen: Capellini n.1.

Hallo in der Community!

RE: Klimakampf als Klassenfrage? | 27.01.2021 | 18:21

Lieber Grigorij, da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Was Ihren ersten Punkt betrifft, bin ich derselben Ansicht. Es ging mir darum festzuhalten, dass es ja wohl nicht Aufgabe einer Klimabewegung ist, Strategien zu entwerfen, wie die bisherige Art der Wirtschaft mit ökologischer Nachhaltigkeit zu vereinen ist. Das wäre, und hier habe ich bewusst den Konjunktiv gewählt und die Perspektive der Wirtschaft eingenommen, in eigenem Interesse ja wohl Aufgabe der Industrie selbst.

Dass sich soziale Schichten voneinander abgrenzen: geschenkt. Das stelle ich ebenfalls fest und praktiziere es wohl auch selbst. Ich finde es aber interessant, dass der Artikel zwar Solidarität zwischen den Schichten fordert (was meine Zustimmung trifft). Andererseits aber nähern sich die Autoren, wie ich finde, ziemlich stark diesem Argument, dass es sich bei den Klimaaktivist:innen um wohlbehütete und -begüterte junge Leute handelt, die eben die Zeit haben und für ihr persönliches reines Gewissen auf die Straße gehen können, da sie ja auch nicht um ihre Arbeitsplätze bangen müssen etc.

RE: Klimakampf als Klassenfrage? | 27.01.2021 | 14:00

Dieser Artikel missversteht die strategische Position der Fridays for Future-Bewegung. FFF ist keine Partei, die Kompromisse eingehen muss, um einen Teil ihrer Ziele zu verwirklichen. Ich würde vorschlagen, sie als Lobby fürs Klima zu charakterisieren, die mit der Stimmungslage der Öffentlichkeit arbeitet, um von außen auf die Politik einzuwirken.

"Fridays for Future muss für eine grüne Industriepolitik werben, die Ökologie mit dem wichtigen Kampf um sichere Arbeitsplätze vereint."

Weshalb? Es wäre vielmehr Aufgabe der Industriepolitik, Strategien für einen grünen Kapitalismus zu entwickeln, dem es gelingen soll, das Erreichen der klimapolitischen Ziele mit dem Erhalten der bisherigen Arbeitswelt zu verbinden. Das ist vordergründig nicht die Aufgabe einer aktivistischen Bewegung. Natürlich können auch aus diesen Reihen Ideen zu dem Projekt beigesteuert werden – bei dem übrigens fraglich ist, ob die Rechnung aufgehen würde. Aus diesem Grund ist die innerhalb der Klimabewegung zu Teilen erhobene Forderung eines System Change ebenso berechtigt.

"Bei den Bandarbeitern von VW und Daimler bis zu den Angestellten in der Zulieferindustrie sind längst überall Sorgen über ihre weitere berufliche Zukunft zu spüren."

Natürlich werden Beschäftigte etwa der Automobilbranche und ihrer Zuliefererindustrie, übrigens nicht nur aus Klimagründen, in den nächsten ihren Job verlieren. Etwas anderes zu behaupten, ist Heuchelei. Vernünftig und solidarisch (und das scheint ja die Kernforderung des Artikels zu sein) wäre es, die Leute darauf vorzubereiten und nach Ausgleichsmöglichkeiten zu suchen. Dass die Klimabewegung indirekt auch dieses Bewusstsein vorbereitet, lässt sich ihnen, wie ich finde, ebenfalls zugutehalten. Natürlich ist diese Entwicklung für die Betroffenen beängstigend, keine Frage. Umso dringlicher ist es, sich das frühzeitig klarzumachen.

"Juristensöhne treffen in der Bewegung auf Arzttöchter. Sie studieren standesgemäß lieber in Brüssel als in Bottrop. Begünstigte unserer Zeit eben."

Nice try, liebe Autoren. Wer sich für Solidarität ausspricht, aber zugleich verschiedene Bevölkerungsschichten gegeneinander ausspielt, macht sich irgendwie unglaubwürdig.