Rentenproblem längst gelöst

Satire Ständig heißt es, man müsse sich Sorgen um die Rente machen. Zu viele Alte, die finanzielle Absicherung brauchen, zu wenig junge Menschen, die arbeiten. Alles Quatsch!
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Kritische Stimmen aus den Medien haben schlicht die falsche Perspektive. Die Politik tut seit Jahren alles, um das Rentenproblem zielorientiert zu lösen.

Klimaziele bis 2020 einhalten, die Natur in den Fokus nehmen, Verbrennungsmotoren in die Vergangenheit verbannen? Blödsinn! Hochwasser, Stürme, Bienensterben, Stickoxide: Alles verlässliche Helfer in Sachen Rentenengpass.

Zucker – offensichtlich ein Werk des Teufels, das uns nicht nur fett und krank, sondern auch noch süchtig macht – besteuern oder eine Lebensmittelampel einführen? Verrückt! Die Sache mit dem Tabak war Rückschlag genug auf der Zielgeraden zur Lösung des Rentenproblems! Esst mehr Zucker! (aber macht ihr ja eh, ob ihr es wisst oder nicht, da gehen Politik und Industrie Hand in Hand verbunden durch die klebrigen Finger des Lobbyismus)

Glyphosat ist krebserregend? Super! Rauf damit auf die Felder, noch mindestens zehn Jahre, danach gehört der Großteil der Landwirtschaft vermutlich eh Monsanto. Gegen die ausgelaugten Böden gibt es auch eine Geheimwaffe, jede Menge Gülle. Ein genialer Kreislauf: die Massentierhaltung schadet erst dem Klima, dann dem Boden sowie Flora und Fauna, anschließend dem Grundwasser und am Ende kommt das alles beim potenziellen Rentenbezieher an. Lecker Antibiotika Fleisch, dazu die gespritzten Kartoffeln und Rotkohl mit ordentlich Zucker.

Aber was, wenn die Menschen dann auf Bio umschwenken? Keine Sorge, das wird finanziell nicht gefördert, eine Senkung der Mehrwertsteuer auf ökologisch erzeugte, gesunde Produkte? Völliger Wahnsinn. Sollen doch die Reichen essen, was sie für gesund und richtig halten (die kommen ja am Ende auch ohne Rente aus), der Rest traut sich gar nicht erst zu hinterfragen, was da auf dem Teller landet, kann sich die Alternative ja eh nicht leisten.

Und wenn der Mensch dann endlich krank ist, von zu viel Zucker, zu viel Fleisch, zu viel Milch, zu viel Stress (danke Kapitalismus), dann geht er zum Hausarzt und kann auf eine gründliche Untersuchung hoffen, auf eine Behandlung der Ursachen nicht der Symptome? Lächerlich! Dafür bezahlt der kluge Staat seine Ärzteschaft einfach nicht. Hier ist ein Rezept, schluck diese Tabletten, vielleicht helfen sie ja, der Industrie in jedem Fall und wenn nicht dem Patienten, dann dem Rentensystem der Zukunft, also runter damit.

Auf den Dörfern ist man schon einen Schritt weiter, wer da einen Arzt braucht, vielleicht einen Notfall hat, der überlebt die halbe Stunde bis die Ärztin aus der Stadt kommt auch noch; oder halt nicht.

Weiter so, alles richtig gemacht! Noch zehn vielleicht 20 Jahre konsequente Politik gemeinsam mit der Wirtschaft und wir sind endlich da, wo die USA heute schon stehen! An einem Punkt, an dem das Pendel der Lebenserwartung wieder in die andere Richtung ausschlägt! Dann wird hier bald keiner mehr 80. Dann kann froh sein, wer die 70 erreicht. Und Rente gibt es dann einfach mit 72 Jahren: Problem gelöst!

Das ist natürlich alles völliger Quatsch! So langfristige Ziele verfolgt in der Politik niemand, eine Legislaturperiode dauert schließlich nur vier Jahre.

21:46 12.01.2018
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Geschrieben von

KimDoepke

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