RE: Jeder nur eine Banane | 13.07.2018 | 10:52

Mason's Sicht ist mir sympathisch. Nur ob die britische ökonomische Elite den norwegischenn Weg nicht nur in den Beziehungen zur EU sondern auch in den inneren Beziehungen goutiert, das steht für mich nicht fest. Ich bin aber der Überzeugung, dass das eine ohne das andere nicht geht. Das bedeutet eine enormen Umbau der sozialen und ökonomischenVerhältnisse in GB und vor allen Dingen ein Ende der Dominanz des Finanzkapitals. Ob deren Not so groß sein wird, nachdem die Tories so eklatant versagt haben - das ist noch nicht ausgemacht.

Aber: Corbyns politische Strategie ist bis hierhin aufgegangen.

RE: Sie klaut bei Labour | 12.07.2018 | 09:27

Rainer Erich, den ersten Teil Ihres Kommentars teile ich. Aber bei der Einschätzung des Abierens von Labour und den Gewerkschaften sehe ich die Sache anders. Gerade was Anti-Austeritätspolitik angeht haben dies die Organisationen der abhängig Beschäftigten und insbesondere die Labour-Party außerordentlich aktiv. Das ging und geht soweit, dass mdie Brexit-Frage als entschieden angesehen wird. Sich auf den Verbleib in der EU zu konzentrieren, ginge dagegen nur wenn man bereit ist, ihre neoliberale Politik ohne Vorbehalt zu unterstützen.

Und wenn Sie der Meinung sind, Sie hörten so garnichts von diesen Organisationen was den Brexit angeht, dann kann ich Ihnen nur raten sich den englischen Originalquellen zuzuwenden und sich nicht auf die bundesdeutsche veröffentlichte Meinung zu verlassen. Sollte dies Ihnen nicht möglich sein, dann können Sie die sachkundigen Arikel von Hinrich Kuhls auf der Website sozialismus.de lesen, um Ihr offensichtliches Informationsdefizit zu beseitigen.

RE: Die Zeiten ändern sich | 09.07.2018 | 19:02

Die entscheidende Frage ist doch: Ist das Kapital (die ökonomische Elite) bereit den Preis für die interne Bewältigung der sozialen Krise in GB zu zahlen, um in der EU zu bleiben, sei es nun durch ein zweites Referendum oder eine Lösung al la Norwegen? Das müssen sie kommunizieren.

Und die Staatschef der EU müssen deutlich machen, dass sie einer Aufweichung des Austeritätskurses nicht weiterhin aus ideologischen Gründen entgegentreten.

Beides zusammen zeigt, dass Mason zu optimistisch ist, wenn er die Tories schon am Ende wähnt. Er kennt doch die englischen Medien viel zu gut. Corbyn und sein Team bekommen erst freie Hand für eine Politik der Vernunft, wenn die Medien begreifen, dass es Zeit ist umzuschwenken.

Abschließend sei noch angemerkt, dass die Leser*innen des Freitag duch Krätkes Beiträge der letzten Monate politisch in die Irre geführt wurden, wenn sie seiner politischen Argumentation folgten - ökonomisch lag er richtig.

Aber danke für die schnelle Veröffentlichung des Kommentars von Mason - das ist echter Qalitätsjournalismus.

RE: Seifenoper ohne Pointe | 08.07.2018 | 11:03

Krätke wünscht sich immer noch ein Theater wie es die ansonsten Labour-feindliche britische Presse so liebt. Aber Corbyn bleibt bei seinem Versprechen, das Ergebnis des Referendums zu respektieren. Für ihn ist nicht der Brexit, sondern die soziale Frage entscheidend. Und erst wenn der Brexit zu weiterem Sozial- und Demokratieabbau führen sollte wird er eingreifen.

Bis dahin kann das geneigte Publikum beobachten wie May selber das Referendum Stück für Stück missachtet (vgl. dazu die News vom 7. Juli 2018 über die Beschlüsse von Chequers).

Den tapferen Kämpfern für ein Remain in den Reihen der Tories bleibt nichts anderes übrig, als endlich Konsequenz zu zeigen und ihre Fraktion zu verlassen und auf diesem Wege Neuwahlen zu erzwingen - etwa indem sie eine neue Partei gründen oder sich den Liberaldemokraten anschließen. Dann können sich die harten Brexiteers auch abspalten (und vielleicht sich zur UKIP zu bekennen, deren Politik sie sowieso vollziehen).

Eine derart zerlegte Konservative Partei kann dann nur noch verlieren! Und dann werden wir sehen, was der britischen Wirtschaft die EU wirklich wert ist.

Für einen realistischen Blick auf die Corbymania empfehle ich das Buch von Richard Nunns, The Candidate (leider bisher ohne eine deutsche Übersetzung). Der Redaktion des Freitags sei es besonders empfohlen, um auf den Seiten 179ff. nachzulesen, was ihr Kooperationspartner The Guardian so treibt. Oder sind die Damen und Herren Redakteure der Meinung, nur in der nebulösen "Mitte" seien Wahlen zu gewinnen. Dann sollten sie ihren Liberalismus aufgeben und zum Propagandablatt der AfD werden.

RE: Stopp der Menschenverachtung | 26.05.2018 | 10:53

Landslide victory von 68% Ja-Stimmen zur Verfassungsänderung. Da sieht man einmal, was möglich ist, wenn sich ein Volk mit seinen wirklichen Problemen auseiandersetzt und wirklich etwa ändern kann - wenn die Meinung der Menschen den Unterschied macht und nicht das Gesülze der veröffentlichten Meinung.

Leider ist das in unser bundesrepublikanischen Demokratie bisher nicht möglich. Dabei ist dafür nur ein Gesetz notwendig, vgl. GG 20 (2): "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt." Alles was hier vorgesehen ist geregelt, nur die Abstimmungen nicht.

Referenden sind nicht verfassungswidrig, aber sie sind auf Bundesebene nicht gesetzlich geregelt (in einzelnen Bundesländern schon).

RE: Die übliche Enttäuschung | 10.02.2018 | 07:58

ES braucht linke Inhalte? Lieber Benni, haben wir die nicht? Oder unterstellst Du Sahra, sie hätte keine linken Inhalte? Das wäre infam.

Alles in allem empfehle ich Dir, den Beitrag von Mason im neuesten Freitag zu lesen. Der liest sich wie ein bissiger und sehr informierter Kommentar zu Deinem verschwurbelten Quark.

Mit den besten Grüßen

Robert Scholz

RE: Reiter der Lawine | 16.01.2018 | 10:50

Woolrec, warum ich auf die dümmliche Propaganda der AfD und der National-Konservativen und National-Liberalen verweise? Weil es "die Deutschen" als Zahlmeister nicht gibt. Es gibt die ärmeren EinwohnerInnen der BRD, die unter Sozialabbau und fehlenden Lohnausgleich in der Krise seit 2008 leiden und es gibt die reicheren Bewohner in diesem unserem Lande, die trotz geringer Zinsen immer reicher werden.

Merke: die Grenzen verlaufen nicht zwischen "den Deutschen" und "den Fremden", sondern zwischen den Armen und den Reichen in der Welt und in der EU und in der BRD.

RE: Reiter der Lawine | 15.01.2018 | 17:25

So, so, woolrec, "die Deutschen" zahlen für den EURO und die Griechen fressen davon hungernderweise das Meiste. Und Gregor Gysi hat keine kritische Rede zur Einfühung des EURO im Bundestag gehalten.

Und Sie wollen keiner sein, der auf die dümmliche Propaganda der AfD plus den anderen National-Konservativen in Union und -Liberalen der FDP hereinfallen.

Aber eines stimmt: der EURO ist ein Problem für all die vielen EU-BürgerInnen in allen Staaten der Eurouzone, die als nicht so gut Betuchte die Zeche zahlen müssen.

RE: Reiter der Lawine | 15.01.2018 | 10:12

Das ganze Dilemma des Martin Schulz wird daran klar: er besuchte Macron bereits zweimal, aber - obwohl angekündigt - Corbyn nicht einmal. Und dem Vorschlag der Jusos, Corbyn als Impulsreferent zum letzten Parteitag der SPD einzuladen, wurde stillschweigend beerdigt. Und selbst dem FREITAG war dieser Vorgang keinen Artikel wert, obwohl er sehr bezeichnend ist für den beklagenswerten Zustand der deutschen Sozialdemokratie!

RE: Wie nach einem Krieg | 15.01.2018 | 10:06

Sehr gute Beschreibung, aber daraus ergibt sich für mich folgende Frage: Warum hat Krätke Corbyn immer wieder dafür gerügt, dass der Führer der Labour Party sich nicht rückhaltlos Pro-EU ausgesprochen hat? Die Troika hat Teile der britischen Linken aus der EU getrieben!

Und nur eine reformierte - demokratische, solidarische und friedliche - EU kann die Briten wieder zurückholen. Insbesondere die deutschen Konservativen haben hier eine Bringschuld.