Status quo vadis?

Werbekritik "Autos haben als Status-Symbole ausgedient" – wenn ein Autohersteller das sagt, muss es ja stimmen. Lustig nur, wie er versucht, das zum eigenen Vorteil umzudeuten

Werbung, altes Haus – du bist genial: Du kriegst es hin, jede gesellschaftliche Entwicklung, die gegen irgendein Zeug spricht, zum Lob dieses Zeugs umzudeuten. Wie gesagt: genial! Manchmal bist du auch richtig lustig!

Beispiel: deine Kampagne für Dacia. Das ist ja ein Auto. Und Autos, das ist bekannt, sind nicht mehr die Statussymbole, die sie mal waren – das weißt du, Werbung, selbst. Das steht sogar auf der Seite status-symptome.de, die du eingerichtet hast, um die Vorzüge der Marke Dacia zu verbreiten. Man sieht dort Videos von „Snobs“ in „Villengegenden“, die Dacias demolieren, weil sie sich von deren „(Under-)Statement“ provoziert fühlen. Da ist etwa ein Mann, der mit einem Golfschläger die Frontscheibe zerdeppert. Erklärung: „Unter Protzern grassiert die Status-Panik. Der Grund: Autos haben als Status-Symbole ausgedient.“

Besonders originell, Werbung, ist aber deine Erklärung, warum das so ist: weil sich jetzt jeder „einen hochwertigen Wagen leisten“ könne. Einen wie Dacia. Weil der für cheap money zu haben sei. Weshalb man mit Bonzenkarren nicht mehr angeben könne.

Das ist genial, Werbung! Und daher gibt es ein Sonderlob: Du hättest uns fast gekriegt. Und wenn wir nicht alle wüssten, dass das Auto in Wahrheit deshalb als Statussymbol ausgedient hat, weil es einfach nicht mehr zeitgemäß, geschweige denn cool ist, überhaupt Auto zu fahren, dann würden wir vielleicht sogar über einen Dacia nachdenken.

So hast du uns zwar nur gut mit einem gescheiterten Versuch unterhalten, mal wieder alle dranzukriegen – aber hey, Werbung: Unterhaltsamkeit ist auch was wert. Uns.

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