Haben prominente Schwule einen Knall?

Tim Cook - Wir alle wissen nicht welche sexuellen Präferenzen die belgische Königin Mathilde oder Wladimir Putin hat, nur manche Pseudo-Promis meinen das wir das wissen müssen.
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Das muss man sich fragen, wenn man Aussagen wie die von Tim Cook »Er sei stolz darauf, schwul zu sein« oder »und die Homosexualität sei eines der größten Geschenke, die Gott ihm gemacht habe« [i] zu lesen bekommt. Wissenschaftlich weitestgehend bewiesen ist in der Zwischenzeit, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen keine anerzogene Eigenschaft ist, sondern neurologische Faktoren und Hormone eine ausschlaggebende Rolle spielen. So konnte man z.B. in der Ärztezeitung bereits am 31. 05. 2011 folgendes lesen

Homo- oder heterosexuell? Das lässt sich im MRT erkennen

LISSABON (eb). US-Forscher haben mit bildgebenden Verfahren Unterschiede in den Gehirnen von Menschen gefunden, die auf ihre sexuelle Orientierung schließen lassen. Vor allem Unterschiede in der Amygdala scheinen dabei aussagekräftig zu sein.

»Sexuelle Orientierung sucht man sich nicht aus. Sie wird einem vor allem neurobiologisch in die Wiege gelegt«, ist Dr. Jerome Goldstein vom San Francisco Clinical Research Center in den USA überzeugt: »Die Verbindung zwischen neurobiologischer Veranlagung und sexueller Orientierung ist heute klar – aber jetzt können wir sie auch mittels bildgebender Verfahren für das Auge sichtbar machen.«

Auf der Jahrestagung der Europäischen Neurologen-Gesellschaft (ENS) in Lissabon zeigte er, dass sich mithilfe von modernen bildgebenden Verfahren wie volumetrischer MRT, fMRT oder Positronen-Emissions-Tomografie (PET) Unterschiede in den Gehirnen von Menschen unterschiedlicher sexueller Ausrichtung nachweisen lassen.

Aus Zwillingsstudien gibt es zuvor bereits Hinweise, dass die sexuelle Orientierung vermutlich genetische Ursachen hat. Dr. Goldstein hat begonnen, eine Datenbank mit eineiigen Zwillingen anzulegen, deren sexuelle Orientierung und Gehirnfunktionen zur Erforschung weiterer Details mittels MRT, fMRT und PET untersucht werden soll.

»Die Bildgebungsstudien haben gezeigt, dass sich bei Homosexuellen und Heterosexuellen zum Beispiel die Größe der Amygdala signifikant unterscheidet«, sagte Goldstein. Dafür sprechen etwa Daten von Dr. Ivanka Savic-Berglund und Dr. Per Lindström vom Karolinska-Institut in Stockholm in Schweden.

Nach ihren Ergebnissen ähneln die Volumina bestimmter Gehirnstrukturen homosexueller Männer jenen von heterosexuellen Frauen, und solche homosexueller Frauen gleichen jenen von heterosexuellen Männern. Auch Studien zu Pheromonen hätten wichtige Erkenntnisse zur Sexualität beigetragen, so Goldstein.

»Bei homosexuellen Studien-Teilnehmern konnten geschlechtsatypische Verbindungen gefunden werden. Auch Unterschiede bei der Amygdala-Konnektivität stellten sich als statistisch signifikant heraus und lieferten einen Hinweis für den Sexualdimorphismus von Homosexuellen und Heterosexuellen.

»Es liegt auf der Hand, dass sexuelle Orientierung im Kopf beginnt, also in den unterschiedlichen Gehirnstrukturen und -funktionen. Die Neurowissenschaften können viel zum Verständnis der Ursachen unterschiedlicher sexueller Orientierung beitragen«, betonte der Forscher. [ii]

In seinem Buch »wir sind unser Gehirn« schreibt der Direktor des niederländischen Instituts für Hirnforschung und Professor für Neurobiologie Dick Swaab in dem Kapitel IV.3 Hetero-, Homo- und Bisexualität

Bei der Entwicklung unserer sexuellen Orientierung spielen Hormone und andere chemische Substanzen eine wichtige Rolle. Mädchen, die aufgrund einer Nebennierenerkrankung CHA in der Gebärmutter einen hohen Testosteronspiegel haben, sind mit höherer Wahrscheinlichkeit bi- oder homosexuell.

An anderer Stelle schreibt er im selben Kapitell »Bei Jungen nimmt die Wahrscheinlichkeit der Homosexualität mit der Zahl der älteren Brüder zu. Eine Erklärung dafür liegt im Abwehrmechanismus der Mutter gegen die männlichen Stoffe, die ihr Sohn während der Schwangerschaft in der Gebärmutter abgibt.

Das sind beim derzeitigen Stand der Wissenschaft noch keine zweifelsfreien Beweise für eine »medizinische / biologische Ursache« der sexuellen Präferenz eies Menschen, drängt sich aber als Erklärung quasi auf. Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse wirken Aussagen wie die von Tim Cook dann schon sehr seltsam, denn jeder würde sich über die Aussage »ich bin stolz Autist zu sein« zumindest wundern, obwohl Autismus auch eine Biodiversität wie Homosexualität ist. Die Homosexuellen beschweren sich zu recht immer wieder über Benachteiligungen die ihnen widerfahren, doch bin ich der Überzeugung, dass sie teilweise mit ihrem eigenen Verhalten selbst dazu beitragen. Würde Angela Merkel morgen bei irgend einer Rede plötzlich verkünden, dass sie stolz darauf sei heterosexuell zu sein, würde jeder normale Mensch sich fragen, ob sie nun den Verstand (so jemals vorhanden gewesen) verloren hat oder was da in sie gefahren ist, nur bei prominenten Schwulen gibt es von Teilen der Bevölkerung in solchen Fällen Begeisterung / Anerkennung – die ich nie verstehen werde.


[i] http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-10/tim-cook-apple-homosexualitaet-silicon-valley

[ii] http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/657143/homo-heterosexuell-laesst-mrt-erkennen.html

16:17 31.10.2014
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