RE: Das Unbehagen am Mathematik-Abitur | 15.05.2019 | 09:20

Danke. Dieser Artikel interessiert mich sehr!

RE: Not the yellow from the egg | 19.03.2019 | 14:28

@w.endemann @grenzpunkt o:

Sie machen interessante und lehrreiche Bemerkungen. Danke für den Hinweis auf den Text von Eugen Ruge (den ich noch nicht vollständig gelesen habe). Allerdings haben ihre Bemerkugnen — wenn ich sie richtig verstehe — nur am Rande etwas mit meiner Vorlage zu tun. Ich meine zu Ihren Bemerkungen und Ruges Text:

— Englisch als Weltverkehrssprache ist ein kaltes, armseliges Vehikel, es dient zum Austausch von Daten und Fakten, Verlautbarungen, Bürokratischen Verfahren. Es ist ein "restringierter" Code. Es ist keine "warme" Sprache, um ein Kind in den Schlaf zu wiegen oder eine Liebeserklärung zu machen. Ich bedauere die Englisch-Muttersprachler, dass ihre häusliche Alltagssprache so dicht an dieser eingeschränkten Hilfssprache liegt, dass sie nichts wirklich Privates haben. Ich genieße es, auf andere Sprachen umschalten zu können. Das beobachte ich auch in kleineren europäischen Ländern, wie Dänemark, Flandern, selbst bei Ladinisch-Sprechern. Private Sprachen werden immer erhalten bleiben. Jedenfalls solange es Herren und Knechte gibt.

— So albern viele Anglizismen im Deutschen sind, manche bereichern trotzdem die Sprache. "Agenda" ist eben doch etwas anderes als "Tagesordnung" uswusw. Neue Wörter — neue Differenzierungsmöglichkeiten. Ich verstehe manchen Ärger, aber nicht die Panik.

— Deutsch wird sich verändern und in x Jahren wird es eine andere Sprache sein. Das ist normal, nur tote Sprachen ändern sich nicht. Insbesondere die Hochkulturellen werden Änderungen zu ihrer Lebenszeit immer beklagen. Das Abendland geht immer unter, wahrscheinlich schon seit der Schlacht von Poitiers.

Hier berühren Sie das Thema aus meinem Text: Sprache ist (auch) Distinktionsmerkmal und die Distinguierten fühlen sich durch Änderungen enteignet. Es soll schön alles so bleiben, wie sie es in der Schule gelernt haben. Ich bin wegen dieser Inflexibilität sehr überrascht.

RE: Not the yellow from the egg | 19.03.2019 | 13:46

Nein, das mein ich gerade nicht. Seehofer gehört wegen der Inhalte seiner Politik geteert und gefedert. Sich wegen seiner fehlenden Sprachkenntnisse über ihn lustig zu machen, ist mir zu billig.

RE: Geht klar, Pauker | 21.08.2018 | 14:13

Siehe Studien von Christian Pfeiffer über mehrere Jahre.

RE: Wir werden niemals mehr „unter uns“ sein | 13.10.2017 | 10:45

(Nur als Fotoantwort auf die Illustration:)

Es gibt vielleicht auch eine freiere Zukunft für Gartenzwerge. Aber das Bild stammt aus einer autonomen Gemeinschaft Spaniens, vielleicht ist das in Deutschland nicht möglich.

(Das Bild verschwindet wieder im Dezember)

RE: Schulen blockieren yanisvaroufakis.eu | 11.03.2016 | 08:45

Das Sperren der Varoufakis-Seiten ist nicht besonders praxisrelevant für die Schule. Ich betrachte den Vorgang eher als Indikator für mediale und gesellschaftliche Verhältnisse, und deshalb als interessant.

Nämlich: Eine Dienstleister für staatliche Schulen bewertet und öffnet/schließt Informationszugänge. Solange es um Porno-Seiten u.ä. geht, sehe ich kein Problem.

Nun trifft der Dienstleister aber auch politische Entscheidungen: Die AFD-Seiten werden kategorisiert als Webseiten, die über politische Parteien informieren, aber nicht unter Extremismus / Hass / Diskriminierung geführt, d.h. für die Schulen zugelassen. Varoufakis wird als Extremist / Quelle für Hass und Diskriminierung aussortiert.

Der Hintergrund der Kategorisierung (wer hat das aus welchem Grund veranlasst) wird sich nicht feststellen lassen. Die Firma wälzt in ihrer Antwort die Verantwortung auf "Algorithmen" ab: Die Kategorisierung der Webseiten in unserer Datenbank erfolgt üblicherweise auf Basis von Algorithmen, welche nach Schlagworten, Mustern und Farbtönen von Bildern und vielen anderen Kriterien.

Das ist extrem unglaubwürdig, da Varoufakis-Texte sich eher durch gehobene Sprache auszeichnen als durch Invektive; ich sehe deshalb nicht, welche automatisch erfassbare Indikatoren zu der genannten Kategorisierung der Seite führen könnten. (Ich vermeide hier das Wort "Bewertung", weil das Feststellen eines "Werts" keine automatisierte Operation sein kann).

Ich gehe also davon aus, dass die Bewertung(!) von einem Menschen veranlasst wurde. Und das sagt nun etwas über die Verhältnisse in unserem Land.

RE: Schulen blockieren yanisvaroufakis.eu | 11.03.2016 | 08:23

Dieser Artikel (Beschützen von Schulkindern …) ist sehr lehrreich.

Es ist aber so:

Das Unternehmen bietet eine Art von Ablasshandel an, dafür sind die Schulen bereit, aus ihrem eigenen extrem knappen Etat Geld abfließen zu lassen. Wenn die Schule (oder das Ministerium) aus eigener technischer Kompetenz eine Filterung von Webseiten installieren, ist das eigene Personal (Lehrer/innen oder andere Mitarbeiter) haftbar, wenn der Filter umgangen wird.

Abonniert man aber den Dienst von einem kommerziellen Unternehmen, ist die Verantwortung outgesourced, im Konfliktfall kann man auf die Firma verweisen.

Der gesamte Dienst ist inzwischen überflüssig. Alle Schüler haben Mobilgeräte mit Internet-Flatrates über Hostpots der Telekomanbieter oder über die Mobilnetze. Für zweifelhafte Aktivitäten sind sie seit Jahren nicht mehr auf die Schulnetze angewiesen.

RE: Der perfekte Feind | 17.11.2015 | 17:26

Trotzdem muss man sagen:

Contre nous de la barbarie, l'étendard sanglant est levé.

RE: Der Humanismus des alten Europa | 06.09.2015 | 16:19

Bei allen Problemen mit dem BegriffHumanismusund seiner Realität in den ökonomischen Systemen — die Zivilgesellschaften des "alten Europas" zeigen in diesem Fall Humanität, die Zivilgesellschaften der neuen Betrittsstaaten nicht.

Aber das Selbstlob bleibt mir schon auch ein wenig im Hals stecken, denn in der Behandlung der armen Leute in Griechenland war von Humanität wenig zu spüren.

RE: Die Metaphysik der ökonomischen Taliban | 20.07.2015 | 09:51

Die hier beschriebene Ideologie ist klar gegen die Interessen der Mehrheit der Menschen gerichtet, derjenigen Mehrheit, die den Reichtum einer Gesellschaft erzeugt (nicht nur "erwirtschaftet").

Was mich deprimiert ist, wie einfach es ist, die Bürger dazu zu bringen, dass sie einer Politik, die gegen ihre Interessen ist, nicht nur zustimmen, sondern diese auch noch mit Geifer vor dem Gebeiße verteidigen.

Man muss wieder Klemperers LTI lesen.