RE: Zu fett | 21.03.2015 | 12:34

Ach wie war es doch vordem mit einem Stammtisch so bequem.

Gegenüber den geifernden inhumanen Trollen in den Kommentaren war der tradionelle Stammtisch geradezu harmlos.

Man hört den Ausdruck Stammtischpolitik inzwischen nur noch selten. Das ist verständlich.

Vielleicht wäre Forenpolitik oder Politik für Trolle heute ein besserer Ausdruck.

RE: Hilfe, Grass hat ein neues Gedicht. Da muss man doch reagieren! | 27.05.2012 | 21:02

Von "Meinung" habe ich nichts geschrieben.

"… ist die Form anzugreifen …": schöne passivische Wendung. Spiegelt Objektivität vor. Ist aber durchsichtiges polemisches Manöver.

RE: Hilfe, Grass hat ein neues Gedicht. Da muss man doch reagieren! | 27.05.2012 | 19:53

Ein Fluch!

Wie enttäuschend, dieser Text aus dem Freitag, diese pennälerhafte Pseudo-Ironie, diese erbärmlich-bemühte Witzigkeit.

anna T. lacht — wie süß!

Und der Chor, Volkes Stimme — oh weh! (* außer wwalkie, Theel, Kapust und einige andere)

Ich kann die formale Qualität des Grass'schen Gedichts kaum einschätzen; das können einige der Diskutanten hier aber offensichtlich auch nicht. Wenn die dann wenigstens schweigen würden!

Grass äußert sich mit seinen Mitteln. Mit Mitgefühl, historischem Bewusstsein und Wut. Wunderbar! Ganz und gar un-hip! Das Gedicht spricht mich auch formal an, das Ende, ein aus dem Herzen kommender, elementar-klassischer Fluch. Ja, denke ich, so ist es! "Geistlosigkeit", ja, das ist der richtige Begriff für diese Politik "unserer" Regierung.

Der richtige Begriff auch, für eine Haltung, die vielleicht allgemein-unverbindlich über die Krisenhaftigkeit "unseres" Wirtschaftssystems schwadroniert, dann aber, wenns konkret wird, dann wenn "unsere" Regierung betreibt, dass ein Volk erwürgt wird, doch lieber biedermeiernd zitternd, die zerrissenen Restchen klassischer Bildung schwenkend, ängstlich aufs Riester-Depot schielend, in den dumpfen Konsens einschwenkt.

Währenddessen steigen in Griechenland die Suizidzahlen (www.athensnews.gr/portal/1/55771).

Jeder, der Sand und nicht Öl im Getriebe dieser Welt ist, ist kostbar. Grass hat seine Stimme erhoben. Eine international gehörte, dissidente Stimme aus Deutschland. Gut, dass er die Tinte nicht hält, dass er _Haltung_ zeigt. Eure Häme wird auf euch zurückfallen.

Der Fluch am Ende des Gedichts ist berechtigt. Er hat zwei Teile: Nicht nur der Geist verkümmert, ihr werdet auch eure Depos verlieren.

RE: Bemerkungen zu Boris Hänßler: Die Anderen | 20.01.2012 | 16:43

Die Sehnsucht nach "anderen Universen" finde ich sehr interessant! Das wäre einen längeren Blog-Eintrag wert. Immerhin wissen wir erst seit gut 90 Jahren, dass unser Universum überhaupt größer als unsere Milchstraße ist. Nun sollen es gleich viele, viele Universen sein.

Es gibt kein wissenschaftliches Unternehmen, dass mit der Frage "lasst uns nach Paralleluniversen suchen" vorangetrieben werden kann.

RE: Bemerkungen zu Boris Hänßler: Die Anderen | 20.01.2012 | 09:47

Die uns bekannte Evolution auf der Basis von Kohlenstoff etc. findet doch im Wesentlichen auf der materiellen Grundlage von chemischen Elementen "unterhalb des Eisens" statt. Also: "unsere" Evolution _ist_ eine solche.

Mit "unterhalb" meine ich, dass die betreffenden Elemente Ordnungszahlen haben, die kleiner als die des Eisens (26) sind. Ich weiß nicht, ob es Gegenden im Universum gibt (genauer: ob es sie angesichts der Geschichte des Universums überhaupt geben kann), wo Elemente mit deutlich größeren Ordnungszahlen in so hoher Konzentration vorliegen, dass Leben auf ihrer Grundlage entstehen kann. Die Wahrscheinlichkeit von Wolfram-basiertem Leben ist jedenfalls so gering, dass es völlig unvernünftig ist, am Beginn der Suche nach Exo-Leben darauf Ressourcen zu verschwenden.

(Siehe beispielsweise Wikipedia)

RE: Vom Server lernen oder: Wie die Schule scheitert | 31.12.2011 | 19:09

Vorsicht! "… die Chancen dieser neuen Situation erkennen …" kann in Selbstbetrug münden. Wir Lehrer haben uns als eine Art von Beschwörung diese Formel bei jeder Verschlechterung der Situation in den letzten 15 Jahren gegenseitig zugeraunt.

Währenddessen haben viele amerikanische Schulen problemlos Geräte zur Messung kosmischer Strahlung (ca. 2000€, viel zu teuer für uns, braucht man ja nur 2x im Jahr) und schwedische Schulen hat man zum Experimentieren Schülergruppen aus 12 Schülern.

RE: Vom Server lernen oder: Wie die Schule scheitert | 31.12.2011 | 19:02

Ich arbeite mit diesem ganzen internetbasierten Medienmix ja bereits heute. Das bereichert erheblich den Unterricht. Allerdings ersetzt das nicht die Arbeit mit didaktisch aufbereitetem Material, an dem man überhaupt erst die Denkstrukturen entwickeln kann, mit deren Hilfe man dann in der "Wildnis" des Internet zu bestehen in der Lage ist. Das aufbereitete Material kann (teilweise) in Papierform als Schulbuch vorliegen oder als Hypertext mit allen möglichen Medien. Im Moment erzeuge ich dieses Material eher selber und greife auf Schulbücher als eine Informationsquelle von vielen zurück.
Urheberrechtliche Fragen soll der Kultusminister mit den Rechteinhabern der Medien (3sat, …) klären. Die Schulbuchverlage als "Informationsprovider" müssen sich dieser Situation anpassen oder sie sollen untergehen.

RE: Vom Server lernen oder: Wie die Schule scheitert | 29.12.2011 | 19:20

Mir ging es nicht um eine "realistische" Äußerung. Die Konkurrenten der öffentlichen Schulen erhalten allerdings vom Staat die gleiche Ausstattung, so dass man mit wenig finanziellem Aufwand eine besser erscheinende Alternative anbieten kann. Durch diese Regelung haben private Anbieter immer das gewisse Sahnehäubchen mehr. Die öffentlichen Schulen können diese Konkurrenz deshalb nie gewinnen. Die i.d.R. von Religionsgemeinschaften gesteuerten Alternativen sind immer ein wenig sauberer oder sonstwie "schöner"; dazu bedarf es minimaler zusätzlicher Mittel, die die öffentlichen nicht haben. Wenigstens diese Bevorzugung sollte man abstellen. Aber das ist wahrscheinlich auch nicht realistisch.

RE: Die Anderen | 25.12.2011 | 18:49

Ich halte den Artikel für heiße Luft. Kritik hier wäre zu lang, nachlesbar unter www.freitag.de/community/blogs/klaus-fueller/bemerkungen-zu-boris-haenssler-die-anderen

RE: Operation misslungen, Patient tot | 24.04.2011 | 10:23

Danke für diesen Artikel.

Bedrückend, dass das in Jugoslawien gefundene Muster immer weiter angewendet werden kann. (1) Einer der vielen Schlächter dieser Welt wird medial aufgeblasen (mit den anderen machen wir weiter unsere guten Geschäfte). (2) Chirurgische Eingriffe unterschiedlichen Ausmaßes töten tausende, zerstören die Infrastruktur, sichern aber Einfluss. (3) Wenn es gut geht, übernimmt die nächste korrupte Gangstergruppe die Macht im Land. (Wenn es schlecht läuft, haben wir einen weiteren "failed state".) (4) Ein paar Brunnen, Brücken und Schulen werden installiert, die alsbald wieder zerfallen. (5) Der Medienzirkus zieht weiter. (6) Militärbasen werden eingerichtet und bleiben.

Über den Leichen liegt ein Mantel aus Phrasen.