Klaus Raab
16.08.2012 | 14:15 14

Ganz unten? Vielleicht, mal sehen

Demontage Günter Wallraffs Lebenswerk scheint in Gefahr. Immer neue Vorwürfe werden gegen den Investigativreporter erhoben

Der Mann, der der Gerechtigkeit ein Gesicht gegeben hat, müsste jetzt nur noch einer Discounter-Kassiererin das Portemonnaie klauen und unter einem Geheimnamen eigentlich Top-Manager einer global agierenden Schmuddelbank sein, dann wäre die Ratlosigkeit perfekt.

Kann das wirklich sein? Ausgerechnet er bezahlt Mitarbeiter schwarz und schlecht? Hat Ärger mit dem Fiskus? Beutet Mieter seiner Immobilien aus? Hat eidesstattliche Versicherungen gefälscht? Ausgerechnet Günter Wallraff?

Mal angenommen, all das, was in diesen Tagen über den Mann kolportiert wird, würde tatsächlich zutreffen, hat dann vielleicht Mutter Teresa auch ein Bordell betrieben und die Gewinne in Waffen investiert? Das ist die eine Frage. Die stellt man sich sofort, wenn man liest, was die Zeitungen im Moment alles über Wallraff ausbreiten. Die andere Frage ist: Wenn – was nicht erwiesen ist – alles stimmte, was genau würde das eigentlich ändern?

Seine Methode: Er schleicht sich ein

Günter Wallraff ist Deutschlands bekanntester Investigativjournalist, berühmt geworden als Mann mit den vielen Gesichtern: Er hat unter dem Namen Hans Esser bei Bild gearbeitet und enthüllt, wie es dort zugeht. Er hat als Türke Ali auf dem Bau Stunden geschrubbt. Er hat als Obdachloser gelebt und war Mitarbeiter im Callcenter, bei einem Postzustelldienst und in einer Großbäckerei.

Er legt, das ist seine Methode, durch seine eigene Verhüllung Zustände offen. Er schleicht sich ein. Das ist zurecht umstritten, denn er ermittelt in einer methodischen Grauzone, und nicht jeder, der weniger weit ginge als er, ist ein Feigling. Manchem ist auch einfach die Show zu viel und der Investigationskarneval, der bisweilen das behauptete Erkenntnisinteresse überlappt: Alltagsrassismus entlarven wie im Film Schwarz auf Weiß, für den Wallraff sich als Kwami Ogonno verkleidet – sich also schwarz anpinselt –, das ist ehrenwert. Aber die dabei immer mitschwingende Prämisse, wer schwarz ist, sei ein Opfer, die ist ein in Kauf genommener Kollateralschaden, eine Frechheit. Dennoch, Wallraff ist im Lauf der Jahrzehnte als Aufklärer zu einer Marke geworden. Jeder zweite Jungjournalist nennt ihn bis heute als Vorbild. Das liegt daran, dass der 69-Jährige wohl noch nie eine Zeile geschrieben hat, mit der er nichts erreichen wollte. Er trat in seinen Arbeiten, auch wenn nicht alle grandios sind, stets als Ankläger von Missständen auf und verteidigte die Opfer. Das klingt schwarz-weiß und ist es oft. Aber mit diesem Robin-Hood-Boulevardjournalismus erreichte Wallraff tatsächlich Millionen – was man nicht von jeder graumellierten Analyse behaupten kann. Er emotionalisiert. Er arbeitet auf eine Leserreaktion hin, die lautet: „Hab‘ ich‘s doch geahnt.“ Wallraff, das ist das Geheimnis seiner Popularität, verwandelt Glauben in Wissen.

Wem nützt Wallraffs Demontage?

Natürlich hat so einer Feinde – wie alle Journalisten, die unbequeme Recherchen vornehmen. Dass die Vorwürfe nun so massiert auftreten, macht deshalb erstmal stutzig. Hat er einen Mitarbeiter schwarz beschäftigt, während der Hartz IV bezog? Behandelt er wirklich Mieter seiner Immobilien schlecht? Nimmt er lieber Bares, als Rechnungen zu schreiben? Und wer hilft ihm beim Schreiben, ihm, dem Bestsellerautor, von dem es heißt, richtig gut schreibe er selbst gar nicht?

Wallraff habe, er soll, es kursiert das Gerücht: Aus einem großen Tratsch-Pool werden gerade alle skandalisierbaren Geschichten zugleich gefischt, auch wenn sie schon seit Jahren darin lagen. Wichtig ist dabei die Frage: Wem nützt Wallraffs Demontage? Was sind die Motive? Wer will sich womöglich rächen? Wer will auf Kosten Wallraffs vielleicht seine eigene Reputation wiederherstellen? Welcher Mitarbeiter ist beleidigt, weil Wallraff eine große Nummer und ein gutverdienender Mann ist und er selbst nicht?

Fakt ist, dass sich nicht nur Kritiker, sondern nun auch viele Verteidiger Wallraffs zu Wort melden. Wallraffs langjähriger Mitarbeiter Günter Zint etwa sagt, er sei nie ausgebeutet worden: „ Ich weiß aber leider von mehreren Zuträgern, die anfangs aus politischer Überzeugung und aus Idealismus mitgearbeitet haben, später aber plötzlich immense Summen gefordert haben, als das Buch ein Bestseller wurde.“ So sagt die Kritik am „Ausbeuter Wallraff“ womöglich auch einiges über die vermeintlich Ausgebeuteten.

Fakt ist allerdings auch: Die Staatsanwaltschaft Köln prüft gegen Wallraff den Verdacht des Vorenthaltens von Arbeitnehmerentgelt, der Beihilfe zum Sozialleistungsbetrug und des Prozessbetrugs. „Prüft den Verdacht“ heißt nicht: „klagt an“. Es heißt aber auch nicht: „alles nachweislich erlogen“. Im Grunde kann man nur sagen: Man wird sehen.

Die Vorwürfe sind schwerwiegend

Was aber, wenn sich einige Vorwürfe als richtig herausstellten? Wallraff steckt etwa in einem Rechtsstreit mit der Bäckerei, in der er als Niedriglöhner arbeitete, um zu zeigen, dass man dort unter unwürdigen Bedingungen schuftet. Die Anwälte des Bäckers behaupten, Wallraff und seine Mitstreiter hätten eidesstattliche Versicherungen von Bäckereiarbeitern gefälscht und Blanko-Dokumente selbst ausgefüllt. Ein Wallraff-Mitarbeiter, der mit ihm zerstritten ist und nun laut Spiegel dem Anwalt der Bäckerei „Einblicke“ gewährt, sagt gar, er habe dafür eine Unterschrift gefälscht.

Geschah all das, falls es geschah, in Günter Wallraffs Auftrag? Oder ohne sein Wissen? Falls die Vorwürfe stimmen, hätte Wallraff jedenfalls nicht auf irgendeinem Nebenschauplatz, auf einem Tratsch-Gebiet versagt, auf dem die Beurteilungskriterien manchmal recht weich sind, sondern auf dem Gebiet, das er als sein ureigenes markiert hat: bei der Recherche. Das wäre gravierend. Wäre.

Es würde bedeuten, dass der Mann, der Glauben in Wissen verwandeln zu können schien, es doch nicht könnte. Würde.

Die Staatsanwaltschaft Köln prüft gegen Wallraff den Verdacht des Vorenthaltens von Arbeitnehmerentgelt, der Beihilfe zum Sozialleistungsbetrug und des Prozessbetrugs

Kommentare (14)

lebowski 16.08.2012 | 16:22

Ob die Schmuddelgeschichten, die über ihn berichtet werden, alle wahr sind. Geschenkt!

Aber hier ist der interessante Punkt:

"Welcher Mitarbeiter ist beleidigt, weil Wallraff eine große Nummer und ein gutverdienender Mann ist und er selbst nicht?"

Von einem System profitieren und es gleichzeitig an den Pranger stellen funktioniert nicht. Damit das überhaupt möglich ist, behauptet Walraff, dass eben nur einige schwarze Schafe und Branchen sind, die eine an sich gut funktionierende Marktwirtschaft ruinieren. Bullshit. Ich arbeite gerade in einer Leiharbeitsfirma und da sind keine Unmenschen tätig, die ihre Mitarbeiter mit Vorsatz ruinieren. Die Disponentin oder die Sekretärin solcher Firmen sind genauso ame Schweine wie die Leiharbeiter, die genauso strampeln müssen, um nicht unterzugehen.

Walraff personalisiert die ganze Kapitalismus-Debatte. Das führt zwar zu prima Triebabfuhr,wenn man über Bankster mosern kann, löst aber letztendlich gar nichts.

Der Kapitallogik kann sich weder ein Hartz IV-Empfänger, ein Leiharbeiter noch ein Ackermann entziehen. (Aber Ackermann kann zumindest auf die Kapitallogik nach seiner Verrentung pfeiffen, da er genug Geld hat.)

zelotti 16.08.2012 | 18:49

"Mal angenommen, all das, was in diesen Tagen über den Mann kolportiert wird, würde tatsächlich zutreffen, hat dann vielleicht Mutter Teresa auch ein Bordell betrieben und die Gewinne in Waffen investiert?"

Scho saudoof, weil es annimmt, dass Mutter Teresa irgendwas besonderes ist, was auch nicht mehr als katholische Propaganda ist. Ausserdem was ist schlecht daran, sich zu bewaffnen? Bordelle sind nicht gerade bürgerlich akzeptabel aber ansonsten, warum soll eine Ordenschwester kein Bordell betreiben? Kann man gleich anschliessend zur Beichte.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 17.08.2012 | 10:36

Wenn ein ehemaliger Kleinkrimineller heutiger Hartz IV Empfänger Unterschriften fälscht, sollte man das nicht Wallraff vorwerfen! Und wenn derselbe Schwarz arbeitet ohne dem Amt seine Nebeneinkünfte zu melden, ist das auch nicht Wallraffs Angelegenheit!

Aber kaum wird Kritik an einem grossartigen Aufklärungsjournalisten laut, kommen die Gegner und Feinde Wallraffs aus ihren Löchern gekrochen und versuchen auch auf ihn einzuschlagen. Im Prinzip will nur ein kleines, unbedeutendes Licht aus seiner Anonymität heraus und auf Kosten Wallraffs berühmt und möglichst reich werden.

jjpreston 17.08.2012 | 10:43

@Lebowski

"Von einem System profitieren und es gleichzeitig an den Pranger stellen funktioniert nicht."

Mal ein Beispiel: Ein Autor zahlt Ihnen als Angestelltem 2.500 Euro für einen Monat Recherchetätigkeiten. Für sein daraufhin erscheinendes Buch erhält er 50.000 Euro Honorar. Nicht gerade lukrativ für den Autoren, oder?Ein anderer Autor zahlt Ihnen als Angestelltem ebenfalls 2.500 Euro für einen Monat Recherchetätigkeiten. Für sein daraufhin erscheinendes Buch erhält er 1,5 Millionen Euro Tantiemen. Fühlen Sie sich dann übers Ohr gehauen?

"Ich arbeite gerade in einer Leiharbeitsfirma und da sind keine Unmenschen tätig, die ihre Mitarbeiter mit Vorsatz ruinieren. Die Disponentin oder die Sekretärin solcher Firmen sind genauso ame Schweine wie die Leiharbeiter, die genauso strampeln müssen, um nicht unterzugehen."

Eine Freundin von mir arbeitete auch bei einer Leiharbeitsfirma. Für 6,50 Euro pro Stunde brutto. Die 90 täglichen Kilometer An- und Abfahrt zum Kunden durfte sie selbst bezahlen (die Leiharbeitsfirma hat sich schlicht geweigert, auch nur einen Cent zu zahlen - fangen Sie mal an zu rechnen...), auch Sicherheitsschuhe etc. wurden nicht bezuschusst. Das einzige, wozu das nutzte: Als sie einen Büroauftrag bekam, wurde sie übernommen - und selbst das wollte ihr die Leiharbeitsfirma noch durch eine Ablöse versauen, die plötzlich höher war als ursprünglich vereinbart. Also hat sie bei der Leiharbeitsfirma aus eigenem Antrieb gekündigt und hat danach beim Bürokunden unterschrieben - ohne Ablöse.

Achtermann 17.08.2012 | 16:57

Klaus Raab: "Wem nützt Wallraffs Demontage?"

Was für eine Demontage? In früheren Zeiten war Wallraff Schriftsteller. So wurde er zumindest allerorten genannt. Und heute? Heute ist er nur noch "Investigativreporter" (Klaus Raab). Ist das nicht ein freier Fall? Damit will ich all den Investigativreportern nicht zu nahe treten. Im Hochstapeln scheint Wallraff Experte zu sein, denn keines seiner Bücher hat er alleine verfasst. Ein Ko-Autor oder deren mehrere waren immer involviert. Für "sein" Buch Der Aufmacher hat er keine einzige Zeile verfasst. Das zumindest behauptet Hermann L. Gremliza, der das Buch nach Tonbandmitschnitten Wallraffs geschrieben habe. Einen Gerichtsprozess gegen diese Behauptung strengte Wallraff nie an.

Ein anderes Beispiel. Im Spiegel 25/1987 ist folgende Passage über das Buch "Ganz unten" zu finden:

Uwe Herzog, ein langjähriger Freund des Autors [=Wallraff] und einer von dessen Mitarbeitern am Buchprojekt "Ganz unten", verwahrte sich in seiner Generalabrechnung mit dem politischen Vorbild vergangener Tage zuerst gegen den Beifall von der falschen Seite: "Die Rechten, von Strauß bis Thyssen, seien gewarnt: für ihre Anfeindungen in ''Bild'', im ''Baverischen Rundfunk'' oder anderswo ist hier nichts zu holen. Dann aber zieht er vom Leder.

Der Bestseller "Ganz unten" sei alles andere als das Bravourstück eines einzelnen "Super-Ali". Denn Wallraff habe nicht nur von den Recherchen seiner zahlreichen Mitarbeiter profitiert: er habe auch von fremder Hand verfaßte Erlebnisprotokolle in sein Buch placiert und dann bedenkenlos als eigene Leistung ausgegeben. Herzog selber reklamiert eine ansehnliche Urheberschaft für sich: Immerhin 28 der 256 Seiten seien ausschließlich von ihm "recherchiert und geschrieben" worden.

Ein türkischer Mitarbeiter Wallraffs wird in der selben Ausgabe des Spiegel so zitiert:

Levent Sinirlioglu sagt heute von seinem einstigen "Chef" Wallraff, "ungleicher und undemokratischer als er kann man seine Mitarbeiter nicht behandeln", und wo bei Wallraff "das Geschäft aufhört und das politische Engagement anfängt, ist mir inzwischen schleierhaft".

Wallraffs Demontage ist keine. Wallraff hat schon lange mit sehr fragwürdigen Methoden gearbeitet, hat die Autorenschaften verschleiert, hat der Öffentlichkeit Leistungen vorgegaukelt, die er so nicht erbracht hat. Aber er hat Millionen "verdient".

Columbus 17.08.2012 | 18:50

Herr Achtermann, man muss auch nicht jeden Unsinn nachplappern, den Hermann L. konkret so von sich gibt und sollte auch den Spiegel nicht unkritisch lesen. Selbst die Wikipedia.de ist genau an dieser Stelle selbstrefenziell und zitiert immer nur die gleiche Quelle, nämlich Gremliza.

Wenn Gremliza tatsächlich ersnthafte Ansprüche und Vorwürfe erheben könnte, müsste er es belegen. Aber Gremliza hatte nichts auf der Hand.

Abgesehen von dem Vorwurf, Wallraff habe unter Umständen Steuern nicht gezahlt, glaube ich bisher auch nicht den Vorwürfen seines ehemaligen Mitarbeiters, der wenig glaubwürdig auftritt und selbst keine Beweise vorlegen konnte, die er nicht auch selbst manipuliert haben könnte, bzw. die überhaupt Beweise sind.

Was aber auch klar ist, dass Wallraff für die Art seiner Recherche und seiner Inszenierungen, die ja Wirkung entfalten sollen, auf Menschen angewiesen ist, die ihm dabei helfen. Er hilft übrigens auch vielen, obwohl dazu derzeit nicht allzu viel berichtet wird und er gebärdet sich nicht gerade als Großschriftsteller oder Großjournalist, der unverdient mit dem Reichtum aus seinen Auflagen protzt.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Achtermann 17.08.2012 | 21:10

@ Columbus

"Herr Achtermann, man muss auch nicht jeden Unsinn nachplappern, den Hermann L. konkret so von sich gibt und sollte auch den Spiegel nicht unkritisch lesen."

Das ist richtig. Nur, wer macht das denn? Was man auch als Columbus vermeiden sollte, ist, Inhalte, die einem nicht zu passen scheinen, als Unsinn zu deklarieren. Denn allzu schnell sitzt man mit denjenigen in einem Boot, die meinen, eine hingeworfene Diffamierung reiche für die zeitgeschichtliche Analyse aus, weil genug Adepten umherirren, die diese für bare Münze meinen nehmen zu müssen.

"Abgesehen von dem Vorwurf, Wallraff habe unter Umständen Steuern nicht gezahlt, glaube ich bisher auch nicht den Vorwürfen seines ehemaligen Mitarbeiters…"

Das ist ein grandioses Argument. Gegen den Glauben kann nicht mal der Papst etwas ausrichten.

Und danke für die formvollendende Anrede.

user unknonwn 17.08.2012 | 21:44

Die sog. Mutter Theresa ist aber ein peinlicher Rohrkrepierer. Seit Hitchens Dokumentation, der ja nun selbst letztes Jahr starb, sollte mehreres bekannt sein: Die meisten Leute spendeten diesem Todesengel von Kalkutta Geld im Irrglauben, dies würde in medizinische Versorgung, Medikamente, Einwegspritzen, evtl. Hygiene, Ausstattung, neue Häuser, Nahrung gesteckt, aber diese hatten Frau T. gründlich missverstanden - ähnlich wie Herr Raab: Das Geld ging in den Kauf von Bibeln. Schmerzmittel, Arzneimittel und Lebensmittel wurden nicht gekauft.

Das erklärt sich mit der christlichen Ideologie, wonach das Heil im Leiden liegt. Wer ordentlich Schmerzen verspürt, der steht i.d. Nachfolge Christi, so die Vorstellung, und das ist gut, weil es so in der Bibel steht - ein heiliges Buch, das keine Kritik aushält. Besonders bedrückend wird diese Information noch dadurch, dass Frau Theresa kurz vor ihrem Tod bekannte, dass sie gar nicht an Gott glaubt, sondern es blos ihr Leben lang versucht hat.

Es ist erschreckend, dass nach wie vor das Klischee von der hilfsbereiten Frau T. kolportiert wird.

Columbus 17.08.2012 | 21:58

Ok, Unsinn nicht, aber eben auch nicht aufklärend in diesem Falle.

Ein Steuervergehen ist bei Freiberuflichen immer drin. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass bei angestrengter Recherche eines Finanzamtes oder gar des Staatsanwaltes, ein rechtsförmiger Verstoß auffällt. Schon allein wegen der sehr verworrenen Steuer- und Abgabefrage bei unklaren Arbeitsverhältnissen oder Beauftragungen.

Leyendecker spielte in einem Zapp- Interview darauf an. Aber bisher sind die Vermutungen und Mutmaßungen eben nicht viel mehr als das.

Gegen die jahrzehntelange Tätigkeit Wallraffs gibt es hingegen wenig wirklich stichhaltige Gegenargumente. er ist ja nun gerade nicht einer jener Journalisten oder meinetwegen auch Schriftsteller, der sich durch reine Skandalsierungen ins Gespräch bringt (kein Fall Broder) und auch nicht einer, der nach dem Megaerfolg die Arbeit einstellt, um sich vom Ruhm weiter durch die medialen Ruhmeshallen der Republik führen zu lassen.

Was ich bei ihm beobachte, das ist manches Mal eine zu große Naivität. Aber andererseits würde man wohl schwer diese Methode des Journalismus lange und erfolgreich durchhalten. Das war z.B. bei seinen Versuchen ein Religionsgespräch in Köln zu führen spürbar.

Beste Grüße

Christoph Leusch