Was bisher geschah

Pilcher II Auch nach 100 Folgen Rosamunde Pilcher geht die Filmreihe natürlich weiter. Für alle Neueinsteiger: eine kleine Verdichtung

Rosamunde Pilcher, 87, geht natürlich nicht in Ruhestand. Weitere Verfilmungen ihrer Stoffe sind in der Mache. Wer wissen will, worum es seit 1993, als der erste Film lief, geht – darum:

Nach dem Tod ihrer Mutter, die sie aufopferungsvoll gepflegt hat, erbt Xenia (Sophie Schütt), wohnhaft in einem ärmlichen Villenviertel, von ihr ein Schloss in England. Von ihrem Mann (Christian Wolff) hat sie sich entfremdet, und als er ihr verkündet, eine Filiale seines Unternehmens in China leiten zu wollen, beschließt sie, nach Cornwall zu ziehen. Dort hat sie als Kind immer dann Zeit mit ihrer Mutter (Vanessa Redgrave) verbracht, wenn ihr Vater (Maximilian Schell) auf Kreta zu tun hatte. Aufbruch, Reisen in die eigene Geschichte, Neuankommen – das ist ein wesentliches Motiv.

In England angekommen, richtet Xenia Blumen im Salon an und wischt kurz Staub – das Motiv der Lebensnähe. Dann unternimmt sie einen Reitausflug. Sie gerät in ein Unwetter, Mollgeigen und Paukenschläge überall, das Pferd wirft sie ab. Hanni und Nanni sind erwachsen geworden.

Glücklicherweise ist es von der Unfallstelle nicht weit zum Bauernhaus von Jamie (Michael Lesch). Er kocht ihr einen heilsamen Tee. Xenia meint in ihrem Retter den Jungen zu erkennen, mit dem sie während der Sommerfrischen 1982 und 1985 auf den weiten Wiesen Englands herumtollte und stets nur die schönsten aller Blumen pflückte. Er ist es.

Komplizierte Familienhistorie

In seinem lichtdurchfluteten Atelier im Dach des 200-Quadratmeter-Hauses, in dem der Ärmste sein Dasein fristet, hängt ein altes Familiengemälde. Xenia glaubt, ihre Mutter Gwinni (geborene Gwyneth Mythwyttlethon, wie sie seit der Testamentseröffnung weiß) darauf zu erkennen. Jamie behauptet jedoch, es handle sich bei der betreffenden Person um seine Tante Phoebe, die Schwester seiner Mutter Pandora Mandell (Gaby Dohm).

Klingt mysteriös, daher gehen sie ihrer Familiengeschichte mithilfe des freundlichen Hobby-Ahnenforschers Edward Philips (Thomas Fritsch) auf den Grund und entdecken ihre Blutsverwandtschaft – was sie zu Tränen rührt (Verwandte haben sich gefunden!) und verzweifeln lässt (Inzest ist keine Lösung!). Griechische Tragödie.

Dann ein heimlicher Kuss auf der Veranda von Lord Wildebolth (Klaus Wildbolz), der seine feine Londoner Gesellschaft zu einer Tea Party auf seinem Landsitz eingeladen hat. Verzweifelt rennt Xenia davon und stürzt später mit dem Segelflugzeug ab. Sie braucht eine neue Niere. Jamie will ihr helfen, er ist ja genetisch nah dran. Ein Test jedoch ergibt: Seine Niere funzt nicht. Das bedeutet: neue Hoffnung für die Liebe! Sind sie doch nicht verwandt?

Nancy Miller (Ruth-Maria Kubitschek), eine Freundin ihrer Mutter, die Xenia zufällig in Pauls (Michael Roll) Blumenladen trifft, löst das Rätsel: Xenias Mutter Gwinni hatte eine Zwillingsschwester namens Rebecca (Senta Berger als Vanessa Redgrave). Diese Rebecca wurde als Kind weggegeben (die Armut!), und Jamie nun ist der Sohn von Rebeccas Adoptivschwester, die wiederum mit dem Kunstmaler Eliot Dumpington (Sir Peter Ustinov) verwandt war, dem ehemaligen Eigner des Schlosses, das Xenia geerbt hat und dessen Bilder sie nun zu reichen Leuten machen. Mit dem Geld kaufen sie in Osteuropa eine Niere, und so fügt sich alles zum Guten, auch weil sie privat versichert sind.

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