Klaus Fürst

Es ist die unüberwindliche Irrationalität, die dem Menschen den Ausgang aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit versperrt.
Klaus Fürst
RE: Klugscheißer, verdammter! | 23.04.2020 | 15:47

Bravo! Sie ist wirklich nicht mehr zu ertragen, die Weltsicht der Besserwisser. Da braucht keiner mehr auf die Mainstream-Medien zu schimpfen, dort spürt man wenigstens noch einen Rest von journalistischer Sorgfaltspflicht.

RE: Der Corona-Staat | 13.04.2020 | 12:51

Um das Ganze mal auf die praktische Ebene zu rücken: Agamben hat in einem früheren Artikel erklärt, was das Gefährliche ist. Die Bürger verlassen sich darauf, dass ihre Regierung den Ausnahmezustand beendet, sobald die Gründe, die zu seiner Verhängung führten, nicht mehr vorliegen. Das wird auch so kommen, aber die Menschen werden sich daran gewöhnen, dass solche Maßnahmen zum Alltag gehören. Darin sieht Agamben die Gefahr:

"Man kann sich mühelos eine rechtsextreme Regierung vorstellen, die sich zu ihren Zwecken eines Ausnahmezustands bedient, an den die sozialistische Regierung die BürgerInnen mittlerweile gewöhnt hat."

RE: Abschied vom Homo Oeconomicus | 31.03.2020 | 17:06

Es gibt zwei Wege:

1. Wie Rudi Dutschke sagt: "Revolution ist ein langer komplizierter Prozess, wo der Mensch anders werden muss." Also: Geduld!

2. Zwang. Das geht nur unter Diktatur oder dem Würgegriff globaler Katastrophen.

Nun lasst uns wählen.

RE: Abschied vom Homo Oeconomicus | 31.03.2020 | 16:59

Kann man das nicht über jede Zeitetappe sagen?

Übrigens: das Zitat wird zwar oft verwendet, läßt sich Gramsci aber gar nicht zuschreiben.

RE: Wer sind eigentlich Thunbergs Hintermänner? | 28.09.2019 | 10:40

Der Beitrag stellt weder eine relevante Frage, noch gibt er eine fundierte Antwort. Die Frage ist irrelevant, weil sie im Verhältnis zur Bedeutung der in diesem Kontext stehenden Prozesse einfach nur Pillepalle ist. Wer dennoch eine Antwort auf diese Pillepalle-Frage haben will, sehe sich den Faktencheck an, auf den bereits pleifel verwiesen hat. Aber wen interessieren schon Fakten?

freitag20 schreibt: "Denn es ging VOR IHR um Umwelt, um Plastik, um Artensterben, um Verelendung." Da muss ich die Frage stellen: Wann wurden all diese Themen denn stärker in den Fokus von Gesellschaft und Politik gerückt als heute? Und das ist allein den Aktionen der fridays for future und extinction rebellion zu danken.

Es ist peinlich, gerade in dieser Community zu lesen, wie das Engagement der Millionen Menschen, die weltweit auf die Straße gehen, verunglimpft wird, so als wäre es eine in blinde Extase gefallene Masse, die einem Guru hinterher läuft. Mit Thunberg kam etwas ins Laufen, was ich gegenwärtig als die einzige Hoffnung für diesen Planeten sehe. Die Rolle, die sie jetzt und künftig spielt, ist dabei recht belanglos; die Bewegung als Ganzes ist längst nicht mehr auf sie fokussiert oder von ihrem Tun und Lassen abhängig.

RE: Mit der Moralkeule gegen den Klimawandel | 24.09.2019 | 22:09

Dem Inuit muss ich das nicht beibringen, denn der bewegt sich innerhalb seines (natur-)rechtlichen Rahmens.

RE: Mit der Moralkeule gegen den Klimawandel | 24.09.2019 | 14:56

Moral ist etwas, das ich nur im Rahmen der mir zustehenden Rechte und Freiheiten leben kann. Insofern ist das wirklich nichts, in das sich der Staat einzumischen hat.

Für die von Ihnen angeführten Beispiele trifft das aber nicht zu. Es liegt nicht im Bereich der mir zustehenden Rechte und Freiheiten, unbegrenzt Fleisch zu essen, Ressourcen zu verbrauchen und die Umwelt zu belasten. Wer das tut, begeht (globales) Unrecht. Also erzwingt der Staat mit seinen Lenkungsmaßnahmen keine Moral sondern rechtskonformes Verhalten. Und das wäre in diesem Fall dringend geboten.

RE: Brasilien MUSS gar nichts! | 27.08.2019 | 20:01

Genau deshalb müssen auch Lieschen und Jens Müller aus Herne dafür bezahlen, dass der Regenwald geschützt wird, und nicht nur Lucia und Juan Perez aus Rio.

RE: Brasilien MUSS gar nichts! | 27.08.2019 | 15:07

Ich teile Ihre Sicht vollkommen. Mir ging es nur darum, klarzustellen, dass wir keinen Anspruch haben, dass diese Länder ihre Natur schonen. Die Menschheit muss die Natur als Gemeingut betrachten und deren Schutz gemeinsam stemmen. Die Starken haben gerechterweise dabei den größten Anteil zu leisten, und nicht diejenigen, in deren Hohheitsgebiet zufällig die Regenwälder liegen.

RE: Zum Zustand der Deutschen Sprache | 11.06.2019 | 17:55

"Dass der Großteil der (gebildeten, sich für den Klimawandel interessierenden) Deutschen aufgrund von World-War-Vergangenheit und Erinnerungskultur mehr Schwierigkeiten hat, sich mit seinem Land zu identifizieren, als ungefähr alle anderen Bürger der Welt ist Konsens."

Nein, ist es nicht. Ich jedenfalls kann das nicht bestätigen und halte es für ein Klischee. Es sei denn, Sie hängen das Attribut "gebildet" so hoch , dass es nur auf eine marginale Minderheit zutrifft.

Sie haben recht: es ist nicht beunruhigend, "dass sich die Deutsche Sprache jetzt vielleicht ein bisschen schneller verändert als normalerweise". Beunruhigend ist jedoch, warum sie sich verändert. Und das hat in erster Linie weder mit Migranten zu tun, noch äußerst es sich in der Grammatik. Die Ursache ist das unter dem Zwang politisch korrekten Sprechens betriebene Glattbürsten der Sprache. Robert Pfaller ("Erwachsenensprache") hat das gut zusammengefasst: "Teile der Eliten und die gehobenen Mittelschichten, die von der neoliberalen Politik entweder profitieren oder dies erhoffen, betreiben ein zunehmend verkrampfteres und elitäres Saubersprechen; und alle anderen ergehen sich - vielleicht auch trotzig - in immer dumpferem und unflätigerem Gerülpse."