Klaus Fürst

Es ist die unüberwindliche Irrationalität, die dem Menschen den Ausgang aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit versperrt.
Klaus Fürst
RE: "Weiterhin süße Träume"? | 05.02.2019 | 13:12

Die Angst der Alten habe ich nicht postuliert, sondern mich auf eine Formulierung in Elisa Nowaks Beitrag bezogen. Es ist nicht so wie bei den 68ern, die bei den Alten Angst auslösten, weil sie deren Weltanschauung und Wertekanon auf den Kopf stellten. Angst hat höchstens das Establishment, das vom Status quo hochgradig profitiert. Jeder verantwortungsbewusste "Alte" wird sich mit den Kids solidarisieren.

Die von Ihnen genannten Themen sind natürlich alle gleichermaßen wichtig und stehen in engem Zusammenhang. Es ist aber gut, wenn sich die Proteste auf ein Kernthema konzentrieren. Wenn alles eingefordert wird, führt es nur zu ideologischer Gruppenbildung und keiner weiß mehr, worum es eigentlich geht. Dann lässt sich der Protest leicht zerreden.

RE: "Weiterhin süße Träume"? | 05.02.2019 | 13:03

Jetzt sind wir auf dem richtigen Dampfer: Klimaschutz ist nur ein Aufhänger für die Proteste, weil er nun mal in aller Munde ist. Es geht aber um den Erhalt einer lebenswerten Umwelt im Ganzen. Ich denke, die jungen Leute haben das auch erkannt, die Botschaften der Plakate und die Meinungsäußerungen gehen ja in diese Richtung. Letztendlich wird es in der Forderung münden: Ändert euren Lebensstil!

RE: Hände weg von Greta Thunberg! | 04.02.2019 | 19:01

Ich wundere mich schon lange, dass dieses Thema weder von der Redaktion noch von der Community des freitag aufgegriffen wird. Immerhin ist das doch seit vielen Jahren die erste breite Aktion von linkem Protest in Verbindung mit zivilem Ungehorsam. Wann hatten wir so etwas seit den großen Tagen der Friedensbewegung? Mir jedenfalls macht das Mut, und ich finde, es sollte alles getan werden, um die Bewegung zumindest moralisch zu stärken. Zu diesem Zweck habe ich hier auch einen Beitrag verfasst.

RE: Die Grundeinkommens - Woche (41/2018) | 14.10.2018 | 10:20

Danke für den frischen Kommentar. Letzteres Thema (Naturrecht) wird bei der Argumentation viel zu wenig beachtet. Bei Interesse siehe "Zur Legitimation des Grundeinkommens" auf www.denkfabrik-grundeinkommen.de

RE: Zur Hölle mit uns Menschen | 03.08.2018 | 17:00

Ich allein bin gar nichts, genauso wie Google und amazon ohne die Konsumenten gar nichts sind. "Stell dir vor, es ist Kapitalismus, aber keiner lebt seinen Maximen." (Meinhard Miegel)

RE: Zur Hölle mit uns Menschen | 03.08.2018 | 16:40

Vollkommen richtig, iDog. Hauptverantwortlich ist jeder Einzelne, der nicht von seinem Lebensstil lassen will und die Verantwortung auf "die da oben" abschiebt. »Es ist so bequem, unmündig zu sein.«, wusste schon Kant. Wir sind das System!

RE: Erzählungen aus der Zukunft VII | 17.07.2018 | 11:44

Den sachlichen Aussagen des Autors kann ich zustimmen, insbesondere was die Fragen der Legitimation des Grundeinkommens betrifft. Was ich aber mit dem Philosophen Wagner nicht teile, ist sein Verständnis von öffentlichem Diskurs.

"Ehrlich gesagt finde ich persönlich diese Form des Infotainments ermüdend bis peinlich: Einerseits werden altbekannte Informationen wieder und wieder wiederholt"

Genau das muss man aber tun! Das Thema Grundeinkommen betrifft ausnahmslos alle Menschen, nicht nur eine Handvoll Spezialisten. Also muss ich das Thema auch allgemeinverständlich in der Öffentlichkeit behandeln. Wiederholung ist dabei die Mutter der Weisheit. Wer, so wie wir, in der öffentlichen Debatte agiert, weiß, dass die meisten Menschen die Grundzusammenhänge noch immer nicht verstanden haben. Selbst bei Butterwegge habe ich da so meine Zweifel.

"Seriöse Verfechter*innen einer grundlegenden Existenzsicherung haben wohl auch bisher nur peripher auf Precht verwiesen."

Wer sind denn unseriöse Verfechter? Und vor allem: wer trifft diese Unterteilung?

"Nun ist Precht sicher niemand, dem im intellektuellen Diskurs Beachtung widerfährt."

Wie begrenzt intellektuell darf man denn sein, um mit Precht etwas anfangen zu können? Das ist genau jene Attitüde, die es von jeher verhindert hat, dass die Philosophen irgend etwas verändert haben. Wer einen Kollegen, der sich um Allgemeinverständlichkeit bemüht, als "Popularisierer von anspruchsvolleren Themen" versteht, hat Marx und dessen Grundsatzkritik an den Philosophen nicht verstanden bzw. will sie nicht verstehen, weil das Streitgespräch im Elfenbeinturm allemal erfüllender ist als der "nichtintellektuelle" Diskurs in der Mitte der Gesellschaft.

RE: Die Partei möge sich bekennen | 02.07.2018 | 18:35

Das mit den Ahnungslosen, die sich trotz Unkenntnis über das BGE auslassen, ist kein Phänomen der Linken, das zeigt sich in jeder Diskussion. Um das zu ändern, braucht es eine strukturierte Öffentlichkeitsarbeit mit verständlichen Argumenten. Nur so lässt sich der in diesem Beitrag benannten (und sehr realen) Gefahr vorbeugen, dass die Idee des BGE eines Tages politisch missbraucht wird.

Denkfabrik Grundeinkommen hat sich dieser Aufgabe verschrieben. Es wäre schön, wenn Sie dort ein paar Gedanken beisteuern.

RE: Zusammenbruch oder Spaltung? | 12.06.2018 | 11:12

Die Linke als Partei ist dem Fall in die Bedeutungslosigkeit geweiht. Wenn die wenigen Realos, die auch in der breiten Bevölkerung ansehen genießen, die Partei verlassen, wird nichts bleiben, was über die 5%-Hürde hilft. Das begreift die Träumer-Brigade um Kipping und Riexinger offenbar nicht.

Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, wie die Sammlungsbewegung funktionieren soll. Um dort die gleichen Grabenkämpfe und Lagerbildungen zu verhindern, müsste von Anfang an eine sehr konkrete Programmatik stehen. Das stelle ich mir schwer vor. Da erscheint die Gründung einer neuen Linken Partei, die Realpolitik vor Ideologie stellt, sinnvoller.

RE: Abservierte Community | 21.03.2018 | 17:23

Wenn wir einmal bei den Mängeln sind: mich stört am meisten die kurze Überschrift für Blog-Beiträge. Nur 45 Zeichen sind möglich. Das Anliegen des Beitrags lässt sich damit nur selten formulieren, und der Leser, der die Themen erst mal überfliegt, weiß gar nicht, worum es geht.