TV Rollenspiele: Überleben macht kein Spaß

‚The Walking Dead‘ ‚The Walking Dead‘ ist eine US TV Serie die den Überlebenskampf einer Gruppe von Menschen zeigt in einer Welt immer hungriger Untoten, Zombies die auferstandenen Toten
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Salopp ausgedrückt sind die Zombies, das ist der eine Teil der Protagonisten, immer auf der Suche nach ihrer nächsten Mahlzeit, während der andere Teil, die Überlebenden versuchen dieser Verwertungsabsicht zu entkommen.

Wer Interesse daran hat die Grundkonflikte menschlichen Zusammenlebens zu beobachten und mitzuerleben ist mit dieser Fernsehserie, nach einem Comic von Robert Kirkman gut aufgehoben. Es ist spannend zu verfolgen, wie die einzelnen Charaktere im Laufe der Zeit nachvollziehbare, aber nicht immer erfreuliche Veränderungen durchlaufen. Mich fesselt, wie komplex die einzelnen Figuren angelegt sind, wie ein scheinbar eindimensionaler Charakter an Tiefe gewinnt. Viele Facetten, Farben, Ängste und Ambivalenzen zeigen im Mitmenschlichen das Desaströse und im scheinbar Bösen das Humane. Die Frage nach dem Wesen von Humanität, Moral, Regeln und (patriarchaler) Führungskraft werden immer wieder variiert und aus unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchtet. Und dazu Großaufnahmen von blutrünstigen - aufwendig und mit Auge für das Detail von der Maske gestaltete - Zombies, die in kommunikationsunfähigen Horden oder alleine durch die Landschaft stapfen. Ein 'shitstorm' lässt sich treffender nicht illustrieren!

Ja, ich bin gerne Zuschauer von ‚Walking dead‘, wenngleich ich weder Horrorfilme noch Sciencefiction als Genre bislang etwas abgewinnen konnte. Und ich mag auch gar nicht so viel über die Geschichten erzählen. Mir gefällt, nach 22 Episoden und mitten in der dritten Staffel, nach wie vor, dass ich einzutauchen kann in einen Plot der mich gefangen nimmt. Für mich durchaus ein Qualitätsmerkmal für ‚bestens unterhalten sein‘. Vielleicht tut ein übriges dazu, dass ich durchaus den Eindruck habe das, was ich gerade in meinem Vierwänden anschaue, entspricht dem was ich ‚da draußen‘ so vermute. Wobei die Zombies für all das stehen, was Phantasie und Angst kollektiv oder individuell besetzen. Das, was keiner von uns mit absoluter Sicherheit wissen kann.

Das Gute oder das Böse, Erbarmen und Schonung weder für die Protagonisten noch für die Zuschauer. Stattdessen immer wieder Situationen die Entscheidungen von den menschlichen Protagonisten fordern. Keiner kann sich sicher sein, welche Folgen welche Handlung nach sich ziehen wird. Eine Herausforderung für die einzelnen Charakteren und die Dynamik in der Gruppe. Die in all den mit angesehenen Konflikten mitschwingende Frage, welche Entscheidung wäre die tragfähigere für was auch immer und was wäre die Alternative dazu, bleibt beim Zuschauer. Der Plot bewertet nicht, sondern schildert die herausfordernde Spannbreite, die irgendwo zwischen dem Kölschen ‚Watt kütt dat kütt‘, und ‚Vun nix kütt nix‘ liegen – Ende, wenn schon nicht Auflösung hoffentlich noch in weiter Ferne.

Der Privatsender RTL II hat im Mai die erste Staffel bzw. diese Wochende die gesamte 2. Staffel synchronisiert gesendet.

15:57 05.11.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

kmv

kmvotteler, Berlin
Schreiber 0 Leser 6
kmv

Kommentare 2