kmv

kmvotteler, Berlin
Schreiber 0 Leser 6
kmv
RE: Sie kaufen deinen Ekel | 03.06.2019 | 19:47

Ist bei mir um die ecke ... Ende der 70er war dort der Babystrich ... Elendig. Aber wie meinte doch einer hier im Threads: denen ist wohl das subjektive Menschenbild abhanden gekommen.

RE: Sie kaufen deinen Ekel | 03.06.2019 | 13:24

Update zu Zwanzig Minuten Freudenhaus (ca 6 jahre her):

Nach kurzer Zeit war der Puff wieder offen:

Das Kellergewölbe ist um die erforderliche Deckenhöhe ausgeschachtet.

Die allgemeine Kellertür dient nun auch der 'Notausgang'spflicht.

Die Wohnung im 1. Stock ist dem Gewerbe entzogen.

Puffbesucher/nutzer müssen durch die ehemalige Ladentür.

Die Ankunftsabläufe der Freier sind unverändert - allerdings gilt jetzt auf der Straße das Anwohner-Park-Konzept - aber Zusatzkosten entstehen ja immer und überall.

Last but not least: Meine persönliche Empfindung hat sich nicht geändert.

Vorbehaltlich:

Das Bauamt scheint den Prozess erstinstanzlich verloren zu haben ... und gibt keine Auskünfte mehr.

Das Angebot zeigt sich ‚professionalisiert‘, sprich: alles was dahinter steckt, ist nicht einfach mehr einsehbar ... außer: die, dem deutschen Sprachraum nicht zugehörigen, "Angebote" (nicht zu verwechseln mit dem Personal des Betreibers), scheinen sehr regelmäßig zu wechseln.

Das SchwulenEtablissement, das zwischenzeitlich links seinem Gewerbe nachging - ist geschlossenen. Den Angaben der Betreibenden zufolge, weil politisch, die Hand über die etablierten Heteros gehalten worden sei.

RE: Sie kaufen deinen Ekel | 03.06.2019 | 11:22

Seufz, Augenroll-Smiley:

ach ja, klar, ein "Menschenbild als Subjekt" ist gehört ja auch zur individuellen Grundaustattung ...

RE: Sie kaufen deinen Ekel | 03.06.2019 | 10:15

"Wer das nicht glaubt, kann ja mal mit leeren Hosentaschen versuchen, bei der Hure seiner Wahl zu landen."

Thx "Aqua"

... und vorher am U-Bahnhof Kurfürstenstrasse vorbeilaufen

Thx, Magda, ganz aktuell:

RE: Sie kaufen deinen Ekel | 03.06.2019 | 01:19

Nö, hab' nur das hinkende Lieschen ... wörtlich genommen.

RE: Sie kaufen deinen Ekel | 02.06.2019 | 16:41

"„Was kostest du?“, wenn Lieschen Müller Otto den Normalbürger fragt, was der Architekt/Schorsteinfeger oder wer auch immer gekostet hat, kommt wohl kaum einer auf die Idee, hier wollte jemand einen Menschen kaufen"

Nö, ich dächte eher, dass Lieschen eine eigenwilligen Sprachgebrauch pflegt.

RE: Sie kaufen deinen Ekel | 02.06.2019 | 12:47

Mit Verlaub - da fühlt sich aber einer auf den Schlips getreten.

RE: Sternstunde der Aufklärung | 16.02.2019 | 08:49

Genauer: Der Rest sind Glaubenssätze und Moral.

RE: Sternstunde der Aufklärung | 16.02.2019 | 08:39

"Die Leibesfrucht spricht" von Kurt Tucholsky 1927(!):

[brachte es für mich als Heranwachsende auf den Punkt. Ob "mein Bauch" mir gehört oder nicht (schon Mal jemand, sprich frau, ohne "unteren Teil des Rumpfes zwischen Zwerchfell und Becken" gesehen?) - keine Ahnung. Überlegungswert ist die Frage, ob man/frau jene "Fürsorge" stemmen kann oder will. Der Rest ist Moral.]

Für mich sorgen sie alle: Kirche, Staat, Ärzte und Richter.

Ich soll wachsen und gedeihen; ich soll neun Monate schlummern; ich soll es mir gut sein lassen – sie wünschen mir alles Gute. Sie behüten mich. Sie wachen über mich. Gnade Gott, wenn meine Eltern mir etwas antun; dann sind sie alle da. Wer mich anrührt, wird bestraft; meine Mutter fliegt ins Gefängnis, mein Vater hintennach; der Arzt, der es getan hat, muß aufhören, Arzt zu sein; die Hebamme, die geholfen hat, wird eingesperrt – ich bin eine kostbare Sache.

Für mich sorgen sie alle: Kirche, Staat, Ärzte und Richter.

Neun Monate lang.

Wenn aber diese neun Monate vorbei sind, dann muß ich sehn, wie ich weiterkomme.

Die Tuberkulose? Kein Arzt hilft mir. Nichts zu essen? keine Milch? – kein Staat hilft mir. Qual und Seelennot? Die Kirche tröstet mich, aber davon werde ich nicht satt. Und ich habe nichts zu brechen und zu beißen, und stehle ich: gleich ist ein Richter da und setzt mich fest.

Fünfzig Lebensjahre wird sich niemand um mich kümmern, niemand. Da muß ich mir selbst helfen.

Neun Monate lang bringen sie sich um, wenn mich einer umbringen will.

Sagt selbst:

Ist das nicht eine merkwürdige Fürsorge –?