kmv
08.11.2012 | 16:08 28

"Rechnen geht gar nicht, aber Abitur schon"

Dyskalkulie Keine höhere Schulbildung für rechenschwache Kinder? Der streng normierte Schulbetrieb lässt kaum Leistungsabweichungen zu

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied kmv

"Rechnen geht gar nicht, aber Abitur schon"

Eine Rechenschwäche gilt nicht als Krankheit, sondern als aufholbare Entwicklungsstörung

Foto: selj/Flickr (cc)

Jochen* mag keine Zahlen. In den ersten Schuljahren schreibt er die Zahlen spiegelverkehrt. Nur mit Hilfe seiner Finger kommt er zu Ergebnissen. Die Lehrerin erklärt ihm liebevoll, dass er mehr üben müsse. Nachdem der erwünschte Erfolg nicht eintritt, wird nicht nur ihr Ton strenger. Sie appelliert an die Eltern und fordert, es müsse zu Hause mehr mit Jochen geübt werden. Doch selbst intensives Üben bringt keinen oder nur kurzzeitig Erfolg. Nach ein paar Tagen ist alles wie "weggeblasen".

Der Begriff Dyskalkulie oder umgangssprachlich die Rechenschwäche verweisen auf ein Unverständnis für mathematische Zusammenhänge. Zahlengrößen lassen sich nicht auf einen Blick erfassen und Rechenoperationen sind keine routinierten Handlungsabfolgen sondern bereiten erhebliche und andauernde Schwierigkeiten. Im Alltag sind Betroffene vielleicht sehr genau im Nachzählen ihres Kleingeldes oder pünktlicher als andere. Sie wiederholen eine Zahlenfolge mehr als einmal aus Sorge vor Zahlendreher oder stutzen ungläubig, wenn sie hören, dass 7/8 mehr ist als 1/3.

Es ist der streng hierarchisch aufgebaute Mathematikunterricht des Schulsystems der 'mangelndes Zahlenverständnis und Rechenschwäche' offenlegt. Normal begabt, und gemäß ihres Alters und des inneren Reifegrades eingeschult, zeigen die betroffenen Schüler, von Mathematik abgesehen, keine Mühe mit dem Leistungsanspruch des Schullehrstoffes. ‚Faulheit‘ des Schülers deshalb scheint naheliegend. Lehrern und Eltern fällt es schwer die Lern- und Verständnisschwierigkeiten im Mathematikunterricht (an)zuerkennen.

Jochen’s Eltern suchen Hilfe von außen und lassen ihren Sohn in einem lerntherapeutischen Institut testen. Es stellt sich heraus, dass Jochen eine gestörte Vorstellung davon hat, was sich hinter Mengen, Volumen verbirgt. Isoliert betrachtet schätzt er einen Laib Brot auf 14 Kilogramm, die Entfernung zwischen Tür und Wand auf 73 Meter. Von einer gravierenden Rechenschwäche sprechen der Gutachter und später der schulpsychologischen Dienst.

Wer abweicht, fällt durchs Raster

Teilleistungsstörungen, wie Rechenschwäche, Lese- und Rechtschreibschwäche oder Probleme beim Erwerb einer Fremdsprache sind Begleiterscheinungen des Regelunterrichts. Der Blick durch die Lupe sozusagen, der Abweichungen und Unschärfen des normierten und methodischen Schulbetriebs auslotet. Indem der Lehrplan Vorgaben enthält, was Schüler des entsprechenden Jahrgangs zu vermitteln ist und was sie erreichen sollen. Übrig bleiben Kinder, die durch das Raster eines Unterrichts fallen.

Scheitern können "Hochbegabte" ebenso "Leistungsschwache" oder eben rechenschwache Kinder. Deren durchaus alltauglicher eigenwilliger Umgang mit der Zahlenwelt wird zu einem Problem, da formales Rechnen nicht nur Bestandteil naturwissenschaftlicher Fächer wie Biologie oder Physik ist. Vielmehr ist Mathematik im deutschen Bildungssystem ein Kern- oder Hauptfach. Als solches ist es nicht abwählbar und die Note Vier, oder (auszugleichend) Fünf ist Voraussetzung für die Versetzung in die nächst höhere Klasse.

In der 6. Grundschulklasse erarbeitet sich Jochen den Zahlenraum von 1 bis 10 neu mittels einer integrierten Lerntherapie. Im Lauf der Zeit lässt er seine ureigenen, teilweise sehr kreativen Wahrnehmungs- und Berechnungsmethoden hinter sich. Seine Größenvorstellungen werden realistischer, der Umgang mit Geld, Uhr und Messgeräten routinierter. Jochen erlernt effektive Strategien und gewinnt die verlorene Selbstsicherheit zurück. Am Ende hat er fast das Klassenziel erreicht. Fast, denn nicht sein Leistungsstand beendet die Therapie nach 1 ½ Jahren, sondern die Kostenstelle des zuständigen Jugendamtes.

Nach § 35 des Jugendhilfegesetzes hat jedes Kind Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft. Dyskalkulie wird von der Weltgesundheitsbehörde (WHO) als Entwicklungsstörung klassifiziert. Insofern übernimmt das zuständige Jugendamt, auf Antrag der Eltern, die Kosten einer Lerntherapie. Voraussetzung ist, dass ein Fachdienst, in der Regel der Schulpsychologische Dienst eine ‚gravierende Rechenschwäche‘ diagnostiziert und befürwortet. Empfehlung und Länge einer Lerntherapie werden in den einzelnen Städten oder Bezirken, je nach öffentlichen Mitteln sehr unterschiedlich gehandhabt.

Einerseits veröffentlicht die neuere neurophysiologische Forschung Daten, denen zufolge bestimmte Regionen im Gehirn bei Rechenschwachen weniger aktiv sind als bei Nicht-Betroffenen. Die These einer vererbbaren Gehirnstörung steht im Raum. Es gibt Ärzte, die auf dieser Grundlage das Amphetamin Ritalin verschreiben, damit könne sich das Kind ‚entspannter und leistungsbereiter‘ an die Lösung der Aufgaben wagen.

Andererseits gilt Rechenschwäche nicht als Krankheit, sondern als aufholbare Entwicklungsstörung. Das Schulgesetz aller Bundesländer stützt sich darauf indem es festschreibt, dass eine Dyskalkulie bis spätestens zur 10. Klasse behoben sein muss. Das heißt, abgesehen von informellen schulischen Kulanzregeln, befinden sich die Betroffenen und Ihre Eltern in einem rechtsfreien Raum.

Offen mit Schwächen umgehen

Blinden oder gehörgeschädigten Schülern wird sonderpädagogischer Bedarf zugebilligt. Als lernbehindert diagnostiziert, erhalten sie Hilfsmittel oder andere Kompensationsleistungen. Für Legastheniker ist ein sogenannter Nachteilausgleich gesetzlich verankert. Ein Schüler, der mit der Rechtschreibschwäche kämpft, kann Zeitvorteile in Anspruch nehmen oder beantragen, mündlich geprüft zu werden. Der Verzicht auf schriftliche Prüfungen hilft rechenschwachen Schülern nicht. Mathematik bedingt exaktes Rechnen, der Rechenweg muss beschritten und vollzogen werden, gleich, ob in schriftlicher oder mündlicher Form. Das macht eine Lösung für alle Beteiligten so schwierig.

Für Jochen und seine Eltern ist das Medikament Ritalin keine Option. Sie entscheiden sich nach der Grundschule für eine Schulform, die Jochen die Chance gibt, sich ein Schulprofil anzueignen, das seiner Persönlichkeitsentwicklung entspricht. Das Erlernen einer zweiten Fremdsprache wird nach hinten verschoben. Stattdessen wählt Jochen die handwerklich ausgerichtete Arbeitslehre als Wahlpflichtfach. So kann er Luft holen. In Mathematik ist er dem Grundkurs zugeordnet; hier wird nur der ureigene Fortschritt benotet. Die eigentlich ungenügende Punktzahl kompensiert Jochen durch zusätzliche Anstrengung in den übrigen Fächern. Zwischenzeitlich lernt Jochen mit seiner Rechenschwäche offensiv umzugehen. Er spricht neue Lehrer an, erzählt von seiner Rechenschwäche und bittet um zusätzliche Aufgaben, mit denen er gegebenenfalls mangelhafte Resultate ausgleichen kann.

Mittlererweile ist Jochen in der 9. Klasse der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Die Mathematikprüfung des zentral gesteuerten Mittleren Schulabschlusses (MSA) ist die nächste Herausforderung des schulischen Leistungskontrollsystems. Ohne Wenn und Aber wird Jochen mindestens eine Fünf schreiben müssen.

Selbstbewusst erklärt er, der Lerntherapeut und seine Lehrerin hätten ihm eingeschärft unter keinen Umständen ein leeres Blatt abzugeben. Notfalls solle er in Worten beschreiben, wie er die Aufgabe verstehe oder wie er sich den Rechenweg vorstelle. Jochen ist sich sicher, dass er sein Ziel, den Übergang zur Oberstufe erreichen wird.

--------------------

*Namen geändert

1st published meta-ebene.de

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (28)

Baphomed 08.11.2012 | 16:57

Hallo,

und bitte entschuldige:

" stutzen ungläubig, wenn sie hören, dass 7/8 weniger ist als 1/3."

7/8tel ist mehr als 1/3tel

Ansonsten bin ich ganz bei dir, allerdings finde ich den Vergleich mit Blinden oder Legasthenikern Kontraproduktiv. In Kanada hat man besondere erfolge erzielt durch die Schriftform bei Dyskalkulie. Je früher diese Menschen mit dieser benachteiligung beginnen mit Schift staat mit Zahlen zu Rechnen um so leichter Fällt es ihnen oft auch die höheren stufenn der Mathematik zu erforschen.

Die Inklusion und da gebe ich dir Recht muss nicht nur für Menschen mit Behinderung gelten sondern auch für Menschen mit benachteiligung. Beispielsweise Touret oder wie hier Dyskalkulie.

atoz 08.11.2012 | 17:33

"stutzen ungläubig, wenn sie hören, dass 7/8 weniger ist als 1/3." hallo, also ich leide nicht an dyskalkulie, aber da stutze ich auch ganz schoen ;) ich hoffe, dem schreibenden menschen ist klar, dass 1/3 entsprehcen in etwa 2,666667/8 < 7/8 fuer leute mit vorstellungs problemen: 1/3tel ist eher klein < 1/2 auf jeden fall 7/8tel ist recht viel - nahe bei 1 (entspricht 8/8tel :) sonst noch fragen? ;)

atoz 08.11.2012 | 17:38

"Es ist der streng hierarchisch aufgebaute Mathematikunterricht des Schulsystems der mangelndes Zahlenverständnis und Rechenschwäche offenlegt" hhhmmmm, aber entschuldigung, aber ich muss nochmal: das liegt nicht am unterricht, sondern ist ein wesenszug der "wissenschaft" mathematik selbst. fortgeschritterene themen bauen nun mal auf den grundlegenderen auf - etwa zahlenverstaendnis, mengenlehre etc. ein einfaches beispiel: wie soll ein mensch, der die stellenwertigkeit von zahlen nicht versteht zum beispiel rechnen lernen? fuer die dyskalkulierten geiwis hier: 1 ... 10 ... 100 <--- der 1er bedeutet unterschiedliches ... je nachdem an welcher stelle er vorkommt :)

Baphomed 08.11.2012 | 20:44

Hallo KMV,

ich war der 2. Legastheniker der sich Juristisch das Abitur erkämpft hat, ja ich bin auf deiner seite. Aber den Kampf um annerkennung muss jede benachteiligten Gruppe selber Initieren. Du wirst heute anders als zu meiner Zeit unterstützer Finden. Bei mir ging es noch darum der gehört auf die Sonderschule. Wie alle anderen! Ich und meine Eltern wären Froh gewesen wäre es nur ein Geld Problem gewesen.

Also Zähnezusammenbeisen immer wieder auf Artikel 3 GG berufen dieser gilt nicht nur für Behinderte sondern so steht es dort auch für benachteiligte.

Der Hinweis auf benachteiligung ist in sofern wichtig weil eine Lernstörung eben dies ist! Das heist die Verantwortung selbiges auszugleichen liegt beim Staat nicht beim einzelnen. Ansonsten mit Klage wegen Artikel 3 GG drohen.

Baphomed 08.11.2012 | 20:51

lieber Atoz,

nein ein Mathe Genie wird aus dir wohl nie währest du Legastheniker hättest du sofort gesehen das deine Rechnug Fehlerhaft ist:

dass 1/3 entsprehcen in etwa 2,66666

Um es kurz zu machen 1/3 ist gleich 0,333 Periode nicht mehr und nicht weniger. 7/8 sind im ergebnis exakt 0,875 das sieht doch jeder auf den ersten Blick. Nur du leider nicht du hast dich auf deinen Computer verlassen der dir daten für etwas anderes gab.

Mathematik ist nicht dein dein Ding!

Avatar
Ehemaliger Nutzer 09.11.2012 | 07:35

Das Problem, werter Baphomed, liegt in diesem Fall nicht bei der Legastenie. Lesen und Schreiben kann der Proband, wie du schon schriebst, durch hartes Lernen nachtrainieren. Ein Verständnis im räumlichen und damit Größenordnungsdenken gehört zur genetischen Grundausstattung des Menschen, der ja bekanntlich einmal auf Bäumen hauste. Die Abwesenheit räumlichen Denkens hatten keine Mitglieder solcher Primatengruppen überlebt, somit ist dieses Fehlen ausgestorben. Damit verweist eine mathematische Schwäche tatsächlich auf eine Fehlentwicklung, weniger auf eine Entwicklungsstörung.

Möglicherweise treten in der Zivilisation (vor Kurzen verwies merdeister in einem Blog darauf) sprunghafte evolutionäre Sprünge auf, die nicht weiter bemerkt werden, da das Erscheinen von Eigenschaften oder das Fehlen keine Störung im Ablauf erzeugen. Innerhalb unserer Kultur ist jedoch das fehlen der v.g. Eigenschaften fatal. Ggf. kann aber auch eine nachlässige Sozialisation zu diesem Phänomen führen (siehe meinen nachfolgenden Beitrag dazu) … Dann aber verweist der Blog auf etwas ganz anderes, verschweigt etwas.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 09.11.2012 | 07:41

Als übel beleumundeter Skeptiker in diesem Forum stelle ich mir wirklich die Frage, was Sie mit diesem Blog zum Ausdruck bringen wollen.

Der Begriff Dyskalkulie oder umgangssprachlich die Rechenschwäche verweisen auf ein Unverständnis für mathematische Zusammenhänge. Zahlengrößen lassen sich nicht auf einen Blick erfassen und Rechenoperationen sind keine routinierten Handlungsabfolgen sondern bereiten erhebliche und andauernde Schwierigkeiten.

Um es also deutlich zum Ausdruck zu bringen: ein Mindestverständnis für Mathematik gehört zu den unabdingbaren Kulturtechniken unserer Zivilisation, und zwar schon seit vielen Jahrhunderten. Wie sonst hätte der Kölner Dom überhaupt gebaut werden können, ohne die Schafe und ihre Schäfer unter sich zu begraben?

Es ist der streng hierarchisch aufgebaute Mathematikunterricht des Schulsystems der 'mangelndes Zahlenverständnis und Rechenschwäche' offenlegt. Normal begabt, und gemäß ihres Alters und des inneren Reifegrades eingeschult, zeigen die betroffenen Schüler, von Mathematik abgesehen, keine Mühe mit dem Leistungsanspruch des Schullehrstoffes.

Normal begabt behaupten Sie, das ist falsch. Dieses Mindestverständnis für Mathematik gehört zu einer normalen Begabung, unabdingbar. Wie steht es denn mit Lesen, Schreiben? Und dann reden Sie weiter unter von einer zweiten Fremdsprache … wie steht es denn mit der ersten?

Sie entscheiden sich nach der Grundschule für eine Schulform, die Jochen die Chance gibt, sich ein Schulprofil anzueignen, das seiner Persönlichkeitsentwicklung entspricht. Das Erlernen einer zweiten Fremdsprache wird nach hinten verschoben. Stattdessen wählt Jochen die handwerklich ausgerichtete Arbeitslehre als Wahlpflichtfach. So kann er Luft holen. In Mathematik ist er dem Grundkurs zugeordnet; hier wird nur der ureigene Fortschritt benotet.

Der ureigene Fortschritt … wissen Sie eigentlich was Sie da schreiben? Wenn dieser Jochen überhaupt eine Gesellenprüfung schafft, sagen wir in einem technischen Beruf, Heizungsbauer, Elektriker oder etwas in der Art und in einem Haushalt eine Reparatur z.B. an einer Eisentreppe durchführt und in Ermangelung grundlegender Mathematikkenntnisse die Belastung falsch berechnet oder einfach Pi X Daumen entscheidet, die Treppe bei Belastung mit einem adipösen Hausbewohner zusammenbricht und der Mensch schwer verletzt wird oder stirbt … wollen Sie den Hinterbliebenen erklären dass dieser Jochen gemäß seinen ureigenen Fortschritten die Reparatur durchgeführt hat?

Oder er führt eine Reparatur an einer Elektrik durch, wählt gemäß seinem ureigenen Fortschritt einen falschen, nämlich zu kleinen Leiterquerschnitt, ein Gerät wird eingeschaltet, z.B. ein Heizlüfter, der Draht beginnt irgendwann zu glühen, eine Holzwand beginnt zu brennen und die Hütte fackelt ab, inkl. aller Bewohner … den Rest spare ich mir.

Menschen sind eben nicht gleich und haben auch nicht gleiche Chancen im Leben. Ohne jetzt den Begriff Naturdummheit strapazieren zu wollen: haben Sie schon einmal überlegt, das dieser Jochen vielleicht nur dumm sein könnte und Sie (meiner Vermutung nach diesem nahe stehend) einfach eine emotionale Perspektive darauf haben, die diesen Tatbestand energisch verleugnet?

Hat besagter Jochen vielleicht, anstatt mit anderen Kindern zu spielen und zu toben, dabei auf die Schnauze zu fallen und sich auch schon einmal eine blutige Nase zu holen (Abschätzen von Entfernungen und dem eigenen Können), vielleicht einen erheblichen Teil seiner frühen Kindheit mit einem Gameboy oder so einem Dreck vor der Glotze verbracht? Alles Fragen, die in Ihrem Blog noch offen sind.

Achtermann 09.11.2012 | 15:44

"Als übel beleumundeter Skeptiker in diesem Forum…".

Was heißt da übel beleumundet? Du neigst zu klaren Worten, man könnte auch sagen: zu drastischer Ausdrucksweise. Ich habe weiter oben eines der von dir beschriebenen Probleme ebenfalls angeschnitten, in dem ich die Frage aufgeworfen habe, in welchem Beruf ein von Dyskalkulie (so wie im Blog beschrieben) eigentlich arbeiten können soll.

Festzustellen ist doch ein weiteres Phänomen: Die Zahl möglicher Diagnosen nimmt deutlich zu: Legasthenie, Dyskalkulie, ADHS, ADS etc. Heute ist kaum noch jemand diagnosefrei. Darum rankt sich eine Industrie, die an den Diagnostizierten verdienen will. Institute für dieses und jenes Defizit schießen wie Pilze aus dem Boden. Gleichzeitig wird das öffentliche Schulwesen gedrängt, zu inkludieren und zu differenzieren, ohne die entsprechenden personellen und sachlichen Mittel bereitzustellen. Dieser Kreislauf wird immer wieder angefeuert, um die Privatisierung der Bildung voranzutreiben.

kmv 09.11.2012 | 20:14

BAPHOMED08.11.2012 | 20:44

‚Einzelkämpfer‘ kommen mit Hilfe der Eltern oder anderen immer schon durch. Legasthenie oder Rechenschwäche ist ja nichts Neues. An der Uni Würzburg lehrt doch auch der Humangenetiker der selbst von Legasthenie betroffen ist, ebenso wie seine drei Kinder. http://www.sueddeutsche.de/wissen/nachgefragt-wie-wird-man-mit-legasthenie-professor-1.621466

ACHTERMANN09.11.2012 | 06:06

„Mich würde interessieren, in welchen beruflichen Sparten ein an Dyskalkulie Leidender, …“

Sicher nicht in den technischen Berufen, die KUNIBERT HURTIG09.11.2012 | 07:41 aufführt oder an der der Kasse. Das „Leiden“ ist im Schulbetrieb, wenn die Operationen abstrakt durchgeführt und benotet werden.

Alltagstauglich mit Zahlen umgehen geht auch dann, wenn man mit abstrakten Rechenoperationen Probleme hat. Es gibt Hilfsmittel, Rechner etc. Jemand der kocht muss die Mengen kennen. Es ist allerdings egal, ob ich einen Becher Brühe nehme oder mit dem Messbecher ¼ l abmesse oder 250 ml. Will sagen man kann damit umgehen.

Gegebenenfalls bittet man beim Rechnungen schreiben um einen zweiten Blick, machen aber auch Leute, die unsicher sind im Schreibstil oder in der Rechtschreibung.

Bei einer Teilleistungsstörung haben Kinder gute bis sehr gute Noten in allen anderen Fächern ‚nur‘ in der Disziplin Mathe oder Lesen/Rechtschreibung oder neuerdings Fremdsprachenaneignung sind sie auffallend schwach.

Es sind Selektionsprozesse die da stattfinden und mit denen die beteiligten Personen, damit meine ich betroffenen Schüler, Eltern, Lehrer konfrontiert werden. Vor immer neue Probleme stehen aber auch die Schule: fallen zu viele Schüler mit ‚isolierten‘ Schwächen auf müssen, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, in der Schule selbst spezielle Förderstunden angeboten werden. Oder der schulpsychologische Dienst kann nicht zu viele ‚Empfehlungen‘ aussprechen, da das Budget der Kostenstelle begrenzt ist. Wie selektiere ich dann? Was ist dann gerecht? Klagen dann Eltern und, und, und …. Gibt es rechtlichen Handlungsbedarf?

Ich finde die Entwicklung sehr problematisch im Kontext gesehen.

Danke an alle!

Der Kommentar wurde versteckt
CS Spuhr 10.11.2012 | 00:07

Ich bin immer noch dafür, das Schulsystem zu ändern. Könnte man sich im Gymnasium bereits ab der 10 Klasse auf die Sachen konzentrieren die einem liegen, und müsste nicht jeder das Abitur in allen Fächern machen, dann hätten wir weniger Probleme. Es ist auch nicht zu viel Verlangt, daß man mit 16 bereits weiß, was einem wirklich liegt und was nicht.

Wenn ich wegen Mathematik 2 mal sitzengeblieben bin und trotz nur 1 Punkt in Mathe im Abitur einen Notendurchschnitt von 1,4 haben kann, dann ist ja wohl klar, daß ich nicht Mathematik studieren werde. Warum muß mir dann dieses eine Fach den Abiturschnitt versauen?

Achtermann 10.11.2012 | 06:03

"Warum muß mir dann dieses eine Fach den Abiturschnitt versauen?"

Wenn du mit diesem Argument hantierst, gerätst du in Widerspruch. Hat man die Befürchtung, man könne sich mit Mathe den Abi-Schnitt versauen, musst du auch zulassen, dass andere Menschen andere Fächer abwählen. Ein Vergleich ist dann nicht mehr möglich. Diese Debatte ist doch nahezu ausgestanden, da die Bundesländer an der Vergleichbarkeit der Abi-Prüfungen arbeiten. Die Diskussion führen wir seit Jahren: Ein Abi in Bayern ist mehr wert als ein solches in Bremen oder NRW. Wer von diesen Bundesländern nach Bayern auswandert, muss meistens seine schulpflichtigen Kinder ein Jahr zurückstufen. Wäre schön, wenn wir dieses Problem endlich hinter uns lassen könnten.

Seit Jahren jammern die Hochschullehrer, dass die Mathe-Kenntnisse der Abiturienten schrumpften. Und nun willst du auch noch Mathe als Abi-Fach abschaffen. Da die sozialdemokratischen Politiker fordern, die Hälfte eines Jahrgangs solle Abitur machen, wegen des sozialen Aufstiegs und so, ist die Qualität der Reifeprüfung sowieso schon gesunken.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 10.11.2012 | 09:41

Dyskalkulie - eine Worthülse zur Arbeitsbeschaffung für "Therapeuten" und zur Schuldzuweisung an einzelne Menschen.

Mit dem Urteil einer solchen "Diagnose" versehen, bekommt man zwar "therapeutische Unterstützung" aber keine wirkliche Hilfe und auch keine Erklärung, was Mathematik ist und wie man das selbst macht.

Niemand sagt einem, dass die in unseren Schulen und Hochschulen "unterrichtete Rechentechnik und Mathematik" ein Sammelsurium unterschiedlichster Methoden und Denksysteme ist. Man tut so, als sei alles sehr systematisch, mathematisch-logisch und struktuiert. Das genau Gegenteil ist der Fall. Man spricht nur nicht drüber. Das ist eines der Hauptprobleme, dass über die mathematische Tätigkeit nicht gesprochen wird und die Sprechweise über Mathematik in der Schule/Hochschule nicht eingübt wird. Deshalb sind viele Menschen sprach- und hilflos, wenn es um Rechentechnik und Mathematik geht. Man lernt jede Menge Regeln mehr oder minder auswendig, ohne wirklich zu verstehen, was wann, wo, wie und warum eingesetzt wird, weil es übler- und üblicherweise nicht richtig erklärt wird. Jeder kennt die Regel, dass minus mal minus plus ergibt, warum das so sein soll, wird tatsächlich nicht erklärt. In der Geometrie z.B. ergibt diese Regel schon keinen räumlich erfassbaren Sinn mehr.

Dazu kommen noch kulturelle Besonderheiten, wie die verdrehte Zahlensprechweise im Deutschen. Wir sagen z.B. einundzwanzig anstelle zwangzigeins (twenty-one), wie es von der Stellenwertlogik unseres Dezimalsystems und unserer Schreibweise erwartbar wäre. Wir sprechen von rechts nach links, schreiben die Zahlen aber von links nach rechts auf.

Dann muss man auch über unfähige, arrogante und über böswillige Lehrer sprechen, was man auch nicht tut. Außer einigen wenigen, die das doch tun. Von denen hört man allerdings kaum. Wie z.B. von der französische Mathematikerin und Lehrerin Stella Baruk in ihrem hervorragenden Buch: Wie alt ist der Kapitän.

Noch eine andere Überlegung, dazu ein Zitat der Autorin des Artikels.

Zitat KMV: [...] In den ersten Schuljahren schreibt er die Zahlen spiegelverkehrt. [...]

Das deutet auf eine andere Wahrnehmung der Welt hin, als wir sie im Durchschnitt kennen. Wir wissen aber auch aus anderen Bereichen, dass die Wahrnehmung der Menschen keineswegs so einheitlich ist, wie man das gemeinhin unterstellt. Daraus ergeben sich im Alltag häufig Verständnis- und Verständigungsschwierigkeiten, die in der Regel durch genaues Nachfrage geklärt werden müssen. Das kann aber nur derjenige, der bereits verstanden hat, um was es eigentlich geht. Ein Schüler, der in Rechentechnik/Mathematik unterrichtet wird, kann das noch gar nicht können.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 10.11.2012 | 10:03

Ich möchte Ihnen ja nicht zu nahe treten, aber was Achtermann schreibt, trifft nicht nur den Nagel auf den Kopf, sondern beschreibt den Zustand eine übersättigten Syphilisation, deren Mitglieder, so Defizite erkennt werden, sich in die Illusion flüchten, dass diese Defizite einer therapierbaren Quasikrankheit zuzuordnen sind. Das ist nicht so.

Das „Leiden“ ist im Schulbetrieb, wenn die Operationen abstrakt durchgeführt und benotet werden.

Das ist falsch. Ich darf es an einem kurzen Beispiel erläutern. In meinem Blog zur Scharlatanerie habe ich eine Formel angeführt, die nach oberflächlicher Betrachtung den Anschein hoher Wissenschaftlichkeit vermittelt, im Kontext jedoch vollkommen unsinnig ist:

http://www.klimafreak.de/Freitag_B28/Delloc.jpg

Diese Formel wird als Beweis für die Wissenschaftlichkeit und damit strenger Beweisbarkeit esoterischer Methodik dargestellt. In Wirklichkeit ist sie vollkommener Unsinn, gleichwohl der Blogger Delloc sie in einem anderen Blog ebenfalls anführte, um ein ebenso unsinniges kollektives Bewusstseinfeld einem Nachweis zuzuführen.

Diese Formel, gleichwohl natürlich unsinnig, stellt jedoch das dar, was Sie in Ihrem Argument beklagen: Abstraktion. Mathematische Operationen sind per Definition abstrakt, selbst die einfachste Addition ist die Abstraktion einer Zusammenführung von Mengen. Untersuchungen verweisen darauf, dass selbst Babys, bevor sie sprechen können, schon zwischen einem Apfel und mehreren Äpfeln unterscheiden können.

Das wiederum verweist auf den von mir angeführten Tatbestand, dass diese Fähigkeit angeboren, also genetisch geprägt ist. Ihre Abwesenheit kann also auf gar keinen Fall als therapierbare Entwicklungsschwäche diagnostiziert werden! Als profitabler Gegenstand industriellen Profitstrebens (Achtermann) mag die Therapierung einem ganzen Haufen Therapeuten zwar Lohn und Brot bringen, letztlich steckt dahinter jedoch der quasimilitante Wunsch von Eltern, ihren Kindern Teilhab an etwas zu verschaffen, zu dem sie schlicht und ergreifend nicht in der Lage sind, teilhaben zu können, weil sie – so fürchterlich das im Einzelfall auch sein mag – einfach nur dumm sind. Das ist nicht besonderes, liegt im Spektrum der Gausverteilung:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/0/06/Normalverteilung.svg/220px-Normalverteilung.svg.png

Dichtefunktionen der Normalverteilungen
http://upload.wikimedia.org/math/3/5/e/35edd72090932b93710e8f8b3bf807c5.png (blau), http://upload.wikimedia.org/math/2/e/0/2e0f942f2293e36fdd72e78a1baaf5b4.png (grün) und http://upload.wikimedia.org/math/5/e/4/5e4c4a1cac1d7bf7a5f41094838e0dec.png (rot)

Die meisten Menschen sind nun einmal normal begabt, manchen sind genial, wieder andere einfach nur blöd. Das ist natürlich und jeder Versuch, diesen Tatbestand wegzudefinieren, verweist schon auf den linken Teil dieser Kurve … verstanden?

Gruß

kmv 10.11.2012 | 10:38

„Das deutet auf eine andere Wahrnehmung der Welt hin, als wir sie im Durchschnitt kennen.

Ja, auch das ist ein nicht zu vernachlässigender Aspekt: betroffenen Personen ‚lesen‘, wenn es denn ging von rechts nach links … und haben Probleme in der rechts / links Wahrnehmung. Beispielsweise vergewissern sich manche beim Zuruf ‚rechts‘ …durch eine Handbewegung und dem Wissen, ich schreibe mit der rechten Hand, dass jene Seite gemeint ist.

Diese gesamte Problematik betrifft viele unterschiedliche und interdisziplinäre Aspekte. Das Bild des Eisberges trifft es sehr gut. Wir sehen z:b. Rechenschwäche und könnten über die Folgen eines mechanistischen Weltbildes ebenso reden, wie über die Folgen eines an Jahrgang ausgerichteten Schulbetriebes oder Wahrnehmung an sich.

Noch etwas ganz banales: Ist der ‚1 mit Sternchen Abiturient‘ immer der bessere Arzt???? Und in der Tat: mit welcher Argumentation könnte man einen anderen mit hervorragenden empathischen oder chirurgischen Fähigkeiten von dieser Berufswahl, auf Dauer, ausschließen … nur weil er im Rechnen oder in der Rechtschreibung die schulische Leistung nicht gebracht hat oder bringt ist ein bisschen dünn. In einer zunehmend arbeitsteiligen Gesellschaft wird das immer schwieriger. So oder so muss mit den Folgen wiederum umgegangen werden.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 10.11.2012 | 10:53

Ich darf darauf verweisen, dass Leonardo da Vinci von rechts nach links UND spiegelverkehrt schrieb. Das mag in seiner Zeit nicht weiter aufgefallen sein, da nur wenige Menschen lesen und schreiben konnten. Darüberhinaus nahm man an, dass es sich um eine Art Geheimschrift handelte.

Gleichwohl handelt es sich bei der Mathematik um eine SPRACHE! Diese hat eigene Regeln, die man beherschen MUSS, wenn man z.B. einen Computer, einen Chip oder was auch immer entwickelt, mit dem Sie, werte(r) KMV, hier Ihre Ansichten verbreiten. Will sagen: ohne die Fähigkeiten würden Sie weder telefonieren, noch Fernsehen schauen, noch Radio hören, noch Auto fahren oder selbst Fahrrad.

Was Sie hier behaupten oder beklagen - ebenso der Wasserjedi - ist schlicht Unsinn. Ohne Mathematik würden wir noch in Höhlen sitzen, jeder nur möglichen Krankheit ausgeliefert sein. Und selbst den Troglodyten war schon klar, dass der Jagderfolg wahrscheinlicher war, wenn sie einer größeren Herde jagdbaren Wildes nachrannten als einem Einzeltier. Sie ignorieren - aus welchem Grunde auch immer - das Offensichtlich und Offenbare.

Ich glaube, ich habe verstanden ...

Gruß

Avatar
Ehemaliger Nutzer 10.11.2012 | 14:43

Das habe ich mich auch gefragt. Welche Berufsausbildungen oder Studienfächer bleiben denn für diese Menschen?

Nun stellt sich natürlich auch die weitere Frage, was das alles soll. Früher reichte eine gute Mittlere Reife für eine Ausbildung als Bankkaufmann, heute muss es (ein schlechtes) Abi sein. Ähnliches gilt für viele andere Bereiche. Die Mittelschicht hat Angst vor dem Abstieg und tut alles, um auch (normalbegabte) Kinder durchzupauken, die gar nicht fürs Abi geeignet sind. Kein Wunder, dass so das Niveau sinkt. Natürlich spielen viele weitere Gründe eine Rolle.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 10.11.2012 | 14:51

Wenn ich Sie richtig verstehe behaupten Sie in Ihren diversen Posts also, Menschen mit L. oder D. oder anderen (Teil-)Leitungsschwächen seien einfach nur dumm und diese Beeinträchtigungen existierten nicht, wären also eine Erfindung der Medizin/Psychologie?

Fakt ist, dass viele Betroffene tatsächlich nicht normalbegabt sind, sonder hochbegabt, also einen IQ >130 besitzen. Demnach können diese Leute gar nicht alle einfach nur dumm sein, denn sie werden schließlich vielen seriösen Tests unterzogen. Randbemerkung: ich rede hier weder über Autisten noch über Savants.

Das nur als Anmerkung zu Ihren hübschen Kurven.

Achtermann 10.11.2012 | 16:02

"Die Mittelschicht hat Angst vor dem Abstieg und tut alles, um auch (normalbegabte) Kinder durchzupauken, die gar nicht fürs Abi geeignet sind. Kein Wunder, dass so das Niveau sinkt."

Ja, da mag etwas dran sein, dass die Mittelschicht Abstiegsängste um ihre Kinder hat. Aber zum Abitur reicht die Normalbegabung aus. Je nach Definition der Intelligenzleistung, die, wie Kunibert Hurtig schon darauf hinwies, der Gauß'schen Normalverteilung entspricht, sind die dazu gehörigen Tests konzipiert, wobei 100 als die Mitte des Normalen gesetzt wird. Das heißt, ein IQ zwischen 85 und 115 gilt als "normal". Davon sind zwei Drittel der Menschen betroffen. Wenn nun 50 Prozent eines Jahrgangs das Abitur ablegen sollen, wird deutlich: Ein IQ von 100 reicht aus. Früher saßen solche Menschen in der Hauptschule. Dort ist eine Dyskalkulie, wenn es eine solche denn geben sollte, nicht aufgefallen. Heute haben fast alle ein Studium vor den Augen und wollen deshalb zuvor auf das Gymnasium. Eigentlich gilt noch immer: Wenn der IQ kleiner ist als 80, liegt eine Lernbehinderung vor, geht er auf die 65 zu, kann man eine geistige Behinderung vermuten. Ab einem IQ von 130 spricht man von Hochbegabung.

kmv 10.11.2012 | 17:43

Ja, die Kids haben entweder einen durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen IQ, deshalb auch 'Teilleistungsstörung'.

Abitur ist ja nicht nur Studieren, sondern ist der höchste allgemeinbildende Abschluss in D. Wenn das Kind gerne zur Schule geht oder sich die Chance bewahren will sich zu einem späteren Zeitpunkt weiterzubilden ohne zusätzliche Qualifikation, warum nicht?!

Es ist ja auch nicht so, dass die Kinder bis zum Schluss auf Förderung von außen angewiesen sind. Eine Lerntherapie wird in der Regel einmal finanziert und genügt um einen gewissen Anschluss oder Umgang zu finden. Gerade da die kids in den anderen Fächern gut oder sehr gut mitkommen ist es in der Schule, nachdem die Teilleistörung attestiert ist kein großes Thema mehr. Die jungen Lehrer reagieren sowieso anders, da sie entsprechend ausgebildet werden und von der Problematik gehört haben.

Den Aufstiegsehrgeiz sehe ich eher bei den Fällen die völlig selbstverständlich mit Nachhilfestunden durch die Oberstufe geschleppt werden.

Der Kommentar wurde versteckt
atoz 10.11.2012 | 18:41

hallo, kunibert hurtig hat dir eh bereits korrekt geantwortet - also kann ich mir das im grunde sparen ... grundlegende rechenaufgabe: wie erweitere ich einen bruch, also: x/3tel = y/8tel - um leichter mit 7/8tel vergleichen zu koennen. x = 1 y = ? loesung: schlussrechnung - die kann sich aber jeder mensch mit pflichtschulabschluss selber ableiten - theoretisch zumindest. fuer die zukunft: bitte kommentare zuerst _konzentriert_ lesen & versuchen zu verstehen ... dann persoenlich beleidgend zurueck maulen - dein stil erinnert mich an viele foren der diversen boulvardpresse, die ich genau deswegen meide. danke.