Mogulismus V

Focus 1930er - Ein Zwischenfazit - In Teil I - IV erfuhren wir von der damaligen Auseinandersetzung zwischen der Hearst-Presse und Collegestudenten, sowie anderen Autoren.
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Die sarkastische Generalabrechnung von Hamilton Basso mit Randolph Hearst [in Teil IV] und seinen herausgeberischen Aktivitäten, skizziert die Auseinandersetzung.

Die ausgeprägte Polemik in der Sprache kann nur verstanden werden, wenn man die Rahmenbedingungen damals mit in Betracht zieht. Hierzu gehören natürlich die Weltwirtschaftskrise ab 1929, die auch 1935 noch nicht überwunden war, mit Millionen von Arbeitslosen, Armenküchen und Massenfluchten innerhalb des Landes, wie von John Steinbeck in "Früchte des Zorns" anschaulich beschrieben. Auch der Businness Plot [in Teil III], von rechtskonservativen Massenmedien verharmlosend als "Champagner-Plot" verniedlicht, wirkte sich gewiss nicht positiv auf die Formen der Auseinandersetzung aus, der Satz von Hamilton Basso, "Mr. Hearst wird, wenn er nicht aufpasst, in Kürze selbst den Platz von Uncle Sam einnehmen.", mag eine Anspielung auf die damaligen Vorgänge gewesen sein.

Da wir heutzutage wissen, wie die Geschichte seinerzeit weiterging, stellt sich für uns die Frage, inwiefern die damaligen Ereignisse sich mit dem Jetzt decken und welche Auswirkungen sie bis in unsere heutige Zeit haben?

Anders als Heute, stehen den Massenmedien keine Eigentümer als Einzelpersonen mehr vor, mit denen man sich damals immerhin, in direkter Auseinandersetzung, mit Argumenten, messen konnte. Solch eine Konstellation wird man heutzutage schwerlich finden. Allein, das ein Autor in den Medien sich mit Kritik in Kommentaren auseinandersetzt, ist inzwischen nur noch eine Seltenheit.

Auch Interessant für uns, sind die starken Töne aus den und gegen die Universitäten, und auch die starke Aufmerksamkeit, die jemand wie Randolph Hearst diesen entgegenbringt.

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An dieser Stelle soll auf folgendes hingewiesen werden: Es geht hier nicht darum, Mr. R. Hearst als den totalen Bösewicht hinzustellen und den "Schwarzen Peter" an ihn zu verteilen. Es geht auch nicht darum, reiche und mächtige Menschen, wie ihn, "an den Pranger zu stellen". Diese Menschen tun, was ihnen möglich ist, um ihren Reichtum und ihren Einfluss zu erhalten, und wenn möglich weiter auszubauen. Da ihnen von aussen kaum Regeln auferlegt werden können, begrenzt einzig das moralische Gewissen eines jeden von ihnen, die späteren Auswirkungen auf die Allgemeinheit.

Randolph Hearst fällt von daher eine Sonderrolle zu, als das er als Einzelperson sowohl ein superreicher Kapitalist, als auch einer der einflussreichsten Zeitungsverleger seiner Zeit, in Personalunion war. Nur aus diesem Grund, wird er hier ausgiebig behandelt. Ähnliche Mogule wie ihn gab es damals einige. Man könnte stellvertretend auch John P. Morgan, Andrew Carnegie, John D. Rockefeller, Cornelius Vanderbildt, Andrew Mellon oder die DuPont-Familie in den Mittelpunkt einer solchen Betrachtung stellen. Und auch all diese waren nur die kleine Spitze des Eisbergs, der sich von der nationalen, über die bundestaatliche, bis hinein in die regionale Ebene fortsetzte.

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Im weiteren Verlauf der Serie Mogulismus wollen wir uns stärker auf die von Hamilton Basso angesprochene "Rote Angst-Kampagne" in der Hearst-Presse und die Verbindung von R. Hearsts "International News Service" mit dem Nazireich [in Teil II], sowie weiteren Verbindungen nach Europa konzentrieren.

Teil VII

Teil VI

Teil IV

Teil III

Teil II

Teil I

Mogulismus = Oligarchismus =
Turbo-Kapitalismus

17:08 10.10.2014
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Geschrieben von

knattertom

reisewütiger Mit40er der "D" den Rücken gekehrt hat, um neues zu entdecken. Interessierter Beobachter von aussen so to say...: knattertom@freenet.de
knattertom

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