Trabant Kultur

Sedierung Von Guaidó und Gretel
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Noch zu meiner Zeit, als wahrgenommene Welt aus nur einer Galaxie bestand, war auch die Anthropologie noch von Klerus und Feudalen bestellt.

Frühmenschen hatten demnach grunzend Keulen geschwungen, während sie kein Morgen kannten.

Ihre Artefakte, die schon vor 200 000 Jahren Design aus dem Computer in nichts nachstanden und bereits Werkzeugformen aufwiesen, die heute erstellt werden, kamen entsprechend zaghaft zutage, wie jetzt konstant weiter zurückverlegte Zeitgrenze findiger Zivilisation.

Und so wie die Schimäre von der Erlösung durch zeitgenössische Handhabung bröckelt, so erweist sich, daß sie fast nur dort fortschrittlich ist, wo Technologie und Fachbereich reüssiert, im Mentalen hingegen Hindernis des Menschlichen und Bollwerk jener Primitivität ist, die dem Frühmensch vorbehalten sein wollte.

Kopernikus mochte trotz Zuredens seine Erkenntnisse nicht veröffentlichen, und Galilei bekam zu spüren warum. Ebenso Wilhelm Reich, dessen Bücher aufgekauft wurden, um sie zu vernichten, als jemandes, von dem man nicht abließ, bis er unter der Erde lag, wo er geziemtem Lemming immer noch als Verrückter gilt.

Beinahe Jedem, der analytisch begabt, idealistisch und von Charakter war, erging und ergeht es so. Für gewöhnlich unter Beiwohnen, Achselzucken oder Mitgeifern der Umgebung und Öffentlichkeit, für die er eintrat.

Weiche dazu: Kultur.

Gepriesenem Phänomen, dem sich insbesondere als Statussymbol Kunst hingegeben oder gewidmet haben will, wer auf sich hält. Seit etwa hundert Jahren am besten unter Verwendung von Insignien als schwarzer Kleidung, Mantels und ganzjährigen Schals als sichtbarem Signal.

Doch wie das Leben zu lehren beliebt, findet sich Realität nur zu oft in diametralem Gegensatz zum Anschein. Hier also nicht nur zu dilettantischen und unbefleckten Schalträgern, sondern vor allem zu vermeintlich gefeierter Kultur.

Vordergründig auf Sänfte getragen und dermaßen unter Artenschutz gestellt, daß selbst barbarischste Ausprägung unbesehen unter blindem Protektorat steht, ist sie in praxi zu diskreter Randerscheinung abgesondert und inhaltloser Beliebigkeit und Verkümmerung anheimgegeben.

Als alleinstehendes Vorkommen, welches weder wirkend noch rückwirkend Einfluß auf den Menschen hätte.

Doch Kultur und Kunst waren und sind immer schon zivilisatorischer Indikator und Impuls zugleich. Ihre Beschaffenheit war und ist weder beliebig noch egal.

Eine Binse, die seit einschlägiger CIA-Kampagne und gezielter Förderung des Unfähigen und Anspruchslosen als Kunst (zu gedachtem Antagonist sowjetischen Realismus) auf breiter Ebene nicht mehr geläufig ist.

Wenn solch Arglosigkeit die Frage aufwirft, ob dem Menschen entgehen kann, wie Konsum des Trivialen ebensolchen Verstand zur Folge hat, gesellen sich nicht nur zahllose Paradoxien wie jene, offenen Auges eigenen Lebensraum zu vernichten, hinzu, sonder zugleich, was es mit aktueller Kunst und Kultur auf sich hat.

Konsum von Inkongruentem produziert Diskrepanz des in Spezialisierung Differenzierenden, weiter ganzheitlich törichten Geistes.

Von daher steht heutiger Norm-Intellektueller nach tonnenweise Lektüre und doch keines Pudels Kern mit Jahrhunderte lang gediehener Desinformation in Zusammenhang, doch nicht von ungefähr auch mit Jahrzehnte währender Bedeutungslosigkeit im Kulturprodukt.

Sein gemeiner Zeitgenosse ohnehin.

Einer, der inzwischen wieder Obrigkeitsparole folgt, als dressierter Papagei jeglicher Eklatanz intrinsischen Widerspruchs zum Trotz hinnimmt, wie geheißen.

So kann im Zeichen der Schafsköpfigkeit ungeniert zum Zentralorgan gewandelter SPIEGEL (, der einen wie mich in seinem puritanischen BDI-Forum mal wieder gesperrt hat) nach Monate langer Propaganda, Unterschlagung und Verzerrung nun doch gescheiterten Putsch in Venezuela eingestehend, immer noch in volldreister Klitterung anhängen:

"US-Sicherheitsberater John Bolton behauptete, hohe Mitglieder in Maduros Kabinett, darunter Verteidigungsminister Padrino, hätten ihm zugesichert, dass sie zu Guaidó überlaufen würden. Nichts davon ist bislang eingetreten - was nicht bedeutet, dass es nicht Bemühungen in dieser Hinsicht gegeben hat. Nur haben sie offensichtlich nicht zum Erfolg geführt.

Erlebt die Welt jetzt das Ende des venezolanischen Frühlings? Es wäre verfrüht, Guaidó für endgültig gescheitert zu erklären. Er verfügt über gewaltigen Rückhalt in der Bevölkerung, viele Soldaten sind zu ihm übergelaufen - nur waren es nicht genug."

Da läßt sich geeichter Meinungsmache, Liebedienerei und Sozialverachtung nur zurufen: "Schade, nicht? -Na dann zurück an die Arbeitsstation zu gesteigerter Agitation!"

Nachdem sich die SPIEGEL-Animation unergründlicher Weise wider allen flagranten Reuters-Lateins partout nicht in der Lage sah, eigenes Reporter-Team zwecks Erhellung zu entsenden, war sie es zugleich sehr wohl, bis in abgelegene Regionen der Nachbarländer hinein herzerweichende Flüchtlingsdarstellung einzufangen. Selbstredend ohne ein kausales Wort zu drastischen Engpässen in Venezuela oder etwa zu gezielten, boltonschen Gerüchten von gestern wegen angeblich massenhaft übergelaufenem Militär und flüchtendem Maduro als Lügen à la powellschen von 2003.

Dieselbe Kongruenz mit der sie bereits andere Flüchtlingsströme, Ursachen und Folgen behandelt.

Doch womit sich hier beschäftigt sei, ist Zeitgeist, der offensichtlichste Kungeleien und Verbrechen gemäß Camouflage verläßlich hinnimmt, übernimmt und artig zementiert, wie seinen Gartenzaun. Selbst wenn sich verordnete Enten nächsten Tages schon umgekehrt ausnehmen, und damit auch gänzlich Unbeschlagenem offenbaren könnten, wie es sich mit dem Ethos konzertierter Welt verhält.

Wie anders erweist sich da doch die Kognition, Stringenz und Ganzheitlichkeit herzerfrischend beindruckenden Kükens namens Greta Thunberg.

Antichristin des Rap-, G. Richter-, Pisa- und Tagesschau geprägten Herdentiers und Heiopeis. Analytisch, kongruent und zu selbständigem Denken fähig. In der Lage, Information zu sortieren, zu verwerten und Schlüsse zu ziehen.

Gefundenes Fressen nun für das Imperium der Flatearther, daß Greta autistisch betroffen sein soll.

Da kannste mal sehen; die spinnt doch, die apokalyptische Kleine! Nicht wahr.

Sich inhaltlich konzentrieren zu können, Folgen und Zusammenhänge zu erfassen, nimmt sich in unserer Ära über isolierten Fachbereich hinaus doch befremdlich, obszön und subversiv aus.

Nur eben, daß Hospitalismus monotoner Kakophonie und allgemeiner Inhaltsleere ... , daß hämmernde Eintönigkeit nun einmal behämmert macht ...

, daß herrschende Meinung die von Herrschern ist, und folglich seit Seßhaftwerdung des Menschen Hirn geschrumpft ist, und auch in eigentlichem Informationszeitalter nicht genesen mag ...

das verbitten wir uns!

Und schon ist in abgeschiedenem Phänomen von Kultur der Belanglosigkeit Alles wieder im Reinen.

So geben wir getrost zurück ans Guggenheim in Entenhausen.

17:35 01.05.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Knossos

Anonyme Konten ans Licht; für echte Volksvertretung!
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